Glyphosat: unsichtbarer Alltagsbegleiter

Beim gemütlichen Frühstück mit Freunden, beim Abend in der Kneipe oder beim Knabbern vorm Fernseher – Glyphosat ist überall dabei. In wie vielen Lebensmitteln das Herbizid tatsächlich steckt, wird Dich überraschen.

#Brot

Im WDR Verbrauchertest zeigt sich: In 3 von 10 getesteten Produkten findet sich Glyphosat. Festgestellt wurden Spuren des Herbizids in  “Lieken Urkorn Fit & Vital” von Edeka, “Kornbrot” von Kamps und “Harry Fit & Vital” von REWE. Nur wer Bio kauft, scheint auf der sicheren Seite. Denn in keinem der getesteten Biobrote war Glyphosat nachzuweisen.

#Brötchen

Überrascht? Es geht noch schlimmer: Öko-Test untersuchte 10 Sorten Brötchen und wurde auch hier fündig. 80% der Brötchen war glyphosat-belastet.

#Haferflocken

Bei Haferflocken bot sich ein ähnliches Bild. 2 von 5 getesteten Produkten waren glyphosat-positiv. Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse brachte Öko-Test harsche Kritik von der Agrar-Lobby ein. Die vorgeschriebenen Grenzwerte seien eingehalten worden. Doch Pestizide in unseren Grundnahrungsmitteln – das geht gar nicht.

#Kekse

Auch wer gerne Süßes mag, nascht vielleicht vom Herbizid: In seiner Untersuchung fand “The Detox-Project” 2015 Spuren des Ackergifts in den Original Oreo-Keksen und weiteren Produkten der Marke Ritz.

#Bier

Sogar beim Biertrinken müssen wir aufpassen. Besonders von Hasseröder Pils, Jever Pils und Warsteiner Pils sollte man die Finger lassen. Diese Biere hatten die höchsten Glyphosat-Werte unter den getesteten Bieren. Die Liste der positiv getesteten Biere ist lang. Vielleicht darf es demnächst doch lieber ein Wein nach Feierabend sein?

#Wein

Wir wollen wirklich keine Spielverderber sein, aber auch Weine sind oft mit dem bedenklichen Spritzmittel belastet. Eine Untersuchung von Greenpeace lieferte 2016 ein niederschmetterndes Ergebnis: In 7 von 11  Weinen waren Spuren des Herbizides zu finden. Auch hier gilt: Wer den Unkrautvernichter vermeiden will, sollte zu Weinen in Bio-Qualität greifen.

#Erdnüsse

Eine Studie des BfR zeigte, dass auch Erdnüsse häufig belastet sind. 2 von 6 Proben wiesen Belastungen auf. Das Tückische: Erdnüsse werden in vielen Produkten verarbeitet. Darunter etwa Kuchen, Kekse, Schokoriegel oder Nussmischungen.

#Honig

Der Einsatz des Mittels wurde in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Bienen können das Herbizid nicht von Wasser unterscheiden und nehmen es unbemerkt auf. Mit dem Honig der Bienen gelangt Glyphosat dann unbemerkt in den Honig und auf unseren Teller.

Mach mit!

Das Herbizid Glyphosat ist seit Jahren Gegenstand hitziger Debatten. Es steht im dringenden Verdacht Krebs zu erregen und gefährdet Mensch und Umwelt. Doch gemeinsam können wir das Spritzmittel von unserem Teller zu verbannen.

Schon über 624.000 Menschen haben die Europäische Bürgerinitiative (EBI) unterzeichnet. Gemeinsam machen wir die europaweite Ablehnung von Glyphosat sichtbar, sodass die EU-Kommission sie kaum ignorieren kann. Sei dabei und unterzeichne die EBI.

18 Kommentare

  • von Dadone

    Was ist denn die Alternative zu Glyphosat ? Errinnere mich gelesen zu haben, dass andere Herbizide wesentlich schädlicher sind. Und bis eine Trendwende hin zu ökologischer Landwirtschaft erreicht wird, werden ja noch Jahre bis Jahrzente vergehen .
    Macht also einn Verbot wirklich Sinn ?
    Für eine Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel wäre ich sofort.

    • von Anne Beny

      Liebe/er Dadone,

      Eine aktuelle Studie von französischen Agrarökologen zeigt, dass ohne Abstriche beim Ertrag auf einen Großteil der eingesetzten Pestizide verzichtet werden kann. Knapp 60 Prozent der untersuchten Betriebe könnten ihren Pestizidverbrauch ohne Verluste beim Ertrag um 42 Prozent senken.
      (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/landwirtschaft-viele-pestizide-sind-ueberfluessig-1.3398299)

      Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das Julius-Kühn-Institut in einer Studie von 2016. Das dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstellte Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) zeigt darin, dass mechanische Methoden wie das Pflügen und der Einsatz des Grubbers die gleiche Wirkung haben wie Glyphosat. Und wenn Landwirte sowieso den Pflug nutzen, dann ergeben sich laut JKI auch keine ökonomischen Verluste.
      (Quelle: http://pub.jki.bund.de/index.php/JKA/article/view/6179)

