Merkel wankt: Gentech-Stopp in 2 Wochen?

Vor einer Woche hat die Europäische Kommission empfohlen, den Genmais „1507“ zum Anbau zuzulassen. Das von der Pflanze ständig produzierte Gift gefährdet Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. Derzeit stehen keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf deutschen Feldern. Doch schon im nächsten Frühjahr könnte der Mais auch hierzulande auf den Äckern wachsen – und auf unseren Tellern…

von  10 Kommentare

Vor einer Woche hat die Europäische Kommission empfohlen, den Genmais „1507“ zum Anbau zuzulassen. Das von der Pflanze ständig produzierte Gift gefährdet Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten. Derzeit stehen keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf deutschen Feldern. Doch schon im nächsten Frühjahr könnte der Mais auch hierzulande auf den Äckern wachsen – und auf unseren Tellern landen.

Jetzt müssen die EU-Mitgliedsstaaten entscheiden, ob sie der Kommissions-Empfehlung folgen. Sprich: Die deutsche Bundesregierung hat es in der Hand, ob der Mais erlaubt wird. Derzeit verhandeln die Parteispitzen, ob sie ein Gentechnik-Verbot in den Koalitionsvertrag aufnehmen. Merkels CDU blockiert hier eine Initiative von CSU und SPD. In den kommenden zwei Wochen wird in den Koalitionsverhandlungen entschieden.

Wenn sich jetzt lautstarker Protest der Bürger/innen erhebt, wird die Große Koalition um ein Gentechnik-Verbot kaum herumkommen. Bitte unterzeichnen Sie daher jetzt unseren Appell:

Der DuPont-Genmais „1507“ produziert nicht nur Gifte, die Schmetterlinge und Bienen gefährden. Zusätzlich ist er gegen Glufosinat resistent – ein gefährliches Pestizid, dem die EU schon 2017 die Marktzulassung entziehen will.

Der Genmais wird höchstwahrscheinlich zugelassen, wenn Deutschland im EU-Ministerrat nicht dagegen stimmt. Die neue Bundesregierung steht vor der Wahl: Sie kann gegen eine EU-Zulassung kämpfen sowie den Anbau mit nationalen Recht verhindern – oder sie kann sich den Lobbyisten der Gentechnik-Industrie beugen. Für wen wird sie sich entscheiden: für den DuPont-Konzern oder für uns Bürger/innen, die Gentechnik mit überwältigender Mehrheit ablehnen?

Seit vielen Jahren ist es einem breiten Bündnis aus Verbänden, Initiativen und Campact-Aktiven gelungen, den Anbau von Genpflanzen in Deutschland praktisch zu verhindern. Gemeinsam haben wir Gen-Technik ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.

Auch in den Koalitionsverhandlungen ist Gentechnik jetzt Chefsache: Aus Verhandlungskreisen wissen wir, dass diese Frage in ganz kleiner Runde von Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel entschieden wird. Das ist unser Glück: Die Chefs der drei Volksparteien können es nicht ignorieren, wenn der Protest nun punktgenau einsetzt.

Wenn wir uns jetzt erheben, können wir einen weiteren Erfolg erzielen gegen Gentechnik in unserem Essen. Bitte unterzeichnen Sie den Appell:

10 Kommentare

  • Zudem verlangte Söder eine Reform des Zulassungsverfahrens für gentechnisch verändertes Saatgut. Bislang entscheide die Europäische Kommission, ob dieses ausgebracht werden darf. Wissenschaftler seien daran nur beratend beteiligt. Das Verfahren müsse aber „frei von politischem Einfluss“ sein, forderte Söder. Risiken und Schutzinteressen müssten unter rein wissenschaftlichen Gesichtspunkten und aufgrund von Langzeitstudien beurteilt werden. Bis dies sichergestellt sei, sollten generell keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr neu zugelassen werden. Ein solches Moratorium hatte beispielsweise auch Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gefordert.

