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Bauernverband maßregelt Mitglieder wg. Gentechnik-Aktionstag

Protest wirkt. Beim Deutschen Bauernverband führt er sogar dazu, dass man sich zur Maßregelung der eigenen Mitglieder versteigt.

Der Deutsche Bauernverband ist schon seit langem dafür bekannt, dass er sich vornehmlich für die Interessen seiner industriell wirtschaftenden Mitglieder einsetzt. Beim Thema Gentechnik ergibt sich daraus eine besonders widersinnige Position: Obwohl ein großflächiger Anbau von Gentech-Pflanzen mittelfristig die Existenzgrundlage sowohl der ökologisch als auch der konventionell wirtschaftenden Bauern bedroht, setzt sich der DBV für die Förderung der Gentechnik ein.

Das ging nun soweit, dass der Deutsche Bauernverband in einem Rundschreiben seinen eigenen Mitglieder vor einer Teilnahme am bundesweiten Aktionstag gegen Gentechnik gewarnt hat.

„Vor dem Hintergrund der aktuell geltenden Seuchensituation (Vogelgrippe) sollte jeder Landwirt dafür Sorge tragen, dass betriebsfremden Personen kein Zutritt auf das Betriebs- und Hofgelände gestattet wird. Mit diesem Argument lässt sich womöglich auch der ein oder andere lästige Demonstrant abschrecken. Den mitdemonstrierenden Landwirten sollte bewusst sein, dass Verbände wie Greenpeace, BUND oder NABU bei der kleinsten Verfehlung in Bezug auf Pflanzenschutz oder Einsatz von Düngemitteln sofort auch wieder gegen sie demonstrieren werden. Landwirte sollten sich nicht unnütz von diesen Verbänden instrumentalisieren lassen.“, heißt es im Schreiben des Verbandes (Lesen Sie das ganze Schreiben).

Derweil berichtet die taz, dass am vergangenen Freitag etwa 5.000 Menschen am bundesweiten Anti-Gentechnik-Aktionstag teilgenommen haben, zu dem u. a. Greenpeace, BUND, Bioland, BÖLW, NABU, die Aktionsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL)und die Zukunftstiftung Landwirtschaft aufgerufen hatten. Allein im Wahlkreis von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gingen danach über 1.000 Menschen auf die Straße. Besonders erfreulich: Mit dabei waren auch 80 Traktoren – Der Deutschen Bauernverband sollte sich neue Mitglieder suchen.

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Dr. Günter Metzges, Jahrgang 1971, ist Politikwissenschaftler und Erwachsenenpäda­goge. Mitgründer von Campact und MItglied im dreiköpfigen geschäftsführenden Vorstand. Vorher: Gründung des Ökologischen Zentrums in Verden/Aller und Mitwirkung in verschiedenen politischen Kampagnen. 2000-2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale und Interkulturelle Studien (InIIS) an der Universität Bremen. Dissertation: „NGO-Kampagnen und ihr Einfluss auf internationale Verhandlungen“ (Nomos Verlag, 2006).

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