Pause für den Klimakiller: Aktivisten legen Tagebau lahm

Während tausend Aktivist/innen friedlich den Braunkohle-Tagebau Garzweiler lahmlegen, demonstrieren Campact-Aktive am Tagebaurand. Sie zeigen Solidarität mit einer Aktion, die den Widerstand gegen die Kohlekraft auf ein neues Level bringt.

von  42 Kommentare

Was für ein Erfolg: 1.500 Menschen legen den Braunkohle-Tagebau Garzweiler für einen Tag lahm. 


Sehen konnte man sie nicht, dafür war unsere Demo zu weit weg – aber wir wussten, dass sie da sind. Massenhaft. Friedlich. Entschlossen. Und ein wichtiger Teil der wachsenden Klimaschutzbewegung. Am Samstag demonstrierten wir mit knapp 1000 Campact-Aktiven, Bürger/innen und Anwohner/innen aus der Nähe des Tagebaus Garzweiler bei Köln – während unten etwa 1000 Aktivist/innen mit einer Baggerblockade friedlich für den Kohleausstieg protestieren.

Tausende aus ganz Europa streiten für den Kohleausstieg

Schon als sich früh morgens der Aktionszug von Ende Gelände Richtung Tagebau zu schlängeln begann, wurde klar: Hier sind richtig viele Aktivist/innen dabei. Ihr Ziel: Europas größten Braunkohle-Tagebau für einen Tag lahmzulegen. Und so zu zeigen: Beim Klimaschutz muss endlich was passieren. Wie uns Aktivist/innen berichteten, ging es von der Demo aus dann in kleineren Zügen Richtung Tagebau, durch die Wälder, über die Felder. Und immer wenn die Polizei sie aufzuhalten versuchte, teilten sie sich weiter auf. Die nur scheinbar chaotischen Bewegungen der Grüppchen waren für die Polizei kaum zu stoppen. Und der Weg in den Tagebau war frei.

1000 Aktivist/innen schafften es mitten in den Tagebau

In großen Gruppen bewegten sie sich auf die Bagger zu, die aus Sicherheitsgründen schon jetzt stillstanden. Das Ziel der Aktion war geschafft: Die Produktion des Klimakillers Braunkohle ist für diesen Tag zum Erliegen gekommen.

Die Polizei reagiert mit Pfefferspray und Schlagstöcken

Doch nachdem hunderte Aktivisten das Gelände besetzt haben, reagiert die Polizei auf die gewaltfrei in den Tagebau strömenden Aktivist/innen mit Pfefferspray und Schlagstöcken. 

Der taz-Journalist Malte Kreutzfeldt begleitete Aktivisten in den Tagebau. An die 1200 Polizisten sollen im Einsatz gewesen sein, um den Tagebau zu schützen. Kreutzfeldt berichtete live via Twitter von brutaler Polizeigewalt. Neben gereizten Augen kam es auch zu blutigen Kopfverletzungen bei den Aktivist/innen. Kreutzfeldt und weitere Medienleute wurden des Tagebaus verwiesen und daran gehindert, weiter über die Aktion zu berichten.

Von den Aktivist/innen ging keine Eskalation aus. Der friedliche Aktionskonsens wurde eingehalten. Das Verhalten der Polizei ist dementsprechend skandalös. Gegen friedliche Demonstrant/innen so scharf vorzugehen, ist einfach nur unverhältnismäßig – zumal zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass die Aktion gar nicht mehr aufzuhalten ist. So schreibt die Tagesschau in einem Kommentar zu Recht: „Die Energiewende lässt sich nicht mit dem Schlagstock aufhalten!“

