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Antibiotika im Hühnerfleisch: Wir haben es satt!

Das ist nicht nur eklig, sondern auch gefährlich: In jedem zweiten Hähnchen aus der Gefriertruhe fand der BUND bei einem Test antibiotikaresistente Keime. Erst vor zwei Monaten zeigte eine Studie aus Nordrhein-Westfalen, dass 96 Prozent aller untersuchten Masthähnchen mit Antibiotika behandelt wurden. Grund des Massendopings: ohne Antibiotika würden viele Tiere schon vor dem Schlachten zu Grunde gehen. Für einen kranken Menschen kann die Übertragung von Antibiotika restistenten Keimen tödlich ausgehen. Allein in Deutschland sterben pro Jahr 15.000 Menschen, weil eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr anschlägt.

Erneut macht ein Lebensmittelskandal deutlich, dass die Folgen der industrialisierten Landwirtschaft auf unserem Teller landen. Deswegen fordern wir mit einer großen Demonstration am 21. Januar in Berlin die Kehrtwende in der Agrarpolitik: Bauernhöfe statt Agrarindustrie!

Gestern legte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner einen Gesetzentwurf zur Reduktion von Antibiotika vor, der schon länger in der Vorbereitung ist (Pressemitteilung der Ministerin). Der Maßnahmenplan ist enttäuschend: ein Herumdoktern an Symptomen ohne den Krankheitskeim, die industrielle Tierhaltung, nur annähernd anzugehen. Der Plan enthält kein klares Reduktionsziel für Antibiotika und kein Verbot von Human-Antibiotika in der Tierhaltung. Außerdem gibt es nach diesem Plan kein wirkungsvolles Vorgehen dagegen, dass Tierärzte durch den Verkauf möglichst vieler Arzneien ihr Einkommen steigern. Ein derartig schwacher Maßnahmenplan ist eher ein Geschenk an Lebensmittelindustrie und Hühnerbarone als ein Durchgreifen der Politik im Interesse von Tierschutz und Verbrauchern.

Würde Verbraucherschutzministerin Aigner wirklich keine kranken Tiere in Megaställen mehr wollen, dann würde sie dafür sorgen, dass die Subventionen für die industrielle Tierhaltung gestrichen werden. Dann würde sie dem Bau von immer mehr Massenställen für den Export von billigem Fleisch Einhalt gebieten. Und sie würde sich für politische Anreize einsetzen, damit die Bauern gefördert werden, die mehr Fläche für weniger Tiere anbieten, bei denen die Tiere auf der Weide stehen können und die auf dem eigenen Hof das Futter anbauen.

Die Agrarpolitik der Bundesregierung fördert immer noch die alten Strukturen des Billiger und Mehr. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Haben auch Sie es satt? Ein breites Bündnis von Verbraucher-, Umwelt- , Bauern- und entwicklungspolitischen Organisationen ruft am Samstag, den 21. Januar zu einer bundesweiten Großdemonstration in Berlin auf. Kommen Sie zur Demo! Alle Infos zu Anreise und Programm finden Sie auf der Homepage des Demobündnisses.

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  1. Unter dem Deckmantel von „Bürokratieabbau“ hat die Bundesregierung die Genehmigungspflicht für die Abgabe von zugelassenen Tierimpfstoffen durch den Tierarzt abgeschafft! Die Abgabe muß nur noch angezeigt werden.
    Ebenso wurde die Pflicht zum Mitführen eines Rinderpasses beim innerdeutschen Transport abgeschafft!!
    Das BM ELV tut alles um die Situation für die Verbraucher zu verschlimmbessern!!

