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Nach Fukushima? Einfach neue AKWs bauen!

Campact arbeitet schon länger an dem Fall einer deutschen Exportbürgschaft für das brasilianische AKW Angra 3. Die Bundesregierung will an ihrer Bürgschaft festhalten – obwohl sich hierzulande die politische und sicherheitstechnische Bewertung der Atomkraft grundlegend gewandelt hat.

In Indien läuft von französischer Seite ein ganz ähnliches Projekt: In Jaitapur will Frankreich den AKW-Komplex mit der weltweit größten Leistung mit einer Coface-Bürgschaft, einem Äquivalent zur deutschen Hermes-Bürgschaft, fördern. Präsident Sarkozy hat hierfür im Dezember 2010 wichtige Verträge unterschrieben. Viele große Banken sind an der Finanzierung der Anlage beteiligt. An diese richtet sich nun ein Online-Appell von Greenpeace.

Das Gelände des AKW Jaitapur liegt am Indischen Ozean und liegt in einer Zone mit hohem Erdbebenrisiko. Die sechs Meiler sollen Druckwasserreaktoren werden. Auch nach einer Abschaltung erfordert dieser Typ noch über Wochen eine aktive Kühlung. Von seiner Konzeption ähnelt das Projekt in mehreren Aspekten fatal an das havarierte japanische AKW Fukushima.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Durch diese o.a. Aktion in Brasilien zeigt doch die Bundes-regierung, daß sie NOCH NICHT GANZ aus der Atompolitik ausgestiegen ist und im Grunde AUCH NOCH NICHT konsequen-terweise die ENERGIEWENDE eingeläutet hat!
    Deutschland macht sich durch die Unterstützung von AKW
    Angra 3 — in den Augen vom Rest der Welt VÖLLIG unglaub-würdig. – – –

  2. Eine Schweinerei hoch drei, in der heutigen Lage, Japan und Nebraska (noch kein Gau) für AKW/KKW Geld zu investieren, anstatt in erneuerbare Energien…

  3. Indien und Brasilien sind weit weg. Sehr viel ungemütlicher finde ich die Vorstellung, dass die polnische Regierung (ich sage bewusst nicht „die Polen“!) bis 2022 ein Atomkraftwerk in Betrieb nehmen will. Sollte 2022 nicht Ausstiegsdatum sein? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Energia atomowa? Nie dziękuję!

    • Auf das in Polen geplante AKW haben meines Wissens keine anderen Staaten über Bürgschaften Einfluss. Eine Beobachtung der weiteren Planungen lohnt sich aber auf jeden Fall.

  4. Ich finde es muss eine weitere Kampagne von campact.de gestartet werden, die druck auf die Regierung ausübt, ein Gesetz zu erlassen, dass Deutschland und deutsche Firmen sich an keinen Atomgeschäften mehr beteiligen darf!

    Wie steht denn Deutschland vor der Welt da? Die Bevölkerung in Deutschland will keinen Atomstrom mehr aber wir verdienen Milliarden daran, andere Länder und deren künftige Generationen auf Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende zu verstrahlen.
    Es muss ja nicht gleich ein weiterer Gau sein, schon allein die Lagerung verstrahlt Gebiete der Erde und mögen die noch so tief in der Erde liegen.

    Die ganze Welt zeigte sich interessiert an dem Ergebnis des Atom-Moratoriums.
    Darauf war ich stolz auch dass in Deutschland den Ausstieg beschlossen wurde.

    Wie scheinheilig ist es denn vor den Augen der Welt, wenn wir gleichzeitig damit Geld verdienen?

    Deutschland muss in meinen Augen auch Verantwortung dafür übernehmen, was deutsche Firmen und deutsche Banken im Ausland anrichten!

    Unterstützt ein Land die Sklaverei, wenn es im eigenen Land die Sklaverei unter Strafe stellt, aber im Ausland von Firmen Produkte kauft, die durch Sklaverei produziert wurden?

    Machen wir doch endlich mal die Augen auf und werden vernünftig!
    Das ist mein sehnlichster Wunsch von und für Deutschland und der ganzen Welt!

    • Es gab unter der rot-grünen Bundesregierung ein solches Gesetz. Momentan ist es aber leider nicht einfach, mit dem Thema Aufmerksamkeit bei Politikern und Medien zu erreichen.

      Wir bleiben auf jeden Fall dran.