Das große Klima-Versagen – und jetzt?

Ein fulminantes Fest des Protests mit 1,4 Millionen Bürger*innen - und trotzdem versagt die Regierung beim Klimaschutz. Was bedeutet das jetzt für uns als Klima-Bewegung? Campact-Vorstand Christoph Bautz hat dafür erste Antworten formuliert. Warum wir Neuwahlen brauchen - und wie wir sie durchsetzen. Wieso die Grünen es alleine auch nicht bringen. Und wie wir eine Wahl jetzt zur Klimawahl machen, die kaum einer auf dem Zettel hat.

Das war’s überhaupt nicht. Ein „Dokument der Mutlosigkeit“ nennt der renommierte Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer das Klimapaket der Regierung. Und in dieser vernichtenden Einschätzung sind sich Klimawissenschaftler*innen, das Gros der Medienlandschaft und die Mehrheit der Bevölkerung einig. Denn: Nach Berechnungen der Analysten von Agora Energiewende erbringt das Sammelsurium an Maßnahmen nur ein Drittel der CO2-Einsparung, die zum Erreichen des 2030-Klimaziels der Regierung nötig sind.

Das Klimapaket reicht nicht aus

Bitter ist: Der Beschluss der Regierung fiel zeitgleich zur größten Demonstration, die dieses Land jemals gesehen hat. Viele Campact-Unterstützer*innen fragen uns jetzt, was wir denn noch tun können, wenn nicht einmal 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen die Regierung von solchen fatalen Beschlüssen abhalten konnten. Wir haben die letzten Tage viel nachgedacht und diskutiert – und einige erste Antworten entwickelt:

Was hilft jetzt noch, wie können wir konsequenten Klimaschutz durchsetzen?

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Was jetzt noch hilft

Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht. Denn die Klimaforschung sagt uns knallhart: Wenn wir verhindern wollen, dass die Welt sich über die kritische 1,5-Grad-Schwelle erhitzt, hinter der eine sich selbst beschleunigende Klimakatastrophe droht, dann dürfen wir weltweit nur noch 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen. Bleiben die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, ist unser gesamtes verbleibendes Budget schon in zehn Jahren verbraucht. 

Klimaschutz: Die Zeit rennt

Sprich, die Zeit rennt. Zwei weitere Jahre Stillstand beim Klimaschutz können wir uns nicht erlauben. Doch in der Union verhindert der Wirtschaftsflügel wirksame Klimapolitik. Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen. Und beide eint die große Angst, dass Klimaschutz den Klimaleugner*innen von der AfD Wähler*innen zutreiben könnte. In den monatelangen Verhandlungen zum Klimapaket ist es nicht gelungen, diese Blockade zu durchbrechen – wieso sollte sich das in den nächsten beiden Jahren ändern? Zumal die Spitzen beider Parteien ihr Versagen auch noch zu bejubeln scheinen.

SPD muss den Stecker ziehen

Mit der Forderung nach einem Ende der Großen Koalition nehmen wir den derzeit gewichtigsten SPD-Politiker beim Wort: Vizekanzler Olaf Scholz. Noch Anfang des Monats verkündete er: „Ein Klein-Klein in der Klimapolitik hilft nicht weiter. […] Wir brauchen einen großen Wurf, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen.” Nun ist „Klein-Klein“ für das Klimapaket sogar noch eine beschönigende Beschreibung: Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale oder mit neuen bundeseinheitlichen Hürden für den Ausbau der Windkraft bremst es den Klimaschutz sogar aus.

Ob die Groko hält oder fällt: Das entscheidet sich am 7. und 8. Dezember. Dann kommt die SPD in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Und zieht ihre Halbzeitbilanz für Schwarz-Rot. Die Spitzen der Partei und auch viele Abgeordneten klammern sich an die GroKo, da sie angesichts desolater Umfragewerte um ihre Posten zu fürchten scheinen. Vermutlich klammern sie sich an die Hoffnung, irgendwie bis zur regulären Wahl 2021 aus dem Tal der Tränen herauszufinden. Doch die Stimmung in der Partei ist miserabel. Bei vielen Delegierten könnte sich die Einschätzung durchsetzen: Die GroKo stellt eine existentielle Gefahr für die Sozialdemokratie im Land dar. Gemeinsam müssen sie ihr den Stecker ziehen. 

Denn eine ganze Generation droht der SPD verloren zu gehen: Schon über die Zustimmung der SPD zu Upload-Filtern waren viele junge Menschen empört. Mit dem Klimapaket und dem hilflosen Versuch der regierenden SPD-Politiker*innen, eine Niederlage als Erfolg zu verkaufen, verspielt sie ihre letzte Glaubwürdigkeit. Für die Jugend entwickelt sich die SPD immer mehr zum Feindbild, aber keinesfalls zur wählbaren Option. Und auch die älteren Semester wenden sich scharenweise ab. 

Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema

Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze. Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.

Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot?

Bloß für wen? Für eine Regierung, die nach einer Klimawahl ihr Amt antritt und Klimaschutz den richtigen Stellenwert gibt – als die zentrale und existentielle Menschheitsaufgabe des nächsten Jahrzehnts. Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regierung wären nach Lage der Dinge die Grünen. Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot – keine der nach Umfragen denkbare Regierungsmehrheit jenseits der GroKo kommt ohne die Grünen aus. Sie müssen die Lösung der Klimakrise zur zentralen Aufgabe einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition machen.

Diese Gleichung geht nicht auf

Doch eine Gleichung geht nicht auf: Grüne an die Macht – und dann ist alles gut. Denn dazu müssen sich auch die Grünen erst noch der Dimension der Aufgabe stellen. Bisher schrecken sie zurück, die Begrenzung der Klimaerhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zum Maßstab ihrer Politik zu machen. Und genau die Einhaltung dieses Limits stellte ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl bei Weitem nicht sicher.  

Zudem droht bei einer Koalition der Grünen mit CDU/CSU oder FDP die zweite zentrale Säule von Klimapolitik unter die Räder zu kommen: für den sozialen Ausgleich zu sorgen. Denn nur, wenn es auch sozial gerechter im Land zugeht und soziale Härten für die Schwächsten verhindert werden, wird eine ambitionierte Klimapolitik auf den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt treffen.

Sollten wir die Auseinandersetzung, ob die SPD die GroKo verlässt, gewinnen, müssen als nächstes die Grünen in unserem Fokus stehen. Damit sie Klimapolitik auch auf einem Ambitionsniveau durchsetzen wollen, dass der Dramatik der Klimakrise angemessen ist. Und dabei die soziale Frage neben der ökologischen nicht aus dem Auge verlieren. Dafür müssen wir die Grünen treiben – sie aber auch immer wieder unterstützen, wenn sie den Gegenwind von Auto- und Energiekonzernen abbekommen. Denn deren Widerstand gegen konsequente Klimapolitik wird massiv sein. 

Die SPD zum Verlassen der GroKo bringen, die Grünen zu echtem Klimaschutz antreiben, der Macht der großen Konzerne widerstehen – all das wird nur mit einer lebendigen und breit verankerte Klimabewegung gelingen. Wie kraftvoll sie ist, in welch neue Dimension sie vorgedrungen ist – das haben wir am Freitag letzter Woche alle gemeinsam an Hunderten Orten unter Beweis gestellt. Darauf können wir stolz sein. Und darauf können wir bauen. 

Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Das Klimapaket zeigt, wie wir Klimaschutz nicht angehen sollten. Es nimmt vor allem sehr viel Geld in die Hand, um Bürger*innen und Wirtschaft Anreize für klimafreundliches Verhalten zu geben. Das alleine ist teuer, ineffizient und schickt ein fatales Zeichen an die Welt: Klimaschutz, das geht nur mit viel Geld. Wenn Ihr das nicht habt, könnt Ihr es lassen. 

