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10.000 demonstrieren für mehr Klimaschutz

Pressemitteilung der Klimaallianz / Bilder von der Demo in Berlin

Video zu Neurath

Berlin/Neurath, 08.12.07. Erstmalig haben sich Menschen in Deutschland am Globalen
Klimaaktionstag beteiligt und für konsequenten Klimaschutz demonstriert. Rund 8.000
Teilnehmer gingen bei den beiden Großkundgebungen in Berlin und Neurath, 2.000 in
weiteren deutschen Städten auf die Straße. Zentrale Forderung am Klimaaktionstag ist ein
Stopp für den Bau neuer Kohlekraftwerke, damit der CO2
Ausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent verringert werden kann. Gleichzeitig soll der Klimaaktionstag während der
internationalen Klimakonferenz in Bali ein Appell an alle Regierungen sein, die Klimaschutzmaßnahmen
weltweit zu verstärken.

In Berlin führten die Vertreterinnen der Klimaallianz-Mitgliedsorganisationen den Demonstrationszug
mit einem Banner „Klimaschutz jetzt“ an. Die Teilnehmerinnen der Demonstration
präsentierten sich mit verschiedenen Motiven und Forderungen für mehr Klimaschutz:
„Klimabotschafter“ mit Forderungen auf Ortsschildern, eine Klimaschule für die Bundesregierung,
Trommler, Pinguine, Stelzenläufern oder Träger eines Kohlekraftwerks aus
Lebkuchen mit dem Motto „Mampf gegen Kohle“ befanden sich unter den Demonstranten.
Bischöfin Dr. Margot Käßmann von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover betonte
in ihrer Rede vor dem Brandenburger Tor: „Die Erde ist uns von Gott anvertraut als
Haushalterin und Haushalter. Dass wir hierzu heute die Kräfte bündeln, ist ein wichtiger
Schritt! Wir brauchen klare und verbindliche politische Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.
Heute geht eine Mahnung an die Politik: Mehr und schnelleres Handeln ist notwendig! Die
Bundesregierung nimmt noch zu oft Rücksicht auf wenige große Unternehmen, die die nötigen
Weichenstellungen verhindern wollen.“

Auf die negativen Folgen für die Menschen im Süden machte Vandana Shiva, indische
Umweltaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, aufmerksam. Sie rief zu einem
gemeinsamen Kampf gegen die kurzfristigen Profitabsichten von Konzernen auf, die
konsequenten Klimaschutz verhindern.

In Neurath protestierten die Menschen auf der Baustelle des größten Braunkohlekraftwerks
Europas – DEM Symbol für eine verfehlte Energiepolitik. Wer es mit dem Klimaschutz ernst
meine, so die Vertreter der Klima-Allianz, der könne so nicht weiter machen. Deshalb
forderte die Klima-Allianz Landes- und Bundesregierung erneut dazu auf, zu handeln und ein
Moratorium beim Bau von Kohlekraftwerken durchzusetzen. Zudem müsse sofort ein
schlüssiges Konzept zur Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um 80 % bis zur Mitte
des Jahrhunderts erarbeitet und umgesetzt werden. Dieser Dialog dürfe nicht dadurch
konterkariert werden, dass die Energiewirtschaft jetzt durch den Bau neuer Klimakiller
Fakten für mehr als 40 Jahre schaffe.

Sven Giegold, attac: „Möchtegern-Klima-Kanzlerin Merkel sowie Auto- und Kohleminister
Gabriel müssen wissen: Die Kuschel-zeit ist vorbei! Die klimapolitische Einäugigkeit
zugunsten von Auto-, Airline- und Energiekonzernen werden wir nicht mehr hinnehmen. Wir
wissen: Mit jedem Unwetter und Hitze-sommer, jeder Dürre und Hungersnot in den Ländern
des Südens wird die Klimabewegung wachsen.“

In mindestens 14 weiteren Städten wurden Aktionen zum Klimaschutz durchgeführt,
darunter München, Nürnberg, Freiburg, Saarbrücken, Heidelberg, Würzburg, Mainz und
Hanau. Doch nicht nur in Deutschland fanden Kundgebungen zum Klimaschutz statt,
weltweit gingen über 100.000 Menschen auf die Straßen. Veranstaltungen fanden in über 80
Ländern statt – von der Türkei über Kanada bis zum Senegal. Der Globale Klimaaktionstag
wurde 2005 ins Leben gerufen – parallel zu den UN-Klimaverhandlungen in Montreal. In
diesem Jahr verhandeln bei der Klimakonferenz auf Bali etwa 190 Nationen ein
internationales Klimaabkommen, das auf Bali aufbaut.

Verstärken Sie den Protest online:

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