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Für Gerechtigkeit sorgen: Umfairteilen, Reichtum besteuern!

In Deutschland arbeiten Millionen Menschen für Armutslöhne, zugleich werden die Reichsten immer schneller immer reicher. Als die Bundesregierung den Armuts- und Reichtumsbericht präsentierte, rückte dieser alltägliche Skandal für einen kurzen Moment ins Licht. Doch seither: Stille. Es fehlt der Aufschrei.

Gemeinsam mit Sozialverbänden, Gewerkschaften und vielen weiteren Organisationen will Campact das bis zur Bundestagswahl ändern: Eine neue Bundesregierung muss große Vermögen endlich gerecht besteuern und konsequent gegen Steuerbetrug vorgehen. Den Spitzenkandidat/innen der Parteien wollen wir mindestens 100.000 Unterschriften überreichen. Sind Sie mit dabei?

Unterzeichnen Sie den Appell “Umfairteilen – Reichtum besteuern”!

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Deutschland so weit auseinander wie noch nie: 35 Prozent der Vermögen gehören allein dem reichsten Prozent der Bürger/innen. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hingegen teilt sich nur ein einziges Prozent vom Reichtum. Das untergräbt den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft und droht die Demokratie zu zerreißen.

Es ist höchste Zeit, Millionenvermögen endlich wieder zu besteuern – damit Geld da ist für dringende Investitionen in Kitas und bessere Pflege, in Sozialwohnungen und Nahverkehr, in gute Arbeitsplätze und soziale Leistungen. Eine Vermögensteuer könnte bei einem Steuersatz von 1,5 Prozent und einem Freibetrag von einer Million Euro pro Person sowie fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen insgesamt über 20 Milliarden Euro jährlich einbringen. So rechnet es das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vor.

Die Reichsten mehr schultern lassen, damit alle Bürger/innen profitieren: Dies ist zugleich ein Modell für die ganze EU, denn auch in anderen Mitgliedstaaten sind die Privatvermögen um ein Vielfaches größer als die Staatsschulden. Eine europaweit koordinierte Vermögensabgabe würde die Lasten der Krise gerechter verteilen – und ermöglicht einen geordneten Schuldenabbau ohne Rezession.

Eine Besteuerung von Vermögen darf nicht durch Steuerflucht umgangen werden können. Wir erwarten von einer neuen Bundesregierung, gemeinsam mit anderen EU-Staaten gegenüber Steueroasen einen automatischen Informationsaustausch über Kontodaten durchzusetzen. Banken, die weiterhin Geschäfte mit Steueroasen betreiben, muss mit Lizenzentzug gedroht werden.

Am 13. April auf die Straße: Aktionen in 70 Städten

Jetzt braucht es breiten gesellschaftlichen Druck für eine Besteuerung von Vermögen und ein konsequentes Vorgehen gegen Steuerflucht. Unterzeichnen Sie unseren gemeinsamen Appell – und machen Sie mit beim bundesweiten Umfairteilen-Aktionstag am 13. April! Ob Menschenketten, Straßentheater oder Flashmobs, ob Umfairteilen-Märkte oder satirische Millionärs-Demos: In über 70 Städten finden kreative Aktionen für mehr Gerechtigkeit statt – ganz sicher auch in Ihrer Nähe! Infos über alle Orte und Aktionen finden Sie auf der Bündnis-Webseite www.umfairteilen.de.