Dabei brauchen wir für ambitionierten Klimaschutz nicht nur Geld. Eine gut aufeinander abgestimmte und sich gegenseitig verstärkende Mischung von Geboten und Verboten, Marktanreizen und Steuern, Subventionen und Kürzungen. Die folgenden Aspekte erscheinen uns dabei entscheidend zu sein:

  • Harte Verbote? Na klar!

Spätestens seit der Debatte um den Vorschlag der Grünen für einen Veggie-Day und den Erfolgen der AfD schrecken CDU/CSU und SPD vor dem wichtigsten Klimaschutz-Instrument zurück: Verbote. Dabei sind sie ja nichts anderes als das: klare Regeln. Sie würden zwar auch den*die Einzelne*n, aber vor allem die großen Unternehmen treffen: Etwa die Kohlekonzerne, die in Deutschland soviel CO2 erzeugen wie in keinem anderen europäischen Land. Und die Autoindustrie, die uns immer PS-stärkere und klimaschädlichere Spritschlucker und SUVs andrehen will. 

Wenn überhaupt, findet man im Klimapaket der Regierung daher nur Verbote, die zeitlich sehr weit entfernt liegen. 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Und dort, wo man schnell am meisten CO2 einsparen könnte – bei der Kohlekraft -, soll erst 2038 Schluss sein. Dabei hätten Regeln ganz entscheidende Vorteile: Sie kosten den Staat nichts. Sie sind schnell umzusetzen. Und sie geben der Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen, wann in welchem Sektor mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas Schluss ist. 

Welche Regeln wir bräuchten, um das 1,5-Grad-Limit nicht zu überschreiten? Werden wir konkret: 2020 muss Schluss sein mit neuen Ölheizungen, dicht gefolgt von Gasheizungen. Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden. Und allerspätestens 2030 geht der letzte Kohlemeiler vom Netz. Für alle Wirtschaftsunternehmen wäre klar: Ab dann gibt es nur noch einen Markt für Wärmepumpen und Solarthermie, für Elektroautos, neue Züge und Busse, für Windräder und Solaranlagen. Und der wird weit größer sein, als er heute ist. Damit haben Unternehmen in diesen Bereichen weit mehr Anreiz für zukunftsfähige Investitionen als jedes teure Förderprogramm erzielen kann. Das ist die Macht klarer Regeln. 

  • Geldhähne öffnen – und zudrehen

Die große Transformation weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien in den nächsten 15 bis 20 Jahren schaffen – dafür brauchen wir natürlich auch Geld und Anreize. Denn wir benötigen massive Investitionen in neue Stromnetze und -speicher, in eine moderne Infrastruktur für Fahrrad, Bahn und Bus, in die energetische Sanierung von Gebäuden. Das ist gut angelegtes Geld, das Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaft pulsieren lassen kann. Das Klimapaket sieht hier immerhin einige sinnvolle Investitionen vor: Der Ausbau von Radschnellwegen und zusätzliche 86 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bahn bis 2030. Die Installierung von einer Million Ladepunkte für Elektroautos und das Förderprogramm “Energetische Stadtsanierung”.

Aber eines macht überhaupt keinen Sinn: Gleichzeitig mit noch weit mehr Geld klimaschädliches Wirtschaften zu subventionieren – etwa mit der steuerlichen Begünstigung von Kerosin und Diesel und dem Dienstwagen-Privileg. Würden diese Subventionen abgeschafft, brächte das dem Staat sogar Geld ein. Doch der Blick ins Klimapaket zeigt: Fehlanzeige.

  • Ja zum CO2-Preis – aber wenn, dann richtig

Auch wenn der CO2-Preis alleine nicht das Allheilmittel ist, wie ihn Merkels Chef-Klimaberater Edenhofer gerne präsentiert: Die Idee, dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben, ist überzeugend. Damit müssen endlich diejenigen für die gesellschaftlichen Folgekosten zahlen, die das Klima zerstören. Und klimafreundliches Verhalten wird belohnt. Doch das funktioniert nur, wenn der Preis stimmt und unser Verhalten lenkt. 

Wenn die Regierung jetzt einen CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 im Verkehrs- und Wärmesektor einführen und diesen Preis bis 2025 auf maximal 35 Euro ansteigen lassen will – dann ist dies nicht mehr als ein schlechter Scherz. 10 Euro pro Tonne – das entspricht 3 Cent mehr für einen Liter Benzin an der Tankstelle. In diesem Bereich schwankt der Preis häufig an einem einzigen Tag. 

Expert*innen sagen uns: Im Verkehrs- und Wärmebereich entstehen Anreize für klimafreundliches Verhalten und Investitionen in eine andere Infrastruktur ab einem Preis jenseits von 100 Euro/Tonne. Das ist das Zehnfache von dem, was die Luftnummer der Regierung vorsieht. 

  • Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich

Klimaschutz darf die soziale Ungleichheit im Land nicht weiter befeuern. Wenn der Weg zur Arbeit für Menschen mit geringem Einkommen noch teurer wird, die Reichen aber weiter mit dem SUV das Klima verpesten dürfen, weil sie es sich leisten können, verliert der Klimaschutz viele seiner Unterstützer*innen.

In ihrem Klimapaket geht die GroKo diese Frage aber genau falsch herum an: Sie erhöht die Pendlerpauschale – den Steuerbonus, den Menschen mit Arbeitswegen von mehr als 20 Kilometern erhalten. Was erstmal plausibel klingt, hat einen entscheidenden Haken: Von einer höheren Pendlerpauschale profitieren nämlich nur diejenigen, die überhaupt Einkommensteuer bezahlen. Und besonders hoch ist die Ersparnis für jene, die mehr Steuern zahlen, weil sie mehr verdienen. Unter dem Strich heißt das: Gerade reiche Vielfahrer*innen entlastet die GroKo besonders.

Dabei ließe sich leicht verhindern, dass ein CO2-Preis soziale Ungleichheit erhöht. Die Schweiz gibt ihre Einnahmen aus dem CO2-Preis an jede*n Eidgenoss*in in gleicher Höhe zurück. Sozial Benachteiligte haben dadurch zumeist mehr in der Tasche, wohingegen Reiche, die in der Regel deutlich mehr CO2 verursachen, überdurchschnittlich belastet werden. Entsprechend liegt der CO2-Preis in unserem Nachbarland bei derzeit 96 Schweizer Franken (ca. 88 Euro) – und beginnt so zu wirken.

Klar ist aber auch: Klimaschutz allein kann soziale Ungleichheiten nicht beseitigen. Damit der ökologische Umbau gelingt, braucht es auch einen sozialen Umbau: mit höheren Steuern für Reiche, guter Absicherung für Arbeitslose oder gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur. Wer Angst haben muss, auf dem Land abgehängt zu werden oder bei Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, wird sich auf konsequenten Klimaschutz kaum einlassen können.

  • Ohne Erneuerbare funktioniert nichts

Der Umstieg auf mehr Züge, Elektro-Mobilität und Wärmepumpen – all das benötigt Strom. Aber ein Fortschritt für den Klimaschutz wird nur daraus, wenn dieser Strom auch aus regenerativen und nicht aus fossilen Quellen stammt. Doch so erfolgreich der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher verlief – derzeit steckt er bei einem Anteil von um die 37 Prozent an der Stromerzeugung fest. Der Grund: Der Ausbaudeckel der Photovoltaik, der Ausschreibungszwang bei neuen Windkraft-Projekten und völlig überzogene Abstandsregeln von neuen Windanlagen zur Wohnbebauung. Im ersten Halbjahr gingen bundesweit netto gerade einmal 35 neue Windräder ans Netz.

Das Klimapaket der Regierung beseitigt jetzt immerhin den unsinnigen Solar-Ausbaudeckel. Doch beim Wind macht es alles noch schlimmer: Bundeseinheitlich sollen jetzt 1.000 Meter Abstand von Windrädern zu Häusern gelten. Außer in Bayern: Dort lässt die CSU ihre noch schärfere Regelung gelten. Zwar können andere Bundesländer beim Abstand auch nach unten gehen, aber das Signal ist fatal. Deshalb befürchten die Analysten von Aurora Energy, dass die Regierung mit ihren Beschlüssen ihr Ziel krachend verfehlt, bis 2030 die Erneuerbaren auf 65 Prozent Anteil am Strommix auszubauen. Sie rechnen mit maximal 52 Prozent.

