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Stoppt die Macht von Big Tech: Wie wir soziale Medien retten können

Soziale Netzwerke wie Facebook, X und TikTok sind längst keine neutralen Plattformen mehr. Big Tech-Konzerne steuern die Inhalte und verbreiten Desinformation – während unabhängige Medien und Kreative an Reichweite verlieren. Die Initiative „Save Social“ schlägt zehn konkrete Schritte vor, um das Monopol der Tech-Giganten zu brechen und soziale Netzwerke demokratischer und fairer zu gestalten.

Collage aus Porträtfotos mit lila Farbfilter. In der Mitte steht der Text „Save Social – Das Internet zurückerobern“ auf violettem Hintergrund. Stoppt die Macht von Big Tech.
Save Social – ein Zusammenschluss von rund 100 Akteur*innen aus Kultur, Medien und Wirtschaft. Bild: Save Social

Das freie Internet, wie wir es kannten, droht zu verschwinden. Technologiekonzerne wie Meta, X (ehemals Twitter) und TikTok beherrschen den digitalen Raum und steuern den Informationsfluss nach ihren wirtschaftlichen Interessen. Ihre Algorithmen entscheiden, welche Inhalte gesehen werden, während sie Milliarden an Werbeeinnahmen einstreichen. Journalist*innen, Kreative und unabhängige Plattformen verlieren zunehmend die Möglichkeit, sich dagegen zu behaupten.

Wie Politik sich Social Media zu nutzen macht 

Über den Nachrichtendienst Twitter (jetzt X) verbreitete Donald Trump im Wahlkampf gezielt Lügen und Falschbehauptungen. Faktenchecker dokumentierten bereits während seiner ersten Präsidentschaft Hunderte irreführende oder falsche Aussagen – etwa zu Wahlbetrug, COVID-19 oder der Klimakrise. Das damalige Twitter versah die Falschaussagen erst mit Warnhinweisen und sperrte schließlich Trumps Account. 

Nach der Übernahme durch Elon Musk ist das unvorstellbar: Der reichste Mann der Welt veränderte die Plattform grundlegend. Er lockerte Regeln gegen Desinformation und propagierte eine vermeintlich „freie Meinungsäußerung“. Damit öffnete Musk Hass, Hetze und Fake News auf Social Media Tür und Tor. Auch Mark Zuckerberg stellte das Faktencheck-Programm auf Facebook und Instagram ein – und gefährdet dadurch unsere Demokratie. 

Wie KI und Algorithmen journalistische Standards untergraben

Besonders alarmierend ist die rasante Entwicklung von durch künstliche Intelligenz (KI) gestützten Suchmaschinen, die Inhalte zusammenfassen und den Zugang zu Originalquellen erschweren. Die Gefahr: Eine verzerrte öffentliche Meinungsbildung und Transparenz. Aber auch journalistische Standards werden dadurch zunehmend untergraben mit schwerwiegenden Folgen für die Pressefreiheit. 

Petition: Soziale Netzwerke als demokratische Kraft retten

Demokratiestärkende Angebote müssen ausgebaut und demokratieschädliche Plattformmonopole entmachtet werden! Es besteht dringender Handlungsbedarf auf nationaler und europäischer Ebene.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat sich die Initiative Save Social gebildet – ein Zusammenschluss von rund 100 Akteur*innen aus Kultur, Medien und Wirtschaft; initiiert von Marc-Uwe Kling. Bereits über 240.000 Menschen haben die WeAct-Petition der Initiative unterzeichnet. Ihr Ziel: Die monopolartige Kontrolle der Tech-Giganten durchbrechen und alternative, demokratischere Plattformen stärken.

Save Social stellt zehn Forderungen für gerechtere soziale Netzwerke 

Die Initiative stellt zehn konkrete Maßnahmen vor, um das Internet unabhängiger und fairer zu gestalten.

