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Anti-Atom-Protest in 4 Städten: 250.000 fordern „Abschalten!“

Es waren die größten Anti-Atom-Proteste, die es je gegeben hat: Eine viertel Million Menschen sind heute gegen Atomkraft auf die Straße gegangen. In Berlin demonstrierten 120.000 Menschen, in Hamburg kamen 50.000 Menschen zusammen, in Köln und München jeweils 40.000 – dort sogar trotz anfänglich strömenden Regens.

Mit einem Klick auf das Fenster können Sie sich unseren Film zu den Großdemos anschauen

Es war ein Kraftakt: Nur etwas weniger als zwei Wochen hatte das Bündnis Zeit gehabt, die Demos auf die Beine zu stellen. Die Demonstrationen kamen zum richtigen Zeitpunkt: Nach der Reaktorkatastrophe in der japanischen Atomanlage Fukushima I gerät die Bundesregierung mit ihrer Atompolitik immer weiter unter Druck. Hektisch hatte die Kanzlerin nach den ersten Nachrichten aus Japan ein „Laufzeit-Moratorium“ verkündet, und sieben der ältesten Reaktoren für drei Monate abgeschaltet. Doch vor wenigen Tagen wurden Äußerungen von Wirtschaftsminister Brüderle öffentlich, die enttarnten, was sowieso schon viele dachten: Es war ein reines Wahlkampfmanöver. Kanzlerin Merkel will Schwarz-Gelb über die Landtagswahlen retten, die morgen in Baden-Württemberg anstehen.

Anti-Atom-Demo am 26.3.2011 in Hamburg

Demonstration in Hamburg. Foto: Bente Stachowske

Die plötzliche Kehrtwende nimmt der Kanzlerin jetzt niemand mehr ab. Letzten Herbst hatte die Kanzlerin im besten Einvernehmen mit der Atomlobby die deutschen Atomkraftwerke noch als „die sichersten der Welt“ angepriesen. Folglich hagelt es auch aus eigenen Kreisen Kritik, dort sorgt man sich um die Glaubwürdigkeit: „Überhitzt“ sei diese Entscheidung getroffen worden, sagte CDU-Politiker Thomas Bareiß, und „Unsere bisherige Argumentation in der Kernenergie ist in sich zusammengebrochen.“

Japan zeigt: Das Restrisiko kann eintreten. Gegen eine Verkettung von Umständen, die so noch niemand durchdacht hat, nutzen auch mehrfache Sicherheitssysteme nichts. Und einige AKWs in Deutschland sind sogar schlechter ausgerüstet als die Atomkraftwerke in Japan.

Anti-Atom-Demo in Berlin am 26.3.2011

Demonstration in Berlin. Foto: Christian Schlicht

Daher müssen wir jetzt weiter Druck machen, bis die Regierung ernsthafte und verbindliche Konsequenzen aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima zieht. „Fukushima mahnt – alle AKWs abschalten!“ war das Motto der heutigen Demonstrationen. Jetzt brauchen wir eine starke Anti-Atom-Bewegung, die dafür sorgt, dass die Regierung nach den Landtagswahlen nicht wieder zum alten Pro-Atom-Kurs zurück kann. Jetzt können wir dafür sorgen, dass endlich und endgültig aus der Atomkraft ausgestiegen wird!

19 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Weg mit den Energiekonzernen

    Gegen Atomkraftwerke zu demonstrieren macht nur oberflächlich Sinn und ist lediglich Maniküre an der Spitze des Eisbergs. Politik und Wirtschaft sowie alle manipulierten Medien nehmen diese Naivität als willkommene Diskussionsgrundlage an um uns vom wahren Übel, unserer menschenfeindlichen Abhängigkeit abzulenken und unsere Bereitschaft mehr zu bezahlen zu erhöhen. In keiner öffentlichen Diskussion, keinem Medium und keiner Politdebatte wird die ausschlaggebende Struktur zur Sprache gebracht.

    Wir müssen nicht das Netz ausbauen, sonder abbauen!

