Hannover umzingelt den Landtag – mit Dir

Hand in Hand gegen Rechts: Am Freitag – zwei Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen – umzingeln hunderte Menschen den Landtag in Hannover und bilden einen menschlichen Schutzring um das Parlament.

Die Demokratie hat ein Problem. Viele Menschen interessieren sich nicht für Landtagswahlen. In Niedersachsen lag die Wahlbeteiligung 2013 bei nur 59 Prozent. Auch am kommenden Sonntag könnten wieder viele Menschen zuhause bleiben – während die AfD es mit krawalligen Parolen schafft, ihre Anhänger in Scharen zu mobilisieren. Je weniger Menschen zur Wahl gehen, umso stärker wird die AfD.

Rechtslastig: Die AfD in Niedersachsen

Hier in Niedersachsen ist die AfD besonders rechtslastig: AfD-Landesparteichef Armin Paul Hampel hat keine Scheu, auf Tagungen von Rechtsextremisten aufzutreten. Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Wilhelm von Gottberg hält den Holocaust für ein “Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen”. Kurz vor der Wahl müssen wir die Wählerinnen und Wähler wachrütteln: Wenn viele Menschen am Sonntag wählen gehen und nicht die AfD wählen, können wir die Rechten klein halten.

Freitag in Hannover: Hand in Hand gegen Rechts

Unser Plan: Hunderte Menschen stehen am Freitag Hand in Hand rund um den Niedersächsischen Landtag und bilden einen menschlichen Schutzring um das Parlament. Tausende unentschlossene Wähler/innen sehen dieses starke Bild in den Abendnachrichten – und werden motiviert, zur Wahl zu gehen.

Damit wir die Menschenkette schließen können, brauchen wir Dich! Bitte reihe Dich am Freitag um 16 Uhr ein und setze ein starkes Zeichen gegen die AfD. Wir treffen uns vor dem Landtag auf dem Hannah-Arendt-Platz.

Lügen und Intrigen

Unser Plan ist sehr ehrgeizig, doch zwei Dinge machen uns Hoffnung. Kurz vor der Wahl versinkt die AfD in Intrigen. Gerade wurde die Spitzenkandidatin Dana Guth von ihrer Göttinger Kreistagsfraktion ausgeschlossen. Ihre Parteifreunde halten Guth für zu rechthaberisch und dominant für eine Zusammenarbeit. Auch mit dem niedersächsischen Parteichef Hampel liegt sie über Kreuz.

Zudem schwächelt die AfD in den Umfragen, zuletzt wurden ihr nur noch sechs bis acht Prozent vorausgesagt. Damit es Sonntagabend kein böses Erwachen gibt, müssen wir jetzt aktiv werden: Mit einer spektakulären Menschenkette und einem starken Zeichen gegen Rechts sorgen wir dafür, dass sie am Sonntag ein schwaches Ergebnis einfährt.

Bitte unterstütze uns dabei, den Schutzring rund um den Landtag zu schließen. Bist Du dabei? Damit unsere Aktion am Freitag gelingt und wir den Landtag komplett umschließen, müssen mindestens 300 Menschen kommen. 

Bitte mache unsere Aktion bekannt und teile diesen Beitrag mit Deinen Freundinnen und Freunden.

10 Kommentare

  • von HEBAK

    die Rechtspopulisten von der AfD sind KEINE Demokraten

  • von Dorita

    Ich bin erschüttert, wieviele Kommentatoren uns Protestanten gegen rechts als Linksradikale bezeichnen. Ich habe an der Aktion teilgenommen und konnte keinerlei linksradikale Tendenzen bei den Teilnehmern oder bei den Veranstaltern feststellen. Ich stehe in der politischen Mitte, so wie mein Mann auch und ein Arbeitskollege, der mit dabei war.
    Die Aktion richtete sich gegen die AFD, klar. Die halte ich zwar nicht direkt für radikal, aber sie steht radikalen Gruppierungen offensichtlich nahe. Eine solche Partei können wir im Landtag nicht gebrauchen. Diese Partei wird den „Abgehängten“ auch nicht helfen, denn sie gilt als sehr industrienah.
    Gerade gibt es schon erste Hochrechnungen der Wahl. Gut daß die SPD vorne liegt!