  2. Ergänzend zu meinem letzten Kommentar möchte ich noch folgendes
    anmerken:
    Warum eigentlich MASSENtierhaltung, wenn sich z.B. gerade einmal 1 oder etwas mehr Prozent vom Huhn in einer Tüte Hühnersuppe befinden?!
    Wozu daher SO VIELE Hühner halten?!
    Ein gewisser Teil von gefrorenem Hühnerfleisch, was sich wohl in oder Amerika nicht verkaufen läßt, wird nach Afrika exportiert, wo die Menschen in den Dörfern doch selber Geflügel haben?
    Einmal wird so die Abhängigkeit und auch zweitens die Armut in Afrika gefördert …
    Haben wir es denn wirklich nötig, Nutztiere in Massen zu halten?
    Noch ein Problem möchte ich hier ansprechen:
    Tiertransporte quer durch Deutschland oder Europa, anstatt den nächstmöglichen Schlachthof anzusteuern.
    Stunden- oder sogar tagelang werden die betreffenden Tiere so von A nach B transportiert, wobei sie unterwegs kaum oder gar nicht etwas zu fressen oder zu trinken erhalten, müssen Straßenlärm, Fahr- und Brems-
    manöver, enorme Geschwindigkeiten ertragen usw.!
    Können Sie sich vorstellen, unter welchen Ängsten, Strapazen und anderen Stressfaktoren die Tiere stehen – auch wegen ungewohnter Umgebung?
    Am Zielort kommen diese Tiere verängstigt, zum Teil richtig entkräftet, verletzt oder sogar tot an, und dann werden sie vom Transporter regelrecht getrieben usw. … … …
    Und im Schlachthof: Manche Tiere werden richtig betäubt, bevor sie geötet werden, und alles nur, weil es schnell gehen muss, alles maschinell, vielleicht sogar Akkordarbeit?!
    Meine Fragen nun:
    Was müssen das für Leute sein, die daran beteiligt sind?
    Sind diese Menschen gleichgültig,abgestumpft, gefühlslos, kalt oder sogar abgebrüht?
    Oder meinen sie vielleicht, bei den lebendigen Tieren handelt es sich lediglich um Waren und behandeln diese deshalb wie jede andere Sache auch – ohne jegliche Empfindung?
    Ich kann nur eins sagen:
    Beim besten Willen kann ich solche Leute nicht verstehen …
    Da fehlt mir, ehrlich gesagt, jegliches Verständnis für ihr derartiges Ver-
    halten!
    Ich stehe gewissermaßen sogar nahezu ablehnend ihnen gegenüber.
    Tut mir leid! – – –

  3. Zu Frau Dr. Wilkes:

    Wenn Ihnen und auch vielen Ihrer Kollegen das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere sozusagen am Herzen liegen, was auch für ein verantwortungsvolles tierärztliches Arbeiten in der Nutztierpraxis sprechen würde, dann hoffe ich doch sehr, dass Sie und die meisten Ihrer Kollegen z.B. bei den Protestmails GEGEN die Agrarfabriken
    mitgestimmt haben!
    Dass es DIESE Form der Landwirtschaft überhaupt gibt, ist ein SKANDAL!
    Es ist eine einzige Tierqälerei:
    Ohne Tageslicht, ohne frische Luft draußen; künstlich, vielleicht noch gentechnisch hergestellte Futtermittel vorgesetzt bekommen, ohne selbst auf Futtersuche zu gehen;
    keine richtigen Bewegungsmöglichkeiten, da quasi eingezwängt in diesen
    „Ställen“, usw. usw. — eine wahre Lagerhaltung!
    Man spricht ja auch von KZ-Hühnern NICHT VON UNGEFÄHR!
    Versetzen Sie sich, auch Ihre werten Kollegen sind hiermit angesprochen, doch NUR EINMAL in DIESE Lage der armen Kreaturen!
    — Wie würden Sie sich denn dann fühlen, wenn Sie und andere so
    MISShandelt werden wie eben z.B. KZ-Häftlinge?!
    Sie würden MIT SICHERHEIT auch viel leichter anfällig gegen Krankheiten werden und hätten auch den DAUERHAFTEN psychischen
    STRESS wegen dieser höchst unnatürlichen Lebensumstände, welche
    die Nutztiere zeit ihres relativ kurzen Lebens erleiden müssen.
    Der Tod erscheint wie eine ERLÖSUNG vom JAHRELANGEN, TAGTÄGLICHEN LEIDEN zu sein!
    Wenn es SO den Mitmenschen widerfährt, dann ist seitens der Gesellschaft EHER das Geschrei
    GROSS …
    ABER viele Tiere wehren sich nicht, meistens leiden sie stumm.
    UND sie haben KEINE LOBBY, die für sie sprechen und eintreten können.
    DOCH Tierärzte sehen WIE OFT die oben kurz beschriebenen, katastrophalen
    Lebensumstände der Nutztiere — haben sie denn KEINERLEI Mitgefühl mit ihren
    MITGESCHÖPFEN?
    Oder sind ihnen diese VÖLLIG GLEICHGÜLTIG?