Was es braucht? Einen klaren Plan, wie der Ausbau der Windkraft wieder vorangebracht wird und zugleich Akzeptanz in den Regionen findet. Der Deckel beim Ausbau der Windenergie, der Ausschreibungszwang bei Wind Onshore und überzogene pauschale Abstandsregelungen von Windanlagen müssen hierfür aufgehoben und der Netzausbau beschleunigt werden. Die Menschen vor Ort in Standort- und Anrainerkommunen müssen vom Ausbau zudem mehr profitieren. Denn nur, wenn wir weit mehr als 65 Prozent Erneuerbare in 2030 erreichen, werden wir das 1,5 Grad-Ziel noch einhalten können.

  • Klimaschutz als Chance begreifen

Klimaschutz fasst die GroKo leider nur mit spitzen Fingern an. Anscheinend hofft sie, mit vorgetäuschtem Handeln Teile der Bevölkerung zu beruhigen und gleichzeitig ja niemandem auf die Füße zu treten. Die Angst, frustrierte Wähler*innen an die AfD zu verlieren, ist groß. Und es stimmt ja auch: Klimaschutz lässt sich nicht so gestalten, dass alle Menschen begeistert zustimmen. Manche Unternehmen werden weniger verdienen – und wir alle müssen Verhaltensweisen ändern. 

Doch eines ist die Grundvoraussetzung für eine große, gesellschaftliche Transformation, die Ökologie und Soziales miteinander verbindet. Dass wir sie nicht so ängstlich, verdruckst und halbherzig angehen wie Union und SPD, sondern ihre enormen Chancen begreifen – und sie entsprechend auch kommunizieren. Sie kann zu einem gesellschaftlichen Aufbruch werden, der viele Menschen begeistert. Sie kann uns hinter einer Vision einer anderen Gesellschaft vereinen, sie kann Millionen gute Arbeitsplätze und eine moderne Infrastruktur schaffen. So entsteht für alle ein besseres Leben, und unser Land – wie zu Beginn der Energiewende – wird international zum Vorbild.

Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Die GroKo abtreten lassen. Eine vorgezogene Bundestagswahl zur Klimawahl machen. Und dann mit ambitionierten Grünen an der Regierung und einer Klimabewegung auf den Straßen die sozial-ökologische Transformation durchsetzen – das klingt doch nach einem Plan. Doch machen wir uns nichts vor: Dafür muss einiges zusammenkommen und gelingen. Und wir müssen alle gemeinsam an den richtigen Stellen ansetzen. Wie wir das schaffen? Hier unsere Ideen:

  • Die SPD überall mit ihrem Versagen beim Klimaschutz konfrontieren

Die SPD ist derzeit auf Tour. Besser gesagt: ihre Kandidatenpaare für den Vorsitz der Partei. An insgesamt 23 Orten treten sie bei Regionalkonferenzen auf – bevor ihre 440.000 Mitglieder entscheiden. Doch der letzte Auftritt der Kandidat*innen im badischen Ettlingen lief so ganz anders ab: 400 Campact-Unterstützer*innen und Fridays for Future-Schüler*innen warteten am Eingang der Veranstaltung. Sie trugen die Debatte genau zu dem, der das klägliche Klimapaket maßgeblich zu verantworten hat und noch kurz zuvor große Töne spuckte: Olaf Scholz.

Bei vielen SPD-Mitgliedern traf der Protest auf großes Verständnis, einige schenkten Schüler*innen sogar ihre Eintrittskarten, damit sie ihre Kritik drinnen direkt an Scholz adressieren konnten. Was sie auch taten. Die Debatte um das Klimapaket – sie wurde zum bestimmenden Thema des Abends. 

Was wir daraus mitnehmen: Lasst uns hunderte Ettlingens im ganzen Land entstehen lassen! Die Idee: Bei weiteren Regionalkonferenzen der SPD und möglichst vielen Partei- und Abgeordneten-Büros tragen Campact-Unterstützer*innen die Debatte über das Klimapaket vor die Tür. Überall adressieren wir erst die Mitglieder der Partei. Sie entscheiden darüber, welches Kandidatenpaar die SPD künftig führt. Eines, das alles beim Alten lässt – wie Scholz und Klara Geywitz. Oder eines, das die SPD endlich aus der GroKo führt und den Weg zu Neuwahlen ebnet – wie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken oder Karl Lauterbach und Nina Scheer. Direkt vor dem Parteitag fokussieren wir uns dann auf die Delegierten des Parteitags und fordern: Macht den Weg frei für echten Klimaschutz. 

Wenn überall im Land Tausende Bürger*innen ihre Enttäuschung über das Klimapaket den Sozialdemokrat*innen mitteilen und für Neuwahlen werben, wird das seine Wirkung nicht verfehlen. Vielen SPD-Anhänger*innen werden sie aus dem Herzen sprechen.

  • Der 29.11. wird zum nächsten großen Streiktag

Noch stehen die Details nicht, aber schon jetzt ist klar. Am Freitag, den 29. November geht es wieder raus auf die Straße, zusammen mit den Schüler*innen, alle gemeinsam. Der Termin liegt richtig: Am 1. Dezember beginnt in Chile die Weltklimakonferenz, und alle Aufmerksamkeit der Medien wird auf dem Klimathema liegen. Und ein Wochenende später, am 7. und 8. Dezember, zieht die SPD auf ihrem Parteitag in Berlin Halbzeitbilanz über die GroKo. Neuwahlen oder weiter so? Das wird entschieden. Und wenn die Große Koalition bis dahin nicht ein ganz neues, echtes Klimapaket präsentiert hat, werden wir sagen: #Neuwahlen. Wieder mit Hunderttausenden. Überall im Land. Aber mit neuem Demokonzept. Wie das aussieht? Lassen Sie sich überraschen und seien Sie dabei!

  • Die Klimawahl steigt – in Hamburg

Sie ist die erste und einzige Landtagswahl im neuen Jahr. Die Wahl in der Hansestadt an Elbe und Alster. Und wir wollen sie zur Klimawahl machen. Denn bisher scheuen SPD und CDU/CSU ambitionierten Klimaschutz auch aus der Angst, Stimmen an die AfD zu verlieren. Doch ihr Kalkül könnte bald ganz anders aussehen, wenn sie merken: Wir verlieren Stimmen nicht wegen zuviel Klimaschutz, sondern wegen zu wenig. 

Deswegen wollen wir alle Hanseaten auffordern: Wählt nicht die rechtsextremen Klimaleugner*innen von der AfD. Gebt nicht Eure Stimme den Klimaversager*innen von CDU und SPD. Macht Euer Kreuz bei Parteien, die für Klimaschutz eintreten. Wie wir die Hamburger*innen erreichen? Mit Hilfe der 70.192 Menschen, die Campact in Hamburg unterstützen. Und die wir dazu einladen, Hunderttausende Türhänger und Flugblätter zu verteilen, Großplakate zu finanzieren, an den Wahlkampfständen von CDU und SPD über Klima zu diskutieren – das volle Kampagnen-Programm. Für Unruhe im Willy-Brandt-Haus und im Konrad-Adenauer-Haus ist gesorgt – vielleicht schon durch diese Zeilen.

