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Wir lassen sie mit der Wasserprivatisierung nicht durchkommen!

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber für mich ist die CSU der Inbebriff einer ewig regierenden Partei. Deshalb war ich bis gestern auch in dem Glauben, sie sei durch nichts zu verunsichern, aber das, liebe Freundinnen und Freunde, ist weit gefehlt.

Wir haben ihnen heute die Party verdorben. Während sie sich bei Blasmusik für ihren Parteitag warm machen wollten, inszeniert als Krönungsmesse für den Spitzenkandidaten der Landtagswahl, Horst Seehofer, schallte von der Gegenüberliegenden Seite ein „Seehofer, schläfst Du noch?“-Chor.

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Mathias Ladstätter von der europäischen Bürgerinitiative right2water überbrachte den begeisterten Aktiven, die sich dicht an dicht auf dem Bürgersteig drängten, gute Nachrichten: Die Bürgerinitiative hat alle geforderten Quoren genommen! Über 1,5 Millionen Unterschriften, und in 8 Mitgliedsstaaten sind die Mindestzahlen erreicht. Jetzt müssen sich die Kommission und das Europaparlament mit den Anliegen der Initiatoren auseinandersetzen. Aber es wird weitergesammelt bis Oktober 2 Millionen Unterschriften sind das Ziel.

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Unter dem Gejohle und unter Buhrufen bot die Verteterin unseres fiktiven Wasserkonzerns Nestolia, Dr. Egidie von Brack und Wasser, ungenießbare Brühe zur Verkostung an. „Können Sie ruhig trinken, ist gechlort, da passiert nix!“ Aber das schmeckte niemandem. Nicht einmal die Delegierten des Parteitags wollten probieren. Die konnten uns aber weder übersehen noch überhören.

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Und das ist ja nicht alles. Als ich gestern eure wunderbaren 236.000 Unterschriften gegen die Wasserprivatisierung, in kleiner Schrift eng ausgedruckt und zu einem dicken schweren Wälzer gebunden, an CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt übergab, war der wirklich beeindruckt. Und mehr noch, er wirkte sichtlich nervös bei dem Gedanken, das Thema Wasser könnte ihm und seiner Partei im Landtagswahlkampf um die Ohren fliegen. Diese Erfahrung war enorm wichtig für mich, und deshalb will ich sie mit unserer Campact-Community teilen. Wir werden nicht nur wahrgenommen mit unseren Aktivitäten, seien es Online-Petitionen, Anzeigenschaltungen oder Aktionen vor Ort. Wir sind alle zusammen inzwischen stark genug, um die Entscheidungsträger tatsächlich vor uns herzutreiben.

Nun bin ich gespannt, ob Bundeswirtschaftsminister Rösler ebenfalls souverän genug ist, unsere Unterschriften persönlich entgegen zu nehmen. Ich werde berichten!

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  1. Kann man eigentlich keinen Volksentscheid gegen die Wasserprivatisierung auf den Weg bringen, es kann doch nicht sein, dass zwei drei korrupte EU-Kommissare die ganze EU knechten können! In solch wichtigen Fragen sollte sich jedes Land für sich selber vorbehalten können, ob es einen solchen Schwachsinn und Betrug von oben akzeptiert und durchsetzt! Vor allem wenn offensichtlich erhebliche Zweifel an der Integrität der Politiker bestehen….

    • Es gibt eine Europäische Bürgerinitiative gegen die Wasserprivatisierung: http://www.right2water.eu – diese hat schon 1,5 Millionen Unterschriften und will bis Oktober die zwei Millionen erreichen.

  2. Ich bin der Meinung, dass mittlerweile die Menschen darauf achten, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Wir benutzen zum Beispiel einen Sparduschkopf sowie eine wassersparende Küchenbrause. Selbst in meinem Bekanntenkreis werden unterschiedlichste Wasserspar-Produkte eingesetzt, die sich auch rentieren.