    Ich selbst wie einige andere auch kennen ja diese MISSstände NUR aus den Medien — TIERÄRZTE, die zu solchen Betrieben gerufen werden,
    allerdings sehen und erleben quasi selber, welche Zustände bei dieser
    MASSENTIERHALTUNG herrschen.
    Sie können nicht so tun — wie die sprichwörtlichen 3 Affen!

    Art. 1 GG betrifft die Würde des Menschen, sie ist UNANTASTBAR.
    Und was ist mit den (Nutz-)Tieren? Haben diese keine Würde?
    Ist deren Würde NICHT SCHÜTZENSWERT?!

    Lapidar sage ich:
    Wer SO zu seinen Tieren ist, der ist vielleicht sogar auch SO zu seinen
    Mitmenschen.
    Ja, solchen Leuten könnte ich gewissermaßen eine Mitmenschlichkeit
    ABSPRECHEN, zumindest in Frage stellen.
    Und sie müssten sich eventuell unterstellen lassen, ob sie SOZIAL und christlich, zumindest ETHISCH gegenüber JEGLICHER KREATUR
    eingestellt sind.

    Zum Schluß möchte ich noch eins sagen:

    Wenn man erkannt hat und einsieht, dass Agrarfabriken FALSCH sind, dann reicht es bei weitem nicht, dass man sozusagen im stillen Kämmerlein gegen
    diese Art von Tierhaltung lediglich motzt oder meckert, sondern man MUSS DANN AUCH AKTIV werden, und sei es z.B. mittels Protestmails
    oder indem man Unterschriften sammelt!

    Übrigens,
    es hängt nicht allein vom Verbraucher ab, nein, auch von Menschen, die
    beruflich mit solchen Betrieben in Kontakt kommen, DASS SICH ETWAS zum Positiven ÄNDERT! – – –

