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Stuttgart 21: Heute ist Tag X – Bagger gegen Bürger

Seit dem frühen Nachmittag haben die Bagger mit dem massiven Abriss der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs begonnen. Ein großes Polizeiaufgebot schützt die Baustelle, vor der friedlich hunderte von Demonstrant/innen stehen. Ab 17:00 Uhr ist eine Kundgebung am Stuttgarter Hauptbahnhof und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) wird eine Anrede auf dem Weindorf halten. Die Demonstrant/innen kündigten zivilen Ungehorsam durch Sitzblockaden an.

Hier ist ein Live-Stream zu den Abrissarbeiten.

Der SWR berichtet ebenfalls.

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Astrid Goltz, Jahrgang 1983, hat Kulturwissenschaften in Lüneburg und Santiago de Chile studiert. Seit vielen Jahren ist sie ehrenamtlich in Umweltprojekten aktiv, zuletzt bei den Klimapiraten. Hauptamtlich hat sie für die BUNDjugend zum ökologischen Fußabdruck gearbeitet und für den BUND das Klimaforum Bonn 2010 mit organisiert. Ihre Schwerpunktthemen als Campaignerin bei Campact sind Gentechnik und Agrarpolitik sowie Flüchtlingspolitik.

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  1. Einmal will die Politik was Vernünftiges durchsetzten, und dann wird es von ein paar Wildgewordenen blockiert.
    Wenn man öfters mit dem Zug über Stuttgart fahren müsste, wüsste mann, dass da erheblicher Erneuerungsbedarf besteht.

    Aber diejenigen, die da protestieren, regen sich dann auch wieder auf, wenn Züge zu spät sind und die Fahrt viel zu lang dauert.

    Naja

  2. Dieses Projekt ist in der heutigen Zeit unverantwortlich. Die Bahn hat doch wirklich genug Bausstellen die sie ersteinmal bearbeiten muß. Verspätungen, schlechte Züge, verschmutzte Bahnhöfe und ein Lärmterror im Mittelrheintal. Dort rattern alte, vergammelte Züge und Waggons in einer Entfernung von nur manchmal 1 m an bewohnten Häusern vorbei. Der Lärmpegel liegt oft bei cc. 95 Dezibel. Das ist für die Bewohner gesundheitsschädlich und als Körperverletzung zu bezeichnen. Die Bahn investiert nur in Prestigeobjekte wie Bahnhof Leipzig, Hochgeschindigkeitsstrecken (nur für den ICE). Da können die Politiker sich ein Denkmal mit setzten. Für sinnvolle Investitionen – neue Strecke für den Gützerverkehr, für Instandhaltung und Wartung etc,- ist kein Geld da.

  3. Offensichtlich merken die Protestierer nicht, dass sie hier von den Grünen, insbesondere von H. Wölfle zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert werden. Schade, denn schnelle Bahnstrecken müssten eigentlich im Sinne der Grünen sein. Diese Partei wird für mich unwählbar.

    Der Beschluss zu Stuttgart 21 ist über viele Jahre demokratisch diskutiert worden und ist mehrheitlich gefallen.

    Jetzt hinterher zu Protesten aufzurufen, ist schlicht undemokratisch. Sollten die protestierenden Parteien dann (wider Erwarten) die Mehrheit bekommen, dann ist es natürlich zu spät und es kann leider nichts mehr geändert werden :-((

    Sollte (auch wider Erwarten) Stuttgart 21 doch noch gestoppt werden, dann kann ich der Bahn nur empfehlen die schnellen Strecken um Stuttgart herumzubauen und Stuttgart z.B. über Mannheim noch mit Regionalzügen zu versorgen.

    Alles und jedes zu Denkmälern zu erklären und sich grundsätzlich gegen den Fortschritt zu stemmen, lässt und im Laufe der Zeit „ganz schön alt aussehen“.

    Zu Peter Rimbrecht: Das Geschrei möchte ich hören, wenn eine Transrapidstreckke geplant würde.

  4. Hallo,
    mit diesen 9 Milliarden ließe sich eine Transrapidstrecke für den Personenverkehr bauen. Die Schienen wären dann für den Güterverkehr frei.

  5. @ebook leser
    woher wissen sie den das das wirklich der wille des volkes ist?
    Wieso nehmen sie sich dsa recht raus so etwas zu sagen.
    In meinem Umfeld hat es viele Befürwörter von S21. Und
    “Stararchitekt Frei Otto“ hat nicht die notwendige Kompetzenz um solche Äußerungen zu sagen.
    Ich bin fro das wir in einer representativen Demokratie leben und Abgeornete wichtige Entscheidungen treffen und nicht die Bürger.

  6. Indem die Herren des Bahnprojekts Stuttgart 21 vollendete Tatsachen schaffen, ohne auf kritische Stimmen, die gewichtige Argumente haben, zu hören, haben sie sich selbst demontiert.
    Ich hoffe darauf, dass solch demokratiefeindliches und unverantwortliches Handeln von den Bürgerinnen und Bürgern nicht belohnt wird.

  7. scheinbar ist die einzigste Chance etwas zu verändern,die Angst der Politiker nicht mehr wieder gewählt zu werden.
    Herr Mappus will ja um jeden Preis im März gewählt werden,und die Angst ist groß das durch Stuttgart 21 dies in die Hose geht.
    In einer Welt wo wirklich alles den Bach hinunter geht,ist es sowieso nicht nachvollziehbar,das Politiker so machtgeil sind.
    Allerdings gibt es eine Klientel von Menschen,die um jeden Preis an den Hebeln der Macht drehen wollen,ob auf Bundes oder Landesebene.
    Die gewählten Vertreter der Bürger haben schon lange die Bodenhaftung verloren,zumal sie für ihr handeln nicht haftbar gemacht werden können.
    Denn wenn je ein Politiker für das was er macht in die Verantwortung genommen würde,gäbe es diese Machtgeilheit nicht.
    Stuttgart21 ist so unsinnig zumal es belegt werden kann,durch eine Vielzahl von Gutachten,dennoch wird es durch gezogen,weil viel zuviele wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen.
    Der wirtschaftliche Nutzen eines solchen Projektes ist fragwürdig,aber das interessiert die Verantwortlichen nicht.
    Ich wohne erst seit einem halben Jahr in BAWÜ und finde es köstlich das mündige Bürger endlich wieder auf die Strasse gehen.
    Denn das scheinen wir mit der Zeit verloren zu haben,das Aufbegehren gegen die Obrigkeit.

  8. Es zeigt sich einmal wieder, dass der Wille des Volkes nichts, aber auch gar nichts zählt. Jetzt wird das 4 Milliarden Projekt umgesetzt, das am Ende sicher viel mehr kosten wird. Die Menschen protestieren – die Maschinen legen trotzdem los. In Stuttgart hat der Abriss des Hauptbahnhof-Nordflügels begonnen. Demonstranten gelangten auf ein Dach und entrollten ein Plakat. Stararchitekt Frei Otto, der das Megaprojekt mitentwickelt hat, fordert inzwischen einen Baustopp. Tja und das alles mit unserem Steuergeld. Schöne neue Welt.