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Atomkraft: Schluss jetzt! 100.000 Menschen umzingeln das Regierungsviertel

Ein Meer aus Anti-Atom-Fahnen, Schildern und Plakaten breitet sich vor dem Hauptbahnhof aus. So viele Menschen sind nach Berlin gekommen, mit Sonderzügen und über 150 Bussen aus dem ganzen Land, dass man sich nur noch schwer durch die Menge schieben kann. Gekommen ist eine bunte Mischung: Alte Menschen, junge Menschen, Familien mit Kindern, Student/innen, Schüler/innen. Und überall lacht die Anti-Atom-Sonne.

Anti-Atom-Demo am 18.9.2010

Pünktlich um 13.00 Uhr startet der Demozug und nach einer Weile macht sich auch der Campact-Wagen, geschmückt mit vielen schwarzen und gelben „radioaktiven“ Luftballons, auf den Weg. Die Staßen sind dicht gedrängt und voll mit Menschen, immer wieder skandieren sie „Abschalten, abschalten!“ oder lassen einen ohrenbetäubenden Atom-Alarm erschallen. In einem großen Bogen ziehen wir durch die Innenstadt, bis sich kurz vor dem Reichstag die Demo teilt. Wir ziehen weiter auf der südlichen Route, am Reichstag vorbei, in Richtung Kanzleramt.

Mit einem Klick auf das Fenster können Sie sich unseren Film von der Demo anschauen

Zwischen Paul-Löbe-Haus und Bundeskanzleramt halten wir an – und bekommen die Nachricht, dass die letzten Menschen am Hauptbahnhof gerade erst losgelaufen sind. So viele sind wir, dass sich der Demozug bis in die Innenstadt hinein staut und gar nicht alle Menschen in die Umzingelung mit hineinkommen. Und endlich kommt auch die ersehnte Zahl: 100.000 Menschen sind heute bei der Großdemonstration dabei!

Bevor sich die Umzingelung wieder auflöst, proben wir noch einmal für den Ernstfall und machen es uns bei einer symbolischen Sitzdemonstration auf der Straße gemütlich. Als Abschluss der Umzingelung schlagen wir anschließend noch einmal mit Trommeln, Pfeifen, Tröten und Rasseln einen lautstarken „Atom-Alarm“. Obwohl, von einer Umzingelung kann man inzwischen schon gar nicht mehr sprechen: Die Fläche zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt ist überflutet mit Menschen.

Anti-Atom-Demo am 18.9.2010

Währenddessen startet auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof die Abschlusskundgebung. Viele Menschen machen sich schon so langsam auf den Heimweg, man sieht viele zufriedene Gesichter und leuchtende Augen. Mit 100.000 Menschen haben wir heute eindrucksvoll gezeigt, dass in der Atompolitik noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist. Atomkraft: Schluss jetzt!

Veröffentlicht von

Susanne Jacoby, Jahrgang 1981, hat Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Umweltpolitik und Umweltkommunikation in Lüneburg studiert. Sie war jahrelang für verschiedene Umweltorganisationen aktiv und hat u.a. den Kongress McPlanet.com 2009 mit organisiert. Bei Campact kümmert sie sich als Campaignerin um die Steuerflucht-Kampagne und Themen rings um die Energiewende.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es auch sehr gut das es diese Kundgebung und ähnliche Veranstaltungen gegeben hat. Leider konnte ich diesmal nicht dabei sein. Es wird endlich Zeit das andere umweltfreundliche Mittel genutzt werden um die elektrische Energie zu gewinnen. Sicherlich ist keine der bisher bekannten Techniken absolut umweltfreundlich aber die Atomkraft ist und bleibt mit ganz gewaltigem Abstand die schlimmste. Nirgendwo auf unserem Planeten gibt es eine Möglichkeit die anfallenden radioaktiven Abfälle wirklich sicher zu lagern. Entsorgen kann man diese Abfälle ebenfalls nicht. Kraftwerke die mit (fossiler) Verbrennung arbeiten haben leider durch die bei der Verbrennung erzeugten Gase auch viele Nachteile. Hinzu kommt dann noch das die fossilen Brennstoffe nur noch sehr begrenzt verfügbar sind. Ständig steigt der Energieverbrauch und es wird dringend Zeit etwas zu unternehmen. Ich finde es sollten viel mehr Windräder, Solarzellen und Wasserkraftwerke betrieben werden. Zwar installieren immer mehr Hausbesitzer Solarzellen auf ihren Dächern aber es gibt immer noch viel viele riesige Dächer die diese Möglichkeit nicht nutzen.

  2. Radioaktive Strahlung ist das Beste um das kranke menschliche Genom zu verändern.

  3. Ich halte den Vorschlag von Jens Bröcking, diese Petition an den Deutschen Bundestag zu unterstützen für sehr wertvoll, habe mich inzwischen auch schon daran beteiligt.