    • Sie schreiben selbst, dass Sie, wie die meisten Leute, diese Zustände nur aus den Massenmedien kennen. Genau das ist das Problem. Es gibt ueberall schwarze Schafe, in jedem Bereich, auch in der Landwirtschaft. Dass das nicht zu tolerieren ist, darüber sind sich wohl alle einig.
      Ich sage Ihnen aber, dass sich viele der Dinge, die Sie beschrieben haben, bereits geändert haben. Und dazu haben sicherlich auch Ihre Proteste beigetragen. Den Großteil dieser Wende, und das können Sie mir glauben, haben die Leute herbei geführt, die tagtäglich in diesen Betrieben arbeiten, z.B. Tieraerzte und Vertreter der Landwirtschaft, der Ueberwachungsbehoerden und der Tierschützer. Ich sage Ihnen aber auch, dass der Großteil der Landwirtschaft anders arbeitet, sonst könnte man gar nicht davon leben. Fleisch schlechter Qualität (z.B. PSE-Fleisch) und Tiere, die tot, verletzt oder halbtot am Schlachthof ankommen, bringen nämlich kein Geld. Schon allein deshalb hat sich viel geändert. Es wäre schoen, wenn die Medien auch über diese Betriebe berichten wuerden, die den Großteil der Landwirtschaft sprich: Nutztierhaltung repräsentieren. Schade ist, dass die Diskussion rein ideologisch und emotional und nicht auf sachlich argumentativer Ebene geführt wird.
      Ich lade Sie ein, bei uns zuzuschauen. Wir haben nichts zu verbergen. Sollten Sie aber per se ein Problem damit haben, dass Tiere Teile unserer Nahrungskette sind, so werden wir Sie nicht überzeugen können. Von 80 Millionen in Deutschland registrierten Menschen essen 98 Prozent Fleisch. Unterstellen wir einen woechentlichen Verbrauch von 200g Fleisch, ergibt dies eine Gesamtsumme von 15,7 Millionen kg Fleisch pro Woche = 815 Millionen kg Fleisch pro Jahr. Glauben Sie, dass diese Menge Fleisch (Tier) frei draußen auf der Biowiese herumlaufen kann? Stelllen Sie sich das bildlich vor. Der reale Verbrauch ist noch wesentlich höher. Glauben Sie, dass die Deutschen von heute auf morgen den Verzehr von Fleisch reduzieren werden? Sicher nicht. Wir können natürlich nur noch eine kleine Anzahl von Tieren draußen biologisch halten …… Aber dann kommen die Schnitzel halt aus dem Osten oder China, und da haben weder Sie noch ich Einfluss, wie die Tiere gehalten werden. Das Ei in Ihren Broetchen und Torten kommt schon lange nicht mehr von einem gluecklichen Huhn aus deutscher Bodenhaltung, sondern aus einem Kaefighuhn in Polen. Was ist Ihnen lieber? Unkontrollierter Import von Lebensmitteln oder transparente Produktion hier in Deutschland? MfG
      PS: Wie lautet die Definition für Agrarfabrik? Ein Betrieb, der 10 Mastschweine auf engstem Raum in einem stinkenden Tiefstreustall hält? Oder aber 100 oder 1000 Mastschweine, die bei Frischluftzufuhr und Tageslicht, Klimaanlage, Heizung und optimalem Futter frei in einer Bucht herumlaufen können? Schon mal etwas von einem Aktivstall gehört? Das gibt es auch für Schweine.

  4. Wer Rupert Ebner kennt und auf die Homepage seiner Praxis geht, weiß, dass gerade diese Praxis gerne alle gängigen Medikamente verkauft. Zitate einer einzelnen Person spiegeln nie die Wirklichkeit wieder. Es ist schon eigenartig, wenn immer nur eine Person zitiert wird- dies spricht fuer eine sehr oberflaechliche journalistische Recherche. Verantwortungsvolles tierärztliches Arbeiten in der Nutztierpraxis beinhaltet viel mehr das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere im Auge zu behalten. Kranke Tiere, die es selbstverstaendlich auch auf Biobetrieben gibt, müssen auf jeden Fall – das beinhaltet allein der Tierschutz -medikamentell behandelt werden dürfen. Das Medikamente in Massen allein zur Leistungsförderung eingesetzt werden, ist allein aus ökonomischen Gesichtspunkten der Landwirte vollkommen irrelevant. Diese haben wie jeder Unternehmer das Ziel, ihre Betriebskosten gering zu halten. Hierin besteht eine unserer Aufgaben, durch kompetente Beratung, die die Verbesserung der Haltung und des Umfeldes zum Ziel haben, den Medimamentenverbrauch zu senken. Wo prophylaktische Impfungen möglich sind, werden diese IMMER vorgezogen. Unser Honorar gestaltet sich nicht nur aus dem Erlös des Antibiotikaverkaufs, sondern vielmehr aus Beratungstätigkeiten und Impfkonzepten. Zum Beleg könnten wir Ihnen gerne die Auswertungen der Antibiotikaverbraeuche aus den Jahren 2006 im Vergleich zu 2010 zukommen lassen. Diese wurde vom Arbeitskreis Antibiotika der Tieraerztekammern erstellt. Hier wird ganz neutral belegt, dass bereits ohne gesetzliche Auflage eine Reduktion der Verbräuche beim Schwein um 40 Prozent stattgefunden hat. MFG Dr. Monika Wilkes

  5. Meinen Sie wirklich, NUR das Hähnchenfleisch wäre vom Antibiotikum betroffen?
    Wie sieht es mit dem Fleisch ALLER ANDERER Tiere aus?

