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Gelungener Flashmob-Auftakt in Bremen

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Die Bühne und Absperrungen sind schon aufgebaut, als wir kurz vor 16 Uhr den Marktplatz in Bremen inspizieren. Ansonsten ist es dort noch relativ ruhig. Also schlendern wir zu dem angekündigten Treffpunkt hinter dem Dom. Dort warten schon ein paar junge Leute und als wir uns durch ein Campact-Shirt zu erkennen geben, sind dann gleich schon die ersten Plakate und Instruktionen verteilt. Und so geht es mit steigender Tendenz weiter: immer mehr Bremer Campact-Aktive kommen vorbei und decken sich mit den verschiedenen Plakaten ein.

Um kurz nach halb fünf kommt dann eine Späherin zurück und berichtet, hier hinter dem Dom wären fast mehr Menschen als vorne auf dem Marktplatz, wo schon bald die Wahlkampfveranstaltung der FDP mit Guido Westerwelle beginnen soll.
Ganz so traurig sieht es für den FDP-Vorsitzenden zu Beginn der Veranstaltung dann nicht mehr aus. Mit rund 80 Aktiven, die sich unter die anderen Menschen gemischt haben, stellen wir jedoch ein gutes Viertel der Besucher/innen. Ob das Herr Staffeldt – Bremer Wahlkreiskandidat der FDP – schon ahnt, als er uns explizit begrüßt und löblicherweise auf das demokratische Recht auf freie Meinungsäußerung verweist? Zumindest wissen wir jetzt, dass die „Katze aus dem Sack“ ist. Wir hatten zwar noch gehofft, dass dieser erste Flashmob überraschend kommt. Aber dazu ist Campact mittlerweile wohl zu bekannt und damit unter Beobachtung, als dass man so etwas im Vorfeld noch geheim halten kann.

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So ist denn auch Guido Westerwelle vorbereitet, als er ans Rednerpult tritt. Mit dem ersten Applaus gehen unsere Plakate in die Höhe. So ein zahlreiches Engagement wünscht sich Herr Westerwelle sicher auch von seinen Anhänger/innen. Denn nur ein kleines Plakat mit seinem Namen wird einsam in der Menge nach oben gehalten.

Seine Begrüßung an uns, „endlich kommt ihr auch einmal zu einer meiner Veranstaltungen“ klingt da schon fast erleichtert. Besonders schön findet er natürlich unsere ironischen-platten Sprüchen wie „Schwarzgelb – Jawoll“, die die Plakate zunächst zieren, wohl wissend, dass sich das Blatt gleich wendet. Denn jetzt klappen wir die Plakate auf und zu sehen sind unsere vier Anti-Atom-Motive.

Als geschulter Redner probiert Westerwelle, die Regie zu übernehmen, was ihm leider oberflächlich auch gelingt – er kennt unseren Ablaufplan wohl aus dem Internet. Trotzdem bestimmt ein eindrucksvolles Panorama-Bild mit den schwarzgelben Anti-Atom-Plakaten so über 1-2 Minuten das Bild der Veranstaltung.

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Das gefällt dem FDP-Vorsitzender natürlich weniger und so drängt er auf den Abschluss der Aktion, bei dem wir die Plakate zerreißen und dann vom Platz gehen. Wir zählen still unsere letzten 30 Sekunden auf Null runter und beenden die Aktion wie geplant.

Die Chance, sein Bekenntnis pro Atomkraft als Antwort auf unsere kritischen Plakate zu formulieren, nutzt Guido Westerwelle nicht. Erst später spricht er das Thema an. Er weiß sicher genau, wie unpopulär das Thema selbst bei vielen seiner Wähler ist. Und so vermeidet er später in seiner Rede die Worte „Atom“ oder „Kernkraft“ und spricht nur von „Kraftwerken“, da er das Thema nach unserer Aktion wohl nicht komplett ausklammern kann. Und dass wird er auch in anderen Städten, wie zum Beispiel am Freitag in Berlin, nicht können. Denn dort werden zahlreiche Berliner Campact-Aktive dafür sorgen, dass er das Thema Atomkraft im Wahlkampf nicht ausblenden kann.

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