716 Kommentare

  • von Caroline Moll

    Es ist schön zu sehen, dass die Bewegung wächst, aber auch traurig wieviel Ignoranz lhr entgegen prallt, vor allem in den sozialen Medien. Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Klimaschutz geht nicht zum Nulltarif, dazu ist es schon lange zu spät. Die soziale Struktur in diesem Land muss sich mitwandeln, solange viele Menschen befürchten müssen von ihrem wenigen, was sie haben, noch mehr abgeben zu müssen, solange werden sie nicht hinter uns stehen können, auch wenn sie es vielleicht gerne würden. Wer mit wenig auskommen muss, der kauft leider Wurst und Fleisch aus der Massentierhaltung oder Produkte die erst kilometerweit transportiert werden mussten, anstelle von regionalen Produkten die oft teurer sind als die von weit her verbrachten.Die Grünen alleine werden es nicht richten können, sie hätten in der Koalition mit der SPD schon Möglichkeiten gehabt mehr und besseren Umweltschutz durchzudrücken. Von ihren ursprünglichen Idealen haben sie sich leider viel zu weit entfernt.

  • Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer kann es sich nicht erlauben, die Wahrheit zu schreiben, ist er als Merkel-Berater doch auch irgendwie Lobbyist Merkels.
    Was sich unsere sogenannten Volksvertreter (-zertreter?) und Lobbyisten der Reichen u. Mächtigen, des Kapitals, da erlaubt haben, ist reine Augenwischerei. Einerseits dem Volk verpflichtet, mussten die Regierung etwas tun, aber nach dem Motto „was tut unseren Göttern (Gönnern?) nicht weh? Mal wieder wurde mit vielen Worten nichts gesagt. Und – natürlich – nichts bewegt. Ist es vielleicht ein Omen, dass das neuerliche Regierungs-Armutszeugnis ausgerechnet auf die größte Demo stieß? Zumindest scheint es mir makaber und höchst blamabel. Aber diesen Zustand kennt man ja in der „Regierung“.

  • von Susanne Maeß

    Hallo zusammen, mir fehlt in der Gesamtdebatte eindeutig hier die Gewichtung der völlig aus dem Ruder gelaufenen weltweiten Landwirtschaft und das, was große Containerschiffe eigentlich verbrauchen resp. ausstoßen. Dass diese Themen hier, wie auch sonst, völlig unterrepräsentiert sind, obwohl viele Studien beweisen, dass diese Verursacher die meisten Probleme bedeuten, macht michsehr nachdenklich.
    Die Lobby, die diese beiden Industriezweige repräsentiert, muss sehr stark sein, dass nicht mal Ihr von Campact darüber redet.
    ich halte das Parteiensystem als solches nicht mehr für den richtigen Hebel um aus den Miseren herauszukommen. ob jetzt die SPD oder die CDU regiert, ist erfahrungsgemäß egal. Das ist kein AFD- Geschwätz, damit habe ich nichts am Hut. Es ist aber Beobachtung von Politik, seit 20 Jahren mindestens, denn wer jeweils am Ruder ist, folgt dem, was die Lobbyisten wollen. ich kanns mir nicht anders erklären. Und denen sind auch Demonstrationen egal, wie man sieht.

  • von Erich Kilger

    Berichte über die Lithium-Gewinnung z.B. in der Atacama Wüste lassen mich zweifeln, ob das E-Auto mit LithiumBatterie das Allheilmittel ist.
    Es gibt ein ElektroAuto, das mit Salzwasser betankt wird (Quant, Nano FlowCell) !!!

  • von Horst Hill

    Das was da als Klimapaket bezeichnet wird ist die zu Papier gebrachte Ausgeburt der Angst jener Politiker, es keinem weh tun wollen, um ja nur wiedergewählt zu werden.
    Das ist der falsche Weg, um das was vor uns liegt zu bewältigen.
    Grundlage für politische Entscheidungen sollten aus dem Ergebnis der Diskussion unterschiedlicher ökonomischer und ökologischer sowie aus den sozialen Bereichen der Wissenschaft/Naturwissenschaft bestimmend kommen, und die Politik sollte dieses dann organisieren.
    Und nicht das, was wir jetzt haben, wo offensichtlich diese Art der Entscheidungen nur dem Machterhalt und der sicheren Einkommensquelle unserer gewählten Volksvertreter dient!
    Wir älteren Mitbürger, die maximal noch eine Lebenserwartung von 10-20 Jahren haben, sollten sich nicht, wie ich feststelle, im Fatalismus „mich trifft das ja nicht mehr“ ergehen, sondern wegen Mitverantwortung an der bestehenden Situation, sich aktiv mit am Prozess um das Ringen zur Veränderung beteiligen.

  • von Petra Weule

    Neue Studiengänge und Berufszweige im Klima- und Umweltschutz. Dies betrifft umweltfreundliche Technologien und Infrastruktur, mehr Naturschutzgebiete- und Projekte.

    Eine verstrahlter Globus ist keine Alternative zum CO2!!!!!!!!

    Von der Natur nehmen und nicht geben, das funktioniert nicht. Zur Zeit nehmen wir von der Natur und als Gegenleistung zerstören wir die Natur.

    Vielen Dank und Gruß Petra Weule

  • von Gebauer

    Für mich hat die losgetretene Klimakampagne nur einen Sinn: Destabilisierung der Gesellschaften und Zerstörung der demokratischen Verhältnisse. Was mit den Klassenkampftheorien im 20. Jahrhundert nicht gelungen ist, versuchen Sie nun mit der Klimapsychose. Dabei akzeptieren Sie keinerlei abweichende Argumente von Fachleuten aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Alleiniges Ziel ist die „Weltrevolution“!

  • von Peter Ernst

    Ich teile Christophs Analyse was die Klimapolitik der Regierung und die Taktik der Parteien angeht voll und ganz. Auch was das weitere Vorgehen angeht bin ich voll seiner Meinung, dass wir mit unseren Kampagnen und Aktionen nicht nachlassen dürfen. Allerdings bin ich etwas pessimistisch was eine rasche Änderung der derzeitigen Politik betrifft. Wenn die SPD im Dezember der GROKO nach der Nominierung der neuen Vorsitzenden nicht den Stecker zieht, wird es vor 2021 keine Neuwahlen geben. Solange passiert dann erstmal nichts. Man muss es den SPD Genossen wirklich sagen, sie haben es tatsächlich in der Hand eine notwendige Veränderung herbeizuführen, d.h. Neuwahlen zu ermöglichen. Dann ist der Wähler gefragt.

  • von Andre Wermter

    Wir brauchen ein gutes Verhältnis von Herz und Verstand, Mut und Vertrauen: Technologie kann uns sehr gute Werkzeuge beim Wandel an die Hand geben, aber auch Konsumverzicht sollte in den Wohlstandsgesellschaften auf der Agenda stehen. Wir brauchen u.a. viele große Energiespeicher, um einige Erneuerbare Energien tageszeit- und wetterunabhängig zur Verfügung zu haben. Intelligente Technik sollte nicht neue Löcher aufreißen, 5G bitte unabhängig prüfen auf Unbedenklichkeit!
    Der Klimawandel darf die soziale Schere nicht weiten!
    Der Zwang zur Devidende ist zu hinterfragen.
    Viel Spaß dabei!

  • von Heiner Nussbaum

    Die Kritik am „Klimapaket“ der GroKo und die Vorschläge von Christoph Bautz gefallen mir sehr gut. Ich frage mich allerdings, ob sie nicht zu einseitig darauf setzen, die SPD für den Bruch mit der GroKo zu gewinnen um dann Neuwahlen anzusteuern. Wäre es nicht genauso wichtig und auch machbar, in der jetzigen Situation weitere Großorganisationen wie die Gewerkschaften („den Kampf gegen den Klimawandel sozial gestalten“), die Kirchen („Gottes Schöpfung erhalten“), den Sport, Wohlfahrts- und Ärzteverbände und andere gesellschaftliche Schwergewichte ins Boot zu holen um gemeinsam von Parlament und Regierung energischere Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung zu fordern?

