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Atomausstieg: Ein „unglaublich spannendes Projekt“

Am Ende konnten Angela Merkel und Norbert Röttgen der geballten Bürger/innen-Power nichts mehr entgegen setzen: Machtlos mussten sie zusehen, wie zwei Campact-Aktive einen riesigen „Abschalthebel“ umlegten und und AKW für AKW wie Dominosteine zum Kippen brachten.

AKW-Domino

Atomkraftwerke abschalten, und zwar jetzt und endgültig – mit dieser Botschaft kamen heute hunderte Atomkraftgegner/innen vor dem Bundeskanzleramt zusammen. Dort traf sich die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten, um über die Atompolitik zu beraten. Mit einem AKW-Domino zeigten wir draußen vor der Tür: Wir lassen nicht zu, dass die vorübergehend ausgeschalteten Reaktoren nach dem „Moratorium“ wieder ans Netz gehen. Wir wollen, dass auch die übrigen Atomkraftwerke Meiler für Meiler abgeschaltet werden. Wir fordern, dass endlich ernst gemacht wird mit dem Atomausstieg!

AKW-Domino

Nach dem Treffen im Kanzleramt erklärte Kanzlerin Merkel, sie wolle „schnellstmöglich“ aus der Atomkraft aussteigen. Die Energiewende sei ein „unglaublich spannendes Projekt“. Doch was das konkret bedeutet, ob die sieben Uralt-Meiler und der Pannen-Reaktor Krümmel abgeschaltet bleiben und wann das letzte AKW endgültig vom Netz gehen soll – um die Beantwortung dieser Frage drückt sich die Kanzlern. Konkrete Beschlüsse dazu als Ergebnis des Spitzentreffens im Kanzleramt fehlen.

Das einzige konkrete Ergebnis des Treffens ist ein Zeitplan für die geplante Energiewende: Bis Mitte Juni schon soll sie in Gesetzesform gegossen und von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Bis dahin wird es noch jede Menge heiße Debatten in der Koalition geben. Mitte Mai soll der Bericht der Reaktorsicherheitskommission veröffentlicht werden, auf dessen Grundlage offiziell entschieden werden soll, welche Atomkraftwerke wann vom Netz gehen sollen. Doch de facto wird diese Entscheidung eine politische sein – und schon jetzt werden die Stimmen der Pro-Atom-Hardliner in der Regierung wieder lauter. Anfang der Woche kritisierte Volker Bouffier als erster CDU-Ministerpräsident offen den Kurswechsel der Kanzlerin.

AKW-Domino

Dass tatsächlich alle 7 Uralt-Meiler und das Pannen-AKW Krümmel vom Netz bleiben, wie es in den ersten Tagen nach Beginn der Fukushima-Katastrophe den Anschein hatte, ist längst nicht ausgemacht. Jetzt ist die Stärke unseres Protests entscheidend! Am Ostermontag, zum 25. Jahrestag des Super-GAU in Tschernobyl, ist der nächste bundesweite Protest geplant, mit Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen an 12 Atomstandorten. Schon seit mehreren Monaten werden die Aktionen zum Tschernobyl-Jahrestag vorbereitet. Durch die schrecklichen Ereignisse in Fukushima erhalten sie eine traurige Aktualität.

Die nächsten Wochen entscheiden darüber, wie schnell der Atomausstieg in Deutschland kommen wird. Die Chancen, jetzt AKWs zum Abschalten zu zwingen und einen schnellen Atomausstieg durchzusetzen, sind so groß wie lange nicht mehr. Es ist mehr als bitter, dass dazu erst eine Reaktorkatastrophe passieren musste.

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11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die stralungs gefahr mit Atom is unwarscheinlich hoch .
    Nach tausenden von Jahren is sie noch da !
    Nur in Nagasaki und Hirochima ist sie verschwunden ,
    und sind diese Milionen groszen Staeden wieder nach 40 jahre aufgebauwt .
    Uber Atom wirdt unwahrscheninlich viel gelogen ,
    Es is wie Politiek !

  2. In die EU fallen jedes Jahr ca. 0,0004 toten in de Atom kraft werken .
    Im Verkehr , fallen jedes jahr 40.000 toten .
    Un begreiflich das nicht alle Verkehr gestopt wird !

  3. @Frank: das Lied ist spitze:D
    Danke für den Link, hab mich nett amüsiert, auch wenn das Thema eigentlich alles andere als zum Lachen ist.

  4. Ich weiß nicht wie Ihr das seht! …

    Ich denke das es durchaus Leute geben mag, denen man nach den unfassbaren Ereignissen in Japan durchaus ein Umdenken in der Frage der Nutzung der Atomenergie zugestehen kann. Die Vertreter unsere derzeitigen Bundesregierung gehören definitiv nicht dazu.

