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61.132 Unterschriften überreicht: Gorleben raus aus der Endlagersuche!

Das große, gelbe „X“ mitten auf der Straße vor dem Umweltministerium ist von Weitem zu sehen. Es ist noch früh, erst nach und nach versammeln sich Gorlebengegner/innen um das 10 Meter hohe Symbol. Doch auf einmal entsteht Hektik: Aus dem Ministerium kommt die Nachricht, dass Röttgens Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser in wenigen Minuten nach draußen kommt, um über 60.000 Unterschriften gegen ein Endlager in Gorleben entgegen zu nehmen.

Kein Endlager in Gorleben

Schnell postieren sich Aktive mit einem großen Banner mit dem Aufdruck „Kein Endlager in Gorleben!“ vor dem Ministerium. Darüber halten sie mehrere Ziffern auf großen Plakaten in die Höhe. Zusammen ergeben sie die Zahl 61.132: So viele Unterschriften haben wir unter unserem Online-Appell gesammelt.

Als Frau Heinen-Esser aus dem Ministerium zu uns tritt, wird sie sofort von zahlreichen Journalisten umringt. Alle wollen hören, was sie zur Endlagersuche zu sagen hat. Christoph Bautz von Campact fordert sie im Namen aller Unterzeichner/innen auf, sich für den Ausschluss von Gorleben aus der Endlagersuche sowie Transparenz und Mitsprache einzusetzen. Die Staatssekretärin weicht aus: „Bitte haben Sie Verständnis, das ich dazu jetzt keine Aussage treffen kann.” Doch Christoph bleibt fest: „Wir erwarten, dass Gorleben als Endlager aussortiert wird!”

Kein Endlager in Gorleben

Neben den gesammelten Unterschriften übergeben wir ihr auch noch eine gemeinsame Erklärung zahlreicher Umweltorganisationen und Anti-Atom-Initiativen zur Endlagersuche. Darin fordern die Organisationen – neben dem Ausschluss von Gorleben aus der Endlagersuche – eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit. Und zwar bevor der Gesetzesentwurf weiter beraten wird. Denn seit Wochen wird über die Endlagersuche nur hinter verschlossenen Türen beraten – völlig ohne Bürgerbeteiligung. Dabei muss das „Wie“ und „Wo“ einer Endlagersuche öffentlich diskutiert werden, unter Beteiligung aller interessierten Bürger/innen, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen und Verbände.

Eigentlich wollten wir die Erklärung gemeinsam mit unseren Bündnispartnern auch den Vertreter/innen der Bundesländer überreichen. Doch die sagten der Reihe nach ab – kurzfristig waren noch vor dem Beginn der eigentlichen Verhandlungen zahlreiche neue Termine angesetzt worden. In Medienberichten hieß es, dass heute alle strittigen Punkte in Röttgens Entwurf für ein Endlagersuchgesetzes geklärt werden sollen – also auch der Umgang mit Gorleben. Im Bundesumweltministerium dürften deshalb wohl gerade die Köpfe rauchen.

Zum Abschluss der Aktion bilden wir eine lange Menschenkette entlang des Gebäudes – und trommeln auf den mitgebrachten „Atommüllfässern“, was das Zeug hält. „Kein Endlager in Gorleben!“ und „Hopp hopp hopp, Gorleben Stopp!“ schallt es laut in Richtung Umweltministerium. Wir lassen nicht locker!

++ Über die Ergebnisse der Verhandlungen berichten wir morgen in unserem Blog.

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