  • von Marius

    @ König und Herr Grantzau:

    Es geht hier nach meinem Verständnis um das Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen auf dem Acker. Zumindest primär. Die Pharmazeutische Industrie ist eine andere Baustelle, daher ist der Bezug zur Herstellung von Medikamenten als OT einzuordnen.

    Keine Angst vor dem Anbau gentechnisch veränderter Organismen zu haben ist wohl Ansichtssache. Mehr noch ist es aber eine Sache der korrekten Information. Und die ist nicht gewollt, weil sie der Profitgier der Konzerne im Wege steht. Gentechnisch veränderte Organismen in unsere Umwelt haben die Büchse der Pandora weit aufgestoßen, da sie nicht rückholbar sind. Und Folgeerscheinungen für Mensch und Natur sind nahezu unbekannt. Bis vielleicht auf die Tatasache, daß wir Menschen schon jetzt an den Unmengen der für diesen Anbau benötigten Gifte ( Pestizide, Herbizide etc.) vielfach dauerhaft ernsthaft erkranken und sterben!
    Daher ist präventive Skepsis nur mehr Pflicht, und Nachdenken nicht erst dann angebracht, wenn das Kind mal wieder in den Brunnen gefallen ist! Wenn es das nicht schon ist?!

    Nachdenkliche Grüße
    Marius

  • von Erich Grantzau

    Derzeit werden global auf ca. 170 Mio ha gentechnisch veränderte Pflanzen mit steigender Tendenz angebaut.
    Da erwarte ich, daß im importierten Honig aus Südamerika u.a. Regionen unseres Globus natürlich Pollen von gentechnische veränderten Nutzpflanzen enthalten sind.
    Im Gegensatz von Imker Helge hätte ich davor jedoch keine Angst, wenn ich denn diesen Honig konsumieren würde.
    Für viel wichtiger halte ich die Frage, wieviel Pollen von extrem toxischen Pflanzen in den Honigen unseres „gendreckfreien Deutschland“ enthalten sind.
    Wie sieht es denn aus mit Pollen von:
    Rhizinus communis
    Aconitum napellus
    Convalaria majalis
    Laburnum anagyroides
    Digitalis purpurea
    usw. usw. usw.
    Nein, ich bin für den Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen!
    Wo ist die Unterzeichnerseite für den Anbau von Genmais u.a. Genpflanzen?
    Welche Pflanzen sind genfrei?

    • von Marina

      Was soll DIESER Kommentar?!
      Hic commentarium stupidum …

    • von Jochem-Michael Stahl

      Lagsam aber sicher werden wir mit genverändertem Material leben müssen.
      Aber ob das gut und wünschenswert ist bezweifel nicht nur ich……..
      Jedenfalls ein Bombengeschäft für Monsanto&Co

  • von König

    Ein generelles Gentechnik-Verbot ist absoluter Blödsinn, denn heutzutage wird fast kein neues Medikament ohne Verwendung von gentechnischen Methoden produziert. Über die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen kann man durchaus geteilter Meinung sein, man sollte daher jeden Einzelfall prüfen.

  • von Helge

    Eure Petition gegen Genmais wurde von mir unterzeichnet. Zur Zeit arbeite ich mit 6 Bienenvölkern. Leider kann ich nicht verhindern, daß die Bienen im Herbst Pollen oder Wasser
    vom Mais entnehmen. Deshalb unterstütze ich diese Petition, damit Bienen, andere Tiere und der
    Mensch von Giften und vom kapitalistischen Gewinnstreben ablassen.
    In der Hoffnung mehr als 1000000 Mitstreiter zu erhalten,

