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Aktion in Berlin: Der Kohlosaurus geht auf Tour

Protestler

Die Generalprobe war ausgefallen – alles musste bei der Premiere mit unserem Kohlosaurus vor dem Kanzleramt klappen. Als morgens um 5.00 Uhr die ersten verschlafenen Campact-Aktiven vor dem Kanzleramt auftauchten, war der Kohlosaurus noch ein unübersichtliches Gewirr aus Stangen und Stoffbahnen. Doch Großpuppenbauer Tobias Husemann hatte den Überblick, welche Stange wo eingebaut und welche Scharube wo festgeschraubt werden muss. Schnell stand der Kühlturm des Kohlosaurus, bald wurden an diesem Schwanz, Beine und zuletzt Hals und Kopf befestigt.

Mit Sonnenaufgang stand der fünf Meter hohe Kohlosaurus – ein beeindruckender Anblick! Immer mehr Campact-Aktive tauchten auf und begannen in vier Teams Hunderte CO2-Ballons mit Gas zu befüllen. Eine Stunde vor dem offiziellen Beginn der Aktion schaute dann ein Agenturfotograf vorbei mit der Nachricht: „Macht Euch bereit. Gleich ist der Fototermin mit dem versammelten Kabinett im Kanzleramt vorbei. Dann werden alle Fotografen zu Euch kommen.“

Aktion

In der Tat: Viertel vor 10 Uhr strömten 15 Fotografen sämtlicher Agenturen herbei. Und der Kohlosaurus setzte sich in Bewegung – an Kopf, Beinen und Schwanz jeweils bewegt von einem/r Campact-Aktiven. Schnell nehmen eintreffende Aktive unser großes Banner und Schilder mit der Aufschrift „Zukunft statt Kohle!“ in die Hand und improvisieren die Aktion. Erste gute Bilder sind im Kasten etlicher Fotografen.

Um 10.30 Uhr beginnt dann unsere Pressekonferenz. Doch leider macht sich die schreibende Zunft recht rar. Rainer Baake, Bundesgeschäfts­führer der Deutschen Umwelthilfe kritisiert scharf die Neubaupläne der Konzerne: „Den weiteren Zubau konventioneller Kohlekraftwerken können wir uns nicht mehr leisten – sie sind klimaschädlich, ineffizient und passen nicht mehr in die Zeit. Mit dem Bau einer weiteren Generation von Kohlekraft­werken würden sämtliche Anstrengungen der Bundesregierung zum Klimaschutz Makulatur.“

Oxfam-Geschäftsführer Paul Bendix unterstrich die Folgen des Kraftwerkbaus besonders für die Menschen des Südens: „Verfehlte Energiepolitik verschärft den Klimawandel in den armen Ländern. Auch deutsche Kohlekraftwerke sind daran beteiligt, dass mühsam erreichte Fortschritte der Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern wieder zunichte gemacht werden.“

Inge Stemmer von der Bürgerinitiative „Saubere Energie“ aus Dörpen in Westniedersachsen lenkte dann den Blick auf die Initiativen von Bürger/innen, die sich an den jeweiligen Standorten mit einer Mischung aus kreativem Protest und juristischer Feinarbeit gegen die Kraftwerkspläne stemmen.

Ballons

Um 11.00 Uhr war es dann soweit. Noch ein kurzer Anruf zur Flugsicherung – dann stiegen über 1.500 Ballons mit einem Massenstart in die Luft. Viele der mittlerweile fast hundert Campact-Aktiven forderten mit Schildern den Stopp der Kraftwerkspläne. Sechs Kamerateams – darunter die Tagesschau – und zehn Pressefototgrafen dokumentierten das eindrucksvolle Schauspiel.

Der Auftakt ist gelungen. Jetzt können wir beschwingt die Tour starten. Morgen wird uns der erste Tourstopp nach Mannheim führen, wo derzeit Bürger/innen in großer Zahl Einwendungen gegen das Kraftwerk „Block 9“ stellen. Wir werden sie dabei unterstützen!

Verfolgen Sie die Aktionstour in unserem Blog!

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