  • von Pardy Zimmer

    Zum Thema Klimawandel u. CO2 !!
    Unsere Luft besteht aus
    78 % Stickstoff , 21% Sauerstoff, 1% Edelgas u. 0.038% CO2 !
    Davon produziert die Natur selbst etwa 96 % .
    Den Rest (also 4%) der Mensch. Dies sind dann 4 % von 0,0038 %,
    also immerhin 0,00152 %.
    Der Anteil von Deutschland beträgt hierbei 3,1%. Somit beeinflusst „D“ mit nur 0,0004712 % das CO2 in der Luft. Damit wollen wir die Führungsrolle in der Welt übernehmen, was dann den Steuerzahler etwa 50 Mrd.€ kostet !!!!
    DENKT MAL ENDLICH NACH !!!

  • von U.D.

    Ich finde es toll, dass sich mittlerweile so viele (junge) Menschen politisch engagieren, wo ja immer gesagt wurde, die Jugend sei unpolitisch. Solche Behauptungen fand ich schon immer suspekt.
    Es gibt mehrere Punkte, die kaum Berücksichtigung bei der „Klima“-Debatte finden. Der eine, nicht unerhebliche Punkt heißt „Überbevölkerung“. Solange wir diese (unappetitliche) Thema nicht als Erstes angehen, brauchen wir uns um die Rettung des Klimas überhaupt keine Gedanken machen. Denn im Jahre 2050 haben wir voraussichtlich 10 Milliarden Menschen auf Erden leben. Diese haben alle das gleiche Anrecht auf den Lebensstandard welchem wir seit einigen Jahrzehnten so ganz selbstverständlich fröhnen. Und da der Kapitalismus als oberste Religion die Macht über uns übernommen hat, wollen auch mindestens die Hälfte der Menschen ein Auto fahren, Wohnungen heizen, Kleidung tragen, Strom verbrauchen etc. Zum Schluss: Die Erde braucht uns nicht – wir aber die Erde. Die Natur verhandelt nicht.

  • von Dr. Willi Hartmann

    Ich stehe voll hinter euren Forderungen!!!

  • von Manfred Kühling

    Zwar ein langer Text, doch ein sehr vernünftiger. Der Argumentation stimme ich zu. Ich
    wünsche Ihnen und mir: möge er gelingen viele Menschen zu beeindrucken.

    Kleiner Hinweis: einmal die Woche ( oder sogar 2 mal ? ) einen reinen Obst- oder Gemüse-
    tag einlegen. Das spart Geld, hilft der Figur und schmeckt auch noch. Der Umwelt würde es
    sogar sehr gut tun.

  • von margareta steinrücke

    finde die gedanken, die ihr euch gemacht habt, außerordentlich gut, genau, aktuell und politisch realistisch.
    vielen dank für eure arbeit.

  • von Werner Alex

    ich bin einer von denen (wohl schon eine große Gruppe), die nicht mehr wissen, wen man noch wählen kann. Ich bin nur ungern Wahlverweigerer, aber wer ist denn noch wählbar? Trifft man eine gute Entscheidung, wenn man nur zwischen Pest und Cholera wählen kann? Ich denke, ich habe ein gutes Umweltgewissen: ich bin Vegetarier (Veganer kommt vielleicht später mal), ich habe diese Jahr für mein Haus eine Photovoltaikanlage installieren lassen und ja, ich fahre Auto (sogar einen Diesel, erst 2 Jahre alt), und ich wäre auch bereit, für den Sprit mehr zu zahlen. In Bezug auf das Auto, tut es mir leid, dass mein Klimabewustsein erst spät erwacht ist (aber ich gelobe Besserung). Ich hoffe sehr, dass die Grünen nicht die einzigen sind, denen man es zutraut, das Ruder noch einmal herum zu reißen. AFD und FDP, CDU/CSU kommen für mich überhaupt nicht in Frage, mit allen anderen könnte ich leben. Hätten die SPD oder die LINKEN nur ein entsprechendes Konzept und wären stark genug, es umzusetzen.

  • von Sascha

    Guter Ansatz. Danke.
    Wird schwierig sollte aber nicht unmöglich sein.

  • von Joachim Goecke

    Die wichtigste Forderung, die sofort einen spürbaren Erfolg hat: Alle Diesel-Fahrzeugen technisch nachrüsten auf Kosten der Automobilindustrie.
    Die Käufer haben nach den Angaben ein „sauberes Fahrzeug“ gekauft. Die Zulassungsbehörden müssen die Fahrzeuge stillegen oder eine Nachrüstung fordern, die Bundesregierung und der Gesetzgeber müssen das sofort durchsetzen, den KFZ-Besitzer kostet das Nichts, er hat ein „sauberes“ Fahrzeug bezahlt!!!!

  • von Doris Schallbruch

    Die von Campact angegebenen Vorschläge sind m.E. die einzige Möglichkeit, um die wichtigsten Klimaziele auch zeitlich umzusetzen.
    Es dürfen seitens der GROKO keine weiteren „Vorschläge“ als Nachbesserung akzeptiert werden, da keine wichtigen Probleme gelöst werden.
    Ich hoffe, dass in absehbarer Zeit gezielte Änderungen durchgesetzt werden können.

  • Dafür setze ich mich ein:
    a) politisch: Beendigung der Groko; neue Reg. vorzugsweise Grün-rot-rot; Potest- Demokultur stätken…
    b) privat: Konsumänderung (kein Plastik); Ernährung ohne Fleisch; klimagerechte Mobilität incl. Reisen…

  • von Ackermann, Wolfgang

    Ich bin dafür, dass das „Klimapaket“ drastisch verschärft wird, lehne aber Neuwahlen ab.
    Das wäre so, wie wenn man sich aus der Verantwortung stehlen würde.

  • von Thomas

    Mich pisst diese Klimapanik nur noch an. Tut mir herzlich Leid. Aber CO²-Neutralität mit erneuerbaren Energien funktioniert nicht.
    Gründe dafür sind recht vielfältig genug und gut nachzuschauen.

    Im übrigen -> alle Klimamodelle basieren auf Wahrscheinlichkeitsrechnung. Ich würde also mal die allgemeine Panik ein wenig zurück nehmen. Was natürlich nicht heißen sollte, das man nicht drüber nachdenken kann das Auto öfter stehen zu lassen, regionaler einzukaufen usw, aber Panik ist kein guter Ratgeber! CO²-Steuer ist vollkommen nutzlos und viele sind auf das Auto einfach angewiesen.

    Selbst wenn Deutschland CO² Neutral ist, der Rest ist es nicht. Und mit gutem Beispiel voran gehen ist nur Selbstbeweihräucherung, denn es ändert nichts.
    Ich vote daher für neue Technologien im Bereich Kernkraft und Kernfusion, alles andere ist zu ineffizient. Außerdem zur Bekämpfung von Sachen wie Welthunger, Waffenhandel, Warlords. Erst wenn es allen gut geht, können wir über Klimaschutz nachdenken.

  • von Roswitha

    Konkrete Vorschläge:
    – das Internet verursacht sehr viel CO2 => abschalten
    – Elterntaxis verursachen viel CO2 => verbieten
    – Oktoberfest verursacht sehr viel Methan => abschaffen
    – Bevölkerungswachstum verursacht immer mehr CO2 => stoppen, reduzieren

    Insgesamt: Lebensstandard auf den der 1950er Jahre zurückschrauben

  • von Rolf Sommer

    Vieles von den Vorschlägen finde ich richtig, z.B. ein Co2 Preis der auch eine Wirkung erzielen kann. Aber es darf bei aller Dramatik und den den notwendigen Veränderungen nicht vergessen werden, dass die Menschen mitgenommen werden müssen. Der soziale Ausgleich muss immer mitgedacht werden. Es besteht sonst durchaus die Gefahr, dass die notwendigen gravierenden Veränderungen unsere Gesellschaft spalten. Wenn wir die Menschen mitnehmen wollen sind Diskussionen über einen kürzeren Abstand von Windkraftanlagen zu Wohngebieten kontraproduktiv. Es stellen sich mir viel weitere Fragen zu den Vorschlägen. Wie soll z.B. das Verbot von Öl- und Gasheizungen in der genannten kurzen Zeitspanne funktionieren? Wer soll das finanzieren?
    Richtig ist, dass die Groko keine den Problemen angemessene Klimapolitik umsetzt und das ist in dieser Situation fatal. Richtig ist der Ansatz, dass nur über den „Hebel“ bei der SPD ein dringend notwendiges Ende dieser Regierung erreicht werden kann.