    Großkraftwerke jeglicher Art sind nur das Ergebnis mafioser Managementstrukturen der Energiekonzerne. Die Spekulation und auch diese Monopole bezüglich der lebenswichtigen Grundversorgung müssen per Gesetz verboten werden. Dies gilt ebenso für Trinkwasser und Grundnahrungsmittel.

    Jedes Dorf, jeder Stadtteil und jeder Industriebetrieb kann sich heute selbst mit Energie versorgen. Rund 30 alternative Energieversorgungsmodelle, von Erdwärme über Biogas, von Wind und Wasser, über Sonne, Wasserstoff bis hin zur Müllverrennung und einige andere warten lediglich auf ihren produktiven Einsatz.
    Transparenter, umweltfreundlicher, unabhängig und definitiv günstiger.

    Dezentralisierung der Stromversorgung muss die Forderung heißen und die Energieerzeugung muss wieder in die Verantwortung der Kommunen zurückgegeben werden.
    Niemand darf 2 Mio. Haushalte versorgen und von sich abhängig machen, dann erledigt sich der Bedarf an Großkraftwerken von selbst.
    Wir brauchen einen Ausstieg aus dem menschen- und demokratiefeindlichen Versorgungssystem und müssen wieder zu kommunalen Selbstversorgern werden. Dies ist der einzige nachhaltige Weg aus dem Dilemma.

    Also sollten wir sofort für eine Gesetzesänderung zum Verbot von Energiekonzernen, Monopolen und Netzbetreibern demonstrieren, gegen die sittenwidrigen Verträge welche sich viele Kommunen von den Konzernen haben aufschwatzen lassen und generell umdenken.

    Namhafte Politiker wie beispielsweise Helmut Schmidt warnten schon vor Jahren vor dem spekulativen Umgang mit lebenswichtiger Grundversorgung.

    Wacht endlich auf ihr konsumhörigen naiven Deutschen und ihr „Pseudoprotestler“ und nennt das Übel beim Namen!

    Werner Krieger
    Journalist

  2. also erst wenn jeder von uns noch mal reflektiert : wo kann ich denn noch den strom auslassen was brennt und blubbert bei mir noch sinnlos dann kann das echt funktionieren mich stört schon lange die straßenlaterne draussen die bis in die nacht bei 29 einwohnern brennt

  3. EINE STUNDE OHNE STROM – STROM SPENDEN

    Auch ich zähle!
    Jeden Samstag, von 10.00 h bis 11.00 h schalten wir für eine Stunde alle die Stromquellen ab, auf die wir verzichten können.

    Internet: http://www.gaiaway.de

    Die Ereignisse in Japan zeigen uns, dass Atomkraft keinesfalls sicher ist. Ein Restrisiko bleibt ein Risiko.
    Wir sind nicht bereit, dieses einzugehen. Wir müssen zusammen helfen, um das Risiko komplett zu vermeiden. Wunschdenken schützt nicht vor Verstrahlung! Deshalb möchten wir die Entscheidung zum Moratorium aufgreifen und den daraus abzuleitenden Plan zum Ausstieg unterstützen.

    • Als Zeichen der Solidarität mit Japan!
    • Wenn aus der Katastrophe in Japan in den Köpfen der Entscheider endlich die Idee entstanden ist, dass Atomenergie auf Dauer ersetzt werden muss, sei es aus Angst vor der Gefahr, aus Angst vor der Verantwortlichkeit oder aus welchen Gründen auch immer, dann wollen wir diese Idee tatkräftig unterstützen, bis der Schalter in immer mehr Atomkraftwerken endgültig umgelegt ist!
    • Wir zeigen, dass der Ausstieg machbar ist. Wir spenden Strom für die vielfältigen Überbrückungsmaßnahmen bis zum Ausstieg und bieten den Denkanstoß, ob das Risiko die Chancen der Atomenergie wert ist! Wetten, dass unendlich viele Haushalte jeden unnützen Stromverbrauch ausschalten, weil sie sich lieber etwas einschränken, als weiter mit Atomenergie zu leben.

    Wir schalten den Strom aus. Jeden Samstag, von 10 Uhr bis 11 Uhr, jeden Samstag bis zum Ende des Moratoriums, dann sehen wir weiter!