  • Mehr Unterstützung für Alternativen: Öffentlich finanzierte Inhalte müssen auf offenen Plattformen zugänglich sein, nicht nur auf den großen Netzwerken.
  • Ressourcen fair verteilen: Institutionen sollen Inhalte nicht nur für Monopolplattformen produzieren, sondern auch für unabhängige Alternativen bereitstellen.
  • Staatliche Investitionen: Bund und Länder sollen mehr Geld in den Ausbau und die Nutzung demokratischer Plattformen stecken.
  • Gemeinwohl schützen: Neue Gesetze sollen gemeinwohlorientierten Plattformen erlauben, gemeinnützig zu arbeiten.
  • Medienbildung stärken: Schulen sollen den Umgang mit unabhängigen Plattformen lehren und die Nutzung von Tech-Konzernen in Bildungseinrichtungen verringern.
  • Marktmacht begrenzen: Plattformen mit zu großem Einfluss müssen Inhalte und Verbreitungswege trennen oder Unternehmensbereiche abgeben.
  • Offene Standards schaffen: Große Plattformen sollen interoperabel werden, damit Nutzer:innen Inhalte einfacher übertragen und wechseln können.
  • Faire Sichtbarkeit sichern: Plattformen dürfen externe Links nicht durch geringere Reichweite benachteiligen.
  • Kontrolle verbessern: Unabhängige Gremien sollen Desinformation und Hetze wirksamer bekämpfen.
  • Verantwortung für Inhalte übernehmen: Plattformen müssen für die Verbreitung strafbarer Inhalte haftbar gemacht werden.

Save Social appelliert an die Politik, die Demokratie zu schützen

Soziale Medien sind zentrale Orte für öffentliche Debatten. Wenn eine kleine Gruppe von Milliardären entscheidet, wer sprechen darf und welche Inhalte verbreitet werden, kontrollieren wenige Privatpersonen den digitalen Diskurs – ohne demokratische Legitimation oder Transparenz.
Mit ihrer Online-Petition fordert Save Social die Bundesregierung, die EU-Kommission und die Ministerpräsident*innen der Länder auf, einzugreifen. Ihnen geht nicht um Zensur oder Einschränkung der Meinungsfreiheit – sondern um die Rettung eines freien, pluralistischen Internets.

Wenn wir jetzt nicht handeln, werden unsere Debatten und unser Informationsfluss zunehmend von wenigen Konzernen gesteuert.

Save Social

Prominente Unterstützung für Marc-Uwe Kling

Die WeAct-Petition hat bereits über 240.000 Unterstützer*innen. Unter den Unterzeichnenden sind auch die Musiker*innen Jan Delay, Dota Kehr und Sebastian Krumbiegel. Neben Marc-Uwe Kling unterstützen auch die Autor*innen Saša Stanišić, Nina George, Uwe Timm und Isabel Bogdan, sowie die Journalist*innen Dr. Eckart von Hirschhausen und Nadia Zaboura die Initiative. Schließe auch Du Dich an. Unterzeichne jetzt gegen die Macht der Tech-Konzerne.

Klicke hier, um zur Petition zu kommen


Ob national, lokal oder regional: Bei WeAct kannst Du in wenigen Schritten Deine Petition starten. Langjährige Erfahrung, Expertise rund um Strategie, Kommunikation und Aktionsplanung: Bei WeAct teilen erfahrene Campaigner*innen dieses Wissen mit Dir und unterstützen Dich dabei, Deine Petition zum Erfolg zu bringen.

Ganz wichtig: Für Rechtspopulist*innen oder andere Demokratie-Feinde hat WeAct keinen Platz. Wir unterstützen Petitionen, die sozialen, ökologischen und demokratischen Fortschritt vorantreiben. Reichweite und Beratung kann man bei WeAct nicht kaufen – wir arbeiten mit Deiner Petition aus Überzeugung!

Du willst jetzt gerne eine schlagkräftige Petition erstellen, aber weißt nicht wie? Hier findest Du Tipps, damit Deine Petition Erfolg hat.

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Autor*innen

WeAct ist die Petitionsplattform von Campact – einer Kampagnen-Organisation, die sich mit über drei Millionen Menschen für progressive Politik einsetzt. Im Campact-Blog berichtet das Team von WeAct regelmäßig über laufende Petitionen und aktuelle Erfolge. Alle Beiträge

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