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Neue Kohlekraftwerke: Umweltministerium hält Studie unterm Tisch

Eine Studie diesen Kalibers hat normalerweise mindestens eine Pressekonferenz mit dem Minister verdient. Doch das Bundesumweltministerium stellte die von ihm beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Auftrag gegebene Leitstudie 2008, die die mögliche Entwicklung der Energieversorgung bis 2030 untersucht, lieber still und heimlich in die Tiefen ihrer Webseite ein. Kein Wunder: Die Studie kommt zum Ergebnis, das schon mit dem Bau der genehmigten Kohlekraftwerke das Ziel der Bundesregierung nicht mehr zu erreichen ist, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken.

Laut Studie müssen bis 2020 altersbedingt Kraftwerke ersetzt werden, die zusammen 88,5 Gigawatt Strom erzeugen. Zur Erfüllung der Klimaschutz-Ziele sollten 59 Gigawatt aus Erneuerbaren Energien stammen. Lediglich 9,8 Gigawatt dürften mit neuen Kohlekraftwerken produziert werden. Doch schon die derzeit im Bau befindlichen oder genehmigten Anlagen kommen zusammen auf über 10 Gigawatt. Die fehlenden Gigawatt müssten mit Gaskraftwerken erzeugt werden, die weit weniger CO2 als Kohlekraftwerke bei der Verbrennung entstehen lassen. (Mehr in der taz)

Doch Gabriel redet weiter neuen Kohlekraftwerken das Wort. In Krefeld sorgte er vor Jahresfrist gar dafür, dass der Unterbezirks-Parteitag mit knapper Mehrheit die ablehnende Position zum dort geplanten Kohlekraftwerk aufgab. Die Argumentation des Ministers: Kohle sei billiger als Gas. Doch die Argumentation geht fehl: Mit Gas lässt sich nämlich in dezentralen Kleinkraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung weit effizienter Strom und Wärme zum Heizen erzeugen. Es müsste nicht mal mehr Gas importiert werden. Das Gas, das bisher in Privatheizungen nur für Heizenergie verbrannt wird, könnte zukünftig in Kleinkraftwerden für Strom und Heizwärme sorgen.

Doch für große Teile der SPD scheinen weiter weniger Argumente als die gut vernetzte Kohle-Lobby zu zählen. Dagegen hilft nur eine starke Bürger-Lobby gegen die Klima-Killer!

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