    Nicht einmal ein halbes Jahr zuvor waren unsere Volksvertreter dazu aufgerufen im Bundestag über den gekauften Ausstieg aus dem Ausstieg abzustimmen. Wer die damalige Debatte dazu im Bundestag mitverfolgte weiß, mit wie wenig Sachverstand und Verantwortungsbewußtsein zur eigenständigen Auseinandersetzung mit den bekannten Argumenten der Kritiker diese damals geführt wurde. Der unbegründete Horror vor einem scheinbar durch Naturgesetz mit einem Atomausstieg einhergehenden Luxus- und Machtverlust über die eigene verbleibende Restlaufzeit von vielleicht 40-50Jahren wiegte letzten Endes offensichtlich mehr, als die uns doch eigentlich allen gleichermaßen auferliegende Verantwortung unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber, deren Zukunft eben nicht noch zusätzlich und über das Unausweichliche hinaus mit für Jahrhunderte strahlenden Müll zu belasten.

    Vielleicht sollten wir mit diesem Hintergrund nun um so mehr wachsam sein als uns lediglich um die Frage der sofortigen Abschaltung von 2, 3 oder bestenfalls 8 AKW’s zu kümmern. In den nächsten Monaten werden im Idealfall endlich wichtige Entscheidungen fallen, die eine wirkliche Weichenstellung in eine neue Energiezukunft für unser Land, und vielleicht auch für diesen Planeten bedeuten könnten. …
    Wollen wir diese Entscheidungen wirklich allein diesen ängstlichen Gestalten aus dem Kanzleramt überlassen, die den neuen Energien noch bis vor zwei Monaten die Fähigkeit absprachen in absehbarer Zeit eine Vollversorgung unseres Landes gewährleisten zu können? … Ich hoffen nein!

    Last uns den Schock von Fukushima abschütteln und erkennen, daß gerade jetzt auch für uns die Uhr wieder einmal tickt! Themen wie Versorgungssicherheit, Netzausbau, CCS und damit die weitere intensive Nutzung von Kohle als Energieträger werden uns am Ende alle betreffen, und insbesondere auch über die Verteilung der von uns allen zu tragenden Kosten mit entscheiden. Laßt uns aktiver nicht nur die einfache Abschaltung von AKW’s einfordern, sondern auch eine stärkere Dezentralisierung der Energieversorgung. Lassen wir am Ende nicht nur die von der Bundesregierung eingesetzten Kommisionen zu Worte kommen, sondern eine wirklich breite gesellschaftliche Diskussion über dieses Thema fordern. Fordern wir unsere Volksvertreter – und hier insbesondere die, deren ureigenste Identität es bis heute war – auf, nun auch aktiv neue Ideen einzubringen und diese bekannt zu machen. Last uns fordern die richtigen Leute an den zu treffenden Entscheidungen zu beteiligen, bevor man im Wissen um die nächste Bundestagswahl in irgendeinen Aktionismuß verfällt, der am Ende vielleicht nur noch mehr Unsicherheit für die in den nächsten Jahren noch verbleibenden AKW’s bedeutet.

  5. Frau Merkel ist und bleibt, wie jeder andere Bundeskanzler auch, eine Gallionsfigur der herrschenden Finanzoligarchie. Die ist zwar nicht homogen, aber die Interessen der mächtigsten Fraktion wird eben von Angie versucht so gut wie’s geht zu vertreten.
    Und „Unsinn“ von sich gebende wie der H.W. Sinn, dienen genau dem selben Zweck und bekommen deshalb ihre Einkünfte.
    Die Atommafia sollte wegen vorsätzlicher Ruinierung von Menschen und Umwelt erstens den Atommüll vom Uranerzabbau bis zur End-Lagerung in ihren Wohnzimmern lagern und zweitens die gesellschaftlichen Kosten privathaftend tragen müssen. Ein „frommer“ Wunsch, der mal gesagt werden mußte.
    WoM

  6. Ich hoffe das bei der nächsten Bundestagswahl uns allen dieser Zick Zack kurs der Kanzlerin im Gedächnis geblieben ist und die CDU abgewählt wird. Und das sehr deutlich……

  7. Nicht auf die Politiker setzen,
    sondern den Atomausstieg selber machen!

  8. Wann war Frau Merkel denn schon mal konkret? Nicht umsonst hat sie das Teflon-Image. Daran gleiten sogar vage Versprechungen ab. Es gibt noch zu viele Menschen wie Hans Werner Sinn, die glauben, mit scheinbarer Kompetenz im TV Stimmung für Kernkraft machen zu können. sie argumentieren mit Wirtschaftlichkeit und Kosten, vergessen aber Asse, Gorleben und die Kosten und Risiken der Entsorgung. ENTSORGUNG von strahlendem Müll sollte stärker betont werden.

  9. Merkel glaub ich nichts mehr. Was die sich geleistet hat geht auf keine Kuhhaut.

  10. Natürlich kann sie keine Zusagen machen, sie muß sich den Wähler/Bürger aber warmhalten. Nach den Wahlen sieht daß dann so aus: Ja die Kosten sind zu hoch – nicht genug Strom und so weiter. Ich glaube ihre Gute Absicht nicht und werde bei der Wahl gegen sie stimmen, sie ist und bleibt unglaubwürdig, wie Ihre Mitstreiter. Normalerweise müßte ein Mißtrauenvotum gegen die Merkel gefordert werden.