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Gorleben: Tauziehen um Strahlenwerte

Im August sorgten Messungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWK) am Zaun des Zwischenlagers Gorleben für Wirbel. Die Messstelle warnte: Es sei nicht sicher, dass der Jahresgrenzwert von 0,3 Millisievert eingehalten werden könne. Damit müsste der für November geplante Transport von noch mehr strahlenden Castoren in das Zwischenlager abgesagt werden. Nur wenige Tage später starteten wir einen Online-Appell mit der Forderung an Ministerpräsident McAllister, Bundesumweltminister Röttgen und Landesumweltminister Sander, den Transport zu stoppen. Bereits knapp 50.000 Menschen haben den Appell bislang unterzeichnet.

Jetzt hat das Umweltministerium nachmessen lassen. Die beauftragte Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) kommt zu ganz anderen, niedrigeren Werten als das NLWK. Völlig unbedenklich, der Castor kann kommen, lautet daher das vorläufige Fazit von Niedersachsens Umweltminister Sander. Für eine endgültige Entscheidung will er allerdings bis Ende Oktober warten. Bis dahin soll eine Prognose des TÜV vorliegen, wie sich der Strahlenwert mit den elf weiteren Castoren verändern wird, die Ende November nach Gorleben gebracht werden sollen.

Daraufhin hat die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg heute bei einer Pressekonferenz eigene Werte präsentiert. Sie kritisieren, dass die Messwerte zurecht gebogen würden, um unter den Grenzwerten zu bleiben. So rechne auch der Betreiber des Zwischenlagers, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) seit Jahren mit einem falschen Wert für die natürliche Strahlung. Auch Jochen Stay von .ausgestrahlt wirft den Behörden vor, sie hätten einfach einen höheren Schätzwert für die natürliche Hintergrundstrahlung abgezogen, um die niedrigen Werte zu erreichen. Auch wir fragen uns: Warum sollen die Ergebnisse der NLWK, die seit Jahrzehnten unabhängige Messungen durchführt, auf einmal nicht mehr gelten?

Ministerpräsident McAllister und Umweltminister Sander müssen aus den Messergebnissen Konseqenzen ziehen und die Transporte von Strahlenmüll in das unsichere Zwischenlager Gorleben absagen. Fordern auch Sie den Stopp des Castor-Transports und unterzeichnen Sie unseren Appell!

Veröffentlicht von

Susanne Jacoby, Jahrgang 1981, hat Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Umweltpolitik und Umweltkommunikation in Lüneburg studiert. Sie war jahrelang für verschiedene Umweltorganisationen aktiv und hat u.a. den Kongress McPlanet.com 2009 mit organisiert. Bei Campact kümmert sie sich als Campaignerin um die Steuerflucht-Kampagne und Themen rings um die Energiewende.

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. DIREKTE-DEMOKRATIE einfordern !
    Als einzigen Schutz vor dieser unfreundlichen Politik.
    Vor 20 Jahren haben wir das ATOMMÜLL-TIEFENLAGER im Bosruck abgewehrt !

    Herzliche Grüße aus der Steiermark
    Andreas

  2. Hallo, das mit Gorleben ist sehr interessant, und ich möchte hinzu fügen: Das Zwischenlager Lubmin bei Greifswald ist ein Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Unser Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ist dagegen, dass hier weitere Castoren hergefahren werden, denn die oberirdischen Hallen stehen direkt am Wasser, sie wirken doch für tausende von Jahren sehr ungeschützt…. Allerdings kann er politisch nichts machen, da die Energiewerke Nord, die das KKW LUbmin mal abgebaut haben und 1996 versicherten, nur der Müll aus Rheinsberg nud Lubmin (die beiden einzigen KKW, die je am Netz waren im ehemaligen DDR- Gebiet) kämen hierher, gehört der Bundesrepublik Deutschland. Neuli8ch stand in der Zeitung: die Energieunternehmen müßten sehr viel Geld ausgeben, um alle AKW abzubauen, und auf Lubmin kämen also Großaufträge zu. Das soll also alles hierher, man ist wortbrüchig bereits letzten Winter geworden (Nov. 2010, Februar2011), als Müll aus dem Westen hierher verklappt wurde. Außerdem fand ich etwa im Mai in der Ostseezeitung folgende Randnotiz: es gäbe nun ein neues Gesetz, das erlaubt, die geplanten Transporte nicht mehr öffentlich zu machen. So kann der Widerstand als deutlich schlechter organisiert werden, wenn wir erst davon erfahren, dass ein Castro losfährt, wenn er bereits unterwegs ist. Ich finde, das verletzt eindeutig das Grundrecht auf Information und die Pressefreiheit.

