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Auto-Lobbyisten kämpfen weiter gegen konsequenten Klimaschutz

(mh) Der europäische Automobilherstellerverband ACEA stemmt sich weiter gegen die europäischen Bemühungen zum Klimaschutz. Um die geplante Bestimmung zur Reduktion des Neuwagen-CO2-Ausstoßes bis 2012 auf 130g pro Kilometer zu blockieren, scheint dem Lobbyistenverband, dem alle großen Automobilhersteller angehören, kein Argument zu abwegig zu sein: In seinem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht behauptet ACEA, dass ein solches Gesetz den CO2-Ausstoß nicht reduzieren, sondern erhöhen würde. … Wie bitte???

ACEA begründet diese merkwürdige Prognose damit, dass durch steigende Entwicklungskosten zur Energieeffizienz Neuwagen teurer und damit weniger gefragt sein werden. Somit würden, folgt man ihrer Argumentation, Gebrauchtwagen immer länger in Betrieb gehalten und das Klima belasten.

So weit, so unlogisch, denn: Verschiedene Unternehmen haben bereits benzinsparende und emissionsarme Modelle auf den Markt gebracht, die eine Einhaltung der EU-Richtlinie ermöglichen. Der Vorstoß der Lobbyisten ist lediglich der Versuch zu verschleiern, dass die europäischen Autobauer den entscheidenden Zukunftstrend verschlafen haben. Die Autoindustrie ist somit denkbar unglaubwürdig, wenn sie jetzt versucht ihre Blockadehaltung als Klimaschutz zu verkaufen.

Wir als campact-Aktive müssen jetzt darauf achten, dass sich die Entscheidungsträger in der EU nicht von den abstrusen Argumenten der ACEA beeinflussen lassen. So hatte Fiat-Boss Sergio Marchionne in Brüssel erst kürzlich für eine Aufweichung der geplanten Richtlinie geworben und mehr Zeit für die Hersteller gefordert. Die Abgeordneten sollten sich jetzt aber nicht für die Interessen der Industrie erwärmen, sondern das Ziel ihrer Initiative im Auge behalten: Unseren Planeten zu schonen und die Erderwärmung abzubremsen. So Leid es uns tut: Auf steigende Kosten und eventuelle Gewinnausfälle der Automobilkonzerne kann keine Rücksicht genommen werden.

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