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Hamburg reiht sich in die Anti-Atom-Kette ein

Übermorgen schlängelt sich die Aktions- und Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel auch quer durch Hamburg. Das Radtour-Team fährt die 120 Kilometer lange Strecke ab und hat heute auf seiner vorletzten Station in Hamburg noch mal kräftig die Werbetrommel für die Großaktion gerührt.

Video: Robin Palme

Dank der Hilfe zahlreicher Campact-Aktiver konnten wir an mehreren Orten in der Stadt präsent sein. Während das eine Team mit einem zwei Meter großen Papp-AKW und einem riesigen Transparent die Stadt-GängerInnen in der Mönckebergstraße gegenüber der Vattenfall-Kundenzentrale einlud, am Samstag zu kommen, trat ein zweites Team noch mal in die Pedale: Bis in den Außenbezirk Billstedt kamen die Anti-Atom-Radler und begeisterten dort die Leute entlang der Strecke, sich am Samstag einzureihen.

Vor Vattenfall in der Mönckebergstraße

Foto: Therese Koppe

Nicht nur Hamburger/innen belagerten die fleißigen Helfer/innen mit Fragen zur Großaktion. Zahlreiche Menschen, die schon jetzt extra für die Großaktion angereist waren, freuten sich über eine Anlaufstation – wie ein junger Mann aus Braunschweig, der seine Freunde am Samstag in Geesthacht treffen will. Die bei weitem häufigste Frage war: „Wo soll ich am Samstag denn jetzt hin?“ Bei 40 Sammelpunkten in Hamburg eine berechtigte Frage. Unsere Antwort:

1. Unbedingt die Innenstadt meiden – die wird von spontan Anreisenden überfüllt sein.

2. Möglichst an einen der Sammelpunkte fahren, der dem eigenen Stadtteil als Partner-Strecke zugeordnet ist.

3. Um 13:30 Uhr geht’s los – dann sollten alle an ihrem Sammelpunkt sein.

An die Hände nehmen

Foto: Therese Koppe

Eine kleine Besonderheit gab es an diesem vierten Tour-Stopp: Eine Preisfrage, die das Tour-Team Passanten/innen stellte: Wie viele Busse und Züge sind aus dem ganzen Bundesgebiet zur Menschenkette am Samstag angemeldet? Die richtige Antwort gab dieser Herr mit dem Oldtimer Motorrad: Mehr als 200 Busse und drei Sonderzüge! Also, die Kette wird riesig – jetzt müssen wir nur noch darauf achten, dass wir uns gleichmäßig auf der Strecke verteilen.

Wimpeluebergabe

Foto: Therese Koppe

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Irgendwie fehlt mir was…
    Natürlich, als die Kette stand (ich hatte mich auf Höhe der Haltestelle Horner Rampe eingeordnet) wurden Fotos gemacht. Von denen hätt ich gerne ein paar, nur weiß ich nicht an wen ich mich direkt wenden muss. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

    Danke, euer Krishna

    • Lieber Krishna,

      auf der Kette waren unzählige freie- Presse- und NGO-Fotografen auf über 120 Km unterwegs. Wir hatten drei Fotografen – einen in der Luft, einen in HAmbug, einen am AKW Brokdorf.

      Vielleicht hilft Dir unser Flickr Account, wo eine kleine Auswahl Bilder unserer drei Fotografen zu finden ist:
      http://www.flickr.com/photos/campact/

