Die Möglichkeiten – und der Bedarf – sind hier fast grenzenlos. Fragen Sie direkt bei Flüchtlingsunterkünften oder Unterstützerkreisen nach. Hier nur einige Ideen:

  • Bereits ganz banal erscheinende Dinge können bei den ersten Schritten in einem neuen Land eine große Hilfe sein: Führen Sie Flüchtlinge in der Umgebung der Unterkunft oder in der nächstgelegenen Stadt herum. Begleiten Sie Flüchtlinge in den Supermarkt. Erklären Sie, wie Busse und Bahnen funktionieren. In vielen Alltagssituationen werden sich Fragen stellen, die Sie Flüchtlingen beantworten können.
  • Wenn Sie ein Auto besitzen, bieten Sie Fahrdienste an. Oft müssen Flüchtlinge zu Behördenterminen oder zum Arzt, was in fremden Städten und mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Herausforderung sein kann. Oder es sind Helfer und Sachspenden zu fahren.
  • Behördengänge sind für Flüchtlinge – selten mit guten Deutschkenntnissen und häufig traumatisiert – eine schwierige Situation. Schon eine schlichte Begleitung kann hier helfen, Ängste abzubauen oder Beamte zu mehr Freundlichkeit animieren. Ebenfalls gefragt ist Hilfe beim Ausfüllen von Formularen.
  • Ein Internetzugang ist für Flüchtlinge oft essenziell – um sich zu vernetzen, mit Angehörigen zu skypen, hilfreiche Informationen zu recherchieren. In Unterkünften Internet-Cafés mit gespendeten Computern oder WLAN-Netze zu installieren (zum Beispiel in Zusammenarbeit mit örtlichen Freifunk-Gruppen), ist daher ein extrem hilfreiches Projekt.
  • Sprache ist der Schlüssel zum Ankommen in Deutschland, aber Flüchtlinge haben oft keinen Zugang zu staatlichen Sprachkursen und kein Geld für kommerzielle. Organisieren Sie Kurse, besorgen Sie Lehrmaterial, übernehmen Sie Kinderbetreuung, während die Eltern im Sprachunterricht sind.

Bei der Orientierung in der neuen Heimat helfen auch sogenannte „Willkommens-Mappen“ mit praktischen Informationen zur jeweiligen Stadt, mit nützlichen Adressen, alltäglichen Tipps. Sie könnten eine erstellen, hier einige Beispiele und Vorbilder:

In den ersten Monaten ist es Flüchtlingen nicht erlaubt, in Deutschland zu arbeiten – obwohl viele das gern möchten. Ohne Vorschriften zu verletzen, können Sie hier helfen:

  • Fragen Sie lokale Betriebe nach (oder bieten Sie selbst) Praktika oder Möglichkeiten zum Hospitieren – dies ist erlaubt. Organisieren Sie Besuche und Besichtigungen von Arbeitsstätten, Betrieben und Universitäten, damit die Flüchtlinge Berufe und Arbeitsfelder in Deutschland kennenlernen und ein realistisches Bild erhalten können.
  • Nach einigen Monaten dürfen Flüchtlinge in der Regel arbeiten, für sie (und hilfsbereite Arbeitgeber) gibt es seit Sommer 2015 eine spezielle Online-Jobbörse.

Viele weitere Ideen und Grundsatzinformationen zu ehrenamtlichen Engagement finden sich beispielsweise in diesen Broschüren:

Ein Hinweis noch von Pro Asyl:

„Vergessen Sie nicht, dass Asylsuchende nicht nur hilfebedürftig sind, sondern mit der Flucht hohe Eigeninitiative bewiesen haben und Kompetenzen mitbringen: In ‚Sprachtandems‘ kann man den gegenseitigen Spracherwerb erproben. Lassen Sie sich zeigen, wie kulturelle Spezialitäten gekocht werden. Nehmen Sie Flüchtlinge als Gegenüber ernst.“