  3. Ein Argument der Wasserprivatisierer ist, dass erst, wenn man richtig Geld für etwas bezahlen muss, die Einsicht um den Wert einer Sache erwächst. Bei uns ist leider die Wasserverschwendung noch allgemein üblich. Viele Menschen fangen leider erst an ihr Verhalten zu ändern, wenn es ihnen gehörig an den Geldbeutel geht.

    Ein weiteres Argument ist, dass die Gebühren der Reinigung der Abwasserrohre steigen, wenn sich diese, bei zu geringem Durchfluss, nicht mehr selbst reinigen.

    Man sollte also in Zukunft Rohre mit einem geringeren Querschnitt verbauen und die Leute zum Wassersparen anhalten (auch über Preiserhöhungen).
    Wasseruhren, die den jeweiligen Verbrauchspreis anzeigen, wie z.B. ein Taxameter, würden auch helfen.
    Der Staat sollte alleiniger Wasserversorger sein, weil dann die Gewinne auch wieder, durch Instandhaltung der Leitungen, Anlage von Feuchtbiotopen, Dachbegrünung, Pflanzenkläranlagen etc. den Bürgern zugute kommen.

    Jeder kann sich mal überlegen, ob folgende Verhaltensweisen noch opportun sind:

    – tägliches Baden oder Duschen (ist nur nötig bei Menschen, die schwer körperlich arbeiten oder an einem geruchsintensiven Arbeitsplatz, sonst tut es auch ein Waschlappen)
    – tägliches Haarewaschen (Ständiges Waschen führt nur zu schnellerem Nachfetten!)
    – Wäschewaschen nach einmaligem Tragen ( man kann Kleidung auch auslüften und Tage später wieder anziehen, reine Wollpullover braucht man so gut wie nie waschen)
    – wegen 3 Teilen den Abwasch machen (man kann das Geschirr auch sammeln, bis sich der Abwaschwirklich lohnt oder den Geschirrspüler nur voll laufenlassen)
    – mit der Hand Töpfe vorwaschen
    – Töpfe mit Frischwasser einweichen (das geht auch mit gesammeltem Brauchwasser)
    – den Wasserkocher mit mehr Wasser füllen, als man für einen Kaffee/Tee benötigt
    – samstägliche Autowäsche (ist der Gewässerschutz nicht viel wichtiger? Das Auto fährt auch staubig! Oder leidet dann Ihr Image?)
    – halbgefüllte Waschmaschinen in Singlehaushalten (man kann auch länger sammeln bis die Maschine voll wird, eine Maschine mit geringerem Fassungsvermögen kaufen oder mit dem Freund/der Freundin zusammen waschen)
    – immer noch keine Durchflußbegrenzer in Wasserhähnen und Toilettenspülungen
    – Entsorgung flüssiger Abfälle/ Chemikalien über die Toilette

    Zeigen Sie durch die Veränderung Ihres Verhaltens, dass keine Wasserprivatisierung notwendig ist, um den Wert unserer kostbaren Ressource Wasser deutlich zu machen!

  4. wasser ist ein menschenrecht für alle und darf nicht den „Gesetzen“ des marktes unterworfen werden. Der Staat muss den Menschen dienen, er lebt von unseren steuergeldern. es ist seine aufgabe, uns mit wasser zu versorgen. wenn die staatsdiener dazu nicht fähig sind, dann brauchen wir sie nicht mehr. dann müssen wir die menschenrechte in unsere eigenen hände nehmen.
    mit freundlichen grüßen constanze chryssos

  5. Ein ganz großes Lob, dafür, dass Ihr Euch so engagiert. Wir alle profitieren davon – herzlichen Dank!! :-)

  6. Wer das Wasser besitzt hat auch die Macht über uns.
    Die Wasserprivatisierung wäre ein deutlicher Schritt zur Beschleunigung des Untergangs unserer Hochkultur.

