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Campact-Aktive nutzen den direkten Draht nach oben

Was tut die Regierung eigentlich in Sachen Wasserprivatisierung? Die Verhandlungen zur geplanten EU-Konzessionsrichtlinie in Brüssel laufen hinter verschlossenen Türen immer weiter, schon in ein bis zwei Wochen soll eine Entscheidung gefallen sein, und wir hören – nichts! Die letzten eher windelweichen Einlassungen der Bundeskanzlerin und des Wirtschaftsministers zum Thema sind einige Wochen alt. Sie waren beschwichtigend im Ton, aber für meinen Geschmack viel zu unverbindlich in der Sache.

Allmählich wird es uns zu bunt. Soll das Thema Wasserprivatisierung beschwiegen werden, um in aller Ruhe derweil Fakten zu schaffen? Das dürfen wir nicht zulassen. Deshalb lassen wir uns etwas neues einfallen und nutzen dafür den direkten Draht nach oben, den jede und jeder besitzt, der ein Telefon zur Verfügung hat. Frei nach dem Motto: Wer nicht handeln will, muss hören. Wir rufen tausendfach bei Kanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer an und sagen, dass keine Wählerin und kein Wähler Lust auf überhöhte Wassergebühren hat.

Es geht bei unserer Telefon-Demo nicht darum, das Kanzleramt, das Bundeswirtschaftsministerium und die Bayrische Staatskanzlei lahmzulegen. Das ist weder unser Interesse noch ist es wahrscheinlich. Es geht darum, den Adressaten klar zu machen, wie stark das Thema Wasser die Menschen bewegt. Denn offenbar haben die über die 240.000 von uns gesammelten Unterschriften noch nicht genug Eindruck auf die Politik gemacht. Wer einen Campact-Aktiven am Telefon hat, kann das Problem Wasser nicht verdrängen. Er oder sie kann versuchen sich herauszureden, aber das wird ganz sicher bemerkt und in unserem Live-Blog den Anderen berichtet werden.

Wir haben sogar Verständnis für die Menschen, die am Telefon die Unzufriedenheit der Bürger/innen abbekommen. Aber wir rufen ja nicht an, weil es unser Hobby ist, Menschen zu belästigen. Im Gegenteil: für viele von uns ist es das erste Mal, dass wir bei so wichtigen Menschen anrufen. Wir nehmen nur deshalb unseren Mut zusammen und greifen zum Hörer, weil wir in großer Sorge sind. Wir wählen das Telefon, weil die Angelegenheit eilig ist, und weil wir mehr tun wollen als nur einen Appell zu unterschreiben (was wir natürlich auch getan haben). Wir möchten dass unser Gesprächspartner begreift, dass Wasser ein wichtiges Anliegen für uns ist. Eines, für das wir sogar Hemmschwellen überwinden.

Wenn die Bundesregierung handelt und die Wasserversorgung auf deutschen Druck hin aus der EU-Konzessionsrichtlinie herausgenommen wird, dann erst werden wir wissen, dass unsere Botschaft wirklich angekommen ist.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    habe gerade Referendarin Frau Baumann am Telefon (030184002002) gesprochen. Ich habe erklärt, dass ich als Kleinverdiener befürchte, eine Privatisierung von Wasser könnte die Preise in die Höhe treiben und evtl.mafiaähnliche Zustände entstehen. Wasser ist lebensnotwendig und jeder Mensch muß es sich leisten können!
    Frau Baumann hörte mir zu und sagte freundlich, dass sie es weiterleitet!
    Hoffentlich!

  2. ja Lieber Rüdiger, wenn man mit dem „so wie es ist“ Geld verdienen kann dann würden die Geldschäffler das auch tun. So aber nicht.

  3. Hallo,

    habe soeben die Aktion “ Wasser ist Menschenrecht “ unterstützt und in Berlin die Telefonnummer

    0 30/18 615-7720 gewählt, bin aber leider nach wenigen Sekunden von der Dame abgewürgt

    worden. Eventuell haben andere Unterstützer mehr Erfolg,

    Gruß Udo !

  4. An die Regierung. „Erst wenn der letzte Baum gefällt,der letzte Fluß vergiftet, das letzte Tier getötet ist,erst dann werdet ihr merken,dass man Geld nicht Essen oder Trinken kann .“ Lasst die Finger vom Wasser,so wie es ist,ist es gut.

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