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Aktion vor dem Kanzleramt: Atom-Merkel sägt an den Erneuerbaren Energien

Mitten vor dem Bundeskanzleramt stand heute ein Windrad. Doch lang blieb es dort nicht stehen: Eine Merkelpuppe und zwei Puppen als Vertreter der vier großen Atomkonzerne traktierten das Windrad so lange mit ihren Atom-Sägen, bis es abknickte und zu Boden fiel. Den umstehenden Menschen gefiel das gar nicht: Lautstark buhten und pfiffen sie die Kanzlerin und ihre Klüngelkumpane von RWE, Vattenfall, Eon und EnBW aus.

Anti-Atom-Aktion mit Windrad

Natürlich handelte es sich bei dem Windrad um ein Modell. Und auch die Solarpanele, die vorher von der Merkel-Puppe und ihren Atom-Handlangern zerstört wurden, waren ausrangierte Module. Doch die Aktion machte deutlich: Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten zerstört den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Denn die unflexiblen Atomkraftwerke verstopfen mit ihrem Strom die Netze und lassen damit nicht genug Platz für die rasant wachsenden Erneuerbaren. Die Erneuerbaren Energien, die Zukunft einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung, werden mit den Laufzeitverlängerungen eiskalt ausgebremst.

Mit einem Klick auf das Fenster können Sie sich unseren Film von der Aktion anschauen

Grund für den Protest: Heute traf sich im Kanzleramt das Bundeskabinett, um abschließend über das Energiekonzept und damit auch über die längeren Laufzeiten zu entscheiden. Bereits vor drei Wochen hatte sich die Kanzlerin mit den zuständigen Ministern in kleiner Runde darauf geeinigt, die Meiler durchschnittlich zwölf Jahre länger am Netz zu lassen – acht Jahre die sieben ältesten Reaktoren wie Biblis und Neckarwestheim, und vierzehn Jahre die übrigen Meiler. Doch mit Tricks der Betreiber könnten uns die letzten Reaktoren noch weit bis über das Jahr 2040 hinaus einem tödlichen Risiko aussetzen.

Rund 300 Menschen kamen heute morgen zum Bundeskanzleramt, um die Aktion zu unterstützen und den einfahrenden Ministern ihren Protest gegen die geplanten Laufzeitverlängerungen mit auf den Weg in die Sitzung zu geben. Die hohle Phrase von der Atomkraft als „Brückentechnologie ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien“ hat hier jede und jeder durchschaut. Die Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen – bei uns kommt die Bundesregierung mit ihrem Atomkurs nicht durch!

Anti-Atom-Protest in Berlin

Der Regierung steht noch ein heißer Herbst bevor. Denn auch wenn die Bundesregierung heute ihr Energiekonzept beschlossen hat, müssen die Änderungen erst noch vom Bundestag mit einer Novelle des Atomgesetzes umgesetzt werden. Und diese Novelle hat in sich: Neben der Festlegung der Laufzeitverlängerungen soll zum Beispiel das Klagerecht von Privatpersonen gegen die mangelnde Sicherung der AKWs vor Terrorangriffen abgeschafft werden und Enteignungen bei der Erkundung von Endlagerstandorten wieder ermöglicht werden. Mit einem juristischen Trick will die Bundesregierung außerdem verhindern, dass der Bundesrat den Laufzeitverlängerungen zustimmen muss: Die Haftung der Länder für Schäden bei einem Reaktorunfall soll zukünftig entfallen. Damit soll vermieden werden, dass längere Laufzeiten veränderte Haftungsbedingungen für die Länder und damit eine Zustimmungspflichtigkeit des Bundesrates auslösen.

Anti-Atom-Protest in Berlin

Die Novelle des Atomgesetzes soll jetzt im Bundestag beraten und am 29. Oktober endgültig beschlossen werden. Bereits am 1. Januar 2011 soll das neue Atomgesetz in Kraft treten. Daher starten wir morgen eine Telefonaktion und fordern die Bundestagsabgeordneten von Union und FDP mit möglichst vielen Menschen auf, das Atomgesetz zu kippen. Alle Infos dazu stellen wir morgen auf unsere Webseite. Nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit und telefonieren Sie mit!