    Es entsteht eine Ideensammlung „Strom spenden“, was machst Du, um Deinen Stromverbrauch zu reduzieren? Wir veröffentlichen Eure Beiträge.

    -Schicke einfach eine email an: Stromspenden@online.de

    -Besuche uns auf http://www.gaiaway.de

    -„Ich nehme teil“ auf facebook: 1 Stunde ohne Strom – Strom spenden

    Wenn wir unserer Welt eine menschliche Zukunft geben wollen, müssen wir abschalten!

  4. Sagt RWE zu Kasperletheater:

    Wir erheben Klage gegen das Moratorium.

    In unseren AKWs ist noch nie was passiert, nie gabs Gefahr für das Volk, Tsunami-Risiko gleich null, Erdbeben einer Skala von 9 unwahrscheinlich.

    Antwortet Kasperletheater:

    Wir bitten um Entschuldigung, liebe RWE, auch wir haben uns im voraus davon überzeugt, dass ein Moratorium auf juristisch wackligen Füssen da steht, aber Neckarwestheim ist Beweis von Aberzehntausenden von Atomkraftgegnern und insbesondere Kasperlerabtrünnigen, bitte entschuldigen Sie nochmals, wir konnten nicht anders als dieses Moratorium durchzusetzen im Superwahljahr 2011.

    Wir sind bestrebt dass wir wir beide noch “ ad multos annos“ in einer „strahlenden“ Partnerschaft verbringen können.

    Mit freundlichen Grüssen

    Kasperle & Co

    Zitat Albert Einstein:

    „Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren“

  5. Es ist wirklich bemerkenswert, was Ihr alle leistet.
    Wir dürfen uns allen nur wünschen, dass die Betonköpfe der Politik endlich begreifen, was wir ALLE wollen: umgehenden Ausstieg!
    Manchmal zweifle ich wirklich an der Intelligenz dieser Kaste. Vermutlich ist es die Machtgier dieser Existenzen, die einen Mangel an Aufmerksamkeit und Demut gegenüber dem Volk vermissen lassen.
    Zu dem Thema bin ich gerade auf eine sehr spannende Seite gestossen

    http://www.fortunanetz.de

    auf der Klartext geredet wird.

  6. Nachdem wir kollektiv gegen Atomkraft sind, kommt es jetzt

    darauf an, dass wir es auch individuell sind. Da ist unser

    persönlicher Lebenstil gefragt: endlich anfangen Öko-Strom zu

    beziehen, nicht jeden Unsinn mitmachen, den uns die

    Konsumgüterindustrie aufdrücken will, sich konsequent

    ökologisch ernähren.

  7. Schönen Dank an Wolfgang Heinrich für den Hinweis und den Link zu den ePetitionen. Ich werde mich mal daran machen, das zu verbreiten. Und es wäre toll, wenn Campact, diesen Link auf die Startseite posten könnte (falls noch nicht geschehen, man übersieht ja so Manches).

    Hier lohnt es sich in jedem Fall zu zeichnen:
    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=a2d329fc81be5dd37c36961ef7ee7d4c&action=petition;sa=details;petition=17041

    Tut es alle und erzählt euren Freunden davon.

    Ansonsten: Weiter so mit dem Druck. Und zu Wolfgang Feiner: Klar, geht nichts, ohne dass wir Menschen Spuren hinterlassen, aber Atomkraft trotzdem abschalten, oder?

  8. Ich war auf der Demo in München und bin sehr enttäuscht zurückgekehrt. Der Tenor sämtlicher Reden war, dass ein sofortige Austieg aus der Atomkraft gefordert wird, der massive Ausbau alternativer Energien und eine gesicherte Stromversorgung zu für alle bezahlbaren Preisen. Super. Das Pradies pur. Völlig unerwähnt blieb, dass auch altenative Energien umweltbelastend sind (Herstellung von Solarmodulen, Aufstellen der Windräder im Meer usw.). Sämtliche RednerInnen haben es versäumt, die Teilnehmer darauf hin zu weisen, dass Stromsparen die alternativste aller alternativen Energiequellen ist. Und nur wenn wir alle den Stromverbrauch massiv einschränken leisten wir wirklich einen Beitrag für den Umweltschutz. Aber entsprechende Appelle an die Teilnehmer hätten wahrscheinlich die gute Stimmung getrübt. Das wollte natürlich keiner der RednerInnen riskieren, und damit verbunden eventuell eine schlechte Note für die von ihm/ihr vertretene Partei. Da kann man nur wieder erkennen, dass alle Politiker. egal welcher Partei, die gleichen Blender und Schlappschwänze sind. Wirklich die Wahrheit zu sagen traut sich keiner.