  2. Warum Blutkrebspatient Peter
    Heyckendorf in der Kette stehenwird
    Wenn amkommenden Sonnabend, den 24. April, zwischen 14.30
    Uhr und 15 Uhr die Menschenkette von Brokdorf bis Krümmel
    gegen Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke geschlossen
    wird, ist an der Kreuzung Rugenbarg/Luruper Hauptstraße
    auch der 62 Jahre alte Peter Heyckendorf dabei. Er ist
    Blutkrebs-Patient undmachtmit seinemTransparent „Alle 45Minuten
    neu erkrankt in Deutschland einMensch an Blutkrebs“ auf
    die Folgen atomarer Verseuchung aufmerksam. Heyckendorf leidet
    an einer besonderen Form von Blutkrebs – OMF = Osteomyelofibrose“
    – deren Ursache auf Gift oder radiologische Strahlung
    zurückzuführen ist.
    Anfang November vorigen Jahres erhielt Peter Heyckendorf im
    Blutstammzellen-Transplantationszentrum des Universitäts –
    Krankenhauses Eppendorf Stammzellen eines ihmunbekannten
    Spenders. Nach 26 Tagen konnte er aus der stationären Behandlung
    entlassen werden. Nun geht es über die nächstenMonate
    ambulant weiter. Seine Überlebenschance schätzen die behandelnden
    Ärzte unter Leitung der Professoren Kröger und Zander
    auf 60 Prozent. Seine Gefühle nach der Entlassung aus dem
    UKE schildert Heyckendorf beschreibt er als „überwältigend“.
    Ein hohes Lob zollt er Ärzten und Schwestern: „äußerst kompetent,
    sehr menschlich, hilfsbereit, sorgend, ernst nehmend, Dialog
    führend. Die jungen Ärzte kommen ganz anders daher als zu
    früheren Zeiten, nicht überkandidelt, einfach locker, als wären sie
    einer wie Du und Ich.“
    In der Knochenmark-Transplantationsklinik arbeiten 16 Ärzte und
    35 Pflegekräfte sowie zehnmedizinisch-technische Assistenten.
    Sie führen im Jahr rund 160 Stammzellen-Transplantationen
    durch, bei 19 Betten, davon sieben Isolierungseinheiten für die
    Zeit zwischen Transplantation bis Leukozytengröße 1.000.
    Obwohl die Transplantationsklinik mittlerweile internationalen
    Ruf genießt, arbeitet sie unter völlig unzureichenden Bedingungen.
    Sie ist auf acht verschiedene Gebäude des Uni-Krankenhauses
    verteilt. Das
    erschwert den Forschungsbetrieb
    und
    die Patientenversorgung.
    Hinzu kommt
    ein chronischer Personalmangel.
    Nun
    soll imJahre 2011 ein
    dringend notwendiger
    Umzug erfolgen,
    der mit Kosten von 3
    Millionen Euro beziffert
    wird. 1,5 Millionen
    Euro zahlt das
    UKE, weitere 1,5Millionen
    sollen durch
    Spenden aufgebracht
    werden.
    Heyckendorf will
    die Spendensammlung
    durch Information
    und Aktivität
    unterstützen. Außerdem
    will er für
    das Stammzellenspenden werben. Je mehr Menschen bereit
    sind, Knochenmark-Stammzellen zu spenden, desto größer ist
    die Chance für Blutkrebs- Patienten, rechtzeitig passende Spender
    zu finden und Hilfe durch Knochenmark-Transplantation zu
    erhalten.
    Ein Beispiel, wie Spenden gesammelt werden können, gaben im
    vorigen Jahr die Handballer des HSV, die beim Punktspiel gegen
    Dormagen pro Ticket einen Euro zur Verfügung stellten. Aber die
    durch solche Aktionen eingeworbenen Gelder von 220.000 Euro
    sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Peter Heyckendorf will
    seine Aktivitäten verstärken. Informationen telefonisch unter 040
    729 69 791 –mobil 0170-48 708 40 – e-mail: peter@heyckendorf.de
    oderwww.Foerderverein-KMT.de Dessen Spendenkonten bei der
    Dresdner Bank 0504 000 000, BLZ 200 800 00 oder bei der Haspa,
    Kto. 1387 122 219, BLZ 200 505 50.
    Großaktion der Anti-Atombewegung
    Menschenkette geht auch durch Lurup und Schenefeld
    Mit einer Aktions- und Menschenkette
    von Brokdorf bis
    Krümmel wollen am kommenden
    Sonnabend, den 24. April
    Zigtausende von Atomkraftgegnern
    gegen eine Verlängerung
    der Laufzeiten für Atomkraftwerke
    demonstrieren. Die 120
    Kilometer lange Strecke führt
    auch durch Lurup und Schenefeld.
    Anlass ist der Jahrestag der
    Tschernobyl-Katastrophe.
    Aufgerufen hat großer Unterstützerkreis
    von Naturschutzbund
    NABU, IG Metall, Gewerkschaft
    ver. di, SPD, Bündnis
    90/Die Grünen, Die Linke, DKP,
    Jusos, Grüne Jugend,WEG/Die
    Grünen Elmshorn und AK Gentechnikfreie
    Lebensmittel.
    „Solch ein breites Bündnis gab
    es noch nie“, sagte Uwe Zabel,
    1. Bevollmächtigter der IG Metall,
    der im Kreis Pinneberg und
    in Lurup für die Organisation der
    Menschenkette verantwortlich
    zeichnet.
    Aufgerufen haben auch viele
    prominente Künstlerinnen und
    Künstler wie Nobelpreisträger
    Günter Grass, die Schauspielerinnen
    Andrea Sawatzki, Cosma
    Shiva-Hagen, EleonoreWeisgeber
    und Kristin Meyer, die Musiker
    Udo Lindenberg, Max Mutzke
    und Konstantin Wecker, die
    Filmemacher Rolf Schübel und
    Pepe Danquart, der Theaterintendant
    und Präsident des FC
    St.Pauli, Corni Littmann und andere.
    In einemgesonderten Aufruf
    stellen sie die Frage Wir stehen
    an einemenergiepolitischen
    Scheideweg: Weiter auf Atomkraft
    setzen ? Nicht mit uns. Wir
    wollen raus aus einer Technologie,
    die ein verheerendes Unfallrisiko
    birgt, den Ausbau erneuerbarer
    Energien blockiert und
    Tausenden Generationen tödlichen
    Atommüll aufbürdet.“
    Für die 120 Kilometer lange Kette
    von Brokdorf bis Krümmel
    werden 20.000Menschen benötigt.
    Organisationschef Zabel ist
    davon überzeugt, dass diese
    Zahl zusammen kommt, zumal
    die Aktion von AKW-Gegnern
    unterstützt wird, diemit Sonderzügen
    nach Hamburg und Elmshorn
    fahren. Allein an der organisatorischen
    Vorbereitung hätten
    sich mehr als 500 Personen
    beteiligt.
    Der SPD-Kreisverband Pinneberg
    teilte mit, dass auch der
    SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel
    an der Menschenkette teilnehmen
    wird. Er ist um 16 Uhr der
    Hauptredner einer Kundgebung
    auf dem Elmshorner Buttermarkt.
    Gabriel war von 2005 bis
    2009 Bundesumweltminister.
    Die Aktionen in Lurup , Schenefeld
    und Halstenbek beginnen
    um 12.30 Uhr
    Die Menschenkette soll zwischen
    14.30 und 15 Uhr eine halbe
    Stunde lang geschlossen
    werden. DIE SPD- Bürgerschaftsabgeordnete
    Anne Krischok
    und die Auferstehungs-
    Kirchengemeinde Lurup haben
    die Luruper und Osdorfer AKWGegner
    aufgefordert, zwischen
    13.30 und 15 Uhr zur Luruper
    Hauptstraße zu kommen und
    sich dort einzureihen. Die Menschenkette
    verläuft entlang des
    Stadtzentrums Schenefeld über
    Altonaer Chaussee , Luruper
    Hauptstraße bis nach Bahrenfeld.
    Sammelpunkte sind das
    Stadtzentrum, und die Kreuzungen
    Engelbrechtsweg, Luckmoor,
    Eckhoffplatz, Rugenbarg,
    Tannenkamp und Stadionstraße.
    Auf Hamburger Gebiet findet ab
    16 Uhr ein Bühnenproramm an
    den Landungsbrücken statt