  • von Vincent Schlechtrimen

    Klimaschutz ist ein vielschichtiges Thema. Viele Punkte wurden hier klar verdeutlicht. Einige jedoch nicht, wie z.B. der Umbau der Landwirtschaft. Sie kann sehr stark da zu beitragen die CO2 Emissionen zu senken – Stichwort: Terra preta.
    Die Windkraft wird in den nächsten Jahren der wichtigste Energieträger. Nur mit Off shore Anlagen kommen wir nicht weit. Einen mindest Abstand von 1 Km scheint mir angemessen, wenn wir das Problem mit dem Infraschall in den Griff bekommen. Bisher sind mir aber keine effektiven Lösungen dazu bekannt. Also entweder wir drängen den naheliegenden Anwohnern einen schlechten Schlaf auf oder wir müssen eine andere Technologie finden um unseren gewaltigen Energiebedarf zu decken. Photovoltaik? Möglich, aber auch begrenzt. Silzium und Aluminium sind nicht nachwachsend. Jeder einzelne sollte auch darüber nachdenken den Energiebedarf zu senken! Braucht man einen Wäschetrockner oder E-Bike/Scooter? Muss man unbedingt die Wohnung heizen? Weniger ist Mehr!

  • von Tolno Angela

    Ich befürchte, dass diejenigen, die durch das absolut rücksichtslose und grausame Ausbeuten ihrer Mitmenschen, der Tiere und der Erde so unfassbar mächtig und reich wurden, bzw. deren Nachkommen, sich niemals freiwillig oder ohne sich auf sehr, sehr gefährliche Weise zu wehren, von ihrer Macht und ihrem Reichtum oder Teilen davon, trennen werden. Sie werden zunächst den Klimaschutz als nicht wirklich notwendig darstellen und die Klimaschuetzer, wie schon vor 40 Jahren geschehen, als Spinner darstellen, dann als Feinde der Zivilisation, bzw. des Wohlstands und wenn das auch nicht mehr geht, weil irgendwann die Fakten auch den größten Idioten erschlagen, dann werden sie brutal werden, erst im „geheimen“ und wenn das nicht ausreicht um ihre Interessen zu wahren, dann werden sie offensichtlich werden. Was ich damit eigentlich sagen möchte ist, macht euch bereit, der Kampf um unser Klima ist nichts anderes, als der Kampf von „Gut und Böse“.

  • von Gerd Greiser

    Die Analyse und die vorgeschlagene Strategie ist richtig. Sollte so angegangen werden. Zu bedenken ist aber folgendes: in einem begrenzten System gibt es kein unbegrenztes Wachstum. Ist Physik. Heisst: selbst wenn wir alle notwendigen Massnahmen zur Schonung der Ressourcen und zum Stoppen der Erderwärmung individuell , national, global auf die Reihe kriegen….sind die 3 R…..Reduce, Repair, Recycle unumgänglich. Der Earth-Overshut-Day zeigt für jedes Jahr, wann die Bio-Kapazität der Erde erschöpft ist……national und global. 2019 war dieser Tag global der 29. Juli. Bei uns in Deutschland der 3. Mai, in den USA der 15. März und in Katar, wo gerade die LA WM stattfindet und bald die FB WM, der 11. Februar. Heisst: der Erde ist es egal, ob ihre Bio-Kapazität durch unsere bisherige Lebensweise erschöpft wird, oder durch ein entsprechendes Wachstum in klimaneutraler Lebensweise. Ist eben Physik. Folge: wir werden allein in D. unsere Lebensweise um ⅔ reduzieren müssen. Ist eben Physik.

  • von Anja

    Da gehe ich inhaltlich voll mit. Aus meinem Jahrgang (1968) waren zu wenige auf der Straße am 20.9. – also 2. Chance im November und zu arbeitskompatiblen Uhrzeiten.

    Vielleicht könnten auch jene Forderungen aus der Wirtschaft, die weit über das Klimapaket hinaus gehen, gelistet werden und insbesondere der SPD vorgehalten werden

  • von Karin Schwalm

    Die Groko hat in der Tat ihre Unfähigkeit und Mutlosigkeit ausreichend bewiesen; es reicht. Ich glaube allerdings nicht, dass es genügen wird, diesen Kapitalismus grün anzustreichen. Um sich mit den Konzernen anzulegen, dazu braucht es die Linke. Dann gerne im Verbund mit den Grünen und einer ausgeschlafenen SPD. Und wenn brave Demonstrationen nicht mehr genügen, dann müssen es eben Aktionen des zivilen Ungehorsams sein, friedlich, versteht sich von selbst. Ihr habt vielleicht Carola Rackete in Berlin gehört: am 7. Oktober kommt Extinction Rebellion nach Berlin.
    Und dann?
    Wie kommen wir schnellstens zu einer Kreislaufwirtschaft, in der nichts mehr nur weggeworfen wird. Wie werden wir wirklich nachhaltig und werden wir begreifen, dass es unbedingt auch weniger sein muss. Weniger Konsum!!!!!!!
    Ich bin dabei.

  • von Ursula Hirt

    Was mir fehlt, ist unserer größte Sauerstoff Versorgung und CO2 Vertilger: Bäume, Pflanzen. An das Kunstwerk von Joseph Beuys, 1000 Eichen, ein paar weitere Nullen hängen.

  • von Henner Gädtke

    In den Parteien brauchen wir nicht nur gute Ratschläge, sondern
    mehr Leute, die gemeinsam mit anpacken.
    Das, was eine Partei schaffen kann, ist auch immer von den Leuten abhängig, die in der Partei mitmachen.
    Weniger von denen, die sich beleidigt zurück gezogen haben.
    Die Grünen müssen nicht nur vor uns hergetrieben werden.
    Die Grünen müssen wir auch wählen, damit da mehr Gewicht hin kommt.
    Und W I R Grüne brauchen mehr und junge Menschen, die das hoffentlich größere Gewicht bewältigen können.
    Kommt und packt mit an. Das schaffen wir nur gemeinsam.

  • von Kerstin Kratzsch

    Ich befürworte bundesweite Tempolimits: zwischen 110 und 130 k/mh auf Autobahnen, 80-90 km/h auf Landstraßen. Das funktioniert in allen anderen europäischen Ländern reibungslos, nimmt Aggression und Stress raus, so dass es nivht länger nötig wäre sich nur noch in fahrenden Festungen (SUV) sicher zu fühlen. Ich befürworte dementsprechend auch ein Verbot geländetauglicher Großfahrzeuge zum Privatgebrauch. SUVs runter von den Straßen, auch der Mensch benötigt Raum.
    Desweiteren befürworte ich alle Maßnahmen, die zu einer autonomen Energieversorgung beitragen könnten. Solaranlagen zur eigenen Warmwasserversorgung und Stromgewinning, Kleinwindkraftanlagen am Haus.
    Überfällig ist ein Verbot von sinnfreien Plastikverpackungen, in die selbst Obst und Gemüse eingewickelt werden, hier müssen andere Lösungen gefundem werden.
    Abgesehen davon müssen wir als Verbraucher unser Konsumverhalten überprüfen und uns selbst mäßigen, anstatt zu verschwenden. Es gibt so vieles, was wir nicht brauchen…

  • von suedschwede

    Die Wärmepumpe im Niedrigenergiehaus braucht mehr CO2 in der Herstellung, als sie jemals spart. Heizen mit Glühlampe wäre physikalisch die beste Art. Sinnvoll wäre noch ein einfacher Gasbrenner. Im Altbau dagegen kann eine Wärmepumpe ökologischer sein, als die von der Industrielobby durchgesetzte Vollverpackung in brandbeschleunigendem Sondermüll. Bei einheitlichem, angemessenen CO2 Preis kann jeder entscheiden, was im Einzelfall besser ist. Stahlherstellung? Stoff 8.Klasse Chemie in der DDR: für x Tonnen Eisen entstehen y Tonnen CO2. Diesen Betrag stellt man frei, alles darüber wird zum normalen CO2-Preis besteuert. Damit bleibt der Anreiz an 100% Wirkungsgrad zu kommen. Rohstoffe und Herstellung neuer Produkte werden teurer. Arbeit und Reparatur werden im Vergleich billiger. Transport wird teurer, regionale Produktion billiger. Damit lohnt sich die extreme Konzentration von Produktion nicht mehr. Der Druck auf die Großstädte nimmt ab, Menschen bekommen auf dem Land wieder Arbeit.

