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Umfairteilen wird zur Bewegung!

40.000 Menschen demonstrierten gestern bundesweit unter dem Motto „Umfairteilen!“ – und haben damit eine richtig breite, bunte und kraftvolle Bewegung für mehr soziale Gerechtigkeit ins Rollen gebracht. Nur zwei Monate sind vergangen, seit das Bündnis von Gewerkschaften, Sozialverbänden und weiteren Organisationen erstmals an die Öffentlichkeit trat. Und nun mischten zehntausende Menschen mit kreativen umfairteilen-Aktionen die Innenstädte von Ostfriesland bis ins Allgäu auf!

Es gab Straßentheater, Rückwärtsdemos und Menschenketten, mit denen „Geldsäcke“ symbolisch umfairteilt wurden. In Hamburg umzingelten 7000 Menschen das Bankenviertel. Aus Stuttgart sandte die Großdemo gegen S21 eine Umfairteilen-Grußadresse. Vielerorts sorgten Bands und Kabarettisten für tolle Stimmung. Überall ertönten „Umfairteilen“-Sprechchöre und die großen Kundgebungen in Berlin, Bochum, Frankfurt, Hamburg und Köln glichen einem Fahnenmeer.

Zwei Campact-Kamerateams haben Bilder und Stimmungen aus Berlin und Frankfurt eingefangen. Schauen Sie unseren Demo-Film!

Zugegeben: In manchen Städten hätten wir uns schon ein paar tausend mehr Menschen bei den Demos gewünscht. Noch erreicht „Umfairteilen“ nicht die Dimension der Anti-Atom-Proteste. Doch eine neu entstehende Bewegung braucht immer ihre Zeit – und ihre Basis. Und die ist jetzt gelegt: Innerhalb von nur zwei Monaten sind in 50 Städten lokale Umfairteilen-Bündnisse entstanden! Jugendliche und Rentner, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Frauen und Männer mit unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Fähigkeiten schließen sich zusammen, um gemeinsam für eine solidarischere Gesellschaft zu streiten – von ihren kreativen politischen Energien geben die vielen bunten Aktionen gestern einen tollen Eindruck (zu den Fotoalben bei flickr).

Jetzt heißt es dran bleiben: Im Wahljahr wird „Umfairteilen“ als zivilgesellschaftliches, parteipolitisch unabhängiges Bündnis weiter vehement die konsequente Besteuerung von Vermögen einfordern. Spätestens die nächste Bundesregierung muss eine entschlossene Wende in der Steuerpolitik vollziehen – mit „Peanuts“ werden wir uns nicht abspeisen lassen.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Guten Tag,
    auch im badischen Offenburg gab es am 29.09.2012 eine kleine Aktion zu „gerechten Steuern“. In Vorbereitung des diesjährigen Freiheitsfestes haben 24 lokale und regionale Organisationen (Gewerkschaften, Parteien, kirchliche Verbände, OccupyOffenburg …) einen Forderungskatalog zur Besteuerung von Einkommen, Vermögen, Erbschaften, Finanztransaktionen sowie Kapitalgesellschaften erarbeitet. Den dazu gehörenden Flyer haben wir am 29.09.2012 in Offenburg verteilt. Näheres zum Aufruf unter http://offenburger-forderungen.de.
    MfG Heribert Schramm

  2. Hi Annette,

    bin auch fürs doppelte Umfairteilen und dafür, daß mehr Kohle nach Unten und an Arme Alte geht, fürchte nur, daß unter gegebenen ganzdeutschen Machtverhältnissen wieder mal ´ne Große Fairarsche mit den Sozis aus CDU, SPD und PdL draus wird.

  3. Solche intern hierarchischen, extern staatsfixierten, auf Appelle an Parteien und Parlamente reduzierten Politikformen haben in der politischen Landschaft von heute eigentlich nichts mehr zu suchen. Sie sind absolute Auslaufmodelle, gerade vor dem Hintergrund von Bewegungen wie den Indignados oder von Occupy, die nicht umsonst absolut parteien- und staatsfern operieren und neue Formen von Bewegungsdemokratie erproben.

    siehe auch: http://www.fau.org/artikel/art_120927-201522

  4. Liebe Annette Sawatzki. Ich habe schon an der Uni die Mathematik-
    arbeiten für Volkswirte und BWLer geschrieben. Nachts ließen
    wir Physiker und Mathematiker unsere Wirtschafts- und Spiel-
    simulationen auf den
    Rechnern laufen bis die Schwarte bzw. die verwaltung Krachte.
    Nie habe ich ein Gruppe von Menschen so indoktriniert mit
    Dollar in den Augen gesehen wie in ihrer Sparte.
    Umfairteilen wird nicht zur Bewegung und richtet nichts aus.
    Die Leute mit denen ihr es da zu tun habt lassen sogar
    amerikanische Prädidenten hirichten. Jeder der es wagt in
    der westlichen Welt hand an die Geldschöpfung bzw. Bankerlaubnis
    zu legen wird sein blaues Wunder erleben.
    Die Inthronisation Steinbrücks durch die Banker macht Demokratie
    zur Farce und gibt dem Ausdruck „alternativlos“ eine fundamentale
    Bedeutung.
    Die einzige Möglichkeit die ich sehe ist die Selbstvernichtung dieses
    Vereins. In dem Moment völligen Chaos gibt es Bifurkationsmomente
    in denen man neue Systeme einführen kann. .