  3. Warum werden eigentlich die ganzen Streckenkarten nicht angezeigt.
    Voll unprofessionell i-wie!

    • Die Streckenkarte liegt auf der offiziellen Anti-Atom-Ketten-Seite. Es wurden weit über zehntausend Zugriffe in kürzester Zeit verbucht – so dass der Server leider in die Knie geht. Das Kettenreaktions-Team arbeitet daran!

  4. Endlich wieder eine Aktion in der Größenordnung, wie wir sie früher alle paar Jahre organisiert hatten. :-)

    Mit den allgemein heutzutage üblichen kleinen Aktionen erreicht man doch nichts – außer, dass sich Anwohner am Veranstaltungsort über die „Lärmbelästigung“ oder Autofahrer und -fahrerinnen sich über die kurzzeitige „Verkehrsbehinderung“ aufregen. An diesen Mini-Demos habe ich auch schon nicht mehr teilgenommen. Aber auch wenn es am Veranstaltungstag junge Hunde regnet oder den Galliern der Himmel auf den Kopf fällt, bei der Ketten-re-Aktion bin ich selbstverständlich mit dabei!

    @ G. F. : Bei einer Anti-Atom-Aktion wird nicht die Atomkraft(lobby) gestärkt. Das menschliche Gehirn fokussiert automatisch das erste Wort (bzw. den Anfang) einer Aussage. Und der sagt ganz eindeutig Anti, also gegen. Wenn das nicht so wäre, hätten wir in den 70-er und 80-er (Großdemo in Brokdorf und Bonn mit jeweils weit über 100 Tausend TeilnehmerInnen und ähnliche Aktionen) doch nicht das erreichen können, was wir damals erreicht haben. Und mit dieser Menschenkette werden wir auch heute wieder Einiges erreichen und Frau Merkel & Co letztlich zum Umdenken zwingen.

  5. Liebe Veranstalter,

    der Atomausstieg ist auch eines meiner wichtigsten Anliegen. Allerdings denke ich, dass man stärkt, was man fokussiert. Und bei einer Anti-Atom-Aktion wird der Fokus eben auf Atomkraft gerichtet. Ich würde mir sehr Pro-Ausstiegs- oder Pro-Erneuerbare-Energien-Aktionen wünschen! Diese Zielgrichtetheit würde uns sicherlich viel mehr Erfolg bringen. Vielen Dank für Ihren starken Einsatz und viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen

    G.F.