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Hunderte Schilder gegen neue Kohlekraftwerke: Umweltminister Gabriel muss sich auf Kirchentag positionieren

Am vergangenen Montag benutzte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Hintereingang zur Berliner Klimakonferenz, um nicht den Kohlosaurus treffen und unseren Kohle-Appell annehmen zu müssen. Auf dem Evangelischen Kirchentag saß er schon auf der Bühne, als wir mit den Unterschrifen kamen und da konnte er sich der Diskussion über neue Kohlekraftwerke nicht länger entziehen – doch die Unterschriften lehnte er wieder ab.

„Feigling, Feigling!“ hatten die über 60 Campact-Aktiven am Montag skandiert, als sie erfahren hatten, dass Umweltminister Sigmar Gabriel durch den Hintereingang zur Berliner Klimakonferenz „Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel“ gekommen war. Auf der Friedrichstraße, direkt vor dem Konferenzgebäude, standen über 37.000 Unterschriften für ihn bereit und der Kohlosaurus entließ rund 2.000 schwarze „CO2-Ballons“ in den Himmel. Die verdeutlichten die Gefahr für das Klima, die von neuen Kohlekraftwerken ausgeht. Doch Gabriel war das Thema zu heiß: Immer wieder setzt er sich für den Neubau von Kohlekraftwerken ein, obwohl selbst Studien aus seinem eigenen Haus belegen, dass damit der Umstieg auf erneuerbare Energien und effektiver Klimaschutz nicht zu machen sind.

Kohle-Aktion auf dem Krichentag

Auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen konnte sich der Minister der Diskussion nicht länger verweigern: Hunderte Menschen halten ihm Plakate mit der Forderung „Zukunft statt Kohle“ entgegen als er an das Rednerpult trat. Gabriel sollte dort über den „Kraftwerkpark von morgen“ sprechen und wieder redete er neuen Kohlekraftwerken das Wort, obwohl sie in einer zukunftsfährigen Energieversorgung eigentlich keine Rolle spiele dürfen: Acht bis zehn der Klima-Killer will der Umweltminister in den nächsten Jahren errichten lassen – zusätzlich zu den zehn Kohlekraftwerken, die ohnehin schon im Bau sind! Damit wären die Klimaschutz-Ziele der Bundesregierung endgültig nicht mehr zu schaffen – schon die jetzigen Ausbauplänen gefährden die Ziele ernsthaft.

Offenbar wird der Minister nicht gerne an diese Tatsache erinnert: Er reagiert ungehalten, als Vertreter von Campact vor 2.000 Zuhörer/innen die Bühne betreten, um ihm den Kohle-Appell samt der Unterschriften zu überreichen. „Schlechter politischer Stil“ sei das – denn eigentlich wollte er lieber das Gespräch im Hinterzimmer. Doch anstatt abseits der Öffentlichkeit die Unterschriften übernehmen zu können, stehen sie jetzt zu seinen Füßen und mehrere Kameras und Fotoapparate zeichnen die Szene auf. Vielleicht wünscht sich Sigmar Gabriel gerade, er hätte sich am Montag fünf Minuten Zeit genommen, die Unterschriften anzunehmen – das hätte Ärger gespart.

Kohle-Aktion auf dem Krichentag

Dennoch will er die Unterschriften nicht annehmen: Er wolle mit uns ins Gespräch kommen und lädt lieber zu einem Treffen innerhalb der nächsten zwei Wochen in Berlin ein. Diesmal erntet er Applaus vom Publikum, das weiter die Forderung in die Höhe hält, aus der klimaschädlichen Kohlekraft auszusteigen. Und wir beschließen: Wenn der Minister die Unterschriften nicht selbst tragen möchte, bringen wir sie ihm doch gerne!

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