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. …„eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung“ und „die Sicherung der Lebensgrundlagen von morgen“. Das war die
    Aussage im ENERGIEPOLITISCHEN APPELL 2010.
    Alle Unterzeichener zusammen mit den Abgeordneten der CDU/FDP-
    Regierung können ihrer „tiefen Betroffenheit“ Ausdruck verleihen als
    Liquidatoren bei Aufräumarbeiten an den nuklearen Blöcken des
    AKW Fukushima.
    So können diese Damen und Herren das Vertrauen der Bürger
    wiedergewinnen!

  2. Wir sollten schon jetzt die Bauplätze für windanlagen besetzten. Im Endausbau werden die Windräder in 1 km Abstand über ganz Deutschalnd verteilt stehen.

    Also frisch ans Werk damit die Bauplätze nicht anderweitig verplant werden und zügig mit dem Ausbau de Windanlagen begonnen werden kann.

  3. Bis zur Verabschiedung des Gesetzes muss in den Wahlkreisen richtig Druck gemacht werden. CDU-Büros besuchen, Mahnwachen, offene Briefe über die Presse an die Abgeordneten. Ist denn die ganze CDU von der Atom-Mafia unterwandert? Gibt es denn keine Abgeordneten mehr, die sich für den Mittelstand einsetzen? Handwerker, Bauern, Stadtwerke, Kommunen verdienen am Solarboom, an Biomasse und Windenergie.

    @vernunft: Die Erneuerbaren haben 2009 rund 58 Terrawattstunden mehr Strom ins Netz eingespeist als im Jahr 2000. Das heißt, dass wir sofort die sieben ältesten AKWs abschalten könnten (welche 2009 nur rund 21 TWh produziert haben) und hätten immer noch einen Überschuss von 37 TWh mit dem wir die größten Braunkohle-Dreckschleudern ersetzen könnten.

    Die genannten Zahlen stammen von der Seite des Bundesumweltministeriums (Broschüre ‚Erneuerbare in Zahlen‘) und der Seite der Atomlobby http://www.kernenergie.de

    Es hat mich selbst überrascht, wie wenig die alten AKWs 2009 zur Stromversorgung beigetragen haben. Und trotzdem hat Deutschland massig Stom exportiert!

  4. Die beste Energie ist noch immer die nicht verbrauchte Energie!
    Durch gezielte Stromsparmaßnahmen habe ich im letzten Abrechnungszeitraum meinen Verbrauch um ein Drittel gesenkt, aktuell auf 1860 kWh in einem 3-Personen-Haushalt. Stellt euch vor, alle 40 Mio privaten Haushalte würden Gleiches tun. Der prognostizierte Durchschnittsverbrauch liegt in 2010 bei 2900 kWh pro Haushalt. Ein Drittel davon eingespart brächte 38 Terawattstunden Verbrausreduzierung! Die 17 deutschen Atommeiler produzierten in 2009 135 Terawattstunden, also im Durchschnitt 8 TWh pro Meiler. 38 TWh entspricht der Jahreserzeugung von 5 AKW, die sofort abgeschaltet werden könnten!!! Die Wirtschaft ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Und ich friere nicht, hungere nicht, habe Kühlschrank, Waschmaschine und sogar einen Tiefkühlschrank. Also, liebe Blogger, spart Strom dass die Schwarte kracht und lasst die Meiler leerlaufen, das wäre ein sehr messbarer Beitrag von jedem Einzelnen! Es liegt auch an uns selbst!
    Übrigens: Mein (noch erforderlicher) Strom stammt zu 100% aus Wasserkraft…