      Die Autor/innen des Glyphosat-Reports des Pestizid-Aktions-Netzwerks PAN International betonen zudem, dass Wildkräuter auf dem Acker nicht grundsätzlich die Produktivität verringern. Im Gegenteil: Wildkräuter können eine wichtige Rolle dabei spielen, Schädlinge zu bekämpfen, die Qualität der Böden zu verbessern und die Ernteerträge zu erhöhen, geben die Autor/innen an.
      (Quelle: https://blog.campact.de/wp-content/uploads/2017/02/Glyphosate_monograph.pdf)

      Beste Grüße
      Anne Beny

  • von Schmidlin Josef

    Ach hört doch auf! Wir, das Volk, müssen aufhören diesen Mist zu konsumieren und ganz schnell ist fertig damit. Wir haben es in der Hand. Aber so lange wir uns ja nicht mal mit anderen darüber zu reden getrauen????. Denkt mal darüber nach. Wir müssen uns gegenseitig aufklären und uns gegenseitig Mut machen dass endlich alles ans Licht kommt. Wir haben doch Kinder und wir lieben sie doch. Also, worauf wartet Ihr noch? Gebt Gas. Herzlichen Dank.

  • von Weixler Gaby

    Danke für die Info.
    Glyhosat in der Nahrung geht gar nicht.

    • von Weixler Gaby

      Danke für die Info.
      Glyhosat in der Nahrung geht gar nicht.

  • von Tobias Klostermeier

    Wie sieht es denn mit mykozin Belastungen bei Bio aus? Ich finde es unerträglich das Bio als der große Heilsbringer dargestellt wird und voll von Giftpilzen ist, welche durch fehlende Fungizid Behandlungen entstehen. Warum ist hier der Grenzwert für Bio für einen sicher krebseregenden Stoff ums 5 fache höher als bei konventionell. Glyphosat wird als „unwahrscheinlich krebserregend“ von der IARC / WHO eingestuft. Kupfer, von dem Tausende Tonnen bei der Produktion von Bio Erzeugnissen eingesetzt wird, ist sicher krebseregend. Zum Vergleich… Kochsalz wird als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Naja… wird wohl alles von Monsanto bezahlt wirds wohl von den Spendensammlern der Grünen, Bund oder Greenpeace dargestellt.
    Wunderschönes Bild mit grünem Gift Dampf… allein das zeigt dich schon von Charakter eurer Berichterstattung! Trump’sche Methoden!

  • von Felix Werker

    Wann gibt es endlich Wettbewerbe für eine machbare Alternative?
    Es sollten Jäteroboter weiterentwickelt und in Massen produziert werden.

    • von Mr. Tom

      Schauen Sie mal auf den Seiten unseres Bundesumweltministeriums (bzw. Bundesumweltamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft-zukunft-der-film). Die machbare Alternative nennt sich „Ökologische Landwirtschaft“. Muss man als Kunde nur nachfragen. ;-) (als sinnvolle Ergänzung ist ein Jäteroboter sicher auch nicht verkehrt; aber die Abkehr von Pestiziden sollte deswegen ja nicht verzögert werden)

  • von Hiltrud

    Na kein Wunder dass sich der Krebs so ausbreiten kann

  • von Dagmar

    Das frage ich mich auch ,immer wieder!!!! Unglaublich Dieses Gift hat eine unglaublich große Lobby!!!!!!

  • von H. Fink

    Bei Glyphosat geht es nur um den Gewinn der Gift-Konzerne. Wenn Mensch und Tier krank werden ist denen und anderen Absahnern doch egal.

  • von Henschke, simone

    Wann hört dieser Wahnsinn auf.

  • von Ernst-Ludwig Althaus

    Warum wird von der Bundesregierung nicht dagegen gehalten?

    • von Larissa Eberhardt

      Hallo Herr Althaus,
      die Meinungen innerhalb der Koalition sind da sehr gespalten. Christian Schmidt (CDU) sprach sich erst kürzlich für die Neuzulassung aus. Anders sieht es bei Barbara Hendricks (SPD) aus. Sie fordert die Reduktion des Glyphosat-Einsatzes und langfristig einen Ausstieg.
      Viele Grüße

    • von Mr. Tom

      Dieser Erklär-Film hier ist die Antwort unserer Bundesbehörden (leider scheint von der großen Politik nur Frau Hendricks das Problem ernst zu nehmen): https://www.umweltbundesamt.de/themen/landwirtschaft-zukunft-der-film (6 min)

    • von Zwitscherfrau

      Frau Eberhardt, da scheinen sich die Parteien einig zu sein. Für die Lobbyisten: jetzt noch Glyphosat – warum ist die SPD für einen langfristigen Ausstieg? Grundsätzl. Verbot sofort ist richtig!

  • von Sandra Heister

    Es ist eine beängstigende Erkenntnis, dass nur Menschen, die dazu finanziell in der Lage sind sich einigermaßen Glyphosat frei ernähren können. Viele können sich in ihrer Ernährung ausschließlich Bioprodukte nicht leisten.
    Es wäre mehr als wünscheswert, dass unsere Politik in die Agrarwirtschaft eingreift und zum Vorteil der Bürger eine Veränderung durchsetzt.

    • von Holger Hartmann

      Selbst unsere Landwirtschaftsminister und Agrarverantwortlichen unternehmen gar nichts, Gammelfleisch, Tiertransporte um die Welt, Genmanipulierter Dreck, Glyphosat, diese Dreckschweine gehören selbst zur Lebensmittel- und Agrarmafia! Abwahl im Herbst!

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Veröffentlicht von Larissa Eberhardt