Solidaritäts-Demo für grenzüberschreitenden Protest

In ihrer Solidaritätserklärung zur Aktion schreiben große NGOs wie der BUND, Oxfam und auch Campact: “Wir können angesichts der bedrohlichen Klimakatastrophe nachvollziehen, wenn sich jetzt Menschen zum zivilen Ungehorsam gegen den Kohleabbau gezwungen sehen.” Während die Aktivist/innen die Bagger blockierten, demonstrieren wir gut gelaunt, laut und bunt am Tagebaurand. Und dass fast tausend Menschen sich mitten in der Einöde zu einer Solidaritätsaktion einfinden, zeigt, wie sehr die soziale Akzeptanz der Braunkohle ins Rutschen kommt. Die Demonstrant/innen machen klar: Sie haben es satt, dass die Kohle das Klima ruiniert, Landschaften verwüstet, Quecksilber ins Land bläst. Und sie finden es richtig, dass Ende Gelände rechtliche Grenzen überschreitet – denn die natürlichen Grenzen des Klimas sind schon lange überschritten. Die Beteiligung an der Demo zeigt: Der Widerstand wird breit getragen.

Baggerblockade in den Schlagzeilen

Das Hashtag #EndeGelaende dominiert an diesem Samstag den Kurznachrichtendienst Twitter. Das Interesse an dieser Aktion zivilen Ungehorsams ist groß – und international. Viele Medien berichten vom Geschehen im Tagebau:

 Wenn die Politik nicht liefert, braucht es eindringlichen Protest

Aufgerufen zu der Demonstration am Rand des Braunkohlereviers hatte Campact zusammen mit Robin Wood, lokalen Bürgerinitiativen und vielen anderen Gruppen, um Solidarität mit der Tagebaubesetzung zu zeigen – die Campact weder organisiert hat, noch dazu aufgerufen. Doch wir finden: Dass Menschen zu zivilem Ungehorsam greifen, ist ein aufrüttelndes Zeichen, dass es braucht. Denn der Klimawandel hat sich schon längst angekündigt: Wetterextreme wie der Taifun Soudelor oder die europäische Hitzewelle zeigen – es muss endlich was passieren bei der Kohle. Und dass die Kohlelobby sich gegen die wachsende Anti-Kohle-Bewegung durchsetzt – das wird immer unwahrscheinlicher.

UPDATE: Dieser Artikel wurde am 19. August 2015 um 10:46 um das Video und aktuelle Medienberichte ergänzt.

42 Kommentare

  • Vielen Dank an euch, ihr habt euch auf die Beine gemacht und für eine bessere Zukunft Stellung bezogen. Lasst euch durch die abwertenden Kommentare nicht aufhalten, es gibt sie leider die Menschen, die erst aufwachen, wenn „das Kind im Brunnen schon ertrunken ist“. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache über Langfristfolgen nach zu denken oder sich aus der Komfortzone raus zu bewegen. Der Polizeieinsatz erinnert mich an Wackersdorf…….

  • von Wolfgang Rund

    Wäre schön, wenn Ihr den Abschluss der Blockadeaktionen (Lebenslaute-Konzert im Hambacher Kohlerevier am So-abend, den 23.8.) mit in Eure Erfolgsmeldung aufnehmen könntet – ich hatte auch im Vorfeld auf diese im gleichen Sinn geplante und gelungene Blockadeaktion hingewiesen – m.W. leider ohne campact-Resonanz. Siehe z.B. die Lebenslaute-Website oder den Graswurzewl-TV-Kurzfilm von 6 Minuten.

  • von Dr. Wiltsch, Chris
  • von Michael Hefendehl

    Natürlich hängen an der Energiewende alte Arbeitsplätze!
    Selbst in „Auffanggesellschaften“ bei anstehenden Massenkündigungen
    (z.B. Opel-Werk-Schließung) macht man sich zu wenig Gedanken um die
    Unterbringung der neuen Arbeitslosen. Schade. Hierhin gehört verstärkt
    Energie, die man für neue Ideen aufbringen muss, um notwendige Zukunftsgestaltung sozialverträglich zu handhaben. Es geht, nur müssen
    sich alle dazu mehr ideenreiche Mühe machen. Stattdessen belässt man
    es beim Betreiben alter Dreckschleudern, scheint bequemer zu sein.
    Aber das geht nicht lange gut. Bei Opel zucken die Verantwortlichen die
    Schultern, bei Garzweiler „kämpfen“ sie um Arbeitsplätze! Tz, tz, tz