    Es wäre sehr schön, wenn Campact diesen Link an alle interessierten Menschen im Netzwerk über den Rundbrief auch verschicken könnte.

    Die Menschen bleiben damit im Tun, sie bleiben aktiv, sie informieren andere wieder und das Thema bleibt aktiv, weitet sich aus, erreicht neue Menschen, die sich beteiligen, Stellung nehmen, ihren Willen ausdrücken, diesmal in einer hochoffiziellen Form, über die der Petitionsausschuß wieder einmal erfährt, daß unser Widerstand immer noch lebt, stärker wird.

    Man muß sich für die Petition zuerst einmal anmelden, dort registrieren, dann die Petition „mitzeichnen“.

    Falls jemand seine Meinung ändert, kann er seine Mitzeichnung jederzeit widerrufen.

    LG

    Volker Schmidt
    Korbach

  4. Ich bin froh, dass so viele auf der Demo in Berlin waren und ich hoffe, dass noch viele den „Bürger/innen-Appell gegen Merkels Atompläne!“ mit Unterschreiben. Allein, wenn alle Mitglieder der Grünen, der SPD und die Bewohner von Gegenden, die von Atomkraftwerken und geplanten Endlagern betroffen sind, dann dürften da ja noch einige Stimmen hinzukommen:-)

    Parallel epfehle ich die Unterstützung der Petition: Nukleare Ver- und Entsorgung – Einhaltung der Verträge zur Abschaltung der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2023 vom 17.08.2010 auf Bundestag.de. https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13587

    LG
    Jens

  5. Die Demo gegen die AKW Laufzeitverlängerung war wirklich eine sehr gelungene Aktion, beeindruckt hat mich die absolute Friedlichkeit und Freundlichkeit der Teilnehmer.
    Das Wetter war durchwachsen, teilweise war es recht windig, mal nieselte es und ab und an wurde daraus auch schon mal ein richtiger Regenschauer.
    Wir waren mit vier Personen aus Nordhessen angereist, die Fahrt war auch angenehm und ohne Stau, es gab für uns keinerlei Parkplatzprobleme, weil wir schon in Grunewald partken und mit der S Bahn zur Kundgebung fuhren.
    Es war sehr schön, daß man gleich beim Verlassen des Bahnhofes die Gelegenheit hatte, eine Fahne zu erwerben, durch diese Vielzahl der ATOMKRAFT NEIN DANKE Fahnen wirkte der Platz einfach wunderbar, es war ein schönes Gefühlt für mich, zu sehen, daß so viele Menschen für Ihre Gesundheit und Sicherheit einstanden und diesen Tag für diese gemeinsame Kundgebung nutzten.
    Es war auch angenehm, daß die Polizei vor Ort sich auf die Ordnungsfunktion beschränkte und mit normaler Dienstuniform ohne Schutzschilde und Helme dieser Aufgabe nachkam, dafür möchte ich Ihnen von Herzen danken.
    Laßt uns nun auch zu Hause vor Ort Zeichen des eigenen politischen Willens setzen, laßt unser Land wieder die Aufkleber mit „Atomkraft Nein Danke“ sehen, eine Sonne, die für eine bessere Zukunft steht freundlich auf unseren politischen Gestaltungswillen hinweisen.
    Es lagen auf dem Demonstrationsweg Räumlichkeiten der FDP. Diese Stelle machte deutlich, wie viele Menschen hier ihren Missmut äußerten, die Schaufenster sind in der Fotosammlung auf Flickr zu sehen, sie wurden mit sehr vielen Aufklebern verziert.
    Wir werden es erleben, daß nun wieder bald mehr Autos mit dem „Atomkraft Nein Danke“ Aufkleber herumfahren, wir werden es erleben, daß sich mehr Menschen für einen Stromanbieterwechsel entscheiden, der seine Energie nur aus alternativen Energien bezieht, wir werden es erleben, daß die Menschen mehr und mehr sich für ihre ureigenen Interessen selbst einsetzen, sich beteiligen, sich für diese und andere gute Aktionen einsetzen, hier ist auch das bedingungslose Grundeinkommen zu nennen, aus dem heraus unserer Bevölkerung die Angst vor dem Absturz genommen wird, wodurch letztendlich ein wirklich guter Wandel ermöglicht werden wird.
    Es war für mich besonders schön, daß ich dort auf der Demo, 450 km von meinem Heimatort entfernt einen Gartennachbar traf, der eine kleine tragbare amerikanische Feuerwehrsirne mit sich trug, die einen Sound wie eine echte große Sirene abgab, er hat sie im Internet gekauft, ich denke, diese Geräte sollten sich mehr Menschen anschaffen.
    Danke für diese wirklich gut geplante und durchgeführte Aktion.
    Herzliche Grüße
    Volker Schmidt
    Korbach