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Aktion in Krefeld: Kohle führt in die Sackgasse – und ist Technologie der Vergangenheit

3,5 Tonnen Kohle, 70 Säcke, stapelten Campact-Aktive in der Krefelder Innenstadt auf, um zu zeigen: Eine Energiepolitik, die wie in Nordrhein-Westfalen auf zehn neue Kohlekraftwerke setzt, führt uns in die klimapolitische Sackgasse. Dabei machte die Aktion deutlich: Kohle ist ein Brennstoff vergangener Tage.

Dunkler Staub zieht durch die Löcher der grauen Jutesäcke und am Boden, wo der Sack klirrend auftrifft, rieseln schwarze Krümel auf das Pflaster. Schon als die ersten Säcke inmitten der Krefelder Fußgängerzone abgeladen werden, bleiben die Passant/innen neugierig stehen. Einige beobachten, wie von der Ladefläche des LKW herunter Sack um Sack abgeladen und zu einer Sackgasse aufgetürmt wird. Einer wundert sich: „Kohle?! – Damit heizt doch schon lange niemand mehr!“

Kohlesackgasse in Krefeld

Die matt im Licht schimmernden Brocken Steinkohle ziehen viele neugierige Blicke auf sich: Wer hier vorbeigeht, bleibt verwundert stehen oder blickt doch überrascht auf den schwarzen Kohleschmutz, umgeben von schicken Modegeschäften. Noch erschließt sich nicht auf den ersten Blick, was hier U-förmig auf der Kreuzung vor der Dionysius-Kirche entsteht. Aber schon wenig später machen Schilder und Transparente deutlich: Kohlekraft – das führt in die energiepolitische Sackgasse!

Und die entsteht nicht zu unrecht in Krefeld: Hier muss der Rat demnächst entscheiden, ob er den Weg frei macht für einen neuen, gigantischen Klima-Killer im Chemiepark in Uerdingen. Viele Menschen wissen darüber Bescheid, denn das Steinkohlekraftwerk bewegt die lokale Politik seit langem. Trotzdem wollen viele noch genauer wissen, was sie tun können, um das klimaschädliche Vorhaben noch zu verhindern.

Kohlesackgasse in Krefeld

Das liefert den zweiten Grund, heute in Krefeld zu stehen: Am kommenden Samstag findet hier eine große Demonstration gegen das Kohlekraftwerk statt. Sie verlangt vom Krefelder Rat, den Bau des Kohlemeilers im Chemiepark zu verhindern und ein Beispiel für ganz NRW zu setzen: Arbeitsplätze sind auch dann nicht in Gefahr, wenn anstelle eines klimaschädlichen Kohlekraftwerks, ein hocheffizientes Gaskraftwerk gebaut wird.

Beim Verteilen von über 1.500 Flugblättern als Einladung für die Demo am Samstag stellt sich schnell heraus: Kohle ist ein Brennstoff vergangener Tage: Viele der älteren Menschen kennen Kohlesäcke, Staub und Asche noch von früher, als die Luft voll schmutzigem Kohlequalm war. Den Jugendlichen versuchen sie zu erklären, was es mit der Kohle auf sich hat – doch die blicken meist nur verständnislos drein: Total „old school“ das mit dieser Kohle!

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