Flash Mob gegen Bahn- Privatisierung in über 50 Städten!

Heute um 11.55 Uhr in über 50 Bahnhöfen: Bis zu 250 Menschen hüllen Bahnhofshallen zwei Minuten lang mit Pfeifen und Trommeln in einen ohrenbetäubenden Lärm. Dann ist Stille und überall halten Menschen einen Zettel mit der Aufschrift „183 = 13“ hoch. Langsam zerreißen sie ihn. Um 12.00 Uhr ist alles vorbei. Über 2.000 Menschen haben…

Heute um 11.55 Uhr in über 50 Bahnhöfen: Bis zu 250 Menschen hüllen Bahnhofshallen zwei Minuten lang mit Pfeifen und Trommeln in einen ohrenbetäubenden Lärm. Dann ist Stille und überall halten Menschen einen Zettel mit der Aufschrift „183 = 13“ hoch. Langsam zerreißen sie ihn. Um 12.00 Uhr ist alles vorbei.

Über 2.000 Menschen haben sich beteiligt – die Aktion ist ein großer Erfolg. Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung von unserem Kooperationspartner „Bahn für Alle“:

Tausende zerreißen Lügengleichung „183 = 13“ – Flash Mob gegen Bahnprivatisierung in mehr als 50 Bahnhöfen

In bundesweit mehr als 50 Bahnhöfen haben insgesamt mehr als zweitausend
Menschen gegen die geplante Bahnprivatisierung protestiert. Unter
anderem in den Hauptbahnhöfen von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Leipzig
und München haben bis zu 250 Menschen pünktlich um fünf vor zwölf für zwei
Minuten mit Trillerpfeifen, Topfdeckeln und Trommeln Alarm vor der
drohenden Privatisierung geschlagen, teilte das Bündnis „Bahn für Alle“
mit.
Dann zeigten die Protestierer Schilder mit der Aufschrift „183 = 13“,
die sie anschließend zerrissen. Der Protest folgte einem seit Tagen im
Internet kursierenden Aufruf zu einem Flash Mob gegen die
Bahnprivatisierung.

Auch in kleinen Bahnhöfen wie Dillenburg (Hessen), Plauen (Sachsen),
Bamberg (Bayern) und Fürstenberg (Brandenburg) kamen um die zehn
Demonstranten zusammen. An vielen Bahnhöfen waren Polizei und
Sicherheitsdienste präsent, griffen aber nicht ein.

„183 gleich 13, das geht gegen den gesunden Menschenverstand.
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, SPD-Fraktionsvorsitzender Peter
Struck und
Unions-Fraktionschef Volker Kauder können offenbar nicht rechnen“, sagte
Bernhard Knierim vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac, einer
der 13 Organisationen, die im Bündnis „Bahn für Alle“ gegen die
Bahnprivatisierung kämpfen. „Laut amtlicher Statistik hat die Deutsche
Bahn AG
heute ein Vermögen von 183 Milliarden Euro. Davon soll die Hälfte
verkauft werden, doch mehr als 6,5 Milliarden Euro kommen dafür nicht
rein“,
erklärte Knierim. „So kommt die Lügengleichung 183 = 13 heraus – das ist
die Formel für Verschleuderung von öffentlichem Eigentum.“

Das Privatisierungsgesetz soll in der dritten September-Woche in den
Bundestag eingebracht werden und sieht vor, dass private Investoren auch
den Besitz am Schienennetz erwerben und die Gewinne daraus im
privatisierten Bahnkonzern bleiben. „Zusätzlich soll der Bund weiter
jährlich um
die acht Milliarden Euro für den Bahnverkehr bereit stellen, aber seinen
Einfluss weitgehend einbüßen“, sagte Knierim.

„Auch mit dem Volksaktien-Modell wird die Hälfte des Bahnvermögens zum
Schleuderpreis verkauft“, sagte Monika Lege von Robin Wood, einer
weiteren Trägerorganisation von „Bahn für Alle“. „Allerdings werden dann
auch die Käufer betrogen, denn die Bahn als öffentliches Unternehmen
gehört längst allen Bürgerinnen und Bürgern.“ Die Bahn müsse in
öffentlicher Hand verbessert werden, statt sie Renditeinteressen zu
unterwerfen.
Dies fordern auch immer mehr Sozialdemokraten.

Der Aufruf zum Flash Mob gegen die Bahnprivatisierung kursierte seit
Tagen per Mail, SMS und in Internetforen. Flash Mobs („Flash“ für
„blitzartig“, „Mob“ für „Menschen-Menge“) sind kurzzeitige Ansammlungen
von Menschen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, die eine
kollektive Handlung ausführen und dann wieder verschwinden. Die
Sonderform Smart Mob ist mit politischen Forderungen verbunden.

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Veröffentlicht von Christoph Bautz

Geschäftsführender Vorstand – Christoph Bautz, Jahrgang 1972, ist Diplom-Biologe und Politikwissenschaftler. Nach Ende seines Studiums baute er mit die Geschäftsstelle von Attac-Deutschland auf und koordinierte die Öffentlichkeitsarbeit. Zusammen mit Felix Kolb gab er den Anstoß zur Gründung der Bewegungsstiftung, die sich die Förderung von Kampagnen und Projekten sozialer Bewegungen zum Ziel gesetzt hat. Gemeinsam mit Günter Metzges initiierte er die Gründung von Campact und arbeitet seit 2004 als Campact-Geschäftsführer.