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Aktionsblog: 600 Menschen und 12.000 Ballons am AKW Biblis


+++ Samstag, 14.00 Uhr: Geschafft: 12.000 Ballons sind in der Luft! In zwei Massenstarts waren sie zuvor in großen Wolken direkt am AKW Biblis aufgestiegen – ein beängstigendes Bild, wenn man sich vorstellt, dass dies auch radioaktive Partikel nach einem Unfall sein könnten. Der Südwestwind weht die „radioaktive Wolke“ aus schwarzen und gelben Ballons direkt in Richtung Frankfurt.

Ballonstart in Biblis

© fritz engel/zenit

Mehrere hundert Menschen hatten zuvor geholfen, die Ballons in Schläuchen zum Atomkraftwerk zu bringen. 12 Menschen in Skelett-Kostümen liefen vor dem Demonstrationszug vorweg und überbrachten „schöne Grüße vom tödlichen Nachbarn“ – für die Menschen in der Region sind die Uralt-Reaktoren in Biblis ein tagtägliches Risio.

Menschen in Skelett-Kostümen

Bis 11.00 Uhr hatten wir nicht genau gewusst, mit wie vielen Menschen wir eigentlich rechnen können. Zwar hatten sich knapp 200 Menschen bei uns gemeldet – doch hatten sich bei dem schlechten Wetter am Morgen wirklich alle auf den Weg gemacht? Aber um kurz vor 11 bog Auto nach Auto auf den Parkplatz ein, viele Menschen kamen mit Fahrrädern, und der Zug aus Frankfurt brachte dutzende weitere Menschen. Am Ende waren wir rund 600 Teilnehmer/innen!

Rasch wurden die verschiedenen Aufgaben verteilt: 130 Helfer/innen allein wurden gebraucht, die Ballonschläuche zu tragen – wobei „tragen“ eigentlich das falsche Wort ist, denn die Schläuche trugen sich durch die Heliumballons eigentlich von allein. 60 Freiwillige wurden mit speziellen Folienschneidern ausgestattet, um die Ballonschläuche vor Ort beim Massenstart aufzuschneiden. Andere Menschen trugen Plakate oder Fahnen mit den altbekannten Anti-Atom-Sonnen. Daraus wurde schließlich ein kilometerlanger Demonstrationszug – ein tolles Bild!

12.000 Ballons auf dem Weg zum AKW

Und auch das Wetter spielte mit: Am Morgen hatten wir alle noch sorgenvoll den grauen und regenverhangenen Himmel beobachtet. Wie gut die Ballons wohl bei Regen aufsteigen würden? Doch pünktlich zum Start der Aktion klarte der Himmel auf, und beim Ballonstart war strahlender Sonnenschein!

Alle Teilnehmer waren sich einig: Rundherum eine gelungene Aktion! Gemeinsam haben wir ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt: die Pläne der Bundesregierung, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern, sind unverantwortlich. Die „tödlichen Nachbarn“ müssen abgeschaltet werden!

Tödliche Nachbarn abschalten!

PS: Im Internet haben bereits über 22.000 Menschen einen Ballon gestartet. Ein Teil dieser Ballons ist heute in Biblis losgeflogen – die übrigen werden wir in zwei Wochen am Pannenreaktor Krümmel zu einem Radioaktivitätszeichen auslegen und anschließend steigen lassen. Auch die Metropolregion Hamburg hat einen „tödlichen Nachbarn“!

Veröffentlicht von

Susanne Jacoby, Jahrgang 1981, hat bei Campact die Petitionsplattform WeAct aufgebaut und ist seit Frühjahr 2016 Teamleiterin für die Bereiche WeAct und Themenfindung. Susanne hat Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Politik und Kommunikation studiert und war am Schreibtisch, auf der Straße und in der Luft mit verschiedenen Organisationen und Bewegungen ehrenamtlich aktiv.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: CampAct Blog | Ballon-Aktion am AKW Krümmel: „Aus bleibt aus!“

  2. wow, das sieht wirklich beeindruckend aus, beeindruckend und macht die Gefahr symbolisch absolut sichtbar-
    danke für eure SUPERAKTION

  3. Liebe Susanne, lieber Alex und alle anderen, ihr habt in Biblis einen ganz tollen Job gemacht und es war ein besonderes Erlebnis und eine Aktion, die bei allen Dabeigewesenen sicher nie in Vergessenheit geraten wird.

    Meine 3 Männer sind nach der durchgearbeiteten Nacht und dem Marsch zum Akw fix und fertig ins Bett gefallen, aber das beeindruckende Bild der davonfliegenden Ballons hat die Strapazen auf jeden Fall aufgewogen.

    Wir wünschen euch viel Erfolg in Krümmel und dass wie in Biblis das Wetter auf eurer Seite ist und viele Helfer an eurer Seite sind.

    Liebe Grüße!

  4. Liebe Aktivisten,
    grundsätzlich finde ich Eure Aktionen gut! Ballons haben nur einen Nachteil, sie stören wenn sie in Brutgebieten runterkommen die Brutvögel…Bitte achtet auf die Zeiten dieser Aktionen, damit Ihr nicht in die Kritik des NABU geratet…oder auch der Gegner.

  5. Leider konnte ich wegen eines Familientermins nicht selbst kommen. Auch ver.di mußte in Stuttargt auf mich verzichten. ich habe an beide Aktionen gedacht und in der Familie erzählt.

    Auf der Fahrt von Frankfurt nach Düsseldorf ist mit mein Luftballon im Westerwald begegnet! ich habe mich sehr gefreut und bedanke mich herzlich bei denen, die vor Ort die Aktion durchfeführt haben.

    Es wirkt bestimmt!

    Irene van Heemstra
    Frankfurt/Offenbach/Mühlheim am Main

  6. Die Aktion finde ich gut. Heute früh habe ich bereits bei uns im Garten eine Ballonkarte gefunden. Leider habe ich Ihre Seite mit der Landkarte vermißt oder nicht gefunden?
    Fundort: 98617 Herpf bei Meiningen im Südwesten von Thüringen im Dreiländereck Hessen/Bayern/Thüringen.