    Helge

  • von Marina

    Ich bin für Volksentscheide!
    Warum nicht ein Volksentscheid GEGEN Genfood, Massentierhaltung und vieles mehr?!
    Jetzt entscheiden BLOSS DREI Politiker für etwa 80 Millionen Menschen hierzulande, was wohl ihrer Meinung nach gut für uns alle ist?!
    Von diesen 3 hängt also alles ab, ob wir in Zukunft Genfood auf unserenTellern haben oder nicht!
    Wenn sie diese Art von Nahrung bevorzugen, dann ist das ihr Privatvergnügen – meinetwegen, ABER dies MUSS doch NICHT für den Rest der Bevölkerung gelten!
    Ich bin gegen diese politische Handlungsweise!
    Denn ich halte diese 3 oben genannten Politiker NICHT für KOMPETENT genug, die alleinige
    wichtige Entscheidung zu treffen …
    Eine Entscheidung pro Genfood hierzulande könnten die maßgeblichen Politiker in Brüssel aufgreifen und gewissermaßen so verstehen, als bedeutete es auch grünes Licht für Genfood EU-weit. Und Monsanto & Co stehen doch sowieso schon in den Startlöchern und warten ab,
    bis sie nach Amerika nun auch den europäischen Raum erobern können.
    Überhaupt streben sie den WELTMARKT an …
    Es LÄNGST NICHT ALLES GUT, was aus ÜBERSEEE kommt!
    Es reicht ihnen wohl nicht, dass sie dort schon alles quasi an Leib und Leben zerstört und vernichtet haben – wenn man den zahlreichen Berichten von dort glauben darf,
    NEIN, jetzt greifen sie auch auf Europa zu.
    Von wegen den Hunger mit Genfood in der Welt bekämpfen, ihnen geht es doch nur um Profit und um Macht über alles und jeden! —
    Im Großen und Ganzen stehe ich der künftigen Bundesregierung recht skeptisch gegenüber –
    in vielerlei Hinsicht …
    Und vielleicht könnte sich jetzt schon im Vorfeld bestätigen, was insgesamt zu befürchten ist.
    Ich sage nur:
    Holzauge, sei wachsam!
    Trau, schau, – wem …?

  • von Marita

    Warum brauchen wir Gen-Mais? Wir brauchen gesunde Menschen und Tiere. Es kann doch nicht angehen das nur weil ein Konzern mit dem Gen-Mais Geld verdienen will, wir alle darunter leiden müssen. Wo war noch mal die Demokratie hin? Ach ja im Dauerurlaub. Kennst Du eigentlich den neuen Blogger-System Anbieter qwer.com ? Ich würde mich sehr über eine Antwort auch per Email von Dir freuen. Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg mit Deinem Blog.

  • von Detlef Mitscherling

    Gen-Mais, oder die Konzernmacht über unser Saatgut

    Nicht nur das es sich um gentechnisch veränderten Mais handelt, der zukünftig in der EU an Tiere (und damit an Menschen) verfüttert werden darf, obwohl Umweltschützer zurecht vor Restrisiken auf Grund mangelnder Untersuchungen verweisen, die letztlich dazu führten, dass die Zulassung dieses Saatgutes lange Jahre in der EU umstritten war, nein, vielmehr geht es auch um wirtschaftliche Interessen einzelner, die mit der Zulassung des Genmais die Zukunft der europäischen Landwirtschaft grundsätzlich verändern wird.
    Zu diesem Fazit kommen nicht nur „Vielfalts-Erhalter“ oder Bio-Züchter, sondern zunehmend auch europäische Saatguthersteller und vor allem konventionelle Landwirte, die sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung der Saatgutvielfalt beschäftigen. Sie sehen insbesondere durch die Zulassungsregeln im EU-Saatgutrecht über viele Jahrzehnte den Verlust der genetischen Vielfalt auf dem Acker und nicht zuletzt eine massive Ausweitung der Marktmacht von wenigen Saatgutkonzernen, darunter, wie sollte es anders sein, Monsanto.
    Die Konzernmacht über unser Saatgut werden die Verbraucher heute noch nicht zu spüren bekommen, aber schon bald wird auch das der Fall sein. Deshalb ist es wichtig solche Aktionen, wie die von Campakt zu unterstützen, und damit zu versuchen, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verhindern.

    Viele Grüße

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