  9. Pingback: 250.000 auf der Anti-Atom-Demo | UIV | Internationale Sommeruniversität

  10. Grossartige Demo in Köln.
    Unbedingt: NICHT AUFHÖREN, WEITER SO !!!!!

    Wir alle sind aufgerufen, NEIN zu sagen.

    Text von Hannes Wader:

    Sag, bsit Du bereit
    Dich mit aller Kraft zu wehren
    Viele Kämpfe zu bestehn
    Du hast Mut genug
    Willst Du unsern langen, schweren
    Weg gemeinsam mit uns gehn.

    Nur gemeinsam sind wir stark, auf zur nächsten Demo!!!!!!

  11. Hat mich gewundert und gefreut, dass so viele Jugendliche und Normalbürger dabei waren!!!!…hoffe in Deutschland und Europa setzt ein Umdenken ein! Bei der nächsten AKW-Demo bin ich wieder dabei! Norbert(52J) aus Berlin

  12. Vielen Dank für so eine Klasse Organisation. Einen Vorschlag von mir unterstüzt doch auch die Petitionen die schon in den Bundestag eingereicht wurden. Unter dem Link einfacht anmelden und die Petition mit unterzeichnen. https://epetitionen.bundestag.de/index.php
    es gibt Petitionen zum Atomausstieg, zum Thema Gentechnik, zum Tierschutz usw… Wenn eine Petition mehr als 50.000 Stimmen erhält muß sie öffentlich verhandelt werden und der Einreicher hat ein Rederecht das wäre doch eine Chance sich auch hier mehr gehör zu verschaffen.

  13. Die japanische Atomruine Fukushima verseucht zunehmend das Meer. Die radioaktive Belastung des Pazifiks an der Küste des beschädigten Kraftwerks erreichte am Samstag einen Höchstwert. Der Gehalt des strahlenden Isotops Jod-131 im Meerwasser nahe der Anlage übertraf den zulässigen Grenzwert um das 1250-Fache. Jetzt frage ich mich, ob das wirklich stimmt, was die Fachleute so sagen, dass dies keinerlei Auswirkungen für die Fische hat. Ich glaube nicht. In naher Zukunft werde ich keine Fische mehr essen.

  14. Ich dank Euch sehr,für diese schnelle und perfekt organisierte Demo.Einen kleinen Wunsch hätte ich aber für die Nächste.Wenn wir zusammen der Opfer in Japan schweigend gedenken,möchte ich bitten die Schweigezeit etwas auszudehnen.Schweigen hat eine sehr grosse Kraft und die sollten wir auch bei nächsten Protesten mit einbeziehen.
    Nochmals Danke,Danke,Danke.

    Grüsse aus Berlin von Marion

  15. Es freut mich, dass so viele am 26.3. auf den Straßen waren, um für schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie zu demonstrieren, und ich danke euch für die schnelle Organisation dafür. Allerdings haben mir in München konkrete Informationen zu Alternativen gefehlt. Ihr dürft voraussetzen, dass alle, die da kommen, für den Ausstieg sind. Sie müssen also nicht motiviert werden. Aber das heißt nicht, dass alle gut informiert sind. Ein paar Redner, die z.B. möglichst konkret belegt hätten, dass Deutschlands Strombedarf auch bei schnellstem Ausschalten aller AKWs gedeckt werden kann, oder die Antworten auf die Frage gegeben hätten, was man in Deutschland gegen einen Import französischen Stroms tun kann, wären ganz gut gewesen. Urban Priol und die wirklich guten Bands in München reichten leider nicht, um viele Demo-TEilnehmerInnen vom Abwandern nach einer Stunde abzuhalten.