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Atomlobby startet Bestechungsversuch

Die Jahrestagung Kerntechnik geht heute in Dresden zu Ende. Zurück bleibt ein Bestechungsversuch der Atomlobby mit dem längere Laufzeiten für Atomkraftwerke erkauft werden sollen.

Wenn nach der nächsten Bundestagswahl die Laufzeiten der 17 deutschen Atomkraftwerke verlängert werden, dann will sich die Atomindustrie mit einem „politischen Preis“ bedanken. Dieser besteht in der finanziellen Unterstützung der erneuerbaren Energien. Als Klimaretter getarnt, will Walter Hohlefelder, Chef des Deutschen Atomforums „die Gräben endlich zuschütten“, die zwischen den Erneuerbaren und der Atomindustrie klaffen. Die Atomindustrie will dem Strom aus Sonne, Wind und Erdwärme unter die angeblich schwachen Ärmchen greifen.

Hohlefelder scheint entgangen zu sein, dass die Erneuerbaren Energien sein Angebot überhaupt nicht nötig haben. Denn die Branche ist trotz Finanzkrise stark: Bereits heute werden ca. 15% des Stroms aus Erneuerbaren gedeckt. Im nächsten Jahrzehnt könnte sogar die Hälfte des Stroms klimafreundlich und kostengünstig mit Ökostrom bereitgestellt werden.Dadurch entstehen über 120.000 neue Arbeitsplätze, vor allem in mittelständischen Unternehmen.Der Vorteil einer Stromerzeugung mit Erneuerbaren, liegt auf der Hand: Erneuerbare verursachen keinen radioaktiven Müll, der über 100.000 Jahre hinweg strahlt.

Ob die Atomlobby sich von einer neuen Bundesregierung längere Laufzeiten für ihre Schrottmeiler erkaufen kann, entscheidet sich am Wahltag, spätestens jedoch bei den Koalitionsverhandlungen. Die Branchenverbände der Erneuerbaren Energien erteilen Hohlefelders Angebot bereits jetzt eine klare Absage: In der taz vom 12.05. weist der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) die Anbiederungsversuche der Atomlobby zurück. „Solche trägen Anlagen wie die Atomkraftwerke vertragen sich nicht mit den erneuerbaren Energien, die für eine flexible Stromerzeugung stehen“, so BEE-Pressesprecher Daniel Kluge.


Interessant ist, dass die selben Konzerne, die in Deutschland ein Nebeneinander von Atom und Erneuerbaren fordern, in Großbritanien ganz andere Töne spucken: Der Konzern E.on, der zusammen mit RWE neue Atomkraftwerke auf den britischen Inseln baut, forderte jüngst von der britischen Regierung eine Rücknahme ihrer Förderungsplänen für Erneuerbare Energien. E.on hat Angst, sonst auf dem teuren Atomstrom sitzen zu bleiben. Was für Großbrittanien gilt, gilt auch hierzulande, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel:„Entweder Atomkraft oder Erneuerbare, eine Energiewende mit beiden kann es nicht geben.“ Ein Weiterbetrieb von Atomkraftwerken würde den Ausbau Erneuerbarer behindern.

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