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Gentechnik: Zweifel in der CSU

Gentechnik ist mit konservativ, bewahrenden Grundauffassungen nicht vereinbar. Dies bekommt nun auch die Union zu spüren. Aus Bayern kommt Gegenwind für die geplante Novellierung des deutschen Gentechnikgesetzes. CSU Generalsekretär Markus Söder sagte im Interview der Berliner Zeitung: „Eine Novelle brauchen wir, aber sie muss sensibel mit den Erwartungen der Verbraucher umgehen – aus dem Schöpfungsgedanken heraus, aber auch aus Sicherheitsgründen“. Die Erzeugung von Biokraftstoffen mit Hilfe der Gentechnik könne zwar Sinn machen. Vor allem bei Nahrungsmitteln sei aber der kommerzielle Nutzen nicht ersichtlich.

Diese, im Vergleich zur offiziellen Unions-Position, skeptischere Haltung könnte bereits die Vorbereitung eine Rückzugs für Horst Seehofer sein. Auch in der CSU begreift man langsam, dass die Gefahren der Gentechnik mit einer konservativ bewahrenden Grundhaltung kaum vereinbar sind. Natürlich hat man auch die vielen kleinen Landwirte in Bayern in Augen, denen die Gentechnik keinerlei Vorteile bietet. Ausgerechnet Seehofers Heimatwahlkreis Ingolstadt/Eichstätt hat sich zur gentechnikfreien Zone erklärt (Neues Deutschland 14.1.2006).

Jetzt fehlt Herrn Söder noch ein letzter wichtiger Lernschritt: Der gentechnische Anbau von Biokraftstoffen gefährdet die Sicherheit unserer Lebensmittel durch unkontrollierbaren Pollenflug. Die Kontamination des konventionellen Anbaus durch gentechnisch manipulierte Gensequenzen ist auch durch Mindestabstände nicht abwendbar. Herr Söder – bitte gehen Sie auch diesen letzten wichtigen Schritt.

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Dr. Günter Metzges, Jahrgang 1971, ist Politikwissenschaftler und Erwachsenenpäda­goge. Mitgründer von Campact und MItglied im dreiköpfigen geschäftsführenden Vorstand. Vorher: Gründung des Ökologischen Zentrums in Verden/Aller und Mitwirkung in verschiedenen politischen Kampagnen. 2000-2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale und Interkulturelle Studien (InIIS) an der Universität Bremen. Dissertation: „NGO-Kampagnen und ihr Einfluss auf internationale Verhandlungen“ (Nomos Verlag, 2006).

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