    Warum erfolgt keine Strafanzeige gegen solche Tierärzte, die sich durch doch zum großen Teil überflüssige Verabreichung der Antibiotika an Hühnern in MASSENTIERHALTUNG bereichern! Mit der Konsequenz,
    dass ihnen im schlimmsten Fall ein BERUFSVERBOT erteilt wird.
    Wie es aussieht, lässt die Kontrolle wohl sehr zu wünschen übrig.
    Sie wissen doch:
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser …

    Stimmt das:
    Ist irgendwo in Ostdeutschland der Bau einer AGRARFABRIK mit etwa
    400 TAUSEND Hühnern genehmigt worden?
    Wenn ja, das darf doch nicht wahr sein?

    Und warum ist Frau Aigner – provokativ gefragt – immer noch im Amt,
    wenn sie ihrem Amtseid nicht Genüge tut, indem sie sich nämlich so entscheidet, dass SCHADEN dem Volk = ALLGEMEINHEIT der Verbraucher ABGEWENDET wird?
    Man hört doch nicht nur JETZT, sondern bereits in den VERGANGENEN
    Jahren immer wieder solche und ähnliche Horrornachrichten in Bezug auf die AgrarINDUSTRIE — von wegen LANDWIRTSCHAFT auf Bauernhöfe basierend!

    Im Übrigen:
    Agrarfabriken, Antibiotika und Gentechnik in Futtermitteln, Energieverschwendung, Grundwasserverseuchung, Subventionierung u.dgl. hängen irgendwie miteinander zusammen …

    Kehren wir doch zu den wahren Werten zurück, d.h. ALLERDINGS natürlich NICHT, das Rad ganz zu Anfang drehen!
    Schütten wir doch nicht das Kind mit dem Bade aus … ganz sicher
    NICHT! – – –

  6. Wegen den Geschichten mit unterbezahlten Arbeitern in dritte-welt-Ländern gibt es schon extra eine Organisation die es ermöglicht, dass Verbraucher genau solche Produkte kaufen können, wo die Arbeiter vernünftig bezahlt wurden.
    http://www.fairtrade-deutschland.de/

    Ich glaube es wäre nötig, wenn auch innerhalb Deutschlands eine oder mehrere Organisationen durch Überwachung und Kennzeichnung den Verbrauchern zeigen können, welche Produkte „ordentlich“ hergestellt wurden, selbst wenn es keine offiziellen Bio-Produkte sind und somit welche Produkte die Leute ruhigen Gewissens kaufen können. Es gibt ja noch andere Bereiche, nicht nur Lebensmittel wo Verbesserungsbedarf besteht.

    Die ordentliche Herstellung sollte doch auch bei Fertiggerichten möglich sein, da man doch sicher auch auf vernünftige Weise Tierhaltung betreiben kann, selbst wenn die Packung dann 20 Cent mehr kostet. Wenn ich dann sicher sein könnte, dass hier nicht gepfuscht wird, wäre es mir den „Aufschlag“ wert.

  7. ….also ehrlich: wer kauft denn das Fleisch……das sind richtig viele: Bürger dieses Landes. Ich finde es richtig, an die Politik zu gehen, aber allzu schnell ist die Verantwortung für die Lage dorthin – eben an „die anderen“ und „die da oben“ – verschoben. Eine Demo in Berlin, und gleichzeitig Leute vor die Aldis und die Lidels stellen, – überall dahin, wo dieses Fleisch eben gekauft wird…Wenn ich mir anschaue, was die Leute alles in ihrem Einkaufskorb liegen haben, kann mir keiner erzählen, sie könnten nicht auch Biofleisch wählen….und halt was anderes weglassen zur Not. Es ist auch so, dass man tierissches Eiweiss gut durch die richtigen Kombinationen von pflanzlichen ersetzen kann, und es schmeckt auch noch – macht halt etwas Arbeit. Und weniger Fleisch kaufen, dafür regionale Biolandwirte unterstützen. Wir machen das so, und leben gut damit.
    Euer Engagement ist gut – aber mir fehlt darin, ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass wir alle dieses LAnd und was darin passiert, gestalten – wir haben eine Wahl, täglich, stündlich….es sind nicht nur die da oben.

