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Ein abgekartetes Spiel – Transnet-Chef Hansen wechselt zur DB AG

Gestern hatte es schon unser Kooperationspartner „Bahn für Alle“ erfahren – jetzt ist es offiziell. Norbert Hansen, Chef der Bahngewerkschaft Transnet wechselt die Seiten. Er wird Arbeitsdirektor bei der Deutschen Bahn AG. Hansen trat heute von seinem Gewerkschaftsposten zurück und soll nächsten Donnerstag vom Aufsichtsrat gewählt werden (Mehr bei Tagesschau.de / Pressemitteillung von Bahn für Alle).

Hansen hatte Mehdorn Privatisierungskurs gegen große Teile der Gewerkschaftsbasis und alle anderen Einzelgewerkschaften im DGB mitgetragen. Nur durch seine Unterstützung waren die Pläne zur Bahnprivatisierung in der SPD durchsetzbar. Gegen Transnet hätte sich die SPD nicht gestellt. Zudem sorgte er dafür, dass die von der SPD gefeierte Hürde gegen eine umfangreichere Privatisierung als die jetzt vorgesehene 24,9 Prozent in den letzten Tagen fiel. Im Struktursicherungs-Tarifvertrag zwischen Bahn und Transnet wird eine Privatisierung bis zu 49,9 Prozent erlaubt.

Kaum hat Hansen alles im Sinne Mehdorns geordnet und störende Hürden beseitigt, folgt die Entlohnung. Hansen erhält seinen weit besser als bisher dotierten Job. Unklar ist noch, in wieweit er den Posten des Arbeitsdirektors sowohl bei der Mutter DB AG und der in Zukunft teilprivatisierten Transporttochter ausüben wird oder doch nur einen von beiden. Mehdorn und Finanzvorstand Diethelm Sack sitzen auf jeden Fall in beiden Gremien. Sie werden dafür sorgen, dass auch im Bereich Netz und Bahnhöfe alles nach den Vorstellungen der Kapitalinvestoren läuft. Der von der SPD gepriesenen Schutz der Infrastruktur vor dem Renditedruck der Investoren durch die Bildung zweier Gesellschaften unter dem Dach der DB AG verkommt durch die Personengleichheit der Vorstände endgültig zur Farce.

Vorgänge, wie sie an Dreistigkeit kaum zu überbieten sind.

Lesenswerter Beitrag auch bei stern.de: Eine Form von Korruption

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