  5. Braunkohle-Kraftwerke sind ein Energieträger, der vorhanden ist u.im Tagebau abgebaut wird! Seit Jahrzehnten wird die Braunkohle verstromt und durch das Verbrennen wird die Umwelt stark geschädigt-genau wie die Landschaft ! Obwohl im Verhältnis die Technologie zum Atomstrom „sicher“ ist-belasten die alten Braunkohlekraftwerke stark die Atmosphäre und damit wird auch der Treibhauseffekt nicht zurückgefahren…also müßten diese Dreckschleudern sofort saniert werden-um aus der Braunkohle möglichst sauber Energie zu gewinnen.Aber lieber wird mit Emmisionszertifikaten gehandelt und die Umwelt weiterhin stark belastet. Auch hier: Ein Umdenken- auf alternative Energien- wäre längst überfällig, nur wenns viel kostet, wirds verschoben….

  6. Moin,

    ich konnte leider – sorry, sorry, sorry – wirklich nicht dabei sein. Termine haben es unmöglich gemacht.

    Es müssen folgende Fragen erlaubt sein; wie christlich ist die „christlich demokratische Union“ eigentlich wirklich?

    Ja, es kommt selten vor, das es einen AKW-GAU gibt, doch es gab schon min. einen – in Tschernobyl. Damals wurden Menschen gezwungen, dort aufzuräumen, wo der Tod wartet. Sie nannten sich selber „Bio-Roboter“. Heute ist so eine „BIO-ROBOTER-HILFE“ undenkbar. Wer aber soll dann aufräumen?

    Wie christlich ist also eine Partei, eine Regierung, die gefährliche Technik forciert, wobei man nichtmal weiss, wo man mit dem Atommüll hin soll?

    Wie christlich ist eine Regierung (CDU) die beabsichtigt, in Nähe der Nordseeküste in einem Ort CO2 unterirdisch zu speichern? Entschuldigung, so ein Verfahren ist doch ein völliger Unsinn.

    Wie christlich ist eine Regierung, die versucht Grundstückseigentümer von Endlagern enteignen zu wollen, nur um diese weiter untersuchen zu können? Ist das christlich? Ist das demokratisch? Nein, es ist unchristlich und undemokratisch.

    Was würde Jesus, Gottes Sohn eigentlich von so einer Regierung denken? Würde er wollen das wir Atomkerne spalten? Oder würde er sagen; „nutzt die Energie, die Gott euch gegeben hat“. „Nutzt den Wind, die Sonne, und alles was ich euch sende!“

    Wäre Jesus wirklich der Meinung, dass diese Regierung noch christlich ist? Ich denke, wir wissen alle, was er – Jesus, Gottes Sohn – uns sagen würde. Doch warum richten wir uns nicht danach?

    Fazit; alles könnte so einfach sein. Wäre da nicht diese unchristliche Regierung, die Ihre Stimmen z.T. auch von Zwangsmitgliedern bekommt!

    Beste Grüße
    Jürgen

  7. Der meiste Strom kommt doch aus Braunkohlekraftwerken. Man sollte diese endlich abschalten, dann ist auch genügend Platz im Netz für neue Energien. Atomkraft ist immer noch besser als Kohle.

  8. Hallo Leute!

    leider konnte ich heut morgen nicht vor Ort sein. …
    Trotzdem war ich im Geiste dabei.

    Ich habe mir fest vorgenommen in vier Wochen, am Tag an dem dieser fatale Gesetesentwurf durch den Bundestag gewinkt werden soll, vor dem Reichstag zu stehen. Ich hoffe jedenfalls, daß mit mir dann auch viele Andere dort stehen werden. Vielleicht ja so viele wie vor zwei Wochen, am 18.

    Stellt Euch vor, was dies für einen Eindruck auf diejenigen in der Koalition hinterlassen würde, die sich doch noch irgendwie einen Funken Gewissen bewahrt haben. Der Koalitionszwang würde unter dem Druck des Volkes nicht greifen, die Gesetzesabstimmung scheitern. Frau Merkel würde ihr Amt niederlegen, und diese Republik wäre um eine ware Revolution reicher.

    Ich werd mir einfach die Hoffnung bewahren, daß ich dies irgendwie erleben werde. Vielleicht Ihr ja auch!

    Stephan