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Zu gut für die Tonne 

In Deutschland landen jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – der Großteil gilt als vermeidbar. Lies hier, was Du gegen Lebensmittelverschwendung tun kannst.

Zu gut für die Tonne: Lies hier, was Du gegen Lebensmittelverschwendung tun kannst
Zu klein, zu viele Dellen – schon auf dem Acker werden Lebensmittel aussortiert und landen dann oft im Müll. / Foto: Unsplash

Wie viele Lebensmittel verschwendet Deutschland? 

Krumme Gurken, saftiges Brot, abgelaufener Joghurt: In Deutschland landen jährlich insgesamt 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – das entspricht rund einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs in Deutschland. 800.000 Tonnen davon wirft allein der Einzelhandel weg.

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Schlecht fürs Klima 

Vor allem Brot wird häufig entsorgt. Jedes Jahr landen allein in Deutschland 500.000 Tonnen Backwaren im Müll. Um ein Kilo Brot herzustellen, braucht es 1.600 Liter Wasser. Insgesamt werden so 800 Milliarden Liter Wasser jährlich in Deutschland verschwendet. 

Anbau, Lagerung, Transport, Kühlung: Für die Herstellung unserer Lebensmittel braucht es wertvolle Ressourcen. Landen die Lebensmittel direkt im Müll, wurden diese quasi „umsonst“ verbraucht – auf Kosten von Umwelt und Klima. 

Lebensmittelverschwendung ist vermeidbar

Containern ist kein Verbrechen!

Caro und Franzi retten Lebensmittel (Foto: Tobias Langer/Campact e. V. )

Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, fordern Caro und Franzi, dass Lebensmittelverschwendung gesetzlich verboten werden muss. Außerdem muss die polizeiliche und strafrechtliche Verfolgung von Containern gestoppt werden.

Von den 800.000 Tonnen Lebensmitteln, die jährlich allein im Einzelhandel im Müll landen, gelten rund 90 Prozent als vermeidbar. Lebensmittelverschwendung ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch teuer. In Zeiten von Inflation, in denen sich immer weniger Menschen gesunde Lebensmittel leisten können, gewinnt das Wegwerfen noch mehr an Absurdität. 

Was bringt ein Wegwerfverbot?

In Frankreich ist Lebensmittelverschwendung gesetzlich verboten: Große Supermärkte (ab einer Fläche von 400 Quadratmetern) sind seit 2016 verpflichtet, unverkaufte Lebensmittel zu spenden, statt sie wegzuwerfen. Seit das Gesetz in Kraft ist, erhalten französische Tafeln etwa 19 Prozent mehr Lebensmittelspenden als vorher. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen hat Deutschland zugesagt, bis 2030 den Lebensmittelmüll zu halbieren, doch bislang fehlen verbindliche Vorgaben dafür. Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, setzen sich zwei Frauen für ein Gesetz in Deutschland ein, das das Wegwerfen von Lebensmitteln verbietet und Containern (also das Retten von Lebensmitteln) legalisiert.

Lebensmittelverschwendung in Deutschlands Privathaushalten

Falsche Lagerung, Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder zu viel gekocht: In Deutschlands Privathaushalten landen besonders viele Lebensmittel in der Tonne – und zwar 78 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 werden verdorbene Lebensmittel am häufigsten weggeschmissen. Hier hilft es, auf die richtige Lagerung zu achten. Kleiner Tipp: Neue Einkäufe gehören in den hinteren Teil des Kühlschranks. Reste vom Mittagsessen bleiben am längsten luftdicht verpackt oder im Eisfach frisch. In 86 Prozent der Haushalte werden allerdings auch Lebensmittel weggeworfen, die noch verwertbar gewesen wären. Hier schafft eine gute Einkaufsplanung Abhilfe. Wer vor dem Urlaub trotzdem zu viele Lebensmittel übrig hat und nicht weiß, wohin damit, für den*die könnten die folgenden Initiativen nützlich sein.

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Es gibt immer mehr Initiativen, die sich gegen das sinnlose Wegwerfen von Lebensmitteln engagieren. Seit mehr als zehn Jahren rettet die Initiative „Foodsharing“ gute Lebensmittel vor der Tonne. Über 540.000 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen regelmäßig die Internetplattform nach dem Motto: „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!“. 

Die App „Too Good to Go“ vernetzt beispielsweise Restaurants, Bäckereien oder Supermärkte direkt mit Verbraucher*innen – die zu einem deutlich geringeren Preis Überraschungstüten mit überschüssigen Lebensmittel vor der Verschwendung retten können. 

Logisch, das Angebot variiert sehr nach Wohnort – so gibt es in der Stadt deutlich mehr Optionen, als auf dem platten Land. Doch auch für den ländlichen Raum gibt es Anbieter, die sich der Lebensmittelrettung verschrieben haben. Bei „Etepetete“ können Verbraucher*innen Obst und Gemüse in Bio-Qualität kaufen, das vermeintlich zu krumm oder zu klein gewachsen ist. Auch die Start-ups  „SirPlus“ oder „Motatos“ bringen in ihren Online-Shops überschüssige Lebensmittel zurück in den Kreislauf. 

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