  7. Pingback:     DEMOKRATISCH - LINKS » Blog Archiv » Höchste Zeit zum Umfairteilen

  8. Großartig das Campact diese schmutzigen u. undemokratischen Geschäftsmodelle an die Öffentlichkeit bringt und dagegen beachtlichen Widerstand anbietet und organisiert.

  9. Weissagung der Cree:
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“
    Es schmerzt, daß es Menschen gibt, die nichts, gar nichts verstehen. Sind diese geldgierigen Leute etwa
    Psychopaten?

  10. Ich frage mich, was in den Köpfen dieser Bürokraten vorgeht, dass sie das lebensnotwendige Wasser privatisieren wollen? Stehen diese Leute nicht mehr auf dem Boden der Tatsachen? Schon der Gedanke an eine Privatisierung von Wasser zeigt doch, dass hier Menschen zugange sind, die keinen gesunden Menschenverstand besitzen. Wir dürfen das nicht zulassen und müssen uns dagegen mächtig wehren. Hoffentlich hilft’s!

  11. Ich habe letztes Jahr meine Abschlussarbeit zu diesem Thema geschrieben, wollte mal die Situation in Industrie- und Entwicklungsländern vergleichen. Ich hatte mir vorgenommen, mal „sachlich heranzugehen“ und „an den Vorurteilen vorbei“ mit „kühlem Kopf“ zu argumentieren. Ich habe also einigermaßen unvoreingenommen meine Recherche begonnen und wurde immer entsetzter, wie sich die Privatisierungsaktionen in den unterschiedlichsten Ländern in der Realität nach ein paar Jahren auswirken.
    FAZIT: Theoretisch könnte Privatisierung der Wasserversorgung eine Chance für Entwicklungsländer mit rudimentärer Infrastruktur sein – nur wird das regelmäßig durch eine clevere Vertragsgestaltung verhindert. Die findigeren Anwälte, wenn es um einen Privatisierungsvertrag geht, sitzen offensichtlich auf der Seite der Konzerne. Zusagen werden nicht eingehalten, eine privatisierte Wasserversorgung ist anfälliger für Korruption und die Qualität geht den Bach runter. Inzwischen geben sogar einzelne Mitarbeiter der Weltbank ganz offen zu: „Das Experiment der Wasserprivatisierung ist gescheitert.“ Trotzdem wird die Zusage dringend benötigter finanzieller Hilfen für Entwicklungsländer weiterhin von der Privatisierung der Wasserversorgung abhängig gemacht!

    Ein angemessener Gewinn ist Voraussetzung für stetige Innovation – aber Streben nach maximalem Gewinn und ein Menschenrecht auf Wasser passen nicht zusammen!

    Laßt uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Politik zugunsten der Großkonzerne, die letztlich die Gesundheit und das Leben von Menschen bedroht, endlich ein Ende hat!

    • Es wäre sehr schön, wenn Sie Ihre Abschlussarbeit zur Einsicht zur Verfügung stellen könnten. Mfg Hzg

    • lieber/ liebe ? l.kapraun, dein beitrag hat großes intersse bei mir geweckt. kann ich deine abschlussarbeit über die stadtbücherei bestellen und lesen?

      herzliche grüße constanze chryssos

  12. Einen SEHR guten Eindruck wie das dann aussehn kann, vermittelt der Film „Bottledlife“, unter der gleichnamigen Webseite zu finden. Kam in Arte vor ein paar Monaten.

  13. Es wäre nicht nur für unsere Wasserversorgung wichtig, dass diese Aktion klappt. Wir könnten damit auch zeigen, dass zukünftig nicht mehr an uns vorbei Politik gemacht werden kann! In diesem Sinne wünsche ich uns Toitoitoi!

