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Fracking stoppen: Keine Chemie ins Grundwasser!

Fracking – überall, wo in Deutschland mit dieser Technologie Erdgas gefördert werden soll, bricht ein Proteststurm los. Aus gutem Grund: Um an das Gas zu gelangen, pressen Konzerne wie BASF und ExxonMobil einen hochgiftigen Chemie-Cocktail unter hohem Druck in den Boden. Das Gestein im Untergrund wird aufgesprengt und gibt so das eingeschlossene Erdgas frei. Diese Fördermethode gefährdet unser Grundwasser und kann Erdbeben auslösen. Solange die Risiken nicht ausgeschlossen sind, muss Fracking verboten werden.

Stattdessen will die Bundesregierung dieser Hochrisiko-Technologie jetzt mit einem Gesetz den Weg ebnen. Doch dafür benötigt sie die Zustimmung der Länder im Bundesrat. Schleswig-Holstein und Bayern haben sich bereits gegen die Regierungspläne ausgesprochen. Andere Länder äußern sich eher zustimmend. Jetzt kommt es auf uns Bürger/innen an: Wir müssen von den Ministerpräsident/innen ein Verbot von Fracking verlangen. Wir wollen den Appell als Anzeige in bundesweiten Tageszeitungen veröffentlichen. Bis Dienstag vormittag hatten bereits über 100.000 Menschen unseren Appell unterzeichnet. Jetzt gilt es, noch viel mehr weitere UnterzeichnerInnen zu gewinnen – denn je mehr Menschen sich hinter unseren Appell stellen, desto größer ist sein politisches Gewicht.

In den USA wird Fracking bereits großflächig zur Gewinnung von Schiefergas eingesetzt. Und auch dort ist die risikoreiche Fördermethode hoch umstritten. Um das Gas aus Schiefertonformationen, Kohleflötzen und Sandsteinlagerstätten fördern zu können, wird das Gestein mit hohem Wasserdruck aufgebrochen (gefrackt). Die entstehenden Risse werden mit eingepumptem Sand offen gehalten, sodass Gas abgepumpt werden kann.

Damit dies funktioniert, kommt ein hochgiftiger Chemie-Cocktail zum Einsatz: Biozide verhindern, dass Bakterien die Risse zuschleimen. Andere Chemikalien sorgen dafür, dass der eingespülte Sand sich nicht absetzt und das Gas leichter strömt. Es besteht die Gefahr, dass die Chemikalien über Risse ins Grundwasser gelangen und bis in unser Trinkwasser gespült werden. Zudem fallen beim Fracking große Mengen Abwässer an, die mit radioaktiven Substanzen und Schwermetallen belastet sein können. Ein neue Studie aus den USA kommt nun zu dem Ergebnis, dass durch das Fracking gesundheitsschädliche Stoffe nicht nur in das Grundwasser gelangen, sondern auch in Flüsse und Seen gespült werden können. Weitere Untersuchungen seien deshalb nötig.

Das von der Bundesregierung vorgelegte Gesetz schützt uns nicht vor diesen Gefahren. Es verbietet zwar Fracking in Trinkwasserschutzgebieten – aber Grundwasserströme machen an deren Grenzen nicht einfach halt. Zudem könnte auf weit über 80 Prozent der Landesfläche die Risikotechnologie weiter eingesetzt werden. Dafür reicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung: Die ist aber ein zahnloser Tiger, solange Studien zu den Langzeitfolgen und Risiken von Fracking fehlen. Außerdem gibt es mit den Erneuerbaren Energien und einer höheren Energieeffizienz genug umweltfreundliche Alternativen, es ist daher völlig unnötig mit dieser hochriskanten Methode Erdgas zu fördern. Wir brauchen Ihre Hilfe, damit Fracking jetzt verboten wird: Fordern Sie jetzt ein Verbot von Fracking!

8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Der interessante Artikel den du gelesen hast wurde vermutlich von Forschern verfasst, die von der Industrie bezahlt wurden, um die Menschen/Politiker ruhig zu stellen und in Ruhe weiter ihr Geld aus der Erde pumpen zu können. Wirtschaftlicher Wachstum und Wohlstand sollten nicht über der Gesundheit der Menschen und dem Wohlergeben der Umwelt stehen. Es sind Gefahren mit der Schöpfungsmethode verbunden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit das etwas passiert gering ist, wenn es passiert ist es zu spät…
    http://www.zdf.de/ZDFzoom/Umweltsch%C3%A4den-durch-Erdgasf%C3%B6rderung-22927080.html

    Darauf zu vertrauen, dass Behörden alle Aktivitäten der Energiekonzerne von Bohrungsort bis Entsorgung der Chemikalien kontrollieren, wäre naiv. Wie wir in den Nachrichten täglich sehen, sind sie kaum in der Lage die Aktivitäten der Lebensmittelindustrie zu überprüfen.

