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Steinbrück erwägt Aussetzen des Börsengangs – wir legen nach!

Finanzminister Steinbrück wackelt beim Bahn-Börsengang! Angesichts frei fallender Aktienkurse spricht er erstmals davon, das Vorhaben möglicherweise auszusetzen. „Man wird überlegen müssen, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist.“ Vor einer Woche hatte der Minister eine Verschiebung des Börsengangs noch strikt abgelehnt.

Die ins Bodenlose fallender Börsenkurse und weitere drohende Bankenpleiten befürchtet bringen den Finanzminister offenbar zum Nachdenken – der zu erzielende Preis für die Teilprivatisierung des Transportbereichs der Bahn wird zur Gretchenfrage. Analysten befürchten mittlerweile, dass möglicherweise nicht einmal vier Milliarden Euro zu erzielen sind – und damit die Hälfte des ursprünglich anvisierten Preises. Schließlich vergeht Investoren die Kauflust, wenn überall die Kurs tief ins rot zeigen.

Interesse an einem Erwerb von Aktienpaketen haben offenbar Staatsfonds aus China, Singapur und Kuwait bekundet; die russische Staatsbahn RZD will angeblich 5-Prozent-Anteil ersteigern. Am kommenden Montag, den 13. Oktober wird die Bahn ihr Börsenprospekt veröffentlichen, das von der Finanzmarktaufsichtsbehörde Bafin voraussichtlich bis dahin genehmigt wird. Dann können bis zum 27. des Monats Investoren Gebote für den Aktienerwerb abgeben. Gleichzeitig können auch Kleinanleger Aktien zeichnen – allerdings nur 5 oder 10 Prozent des gesamten Aktienpakets.

Auch in der letzten, entscheidenden Phase der Privatisierung hat Steinbrück das Heft in der Hand. Noch bis zum letzten Angebotstag am 27. Oktober kann er den Börsengang absagen.

Die mittlerweile fast 20.000 Mails von Campact-Aktiven haben dem Minister vor Augen geführt: Die Menschen im Lande wollen nicht, dass die Bahn zu einem Spottpreis verhökert wird.

Jetzt legen wir nach! Am nächsten Montag soll mit der Veröffentlichung des Börsenprospekts die entscheidende Phase der Bahn-Privatisierung beginnen. Bis dahin möchten wir das Meinungsforschungsinstitut Emnid beauftragen, die Bundesbürger/innen zu befragen: Soll Steinbrück den Börsengang jetzt stoppen?

Wenn Steinbrück am Montag zur Sitzung des SPD-Präsidiums in Berlin eintrifft, möchten wir die Ergebnisse der Umfrage mit einer Aktion vor dem Willy-Brandt-Haus präsentieren. Eine große Mehdorn-Puppe verschleudert haufenweise Geldbündel. Dahinter das Transparent: „X Prozent der Bevölkerung fordern: Stoppen Sie die Bahn-Verschleuderung, Herr Steinbrück!“

Die Emnid-Umfrage wird uns 2.500 Euro kosten, die Aktion rund 1.000 Euro.

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