  • von Ulrike

    Bitte vor lauter CO2 Debatte nicht unser Trinkwasser und unser Essen vergessen! Die noch immer zu viel auf‘s Feld gebrachten Ackergifte, zu viel Kunstdünger, zu viel Gülle (oft aus dem Ausland noch eingeführt), unser Bienensterben (nicht mehr nur Bienen auch alle Insekten generell), Waldsterben etc. etc….
    Wir brauchen an unseren landwirtschaftlichen Schulen ein rigoroses Umdenken! Die konventionelle Landwirtschaft stellt grüne Kreuze auf weil sie mehr Verständnis für ihr tun haben möchte, bringt aber gleichzeitig keinerlei Lösungen oder Bereitschaft es anders versuchen zu wollen!
    Was können wir hier unternehmen? Wir sollten jede Woche auf die Straße gehen….

  • von Miko

    Ökonomie und Ökologie reichen zum Regieren nicht aus.
    zum Regieren gehört noch
    mehr.
    Wie würde ein Regierungsprogramm der grünen aussehen, vor allem, welche Personen sind in der Lage, wichtige Ministerien zu besetzen?
    Die Welt ist nun mal nicht nur mit grünen Ideologien zu regieren

  • von Roland

    Genau so sehe ich das auch, es ist die Gier der Menschen und wir werden uns selbst zerstören wenn wir so weitermachen. Es ist ja nicht so gedacht, daß wir die entwickelte moderne Gesellschaft in Mitteleuropa zurückfahren sollten, aber Energieverbrauch (das schließt alles ein) wäre überall möglich.

  • von Elias F.

    Ich finde diesen Beitrag super; er zeigt, dass es tatsächlich gehen kann, und das sogar scheinbar ziemlich einfach, wenn mal endlich ein Startschuss gegeben würde! :o Ich hoffe sehr, dass der Plan so aufgeht; jedenfalls gibt er mir Hoffnung! Danke an die Autoren, die sich die Zeit genommen haben. :)

    LG

  • von Horst Köln

    Klimaschutz ist sicher eines der wichtigen Themen der Zeit und auch der Zukunft, aber nicht das einzige und auch nicht das wichtigste. Mit der Begründung auf Klimaschutz eine Regierung in Frage zu stellen, halte ich für grob Fahrlässig. Sicher muss man mehr machen, als bisher, aber nicht ohne über die Folgen für alle Bürger zu beachten. Eine 13% Partei ist sicher keine Lösung, die behindern sich selbst. Und auch wenn es einigen nicht passt, wenn die Weltgemeinschaft nicht an einem Strang zieht wird sich keiner um die Ergebnisse in Deutschland kümmern. Was wir aber erreichen werden ist die Abhängigkeit von anderen. Dann kaufen wir halt Atomstrom aus Frankreich oder Russland. Und bitte nicht in Panik verfallen, auch wenn es ein Zeitgeist zu sein scheint. Die Welt werden wir, als Menschen nicht auslöschen können. Die Erde wird uns überleben.

  • von Primel

    Dieser Aktionismus ist in meinen Augen kontraproduktiv. Deutschland kann das Weltklima nicht im Alleingang retten oder wesentlich verbessern. Die Empfehlung, eine bestimmte Partei zu wählen, andere dagegen nicht scheint mir ein Beweis zu sein, dass einige hier glauben, dass Parteien den Klimawandel aufhalten würden, wenn sie die richtige Farbe haben. Politiker haben vielleicht beste Absichten, sie werden aber trotzdem immer dafür sorgen, dass sie persönlich profitieren, da es sich in der Regel um machtbewusste Personen handelt.
    Auf der Erde leben fast 8 Mrd. Menschen. Natürlich hinterlassen diese einen größeren „Fußabdruck“, als wenn es „nur“ 5 Mrd. Menschen wären. Um zu überleben, muss die Menschheit sich etwas einfallen lassen, z.B. die Zahl ihrer Nachkommen zu begrenzen. Natürlich sind die hier geforderten Klimaziele ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings nur ein Schritt von vielen nötigen Konsequenzen, die die ganze Menschheit und nicht nur Deutschland betreffen.

  • von Matthias

    2.) Energiewende vom Ziel her denken! Also: Wie könnte ein CO2-neutrales Deutschland im Jahr 2040 aussehen (mit heute schon verfügbaren Technologien)? Was müssen wir tun um dahin zu kommen? Damit werden auch die anderen Vorteile (Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten, keine für Braunkohle abgebaggerten Dörfer mehr, bessere Luft und weniger Stau in den Städten dank mehr ÖPNV) stärker betont, und die Notwendigkeit von bestimmten Maßnahmen klarer. Z.B. ist es einfach unwirtschaftlich in den nächsten Jahren eine Ölheizung einzubauen, wenn die ab 2040 höchstens noch mit synthetischem Brennstoff betrieben werden kann, ähnliches gilt für Verbrennungsmotoren.

    3.) Bitte die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft suchen, damit auch alle Überlegungen stimmen und die Forderungen erkenntlich Hand und Fuß haben! Z.B. könnte es sinnvoll sein Gas-Heizungen und Gas-Antriebe zumindest in Spezialfällen beizubehalten, wenn wir in 20 Jahren eh überschüssigen Strom zur Synthese von Methan benutzen.

  • von Graben Eberhard

    Es steht doch völlig außer Zweifel fest, dass die Menschen die jetzt leben- insbesondere die in den sog. Industrienationen Bahnbrechendes leisten müssten, um vielleicht noch in 50 Jahren ein menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten überhaupt noch zu ermöglichen. Nur, und da bin ich mir ziemlich sicher, das wird nicht gelingen! Nur eine Weltregierung mit weit reichenden Kompetenzen, hätte vielleicht die Chance, das Ruder noch herum zu reißen. Ohne Frage, das Klimapaket der Bundesregierung ist eine Farce! Aber andererseits, und da bin ich mir ebenfalls ziemlich sicher, würde die Mehrheit der Bevölkerung stärker steigende Heizungs- Sprit -Flug- und Fleischpreise – um nur einige zu nennen – nicht so ohne weiteres akzeptieren. Große Teile der Bevölkerung haben schon wegen Merkels Flüchtlingspolitik und den Nullzinsen ein Hühnchen mit ihren Regierenden zu rupfen. Diese „giftige“ Mischung wäre genau das „Konjunkturprogramm “ das die AfD heute noch von der Macht trennt.

  • Wir brauchen Politiker, die glaubhaft für Klimaschutz stehen. Luisa Neubauer ist zu den Grünen gegangen. Sie hat dort aber lange nicht die Position, die notwendig wäre. Wir sollten vorher unbedingt die handelnden Menschen fragen, wie sie zum Thema: „Klimaschutz“ stehen und wie sie das Thema operationalisieren (d.h. in konkrete Schritte umsetzen) wollen. Lobbycontrol hat das probiert (Die Bundeszentrale für politische Bildung orientiert sich mehr an Parteiprogrammen – ob die immer umgesetzt werden?).
    Da werden viele kleine Schritte notwendig sein und das Erinnern an Versprechen. Sonst besteht wieder die Gefahr wie bei der SPD: Die Sozialen in den Wahlkampf und die Kanalbauer an die Regierung. Das Vertrauen ist hin. Es muss erst mal neues wachsen.
    Das Recht muss verbessert werden.
    Menschen, die ihren Amtseid offenbar gründlich missverstehen “ … ohne Ansehen der Person – nur unter Betrachtung des Geldbeutels“ müssen sanktioniert werden.“
    Quali Berufspolitiker: Menschenrechte. ….