    • … und da hat der besagte Spiegel-Artikel bei Jürgen und vielen anderen Menschen, die leider vieles – allzu oft leichtgläubig, fast geradezu naiv – als bare Münze hinnehmen,
      SEIN Ziel erreicht!
      Nach Möglichkeit sollte man beide gegensätzlichen Meinungen anhören, und dann unbedingt sein Gehirn einschalten, bevor man sich mehr Gedanken über die Materie macht und sich kritisch und auch tiefgründig mit ihr auseinandersetzt – und das sollte man tatsächlich (!), indem man eben die ganze Angelegenheit möglichst von allen
      Seiten beleuchtet …
      Mir sind leider auch ein paar Leute bekannt, die vieles, was in der Welt geschieht,
      ZU OBERFLÄCHLICH betrachten und vielleicht auch eine gewisse Nonchalance an den Tag legen.
      Mit der Bitte um eine PETITIONsunterzeichnung für eine GUTE Sache brauche ich bei denen erst GAR NICHT zu kommen …

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  3. Das ist doch das Schöne an Campact. Im Gegensatz zu einer Partei „kauft“ man kein Gesamtpaket. Sondern kann sich den Aktionen anschließen, die man für unterstützenswert hält.

    LG vom Wannsee,

    Sebastian

  4. wieso hat man eigentlich den Eindruck, dass man hier aus Prinzip gegen alles ist?
    Ich habe letztens einen sehr interessanten Artikel über Fracking von einigen Forschern im Spiegel gelesen.
    Woher nehmt ihr überhaupt die Überzeugung, dass alles so schlimm ist, wenn es bislang pure Theorie ist?!

    Werde den Newsletter abbestellen, dasist mir hier vielzu einseitig.
    Erinnert mich an die Initiative, die die Erdanziehungskraft abschaffen möchte, weils dem Organismus schadet.
    Das ist wirklich nicht meins.

    Gruß

    Jürgen

    • Lieber Jürgen, wir sind nicht gegen alles. Aber wir sind dafür, den gegenwärtigen atomar-fossilen Energiemix möglichst schnell durch einen solaren Energiemix aus Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme und nachhaltig erzeugter Biomasse zu ersetzen. Auch sind wir nicht grundsätzlich gegen Erdgas als Übergangstechnologie – gegen den Bau von modernen, hocheffizienten Gaskraftwerken machen wir ebenso wenig Kampagnen wie gegen den Bau von Windparks und Solaranlagen. Zu behaupten, wir seien gegen alles ist deshalb reine Polemik.

      Der von Dir erwähnte Spiegel-Online-Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/umstrittene-erdgas-foerderung-forscher-wollen-fracking-in-deutschland-a-887652.html) liefert übrigens jede Menge Argumente für unsere Position. Aber vermutlich haben sie nur den ersten Absatz gelesen. Denn sonst wüssten sie, dass die dort zitierten Wissenschaftler noch viele offene Fragen und Probleme sehen und deshalb genau wie wir weitere Untersuchungen fordern. Wir sagen ja nur, solange die Risiken nicht ausreichend erforscht sind, muss Fracking verboten bleiben. Nachdem Motto „Wir machen das jetzt einfach mal und schauen was dann passiert“ zu handeln wäre einfach unverantwortlich – denn auch unsere Kinder, Enkel und Urenkel haben ein Recht auf sauberes Trinkwasser und eine gesunde Umwelt. Auf Den Spiegel-Online-Artikel gehen wir hier näher ein: https://blog.campact.de/2013/03/neue-us-studie-fracking-gefahrdet-auch-flusse-und-seen/

      Außerdem sind wir der Meinung, das wir Fracking gar nicht brauchen. Denn das Potenzial der Erneuerbaren Energien ist so gewaltig, dass wir auf Fracking ohne weiteres verzichten können. Und die Sonne schickt uns keine Rechnung. Und der Wind auch nicht.

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