    • Danke für den Beitrag! Natürlich ist gerade bei diesem Thema jeder selbst gefragt, sofort zur Veränderung beizutragen. Ich zum Beispiel lebe seit vielen Jahren vegetarisch und versuche auch Milchprodukte wie Butter und Eier zu vermeiden. Bio und regional ist mir beim Einkaufen auch wichtig. Die großen Mastanlagen, die im Moment gebaut werden, sind allerdings z.B. für den Export von Billigfleisch ausgelegt. Meiner Meinung nach muss es Hand in Hand gehen: persönlich im Alltag im Sinne seiner gewünschten gesellschaftlichen Veränderung handeln und sich für bessere politische Rahmenbedingungen einsetzen. Das geht doch wunderbar zusammen!

  8. Hier werden Äpfel mit Birnen verwechselt. Die Massentierhaltung mit ihren Folgen ist schlimm und durch den Handel und den Käufern so gewollt. Aber nun zu fordern – nur BIO-Produzenten Fördermittel zu zahlen ist Blödsinn.
    Die Fördermittel werden zur richtigen nachhaltigen Behandlung des Bodens – wichtig für Umwelt, aber hauptsächlich für die Ernährung der Bevölkerung je Hektar alle gleich gezahlt. Alle wirklichen Bauern- Bearbeiter des Bodens – erhalten ob Kleinbauer im Nebenerwerb oder grosses Unternehmen mit vielen Hektar und mit vielen Beschäftigten oder wie in Ostdeutschland vielen Miteigentümern erhalten nach einheitlichen strengen Regeln pro ha einen Betrag. Bio-bauern erhalten jetzt schon bei noch schonender Behandlung weit mehr je Hektar. Grosse Unternehmen erhalten einen Abschlag. Die dort eingesparten Mittel werden für die ländliche Entwicklung eingesetzt. Diese Regelungen sind in der EU festgelegt. In Deutschlansd werden sie streng kontrolliert und die Dokumentation dazu ist sehr aufwendig.
    Grosse Betriebe werden fast jährlich kontrolliert.
    Die Förderung hat also gar nichts mit den Hühnchenbatterin und kriminellen Handlungen von einigen Futtermitttelproduzenten zu tun.

    • Unsere Forderung ist, dass die Politik zusätzlich Anreize schafft, damit eine Landwirtschaft gefördert wird, die weniger Tierleid verursacht und gesunde Nahrungsmittel produziert. Per se nur noch Bio-Höfen Geld zu geben, fordern wir nicht. Außerdem müsste die Genehmigung für weitere Megaställe erschwert werden. All das ist politisch möglich, ohne dass das System der EU-Agrarförderung in Frage gestellt wird. Die Zukunft der Agrarsubventionen ist ja in Brüssel gerade ein großes Thema. Wir fordern Frau Aigner auf, ihre Blockade gegen grünere und gerechtere EU-Agrarsubventionen zu beenden. Nächste Woche Freitag werden wir der Ministerin die Unterschriften im Rahmen einer Veranstaltung auf der Grünen Woche überreichen. Haben Sie schon unterzeichnet? http://www.campact.de/agrar/sn2/signer

  9. Warum immer nur die Symptome bekämpfen, und nicht endlich mal die Ursache? Meint ihr denn wirklich, dass dies nicht immer und immer wieder passiert??? Profit-Maximierung als oberstes Gut führt unweigerlich zu immer wieder demselben Symptom: Möglichst günstige Produktion, zur Not auch auf Kosten der menschlichen Gesundheit. Seien es Verträglichkeits-Studien von Medikamenten, seien es die Arbeitsbedingungen in Zweite- und Dritte-Welt-Länder, oder eben die Lebensmittelindustrie (Dioxin-, Milchpulver- oder eben nun der Antibiotika-Skandal)!