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  1. Sehr geehrter Frau Sawatzki,

    mit umverteilen und Vermögen besteuern, werden Sie den Weg Deutschland’s in ein Armen-
    haus nur beschleunigen. Der Fehler liegt doch ganz wo anders. Er liegt in der Einkommens-
    struktur. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre, daß ein Unterschied zwischen
    Privateinkünften (also der Privatisierung von erwirtschaftetem Vermögen Einhalt geboten wird)
    und den Einkünften von Unternehmen gemacht wird. Bei Unternehmen wäre es dringend
    geboten, dafür zu Sorgen, daß das erwirtschaftete Vermögen dort verbleibt und nicht dem
    gierigen Staat und der gierigen Geschäftsleitung zum Schaden der Mitarbeiter an Heim fällt.
    Warum ist das für alle Beteiligten im gesamten Deutschland so wichtig.
    1. Wenn das erwirtschaftete Vermögen komplett im Unternehmen verbleibt, so bleibt diese
    Wirtschaftskraft genau dort, wo sie benötigt wird. Jedes erfolgreiche Unternehmen be-
    wirtschaftet nämlich ein die Gesamtwirtschaft betreffendes Problem, das eine Fortentwicklung
    der Gesamtwirtschaft behindert. Entzieht man nun auch nur Teile dieser Wirtschaftskraft,
    so verschleppt sich die Lösung dieses Problems über Jahrzehnte oder Jahrhunderte.
    (Schönstes und schlimmstes Beispiel : Elektromobilität!!!!!!!!!!!!!!!!! 100 Jahre gibt es diese)
    2. Der Arbeitsmarkt bereinigt sich. Es entsteht sofort ein Mangel an Arbeitskräften,
    da die Unternehmen sofort genügend Kapital haben um Leute einzustellen und sich
    die Konkurrenzsituation extrem verschärft, da junge und kleine Unternehmen, damit
    für die Großkonzerne gefährlich werden, denn diese kleinen Unternehmen müssen
    eh jeden erwirtschafteten Cent investieren.
    Ersparnis für das Arbeitsministerium, damit für den Staat und letztendlich für den
    Steuerzahler : 120 Milliarden Euro jährlich. Pro Kopf (Kind und Kegel) 1500 Euro jährlich
    mehr Einkünfte.
    Um diese Situation, die in Deutschland Anfang der 50er Jahre steuerlich herrschte, zurück
    zu gewinnen müßten im Unternehmen verbleibende Gewinne steuerfrei sein und entnommene
    Gewinne (Gehälter, Tantiemen, Aktiengewinne, sämtliche Privateinnahmen und so weiter) über 100.000 Euro jährlich mit 100% besteuert werden. Das müßte für sämtliche Einkünfte aller
    Mitarbeiter in allen Deutschen Unternehmen gelten (da es sich um Privatisierung von
    Wirtschaftskraft handelt), so könnten sich erst gar keine so unverschämtes Privatvermögen
    aufbauen und den wilden Spekulationen mit diesen im Endeffekt gestohlenen Geldern an den
    Börsen dieser Welt mit deutschem Geld wäre Einhalt geboten.

    Wer an bestehendes Vermögen geht, geht an die Substanz der Wirtschaftskraft und damit
    an die Substanz Deutschlands. Die DDR ist das beste Beispiel dafür, was am Schluß blieb :
    Die Pleite!!!!!
    Besteuert man Privateinkünfte richtig, so verschwinden diese überzogenen Privatvermögen
    von alleine, da den Betroffenen es garnicht mehr möglich ist mit 100.000 Euro Brutto jährlich
    solche Privatanwesen zu unterhalten. Außerdem erhält man auf diese Weise die bestehende
    Wirtschaftsstruktur der Unternehmen, an deren Vermögen die Eigentümer wegen der
    100.000 Euro Einkommensgrenze nicht mehr herankommen.
    Man kann immer nur vom Erwirtschafteten nehmen und auch der Staat muß damit auf lange
    Sicht klarkommen, ob uns das paßt oder nicht. Stimmt hier das Augenmaß nicht und nimmt
    man vom falschen (von den zu investierenden Unternehmensgewinnen und von bestehendem
    Vermögen) und nicht wie es richtiger wäre von den Privateinkünften, dann scheitert die ganze
    Gemeinschaft auf lange Sicht, da diese nicht mehr in der Lage sein wird, die von der NATUR an
    sie herangetragenen oder im Konflikt mit dieser selbst erzeugten Probleme zu lösen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Peter Lindenberger

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