Merkels Kettensägenmassaker

Dank der spenden von 1500 Campact-Aktiven konnten wir heute unseren Appell gegen längere AKW-Laufzeiten in der Süddeutschen Zeitung und der taz als Anzeige veröffentlichen. Nur die Frankfurter Rundschau weigerte sich, unser Anzeigenmotiv abzudrucken. Angeblich verletzt unser Bild, auf dem Merkel mit einer Atom-Kettensäge Windräder zerstört, die Persönlichkeitsrechte der Kanzlerin.

Innerhalb von nur zwei Wochen haben bereits 131.578 Menschen unseren Appell gegen Merkels Atompläne unterzeichnet. Dank der Spenden von 1500 Campact-Aktiven konnten wir den Appell heute in der Süddeutschen Zeitung und der taz als Anzeige veröffentlichen. Am 28. September, dem Tag der Entscheidung im Kabinett, legen wir mit Anzeigen bei Spiegel-Online nach. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender/innen für die große Unterstützung!

Eigentlich wollten wir die Anzeige heute auch in der Frankfurter Rundschau veröffentlichen. Doch die Frankfurter Rundschau lehnte – anders als die Süddeutsche Zeitung, die taz und Spiegel-online – den Abdruck der Anzeige ab. Begründet wurde dies von der Rechtsabteilung des Verlages Dumont-Schauberg damit, dass die Darstellung von Frau Merkel mit einer Kettensäge angeblich ihre Persönlichkeitsrechte verletze. Wir halten diese Einschätzung der Verlagsjuristen für an den Haaren herbei gezogen. Zumal Frau Merkel selbst ja erst kürzlich dem Mohammed-Karrikaturisten Kurt Westergaard einen Preis verliehen hat. Wenn man einen Religionsstifter mit einer Bombe als Turban zeichnen darf, dann muss es doch wohl erst Recht erlaubt sein, die Kanzlerin dabei zu zeigen, wie sie mit einer Atom-Kettensäge Windräder zerstört! Darum unsere Bitte: Verbreiten Sie die Banner mit Merkels Kettensägen-Massaker jetzt erst recht weiter!


www.campact.de

Zumal unser Bild ziemlich genau auf den Punkt bringt, was Merkel mit Ihrer Atompolitik bei den Erneuerbaren Energien anrichtet: ein Kettensägenmassaker. Schon heute verstopft zu viel Atomstrom die Stromnetze und behindert so den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Der von Bundeskanzlerin Merkel eingesetzte Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) warnt deshalb vor längeren Laufzeiten für die Atomkraftwerke. „Langere Laufzeiten für Kernkraftwerke sind keine Brücke, sondern ein Investitionshindernis für die Erneuerbaren Energien“, schreiben die Umweltweisen in einer Presserklärung. Doch statt auf die eigenen wissenschaftlichen Berater zu hören, betreibt die Bundesregierung lieber eine mittelstandsfeindliche Klientelpolitik für die Atomkonzerne.

Die Atomlobby versucht derweil den Eindruck zu erwecken, erneuerbare Energien und Atomkraft passten wunderbar zusammen. Doch die Umweltweisen warnen seit langem davor, dass die schwer regelbaren Atomkraftwerke die wetterbedingten Schwankungen der Stromeinpeisung aus erneuerbaren Energien nicht hinreichend flexibel ausgleichen können. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Blog Klimalügendetektor.

Am Dienstag Vormittag wird das Bundeskabinett über die längeren Laufzeiten beraten, anschließend geht der Gesetzentwurf an den Bundestag. Wir werden auch vor Ort sein und den Ministern einen lautstarken Empfang bereiten, wenn sie ins Kanzleramt fahren. Anschließend wird eine Merkel-Puppe mit einer Atom-Kettensäge ein Windrad-Modell und – ausrangierte – Solarpanels zerstören. Wenn Sie aus Berlin sind oder am Dienstag gerade dort – kommen Sie zu unserer Aktion!

Jeder kann etwas gegen den Atomdeal tun! Helfen Sie uns, unseren Appell gegen längere AKW-Laufzeiten weiter zu verbreiten. Wenn Sie können, unterstützen sie unsere Anti-Atom-Kampagne mit einer Spende. Wechseln Sie von den Atomkonzernen zu unabhängigen Anbietern von echtem Ökostrom! Und schreiben Sie einen Leserbrief an ihre (Regional-)Zeitung und kritisieren sie darin die verantwortungslosen Atompläne der Bundesregierung!

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Veröffentlicht von Yves Venedey

Recherche & Themenmonitoring - Yves Venedey absolvierte nach Tätigkeiten als Marktforscher, Briefträger, Geschäftsführer, Redakteur und freier Journalist den Studiengang Public Relations an der Deutschen Presseakademie in Berlin. Politisch engagierte er sich bei Mehr Demokratie e.V. und bei Bündnis 90/Die Grünen. Von August 2009 bis März 2014 war er Pressesprecher von Campact, zuvor Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Yves ist auch Autor des Campact-Buchs <a href="http://www.campact.de/atom2/book">"Abschalten! Warum mit Atomkraft Schluss sein muss und was wir alle dafür tun können"</a>, das 2011 im Fischer Verlag erschienen ist.