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Glyphosat: unsichtbarer Alltagsbegleiter

Beim gemütlichen Frühstück mit Freunden, beim Abend in der Kneipe oder beim Knabbern vorm Fernseher – Glyphosat ist überall dabei. In wie vielen Lebensmitteln das Herbizid tatsächlich steckt, wird Dich überraschen.

Foto: Campact / Tim Klausing, [CC BY-ND 2.0]. Glyphosatrückstände finden sich in Brot, Honig und Bier.
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#Brot

Im WDR Verbrauchertest zeigt sich: In 3 von 10 getesteten Produkten findet sich Glyphosat. Festgestellt wurden Spuren des Herbizids in  “Lieken Urkorn Fit & Vital” von Edeka, “Kornbrot” von Kamps und “Harry Fit & Vital” von REWE. Nur wer Bio kauft, scheint auf der sicheren Seite. Denn in keinem der getesteten Biobrote war Glyphosat nachzuweisen.

#Brötchen

Überrascht? Es geht noch schlimmer: Öko-Test untersuchte 10 Sorten Brötchen und wurde auch hier fündig. 80% der Brötchen war glyphosat-belastet.

#Haferflocken

Bei Haferflocken bot sich ein ähnliches Bild. 2 von 5 getesteten Produkten waren glyphosat-positiv. Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse brachte Öko-Test harsche Kritik von der Agrar-Lobby ein. Die vorgeschriebenen Grenzwerte seien eingehalten worden. Doch Pestizide in unseren Grundnahrungsmitteln – das geht gar nicht.

#Kekse

Auch wer gerne Süßes mag, nascht vielleicht vom Herbizid: In seiner Untersuchung fand “The Detox-Project” 2015 Spuren des Ackergifts in den Original Oreo-Keksen und weiteren Produkten der Marke Ritz.

#Bier

Sogar beim Biertrinken müssen wir aufpassen. Besonders von Hasseröder Pils, Jever Pils und Warsteiner Pils sollte man die Finger lassen. Diese Biere hatten die höchsten Glyphosat-Werte unter den getesteten Bieren. Die Liste der positiv getesteten Biere ist lang. Vielleicht darf es demnächst doch lieber ein Wein nach Feierabend sein?

#Wein

Wir wollen wirklich keine Spielverderber sein, aber auch Weine sind oft mit dem bedenklichen Spritzmittel belastet. Eine Untersuchung von Greenpeace lieferte 2016 ein niederschmetterndes Ergebnis: In 7 von 11  Weinen waren Spuren des Herbizides zu finden. Auch hier gilt: Wer den Unkrautvernichter vermeiden will, sollte zu Weinen in Bio-Qualität greifen.

#Erdnüsse

Eine Studie des BfR zeigte, dass auch Erdnüsse häufig belastet sind. 2 von 6 Proben wiesen Belastungen auf. Das Tückische: Erdnüsse werden in vielen Produkten verarbeitet. Darunter etwa Kuchen, Kekse, Schokoriegel oder Nussmischungen.

#Honig

Der Einsatz des Mittels wurde in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Bienen können das Herbizid nicht von Wasser unterscheiden und nehmen es unbemerkt auf. Mit dem Honig der Bienen gelangt Glyphosat dann unbemerkt in den Honig und auf unseren Teller.

Mach mit!

Das Herbizid Glyphosat ist seit Jahren Gegenstand hitziger Debatten. Es steht im dringenden Verdacht Krebs zu erregen und gefährdet Mensch und Umwelt. Doch gemeinsam können wir das Spritzmittel von unserem Teller zu verbannen.

Schon über 624.000 Menschen haben die Europäische Bürgerinitiative (EBI) unterzeichnet. Gemeinsam machen wir die europaweite Ablehnung von Glyphosat sichtbar, sodass die EU-Kommission sie kaum ignorieren kann. Sei dabei und unterzeichne die EBI.

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18 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Was ist denn die Alternative zu Glyphosat ? Errinnere mich gelesen zu haben, dass andere Herbizide wesentlich schädlicher sind. Und bis eine Trendwende hin zu ökologischer Landwirtschaft erreicht wird, werden ja noch Jahre bis Jahrzente vergehen .
    Macht also einn Verbot wirklich Sinn ?
    Für eine Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel wäre ich sofort.

    • Liebe/er Dadone,

      Eine aktuelle Studie von französischen Agrarökologen zeigt, dass ohne Abstriche beim Ertrag auf einen Großteil der eingesetzten Pestizide verzichtet werden kann. Knapp 60 Prozent der untersuchten Betriebe könnten ihren Pestizidverbrauch ohne Verluste beim Ertrag um 42 Prozent senken.
      (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/landwirtschaft-viele-pestizide-sind-ueberfluessig-1.3398299)

      Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Julius-Kühn-Institut in einer Studie von 2016. Das dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstellte Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) zeigt darin, dass mechanische Methoden wie das Pflügen und der Einsatz des Grubbers die gleiche Wirkung haben wie Glyphosat. Und wenn Landwirte sowieso den Pflug nutzen, dann ergeben sich laut JKI auch keine ökonomischen Verluste.
      (Quelle: http://pub.jki.bund.de/index.php/JKA/article/view/6179)

      Die Autor/innen des Glyphosat-Reports des Pestizid-Aktions-Netzwerks PAN International betonen zudem, dass Wildkräuter auf dem Acker nicht grundsätzlich die Produktivität verringern. Im Gegenteil: Wildkräuter können eine wichtige Rolle dabei spielen, Schädlinge zu bekämpfen, die Qualität der Böden zu verbessern und die Ernteerträge zu erhöhen, geben die Autor/innen an.
      (Quelle: https://blog.campact.de/wp-content/uploads/2017/02/Glyphosate_monograph.pdf)

      Beste Grüße
      Anne Beny

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