  • von Rudolf Binder

    Hallo Herr Neubauer,
    das war ’ne etwas andere Demo, aber ich glaube keine durch ud durch böse!
    Ihr hattet alles ganz prma vorbereitet, aber doch war alles ein bisschen lahm. Ein Durcheinander herrschte auch m.E. bei der Teilnehmerzahl. Wenn 300 Leute notwendig waren, habt Ihr da ein Minivmum gemeint? Denn wo nun 400 erschienen waren, gab es doch zu viele Lücken.
    Aber hauptsächlich fehlte es an Bewegung. Es hätte ein Gänsemarsch um den Landtag stattfinden müssen.
    Und die Akustik (Stillschweigen). Natürlich kommt keine Blaskapelle in Betracht, auch nicht die tüchtigste. Aber etwas anderes hätte die Veranstaltung mächtig aufgepeppt: Eine Trommlergruppe! Gekonntes Trommeln von einer gut geübten Gruppe ergreift alle, die es hören, intensiv im Unterbewusstsein. Das wäre was gewesen.
    Viele Grüße!

  • Unsere beliebte HAZ gibt sich die Mühe:
    „Über 600 folgten dem Aufruf“.
    „300 Teilnehmer waren notwendig, um die Kette zu schließen“.
    Also, was nun? Für eine Zahl muss man sich doch entscheiden!
    Sonst, ja, gebe ich zu: sehr starker Auftritt von den Linkspopulisten!
    Wurden sogar Kids und Dark Wider mobilisiert.
    Der Linke-Reich macht die Geschichte nach: Linker-Jugend und Übernatürliche Kräfte.
    Was kommt danach? Dämonen und die Geister vom Lenin und Co. aus dem Jenseits?

    http://www.haz.de/Hannover/Fotostrecken-Hannover/Aktion-Hannover-umzingelt-den-Landtag#p14

    • von Alex

      Vielleicht waren 300 für die Kette nötig, aber 600 waren da?

  • Campact hat ein „starkes“ Zeichen gegen Rechts gesetzt – die Straßenfeger haben jetzt was zu tun, da gewöhnlich die Linken-Grünen-gesund-lebenden nicht daran gewöhnt sind Tütchen mitzunehmen.

    Heute war ich am Landestag Hannover, um einen Eindruck von der großen Aktion von Campact zu bekommen. Die Linksradikalen wurden dazu aufgerufen den Landestag zu umzingeln, angeblich um gegen den Einzug von Rechtsradikalen in den Landestag zu protestieren.

    Na, dachte ich, pünktlich muss ich ja nicht da sein – zu langweilig. Kam also 25 Minuten nach 16 Uhr an.
    „Hand in Hand gegen Rechts“ (Campact ©) – war wohl nicht. Die Lücken wurden mit roten Bändern geschlossen – da hat wohl jemand aus lauter Frust die Rote Fahne auseinandergerissen.
    „Hunderte Menschen umzingeln den Landtag“ (Campact ©) – etwas zu stark ins Horn geblasen – ca. 200 Tagesalpträumer waren bestimmt da – Respekt! Allerdings konnte ich nicht durchzählen – deren Kette begann auseinanderzufallen und zwar sehr zügig.

    • von Martina Müller

      Zitat: „Die Linksradikalen wurden dazu aufgerufen den Landestag zu umzingeln, angeblich um gegen den Einzug von Rechtsradikalen in den Landestag zu protestieren.“ …. nächstes mal genauer informieren, anstatt mit puren behauptungen zu provozieren…. es heisst „landtag“!..
      ich schätze menschen, die sich engagieren… menschen, die jegliches engagement nur kritisieren, ohne aktiv zu werden, kann ich nicht ernst nehmen… ps: ich bin neutral ausgerichtet, lass mich nicht von einer richtung vereinnahmen. wenn aber unsere grundrechte ausgehebelt werden sollen, dann werde ich aktiv… SIE anscheinend wohl nicht….

      DANKE CAMPACT FÜR EURE UNTERSTÜTZUNG !!!

  • von Christian Schinkel

    Hallo Herr Neubauer,
    nach unten stehender Auskunft haben Sie ja Politik studiert. Als aber das Kapitel Demokratie dran war, waren Sie wohl gerade nicht anwesend. Oder ist das was Sie hier von sich geben genau das was man im Studium beigebracht bekommt? In diesem Fall wundert es mich jedoch nicht mehr, was so manche studierte Politiker und „Politikversteher“ von sich geben.

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Veröffentlicht von Gerald Neubauer

Campaigner – Gerald Neubauer, Jahrgang 1975, ist seit über zwanzig Jahren aktiv in Protestbewegungen. Er organisierte gewaltfreie Aktionen gegen Castortransporte und war einer der Gründungsstifter der Bewegungsstiftung. Nach einem Studium der Politik, Philosophie und Soziologie arbeitete er im Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel zum Thema internationaler Verrechtlichung. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit zivilem Ungehorsam in der internationalen Politik. Von 2012-2014 arbeitete Gerald als Campaigner für Greenpeace zum Thema Kohleausstieg.