  • von hdm

    Danke an die Demonstranten die hier mutig auf Mißstände aufmerksam machen. Betrachten wir die Sache von anderer Seite, der Seite der Erde. Sollten fossiele Energien in diesem Ausmaß zu Verfügung stehen und die Umwelt nicht belasten würden diese viel leichter erreichbar sein. Das ist eine Philosophie die auch bei lebendigen Wasser vertreten wird. Lebendiges Wasser kommt von selbst aus der Erde. Es gibt oder gab tatsächlich sehr wenige Stellen auf der Erde wo Öl an der Oberfläche zu finden war also von alleine aus der Erde sprudelte. Diese Menge hätte niemals diese Schäden angerichtet. Deshalb ist die Verbrennung dieser Enegieträger abzulehnen. Es gibt viele Alternativen und viele davon sind in diversen Schubladen verschwunden um die Gewinne der Konzerne bzw. Eigentümer/Besitzer zu schützen. Es ist richtig sich dagegen zu wehren. Und wenn Demonstrationen von Medien heruntergespielt und von den Verantwortlichen nicht beachtet werden was soll dann sonst geschehen. WIR HABEN NUR DIESE ERDE.

  • von Sellenriek

    Einfach kurz geschrieben: „Respekt, toll geplant und ganz toll gemacht“

  • von Rudolf Schneider

    Es ist richtig, dass sich das Volk in Sachen Klimaschutz zu Wort meldet. Angesichts der gerade einmal 2% Anteil
    Deutschlands am weltweiten Gesamtaufkommen des Schadstoffausstosses sollte man allerdings bei den Einsätzen
    der Aktivisten den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht aus dem Auge verlieren. Es könnte die Akzeptanz bei
    der Bevölkerung mindern, wenn zu viele Unternehmungen den einzelnen Bürger behindern. Dies wäre nicht in unserem Sinne.
    Vor allen Dingen sollte der Polizei keine Gelegenheit geboten werden. mit aller Härte einzuschreiten. Als Ordnungsmacht
    ist sie verpflichtet, Gesetzesübertretungen zu verhindern.

    • Ich glaube nicht, dass sich Deutschlands Verantwortung nicht auf 2 Prozent reduzieren lässt. Zum einen ist unser historischer Anteil an der Erderwärmung deutlich höher. Zum anderen guckt natürlich die ganze Welt auf die Industrieländer. Wenn Deutschland seine Energiewende weiter halbherzig vorantreibt, indem die Kohle am Netz bleibt, werden sich viele Schwellenländer fragen: Und wir sollen jetzt auf die Kohle verzichten?

    • von Markus Estermeier

      Herr Methmann können Sie unseren historischen Anteil an der Erderwärmung beziffern? Bei einer berechneten Gesamterwärmung von weniger als 1°C in den letzten 130 Jahren dürfte es schwierig sein, den deutschen Anteil im hundertstel Bereich zu ermitteln.

    • Historische CO2-Emissionen wie folgt:

      1. US: 339,174 MT or 28.8%
      2. China: 105,915 MT or 9.0%
      3. Russia: 94,679 MT or 8.0%
      4. Germany: 81,194.5 MT or 6.9%
      5. UK: 68,763 MT or 5.8%
      6. Japan: 45,629 MT or 3.87%
      7. France: 32,667 MT or 2.77%
      8. India: 28,824 MT or 2.44%
      9. Canada: 25,716 MT or 2.2%
      10. Ukraine: 25,431 MT or 2.2%

      Das heißt Deutschland hat mit knapp 7 Prozent erheblichen Anteil an der Erderwärmung. Wenn man jetzt noch den Teil der Atmosphäre nimmt, der uns eigentlich zusteht, sieht das tendenziell noch schlechter aus.

