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Meşale Tolu in Freiheit

Verhaftet, angeklagt und von ihrem kleinen Sohn getrennt: Meşale Tolu sitzt mehr als sieben Monate in der Türkei in Haft, weil sie als Journalistin für regierungskritische Medien arbeitet. Ihre ehemalige Lehrerin setzt sich für ihre Freilassung und Rückkehr nach Deutschland ein – mit Erfolg! Zu dem auch mehr als 112.000 Menschen auf WeAct beigetragen haben.

Mesale Tolu Freispruch / Foto: Campact e.V. [CC BY-NC-ND 3.0]
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Als Angelika Lanninger im Mai 2017 von der Verhaftung ihrer ehemaligen Schülerin erfährt, ist sie erschüttert. Nun sitzt Meşale Tolu in einem türkischen Gefängnis. Ihr Vergehen: Die deutsche Journalistin hat in Istanbul für regierungskritische Medien gearbeitet. Das reicht bereits, um in der Türkei verhaftet und wegen “Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation” angeklagt zu werden. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.

Die Lehrerin startet eine Kampagne

Das lässt Angelika Lanninger nicht los. Meşale Tolu sei in der Schule in Ulm ein nachdenkliches und engagiertes Mädchen gewesen, erinnert sich die ehemalige Lehrerin. Sie startet eine Petition für die Freilassung der Journalistin auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact. Gemeinsam mit weiteren Freund*innen und Unterstützer*innen Tolus fordert sie: Außenminister Heiko Maas (SPD) muss sich in der Türkei für die Freilassung der deutschen Staatsbürgerin einsetzen.

Auf Veranstaltungen machen Meşale Tolus Unterstützer*innen auf ihren Fall aufmerksam. Mehr als 112.000 Menschen unterzeichnen die Petition für ihre Freilassung. Auch internationale Medien berichteten über die deutsche Journalistin.

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Über ihre Erfahrungen hat Meşale Tolu ein Buch geschrieben, das im April 2019 erscheint:

“Mein Sohn bleibt bei mir: Als politische Geisel in türkischer Haft – und warum es noch nicht zu Ende ist“

Freilassung und Rückkehr nach Deutschland

Sieben Monate lang sitzt Meşale Tolu in einem türkischen Gefängnis – zunächst sogar mit ihrem drei Jahre alten Sohn. Dann wird sie in Haft von ihrem Kind getrennt. Tolus Ehemann, Suat Corlu, wird ebenfalls verhaftet und angeklagt. Auch nach ihrer Freilassung ist der Alptraum für Tolu noch nicht vorbei. Denn die Freilassung bedeutet noch keinen Freispruch. Die junge Familie darf nicht nach Deutschland ausreisen. Die türkische Justiz hält an den Anklagen fest.

Dann plötzlich die unerwartete Wende: Die türkischen Behörden heben die Ausreisesperre für Tolu auf. Am 26. August 2018 – 16 Monate nach ihrer Verhaftung – fliegt Meşale Tolu mit ihrem Sohn endlich nach Deutschland. Erst im Oktober darf auch Suat Corlu seiner Familie nach Deutschland folgen.  

Solidarität ist die größte Hoffnungsquelle

Meşale Tolu ist frei, doch sie hat mit dem Erlebten noch nicht abgeschlossen. Denn weiterhin sitzen mehr als Hundert Journalist*innen und Tausende Kritiker*innen der autoritären Regierung Erdogans in türkischen Gefängnissen.

“In all den schwierigen Zeiten ist die Solidarität die größte Hoffnungsquelle gewesen”, sagt Tolu über ihre Zeit in Haft. Sie möchte, dass ihre ehemalige Lehrerin und die Tausenden Unterstützer*innen wissen: “Ich habe aus dieser Quelle, die ihr für mich verwirklicht habt, sehr viel Hoffnung und Kraft geschöpft.”

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Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da Campact aber die Ziele der Petition unterstützt, möchten wir Dich auf die Kampagne hinweisen.

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