    herzliche Grüße aus dem Nordosten,

    Susanne

  3. Pingback:     DEMOKRATISCH - LINKS » Blog Archiv » ’s F.D.P.-Rösle’ bremst

  4. Das Milliarden-Loch Gorleben ist auf einen Alleingang des ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen Ernst Albrecht zurückzuführen. Übrigens ist Ursula von der Leyen die Tochter des Milliarden-Schädlings Albrecht. Hier in Deutschland wird nie einer unsere Politiker für seinen Mist zur Verantwortung gezogen werden, solange er behauptet, er habe im guten Glauben gehandelt<<<<gilt aber nur für Politiker, der Normalbürger zahlt auch für Fehler, wenn er im guten Glauben gehandelt hat. Solange nicht eine Kontrolle unserer Politiker für ihr Handeln und auch auch nicht eine Bestrafung für Unvermögen da ist, bleibt alles wie es ist. Wir haben nun mal keine Demokratie, sondern eine auf 4 Jahren gewählte Diktatur. Regt euch also weite über Politiker auf, so wird sich nie was ändern

  5. Hallo,

    nein die Messgeräte sind schon in Ordnung nur kann man nicht verlangen das sie korrekt geeicht sind wenn man Anfangsmesswert ohne Belastung und den Umgebungswert nicht vorher eineicht. ;)
    Es ist wirklich das Letzte wie wenig Leute die Geld damit verdienen, die Bevölkerung drumherum interessiert. Noch schlimmer finde ich aber die Behörden und eure Politiker vor Ort, die sich einen feuchten Kericht umd das Wohl ihrer Wähler kümmern! Nein sogar noch bei dem Treiben Munter mitmachen. Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz hat Messungen vorgenommen und diese Werte als Unbedenklich eingestuft. Dabei gibt es dort in Gorleben und drum herum wohl genug Krebs/Leukämie-Fälle oder? Warum klagt die Bevölkerung nicht? Verein gründen und dann die Bundesregierung verklagen. Es ist doch wohl mehr als Korrupt wenn ein AMT es wagt Messungen so zu manipulieren! Es ist eure Gesundheit Leute. Wehrt Euch. Schmeißt euren Politikern dort den Brocken hin! Fadenscheinige Ausreden dürft Ihr nicht gelten lassen! Weitere Castoren dürfen da nicht aufschlagen, sonst gibt es ein gesundheitliches Fiasko für Euch.Die sollen zusehen das auch NRW und Bayern usw. an der Entsorgung beteiligt werden! Habt Ihr schonmal das Grundwasser auf Strahlung gemessen?

    MfG
    Alex

  6. Genau so ist es Frau Marina , dem gibt es außer einer einstweiligen Verfügung “ Nichts mehr hinzu zufügen…….

  7. Dass jetzt günstigere Messwerte vorliegen als vorher, könnte wohl die Ursache darin haben, dass die Messgeräte weiter weg vom zu untersuchenden Objekt platziert wurden – als bei den vergangenen Messungen. Dann gibt es natürlich ganz andere, sprich bessere, Strahlenwerte!
    Das möchte doch die niedersächsische Landesregierung unbedingt erreichen, damit der Castortransport nach Gorleben gesichert ist und zum anderen soll sogar „bewiesen“ werden,
    dass dieses Zwischen- und Endlager gar nicht so gefährlich für die natürliche Umgebung wie auch für die Bevölkerung ist, weil eben weniger hohe Werte gemessen wurden.
    Dass hierbei wahrscheinlich dermaßen geschummelt, getrickst und somit alles verharmlost wurde, bleibt selbstverständlich geheim … ABER eine LÜGE bleibt eine Lüge! Ich hätte KEIN Vertrauen mehr in diese Regierung – das sei hiermit gesagt.
    Das hätte sie gründlich verspielt, und wer einmal lügt, …

    Noch eins:
    Vielleicht hat die besagte PTB deshalb so gehandelt, wie sie es getan hat, weil sie NICHT anders konnte oder wollte:
    „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“!
    Alles klar?! – – –

  8. Für diese PT – Bundesanstalt ist es ein Leichtes , die Meßgeräte so zu eichen , daß für die politischen Heroen umweltfreundliche Meßwerte angezeigt werden ….. hier gibt es nur Eines :::
    Gemeinsam mit verschiedenen Meßgeräten zu gleicher Zeit und ganz wichtig ::: an gleichen Orten neue Messungen durchführen … das bringt Klarheit und vor allen Dingen die vielgerühmte Wahrheit …. oder so … nicht mehr und nicht weniger….. zum Wohle der Umwelt mit ihren Lebewesen in diesem Landstrich ….