      Quelle: http://www.theguardian.com/environment/2011/apr/21/countries-responsible-climate-change

  • von V.Gottschalk

    Ein wichtiges Signal für die ganze Welt….die Regierungsverantwortlichen nur noch mit der Bitte etwas grundsätzlich in der Klimapolitik zu ändern, die Zeiten sind längst vorbei. Die Lobbyisten
    der Konzerne mit ihren eingekauften Politikern sind schon zu mächtig. Sie profitieren reichlich von den von ihnen beschlossenen Gesetzen….Die brauchen jetzt richtig auf die Finger, wenn sich etwas verändern soll…Jeder kann hier einen, wenn auch noch so kleinen Beitrag leisten. Verweigern wir uns dieser unsinnigen, gefährlichen Politik………….auch in dem wir sie bei den anstehenden Wahlen ABWÄHLEN. Venceremos.

  • von Ursel Trint

    Liebe Campaigner! Wir danken für Mut und Einsatz. Leiderselbst zu alt,
    Wir haben uns riesig gefreut, dass so viele Menschen mitgemacht haben.
    Die Welt wäre besser, wenn wir uns alle für die Umwelt engagireren würden.

  • Was sind „6000“ gegen mehr als 15000? Bei den „6000“ waren wieder bezahlte Studenten dabei und ganz, ganz wenige Einheimische, traurig.
    Hier kämpfen gut organisierte PR’ler gegen Arbeitnehmer und Familien nur damit sie ihre „Grüne“Lobby stärken auf Kosten tausender Arbeitnehmer. Armes Deutschland… da braucht sich niemand mehr über diese Wahlergebnisse/Beteiligung wundern.

    • von Dr. Wiltsch, Chris

      Lieber Berndt, ich lebe seit 1974 am Grubenrand. Die Geschichte mit den Arbeitsplätzen, die Alles rechtfertigt, ist eine große Schweinerei. Eines Tages hatte ein Mistudent aus Otzenrath die Prüfung voll versäbelt, eigentlich ein fitter Bursche. Später klärte er auf, dass er sich nicht konzentrieren konnte, weil er den am Baum baumelnden Nachbarn vom frühen Morgen nicht aus dem Kopf bekam. Besagter Nachbar sollte zum zweiten Male Umsiedeln. Die angebotene Entschädigung reichte nicht für einen Neuanfang (neu für alt, immer kleinerre Grundstücke). Bank wollte nicht finanzieren. Suizit versus tausend Arbeitsplätze? Ist wahrscheinlich kein Einzelfall. Kenne Fälle, wo Entschädigung mit zweierlei Maß gemessen wird. Mein Berufseinstieg war regionel bedingt im RWE-Konzern. Habe schnell umsatteln können, weil ich menschenverachtende RWE-Polemik nicht ertrug. Ich bin weder bezahlter Student noch Mitglied der Grünen. Kann mein Haus nicht mit Erdwärme versorgen wegen Sümpfung, keine Entschädigung!

    • von Martin

      @Berndt: Ich glaube, du hast nicht verstanden, worum es bei der ganzen Sache geht. Bezahlte Studenten? Und den Erhalt der Kohlekraftwerke mit den „wegfallenden“ Arbeitsplätzen zu rechtfertigen ist wahrlich kurzfristig gedacht. Schon mal etwas von Strukturwandel und Zukunftsbranchen gehört?

  • von Dr. Wiltsch, Chris

    Heute morgen hat WDR 2 kurz nach 6 Uhr erklärt, dass Polizei beim Einsatz durch Mitarbeiter vom RWE unterstützt wurde, welche vom RWE mit Eisenstangen als schlagende Argumente ausgestattet waren. Um die Drecksarbeit zu verrichten, damit Polizei sich nicht Hände beschmutzt. Hört sich nicht gut an. Und das Argument mit den Arbeitsplätzen: Wahlkampf NRW in 1990-er Jahren: 50000. Nach endgültiger Genehmigung von Garz. II: 35.000. Aktuell: 15.000, dank „50-er-Regel“ u.ä. Seit Gröning-Urteil vor wenigen Wochen gilt: Chef schützt nicht vor unmoralischem Arbeitsplatz. Auch wenn Gröning selbst nicht in Auschwitz gemordet hat, so ist er Teil des Systems Auschwitz und daher mitschuldig, weil freiwillig dort gearbeitet. Wer hilft, Braunkohle zu verstromen, und dadurch die Lebensgrundlage der Menschheit in Frage stellt, steht auch in Mitverantwortung. Hab Konzern vor 18 Jahren verlassen, nachdem sich BR aus Essen sehr abfällig über Umsiedlungsunwillige äußerte.