  14. Ich bin sehr getröstet, dass die notwendige Mindestzahl an Unterschriften aus 8 Ländern zusammen gekommen ist. Welch ein gutes Zeichen. Gegen Veolia, Suez und Konsorten anzukommen, ist ein Weg voller Felsen. Da sie direkten Kontakt nach Brüssel haben und dort vertreten sind, wird es nicht einfach sein, ein Packende zu kriegen. Doch scheint die erste und eine der wichtigsten Hürden gewonnen zu sein.
    Es ist noch einiges zu bewegen: Die Saatgut-Geschichte (Monsanto etc): Mit der gestrigen Nachricht auf den TV-Seiten und in den Zeitungen, dass ja nicht die Kleinbauern und Betriebe mit einer Angestellten von weniger als 10 Menschen wollen sie vertrösten, als seien die Kleinbauern und Gärtner kleine Kinder, denen sie ihr Spielzeug gnädigerweise lassen. Ich hoffe, dass die Campagnen auf Hochtouren laufen, diesbezüglich und gegen Fracking.

  15. Hallo, Ihr habt ja so recht!!! Natürlich habe ich mich angeschlossen. Was für ein Glück, dass es Euch gibt. Man fragt sich wirklich, wie lange sich das „Volk“ noch für blöd verkaufen lässt.
    Weiter so – die Wassersache ist wohl noch nicht ausgestanden.
    Herzlichst
    Bianca Hofmann

  16. Frage: was können die Privaten, was Kommunen nicht dürfen? Viel Geld verdienen und wie? Na durch Preise erhöhen und Qualitätsminderung. In anderen Ländern gut zu besichtigen.
    Eine Regierung die Verantwortung für ihre Bürger verspricht, muss, muss, muss!!! also die Privatisierung verhindern. So einfach ist das!

  17. Ich finde es wunderbar, dass immer mehr Menschen aufwachen und sich mit freundlicher Penetranz, (was ich sehr positiv meine), gegen diese Sandkastenpolitik aussprechen, wo jeder mit jedem um das Eimerchen und das Schippchen streitet,……
    Es erfüllt mich mit großer Freude, dass die „Politiker“ langsam aber sicher sehr nervös werden, weil die Menschen nicht mehr die brave Schafherde sind, die sich alles gefallen lassen.
    Ich bin sehr stolz, dass jetzt auch in Deutschland die Menschen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und dem Staat mächtig auf die Finger und hinter die Kulissen schauen, um sinnlose Aktionen im Keim zu ersticken.
    Danke an alle, die sich für unsere schöne neue Welt einsetzen……

  18. Gut dass es immer wieder solche Aktionen gibt, Unterschriften allein reichen nicht – die werden einfach zu den Akten gelegt.

  19. Schade, das die Infos für diese Aktion nicht bis zu mir durchgedrungen sind. Da ich in München wohne und bereits seit langem gegen das aberkennen des Wassers als Menschenrecht bin, währe ich natürlich gern bei dieser Demo dabei gewesen. Na ja, vielleicht klappt´s ja ein anderes mal.

    • Oh, das ist ja wirklich schade. Wir haben in der vergangenen Woche eine Aktions-Einladung an unsere Newsletter-Abonnenten aus München und Umland geschickt. Falls sie noch kein Abonnent sind, können sie hier unseren Wasser-Appell unterschreiben. Wenn Sie dabei auch ihre Postleitzahl angeben, erhalten Sie künftig immer rechtzeitig Informationen zu Aktionen in Ihrer Region.

  20. Weiter so. Ich unterstütze euch und mach mit. Gemeinsam sind wir wer.

  21. Das ist eine riesengroßes Verbrechen Wasser zu Privatisieren! Die Wasserqualität nimmt deutlich ab das haben andere Länder bewiesen wo das Wasser Privatisiert ist, wie Spanien, Portugal oder den U.S.A. dazu ist das in meinen Augen auch der Schritt das ihr Fraking nur in Deutschand leichter machen könnte da das Wasser Privaten Firmen gehört die über Wasservorräte leichter bestimmen kann wie ihnen beliebt!! Wasser wird benötig um die Chemikalien aus dem oder eher gesagt, was eher passieren wird in tiefere gegenden der Erdschicht zu spühlen und gefahr läuft Grundwasser zu konterminieren!!!! NEIN zur Wasser Privatisierung!!!!!!

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