Der Geheimdienst und sein Feind: Europa

Wie Kriminelle sind Mitarbeiter des britischen Geheimdienst GCHQ bei der EU eingebrochen! Mit einem dreisten Hacker-Angriff auf das belgische Unternehmen Belgacom verschaffte sich der GCHQ Zugang zu Handys, Computern und Telefonen von Europaparlament, EU-Kommission und Europäischem Rat. Die Spione achten weder Recht noch Gesetz. Die britische Regierung ist verantwortlich - sie tritt den europäischen Geist…


Wie Kriminelle sind Mitarbeiter des britischen Geheimdienst GCHQ bei der EU eingebrochen! Mit einem dreisten Hacker-Angriff auf das belgische Unternehmen Belgacom verschaffte sich der GCHQ Zugang zu Handys, Computern und Telefonen von Europaparlament, EU-Kommission und Europäischem Rat. Die Spione achten weder Recht noch Gesetz. Die britische Regierung ist verantwortlich – sie tritt den europäischen Geist der Freundschaft mit Füßen.

Kann die Bundesregierung das noch ignorieren? Kann die EU-Kommission gegenüber ihrem Mitglied Großbritannien jetzt noch Nachsicht walten lassen? Spätestens mit diesem Angriff ist die Grenze dessen überschritten, was sich ein Mitgliedsland gegenüber seinen Partnern erlauben darf. Jetzt ist ein Vertragsverletzungsverfahren mit saftigen Strafzahlungen für Großbritannien die einzig glaubwürdige und wirksame Reaktion. Denn Appelle und Ermahnungen scheinen die britische Regierung kalt zu lassen.

Die Geheimdienst-Spione jubelten Mitarbeitern von Belgacom Schadsoftware unter, um Zugriff auf ihre Computer und damit auf Passworte und Datenbanken des Unternehmens zu bekommen. Ziel des kriminellen Angriffs war es laut einer streng geheimen Präsentation aus den Unterlagen von Edward Snowden, Smartphones der EU kontrollieren zu können. Wird ein Handy auf diese Weise unter Kontrolle gebracht, kann man es als „Wanze“ benutzen. Selbst bei ausgeschaltetem Gerät lässt sich zum Beispiel unbemerkt vom Besitzer das Mikrofon einschalten, um Gespräche zu belauschen.

Auch die Mobiltelefone der Bundesregierung können angegriffen worden sein, als sie sich bei Ratstagungen in Brüssel in das Netz der Belgacom einwählten. Die Abgeordneten des Europaparlaments, die Kommission und die Mitarbeiter, sie alle kommunizieren über Belgacom. Der Geheimdienst GCHQ hat sie bis in den intimsten Bereich belauschen können, in Situationen, in denen sich diese Menschen sicher und unbeobachtet fühlten.

Liebe Europaabgeordnete, liebe EU-Kommission, was muss noch passieren, bis ihr Euch wehrt? Merkt ihr jetzt endlich, dass ihr mit den ausgespähten Bürgerinnen und Bürgern Europas in einem Boot sitzt? Ihr habt die Macht und die Möglichkeit, dem Treiben der Geheimdienste ein Ende zu setzen, zu Eurem und zu unserem Schutz!

Vielleicht mögen Sie der zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding einen Wink geben? Hier finden Sie eine Kontaktmöglichkeit:

7 Kommentare

  • von Marina

    Was der britische Geheimdienst GCHQ macht, ist nicht nur moralisch und ethisch verwerflich,
    sondern, wie Sie schon ähnlich formulierten, einfach kriminell!
    Und das im Auftrag oder Duldung durch die britische Regierung unter Cameron?!
    Können die Verantwortlichen von Regierung und Geheimdienst noch in den Spiegel schauen –
    und den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen anderer Länder offen und ehrlich gegenübertreten?
    Wie skrupellos und abgebrüht!
    Nun, ich hätte – wenn ich jemand aus den EU-Gremien oder aus der deutschen Regierung wäre – KEINERLEI Vertrauen MEHR zu den Betreffenden von besagtem Geheimdienst und auch nicht zur Regierung von Großbritannien.
    Diese haben eindeutig das Vertrauen verscherzt!
    Macht man so etwas – unter Freunden, durch den Geheimdienst ausspähen zu lassen?!
    Interessant, wir Europäer – hier auf dem Festland sozusagen – sind für die Briten Menschen auf dem Kontinent, obwohl doch GB ohne Frage schon allein geographisch auch zu Europa gehört …
    Arbeiten GCHQ und NSA eng miteinander zusammen? Und andere englischsprachige Länder
    – wie auch z.T. Kanada, Australien u.a.?
    Oder sind es nur die USA und GB?

  • von Franziska

    Es ist schlimmer als in der DDR und die Spionage die ja
    auch das 3te Reich und Regierungen davor beim eigenen und fremden Volk betrieben.
    Zu DDR Zeiten ahnte oder wuste ich wer mich bespitzelte (ich sag das nur für mich).
    Das waren Menschen denen ich meist in die Augen sehen konnte und auch wenn das jetzt komisch klingt auch ausweichen konnte,verbal und nonverbal.
    Hier kann ich es nicht,weil ich weis nicht wann und wie. Und ich weis nicht auf wessen Liste ich steh.Und wenn ich es weiterspinn nur mal im politischen Bereich. Gestapo und MfS stürmten dann die Wohnung und nahmen einen mit.Heute hat man Drohnen,siehe Naher Osten.
    Wenn Du es nicht warst,Tschuldigung,verwechselt,ach ja Kollateralschaden
    Ich bin nicht dafür das man England rausschmeißt,da kommt ein neues Land,gibt ja genug
    Staaten in Europa die Geld brauchen oder andere Dinge.Lasst uns Europaweit und Weltweit
    dagegen Protestieren und lasst uns dafür sorgen das die Whistleblower vor Bestrafung geschützt werden

  • von Roland Milde

    … schmeißt die Engländer endlich aus Europa raus, diese Extrawürste !

  • von Johannes Loew

    Überzeugen sie mich bitte davon, dass die EU nicht um ein vielfaches schlimmer ist als die DDR es war.

  • von Manfred Hoffend

    Wenn das alles so stimmt dann sollte England wirklich aus der EU austreten und mit seinen
    Banken weiterzocken. Ob das englsiche Volk davon satt wird, ist eine andere Frage .
    Kappen wir doch die Verbindung über England nach USA und bauen ein europäisches Netz auf mit durch die
    EU konrollierten Verbindungen nach Übersee.

  • von Wolfgang Oesters

    Ich bitte Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeit so engagiert wie möglich mit dafür zu sorgen, daß die derzeit offenbar üblich verfassungsfeindlichen Abhörmethoden egal welcher Geheimdienste so schnell wie möglich unterbunden werden.

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von admin

Veröffentlicht von Astrid Goltz

Astrid Goltz, Jahrgang 1983, hat Kulturwissenschaften in Lüneburg und Santiago de Chile studiert. Seit vielen Jahren ist sie ehrenamtlich in Umweltprojekten aktiv, zuletzt bei den Klimapiraten. Hauptamtlich hat sie für die BUNDjugend zum ökologischen Fußabdruck gearbeitet und für den BUND das Klimaforum Bonn 2010 mit organisiert. Ihre Schwerpunktthemen als Campaignerin bei Campact sind Gentechnik und Agrarpolitik sowie Flüchtlingspolitik.

Veröffentlicht von Campact Team