  • von Thekla

    Die Kohle muss einfach weg.!
    Alles, was unsere Welt verschmutzt, muss bekämpft werden.!
    Der Klimawandel ist doch kein Scherz.!
    Es ist wunderbar, dass sich so viele Menschen für die gute und richtige Sache einsetzen.
    Möge das Gute siegen und immer mehr werden.!
    Kraft und Mut denen, die mitmachen.!
    Alle Achtung.!
    Nur so können wir unsere Welt besser machen.!

    • von Dr.Philipp Steinmetz

      Meine Anmerkung zu „Thekla“
      Sie sind offensichtlich sehr engagiert für die Klima-Rettung
      Gut so! NUR,wenn ich es richtig verstanden habe ,soll sie eben nicht weg!
      Weder abgebaggert noch gar verfeuert !
      Dr.Philipp Steinmetz

  • VORWEGEHEN kann schnell nach hinten losgehen

    RWE will mit aller Härte juristisch gegen die Garzweiler-Aktivisten VORWEGEHEN. Das würde ich dann wörtlich nehmen, wenn nämlich die Aktivisten juristisch antworten – mit einer Gegenklage gegen RWE wegen dem vorsätzlichen systematischen und dauerhaften Nichtbetreiben der Rauchgasentschwefelungs- und –entstickungsanlagen in seinen Kohlekraftwerken. Die damit einhergehenden kriminellen Straftaten übersteigen den ´angeblichen Hausfriedensbruch der Aktivisten´ um viele tausend Potenzen.

    Hört sich utopisch/unglaublich an, ist es aber nicht. Je grösser die Tat ist, je schwerer ist sie zu glauben. Für die Infos, die hier für Glaube und Aufklärung sorgen, empfehle ich einen Besuch bei aufpunkt.de.

    • von Markus Estermeier

      Ja Sie sprechen da ein gravierendes Problem an.
      Als Backup für den fluktuierenden Wind-/Solarstrom werden die alten, abgeschriebenen Dreckschleudern reaktiviert. Neubauten rechnen sich ja nicht mehr bei unberechenbaren Nutzungsgraden.

  • von Bernhard Roth

    In aller Regel sind die Top-Leute in den Konzernen – so auch wohl bei RWE & Co. – topclevere Spezialisten. Ich habe noch nie verstanden, wieso sie so kurzsichtig borniert nach dem Motto agieren: Nimm was du kriegen kannst und nach mir die Sintflut. Jetzt hat RWE wirtschaftliche Probleme. Hätte RWE, als der Klimawandel durch die Abschmelzung des Permafrostes noch nicht zu diesem sich selbst beschleunigenden Selbstläufer geworden ist, ihre damals noch üppigen Ressourcen konsequent in eine Solar-Wasserstoff-Energieerzeugung investiert, stünde sie nach meiner Überzeugung heute als ein hochprofitabler Leuchtturm da. Verpasste Chance, nicht nur für RWE.

    • von Markus Estermeier

      Herr Roth wie soll ich das mit dem hochprofitablen Leuchtturm verstehen?
      Selbst wenn ich die heutige Vergütung von Windstrom mit 9 Cent/kWh verwende, bekomme ich bei einem Wirkungsgrad von knapp 25% für Strom>Gas>Strom einen Produktionspreis von rund 50 Cent/kWh. Dabei sind die Kosten für die Elektrolyse und Rückverstromung noch gar nicht eingerechnet.
      Man könnte das ganze natürlich auf Überschußstrom begrenzen, bevor wir diesen ins Ausland verschenken. Aber wie oft oder selten haben wir Überschuß? Und würde die Elektrolyse bei Leistungsschwankungen im Stundentakt überhaupt funktionieren? Und müßten diese Anlagen nicht in der Region stehen wo gerade zuviel EE-Strom produziert wird?