    • Als ich Ihren Kommentar, Licht der Aufrechten, gelesen habe, dachte ich in dem Moment:
      „Gibt es denn keine ehrliche Menschen – mit ethischen, moralischen und sozialen Werten – mehr oder sind es eher mehr oder weniger Menschen mit einer gewissen (hohen) kriminellen Energie, die – laut Ihrer Aussage gemäß – nicht einmal davor zurückschrecken würden, über Leichen zu gehen?“
      Ich möchte keineswegs diese Leute entschuldigen, wenn ich sage, dass auch die politisch Verantwortlichen eine Menge MITSCHULD tragen, dass es in mancher Hinsicht so AUSARTEN konnte. Allerdings kann ich auch KEINE aller institutio- nellen KIRCHEN freisprechen, denn die scheinen es lieber vorzuziehen, sich schließlich selbst zu BEWEIHRÄUCHERN!
      Wo sind nämlich sie – in der neuen Bewegung für das UMFAIRTEILEN?! Sie schweigen vielmehr, aber wer schweigt, macht sich MITSCHULDIG!
      Und wo waren die Parteien C-hristlich DU wie auch CS-ozial U?
      SOZIAL und CHRISTLICH?! Gerade letzteres wird von den beiden besagten Parteien nahezu regelrecht MISSBRAUCHT … Es ist NUR noch eine Worthülse
      ohne jegliche innere Substanz übriggeblieben; auf DIESE aber kommt es in Wirk- lichkeit an –
      im Empfinden, Denken, Sagen und Handeln! Sind halt eine MOGELpackung:
      Es ist nicht drin und wird auch nicht gelebt, was im Logo behauptet wird …
      DESHALB brauchen wir das Bündnis UMFAIRTEILEN umso mehr – als GEGENkraft zu Neoliberalismus o.dgl.!

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    werden Ihre Bericht und ggf. Eingaben tatsächlich gehört, von denen die auch die Entscheidungen fällen, oder ist es leidiglich eine Meinungsforschung .. die eigentlich keinen Politiker interessiert!
    Fairteilung ist meiner Ansicht nach eine tolles Thema, aber wenn ich mir dann von einem Politker anhören muss: ..wenn an diesem oder jenem Thema gearbeitet wird, muß jedem klar sein, dass er an dem Ast sägt, auf dem er sitzt!“ (Herr Steinbrück am Wochenende)
    Sicherlich muß es jedem Politiker klar sein, aber genau deswegen werden hier auch keine Veränderungen zu gunsten der geringer verdienenden Mitbürgern entschieden.
    Fairverteilen heißt, dass sich a l l e Mitbürger egal welcher Herkunft und Standes sich an den Sozialenpflichten (Kranken-/Renten-/Pflegevers.) beteiligen und sich keiner da herausnehmen darf und kann.
    Dass a l l e ihre Steuern abführen .. von dem hier in Deutschland erwirtschafteten Vermögen und egal ob Politiker, Wirtschaftsboss, Manager oder Fensterputzer.
    Nur dann kann für jeden ein Mindestlohn vereinbart werden. Nur dann werden sich die Rentenkassen, wenn hier nicht wieder umverteilt wird, wieder füllen, so dass die Mindestrente gewahrt bleibt. Wenn nun der besser Verdienende noch vorsorgen will, steht ihm natürlich der Weg offen.
    Aber staatlich garantierte Pensionen von >3000,00€ sind nicht notwendig!
    Ruhegelder für exPolitiker die keinerlei wichtige Posten trugen und sonstige Leistungen erbracht haben, oder sogar gelogen und betrogen haben, sollten keine Gelder beziehen, denn das sind Einladungen für andere es genauso zumachen. Jeder kleine Arbeiter der lügt und betrügt und erwischt wird, der landet bei HartzIV und bekommt keine Anstellung mehr, weil man(n) redet darüber.
    Politiker, Wirtschaftsboss, Manager werden weg gelobt und bekommen auch noch dicke Abfindungen. .. so etwas gehört sich einfach nicht!!
    ABER: wer sägt schon an einem Ast auf dem er sitz!!! ;-)
    Herzliche Grüße

    Peter Müller (53J.)
    Radio- u. Fernsehtechnikermeister
    Personaldisponent/Einsatzleiter in der Zeitarbeit
    und seit Jahren arbeitslos(HartzIV)