  10. Meine Vermutung ist, dass bewusst die Bezeichnung MRSA verhindert wird.
    Wenn man als Patient in ein niederländisches Krankenhaus eingeliefert wird, wird man als deutscher Staatsbürger generell erstmal in Quarantäne gesteckt und isoliert. Bis der MRSA Test negativ ausfällt. In Deutschland lassen die Isolierungsbedingungen sehr zu wünschen übrig. Somit ist eine Verbreitung nur eine Frage der Zeit…

  11. Hallo…verstehe ich diesen Artikel richtig?
    Heißen diese resistenten Keime bei Geflügel auch MRSA?
    Ich frage deshalb, weil eine Angehörige von mir im Krankenhaus MRSA bekam, und die Pfleger sagten, das dies kein Pflegefehler sei…man könnte es ja auch überall bekommen, sogar über die Nahrung.
    Wenn es bei Geflügel auch MRSA ist…dann können wir uns auf was gefasst machen… :-(

    • Hallo Sven, der BUND hat 20 Proben von tiefgekühltem Hähnchenfleisch aus verschiedenen Supermärkten im Bundesgebiet analysieren lassen. Auf zwei der Proben wurden MRSA-Keime gefunden, 10 der Proben waren mit ESBL-produzierenden Keimen belastet. MRSA-Bakterien sind meist gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent, verursachen Wundinfektionen und treten vor allem in Krankenhäusern auf.

    • „Außerdem gibt es nach diesem Plan kein wirkungsvolles Vorgehen dagegen, dass Tierärzte durch den Verkauf möglichst vieler Arzneien ihr Einkommen steigern.“

      Es ist eine Schande, dass solche polemischen Sätze von angeblich gebildeten Leuten verbreitet werden. Ein ganzer Berufsstand wird defamiert, der tagtäglich in den Tierställen gegen die Konsequenzen kämpft, die die Preispolitik der Discounter und das Kaufverhalten aller Verbraucher verursacht haben.
      Als Tierärztin für Schweine distanziere ich mich in aller Form von diesen Aussagen und bitte Sie inständig um eine sachlichere Diskussion mit echten Fakten! MFG Dr. Monika Wilkes

      • Es geht in keiner Weise darum, die Tierärzte als Berufsstand anzuklagen. Hier liegt ein strukturelles Problem vor: Wenn der Tierarzt ist als Apotheker und Arzt gleichzeitig in den Stall geht, kann er als Apotheker das ökonomische Interesse haben, viele Medikamente zu verkaufen. Dieser Anreiz wäre genommen, gäbe es eine entsprechende gesetzliche Regelung. Dass im großen Maße Antibiotika in der Tierzucht eingesetzt wird, obwohl es als Futtermittelzusatz seit 2006 in der EU verboten ist, ist ein Problem, zu dem immer mehr Tierärzte kritisch Stellung nehmen. Empfehlen kann ich einen Artikel der Online-Ausgabe der Süddeutschen vom 9.9.2011. Darin spricht Rupert Ebner, ehemaliger Vizepräsident der bayerischen Landestierärztekammer, z.B. an, dass ein Tierarzt oft alle 30.000 Küken im Stall vorsorglich mit Antibiotika behandelt, wenn er ein einziges krankes Tier gefunden hat: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/massentierhaltung-vollgestopft-mit-antibiotika-1.1141294

    • Hallo Sven,

      erkundige Dich besser bei Leuten, die mit diesen Keimen arbeiten. MRSA ist ein Riesengebiet, für das es Spezialisten gibt. Journalisten, Internetseiten wie hier etc. sind hier sicherlich nicht der richtige Ansprechpartner!

      Viele Grüße

      Monika