  • von Hans-Rudolf Grabbe

    Ich bin über 70, seit 11 Jahren Rentner. Meine Hochachtung vor den zumeist jungen
    Demonstranten, Mädels und Jungs.

  • Dranbleiben. Unbedingt weitermachen. Solche Signale sind überlebensnotwendig.

  • von Hans Hentschel

    Quo Vadis Frau Kraft?

  • von Schmid

    Hut ab, das war eine gelungene Aktion. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten.

    Sehr gut finde ich den Kommentar von Täubert. Wir müssen die Demokratie zurück bekommen. Die Abgeordneten sollten nur noch Vorschläge machen dürfen über die dann das Volk entscheidet.

    Die Abgeordneten sind nur noch ein bequemes Eingangstor für die Lobbyisten.

  • von Marina

    Liebes Campact-Team, ich habe einen Kommentar senden wollen, bekam aber einen Hinweis, jener wäre zu lang, dabei war er sogar unter 1000 Zeichen. Als ich auf „Zurück zum Kommen-tarfeld“ klickte, war mein ganzer Kommentar gelöscht!
    Und jetzt habe ich – ehrlich gesagt – keine Lust mehr, nochmals zu versuchen, einen Kommentar abzugeben …
    Ich bin schon sehr enttäuscht.

  • von Greenina

    Vielen Dank, für die Links, Campact!

    Laut Tagesschau-Video (euer Link!) hat Hannelore Kraft im Herbst eine Leitentscheidung zum Thema Braunkohle angekündigt – wie wird campact dabei helfen, dass diese Entscheidung zugunsten der nachfolgenden Generationen, also pro Energiewende, gegen Braunkohle, ausfällt?

    • Die Leitentscheidung haben wir auf dem Zettel. Sowohl die Anti-Kohle-Kette im April in Garzweiler als auch unsere Solidarität mit Ende Gelände sind der Versuch, diese Entscheidung zu beeinflussen. Welche weiteren Schritte wir unternehmen können, darüber diskutieren wir jetzt nach Ende Gelände nochmal neu. Würde mich freuen, wenn Du dann dabei bist.

  • von k. täubert

    Was können wir von abgeortneten erwarten, die ihr gewissen an konzerne vekaufen?
    Statt ein freies mandat brauchen wir ein imperatives mandat für abgeortnete!
    Wir wähler dürfen nicht länger stimmvieh sein. Das volk muss die politik mitgestalten können!
    Das erwarte ich von einer Demokratie! Immer mehr zeigt sich das wir kein haben!

    • von Zimmermann Gertrud

      K.Taeubert, Sie haben Recht.

  • von Thomas Teichmann

    habe gerade (Sonntag, kurz nach 19 Uhr) einen für die Aktion sehr positiven Kommentar im Deutschlandfunk gehört.
    alle Achtung vor den Demonstranten im Revier.
    viele Grüße
    Thomas

  • Die Krawattenträger aus der Kohle-Lobby sehen mit Sicherheit auch die ungewöhnlichen Wettererscheinungen. Da das aber schon alles alte Knacker sind, die von der Rente nicht mehr weit weg sind, haben die die Devise „Nach mir die Sintflut“. Anders ausgedrückt: „Ich sehe eh in ein paar Jahren die Radischen von unten, wenn dann mein Grab überflutet ist, kümmert mich das nicht. Hauptsache ich verdiene jetzt noch gut.“

    Ich genieße es immer wenn die in den Nachrichten von Arbeitsplatzabbau bei RWE & Co sprechen. Die einfachen Leute von denen, die schon an die Umwelt denken können sich ja bei Lichtblick und anderen Ökostromlieferanten nach einem neuen Job umschauen. Gleiches Gewerbe, nur unterschiedliche Herkunft. Somit ist grundsätzlich schon Berufserfahrung vorhanden.

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