  • von Gerhard Thorns

    Neuwahlen müssen (und werden voraussichtlich) kommen. Aber auch eine neue Regierung unter Beteiligung der Grünen wird die Welt nicht retten – zumal diese in einer (wahrscheinlichen) Koaltion mit der CDU etliche Kompromisse eingehen müsssen. Deshalb bedarf es auch in Zukunft einer starken außerparlamentarischen Bewegung. Soweit stimme ich mit Euch überein. Problematisch finde ich die Fixierung auf die 1,5 Grad maximale Erwärmung, da ich befürchte, dass dies Ziel selbst bei einer konsequenten Umweltpolitik in Deutschland nicht einzuhalten ist. Jedes zehntel Grad geringere Erderwärmung ist ein Gewinn, dafür sollten wir kämpfen. Denn selbst wenn die 1,5 Grad verfehlt werden, macht es für den Fortbestand der Menschheit einen Unterschied, ob wir Ende des Jahrhunderts bei 2 Grad landen oder bei einer noch stärkeren Erwärmung sog. Kipppunkte überschreiten und der Mensch jeden Einfluss auf das Klima veliert.

  • von Rudolf H.

    Wir sind heute in der Pyramide der Schrecken an der Basis angekommen. Wir haben nicht nur Streit unter Individuen, in Familien, zwischen Gruppierungen, Parteien, Ideologien, sind konfrontiert mit Verbrechen, Terror, Bürgerkrieg, und Kriegen. Die Menschheit ist heute Widersacher der Natur auf dieser Erde und damit wird jedes Vergehen gegen diese Natur entsprechende Gegenreaktionen erzeugen. Und wir können sicher sein, wir bleiben auf der Strecke, Krieg und Auseinandersetzungen haben noch nie einen wirklich menschlichen Sieger gesehen. Wir müssen umdenken, unsere Kräfte sammeln um gemeinsam den aufgeworfenen Problemen Herr zu werden um die natürlichen Gesetzmäßigkeiten in ein stabiles Geleichgewicht zurück zu versetzen. Das fängt bei jedem Einzelnen von uns an und wirkt ansteckend, wenn dieser beispielhaft agiert. Wir brauchen dazu jedes Individuum, die Politik und auch Handwerk, Dienstleistung und Industrie – wir müssen dieses gemeinsame Ziel haben – leider ist die Zeit dazu knapp.

  • Die Vorschlage von Campact sind fundiert, sehr vernuenftig und Erfolg versprechend (wie immer). Ich bin sehr sehr dankbar, dass es Campact gibt, besonders weil mein Bewegungsradius aus Alters-und Krankheitsgründen sehr eingeschraenkt ist. Ich stehe absolut hinter diesen Vorschlaegen. Gudrun Schwichtenberg aus Koeln

  • von Susanne Hofmann

    Ich habe eure Vorschläge und Gedanken ausführlich gelesen und unterstütze die massive Kritik an dem bestehenden Klimapaket, das diesen Namen nicht verdient. Was ich vermisse bei euren Vorschlägen: es geht doch auch darum massiv Strom ein zu sparen. Dabei denke ich an die allgemeine Neigung, alles im Leben muss elektrisch funktionieren , die Unsitte Städte in Lichtorgien zu verwandeln. Von den privaten Illuminationen mal abgesehen. Ich halte es für sehr wichtig der Bevölkerung klar anzusagen, dass wir die Welt nur retten können, wenn jeder einzelne sein Verhalten nachhaltig verändert. Dazu gehört das Ernährungsverhalten, denn der kolossale Verzehr an Fleisch und vorgefertigten Nahrungsmitteln und Produkten aus den entferntesten Winkeln der Erde. Meiner Meinung nach ist der Hype auf Elektroautos fehl am Platz , weil die Co2 Bilanz durch die Herstellung und die Materialien der Batterien sehr schlecht ist und wir auf Kosten von Drittländern, die extrem unter dem Abbau von Lithium leiden .

  • von Klaus Kissel

    Ich teile die grundlegende politische Einschätzung der skandalösen „Klima-Beschlüsse“. Die SPD „politisch zu stellen“, wo immer es möglich ist, finde ich richtig (z. B. bei deren Parteikonferenzen), allerdings halte ich die Aussage „Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen“ für falsch. Die große Mehrheit der SPD-Spitze auf Bundes- und Länderebene hat mit einer wirksamen Klimapolitik nichts zu tun. Das hat sich in der Vergangenheit deutlich gezeigt. Sie vertreten wie CDU, CSU und FDP die Interessen des Großkapitals.
    Was bei den Ausführungen fehlt:
    Eine Politik pro Klimaschutz macht nicht nur eine Energie- und Verkehrswende, sondern auch eine Agrarwende erforderlich. Die finanzpolitische „Schwarze Null“ muss begraben werden. Die Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Technologie muss massiv unterstützt u. ausgebaut werden. Die Elektromobilität sehe ich nur für den Übergang geeignet u. die Atomindustrie will sie nutzen zur Laufzeitverlängerung der AKWs.

  • von R. Mittmann

    Grundsätzlich sehe ich die beschriebenen Aktivitäten als einen Weg, Bewegung in die verfahrene Klimapolitik der Bundesregierung zu bringen. Was allerdings fehlt, ist ein praxistaugliches Konzept, welches mit den Mitteln der Demokratie zum Erfolg führt. Das sehe ich derzeit bei Niemanden. Trotz vieler Ideen, die m. E. vernünftig sind, erscheinen mir daher die Rahmenbedingungen nicht wirksam genug, um dem Klimawandel angemessen zu begegnen. Kann Deutschland eine Vorreiterolle übernehmen, der andere Staaten folgen? Ich habe Zweifel. Der Anteil der auf Gewinn und Witschaftswachstum Setzenden ist (noch) zu groß und zu mächtig, um sich langfristig freiwillig vernünftig zu positionieren. Auch in Deutschland.
    Trotz der geringen Erfolgswahrscheinlichkeit unterstützte ich gleichwohl die seitens Campact beschriebenen Maßnahmen.

  • von Werner

    Ja, die GROKO versagt, aus Angst vor den Wählern und der Wirtschaftslobby. Dabei würde heute jeder vernünftige Mensch mutiges, sinnvolles und zukunftsicherndes Handeln, nach umfassender Information, belohnen und sogar vertretbaren Wohlstandsverzicht in Kauf nehmen. Warum traut die politische Klasse dem mündigen Bürger zu wenig zu? Warum werden keine sinnvollen und wirksamen Anreize, Vorgaben und Zuschüsse für Hausbesitzer, Verkehr und Unternehmen usw. geschaffen, um die Eigeninitiative aller zu befördern?

  • von Georg Rudolf Weber

    Ihr müßte in jeder Demostration Lehrstunden abhalten. Was kann Ich persönlich tun um den Klimaschutz voranzutreiben. Man fängt bei sich selbst an. So das eine Welle der Begeisterung entsteht mit zu Machen sei es der von Nebenan oder auch Politiker. Man darf sie dabei aber nicht düpieren.

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Christoph Bautz ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach dem Studium baute er Attac-Deutschland mit auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Er gründete gemeinsam mit Felix Kolb die Bewegungsstiftung, die Kampagnen und Projekte sozialer Bewegungen fördert. 2004 initiierte er mit Günter Metzges und Felix Kolb Campact. Seitdem ist er Geschäftsführender Vorstand.