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Energiewende retten statt Industrie beschenken!

Bislang will Wirtschaftsminister Gabriel die Industrierabatte im EEG nur halbherzig abschmelzen. Stattdessen will er den Ausbau der Windkraft ausbremsen – und damit ausgerechnet die kostengünstigste Erneuerbare Energie. Und so standen heute Dutzende Aktive vor den Toren des Wirtschaftsministeriums und forderten von Sigmar Gabriel: „Energiewende retten statt Industrie beschenken!“.

Was für ein Empfang für EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Da reist er extra nach Deutschland, um mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel über die Befreiung energieintensiver Betriebe von der EEG-Umlage zu verhandeln – und was sieht er vor dem Wirtschaftsministerium: Zwei gestriegelte Industrievertreter, die von Herrn Gabriel bündelweise Geld geschenkt bekommen. Denn genau das ist es, was er zu unterbinden versucht.

Industriegeschenke von Sigmar Gabriel. Foto. Campact

Hintergrund der gemeinsamen Aktion von BUND und Campact: Die milliardenschweren Entlastungen gehen zulasten der Energiewende. Sie wird zum Sündenbock gemacht, wenn die Strompreise steigen. Dabei treiben in erster Linie die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geltenden Ausnahmen für die Industrie die Strompreise für private Haushalte in die Höhe. Inzwischen sind fast 2.100 Unternehmen von der Zahlung der EEG-Umlage befreit. Das dadurch entstandene Loch, in diesem Jahr 5,1 Milliarden Euro, müssen private Stromverbraucher/innen und kleine und mittlere Unternehmen ausgleichen.

Bisher möchte Gabriel die Industrierabatte nur halbherzig abschmelzen. Stattdessen will er den Ausbau der Windkraft ausbremsen – und damit ausgerechnet die kostengünstigste Erneuerbare Energie. Und so standen heute Dutzende Aktive vor den Toren des Wirtschaftsministeriums und forderten von Sigmar Gabriel: „Energiewende retten, statt Industrie beschenken!“.

Doch auch an Herrn Almunia richtete sich die Kritik: Denn der Wettbewerbskommissar will die Industrierabatte als Hebel nutzen, um das EEG als Ganzes zu einer wettbewerbsverzerrenden Beihilfe zu erklären. Sein Ziel ist es, aus dem bürgerfreundlichen EEG ein konzernfreundliches Ausschreibungsmodell zu machen. Das gilt es zu verhindern. Daher forderten die Aktiven in Richtung EU-Kommissar: „Herr Almunia, Hände weg vom EEG!“.

Für uns ist klar: Wir brauchen weiterhin ein Erneuerbare-Energien-Gesetz. Doch nur Firmen, die nachweislich im internationalen Wettbewerb stehen und in Energieeffizienz investieren, dürfen von Industrierabatten profitieren. Es darf nicht so weit kommen, dass Wirtschaftsminister Gabriel gegenüber der EU-Kommission Abstriche bei der Förderung von Wind- und Sonnenenergie zusagt, um größere Einschnitte bei den Industrieausnahmen zu vermeiden. Was wir jetzt von Sigmar Gabriel brauchen, ist ein klares Bekenntnis für die Energiewende.

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Autor*innen

Christine Spannagel

14 Kommentare

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  1. @Bernd Korthaus

    Bei AKWs oder Kohlekraftwerke spielt Gier ihrer Meinung nach wahrscheinlich überhaupt keine Rolle? Die werden aus reiner Selbstlosigkeit gebaut? Ich erzähle ihnen ein Beispiel aus meiner Heimat: Dort hat der Betreiber e.on. einen Mikroriss in der Leitung des Primärkreislaufs des dortigen AKWs der Bevölkerung ganze ZEHN JAHRE verschwiegen. PRIMÄRKREISLAUF! Nicht Sekundärkreislauf! Also somit ganz in der Nähe des Reaktorkerns !! Auch, dass dort die Kinderkrebsrate lange Zeit mehr als 20% über dem Landesdurchschnitt lag, hat e.on nie wirklich interessiert!
    Warum wohl wurde der Mikroriss trotz Sicherheitsrelevanz wissentlich verschwiegen?
    Steuerlich abgeschriebene Alt-AKWs sind reine Goldesel! Hier wurden Renditen erwirtschaftet, da sind die von Windkrafträdern selbst der besten Standorte immer noch lächerlich dagegen! Es zählt jeder Tag und jede Stunde, die ein AKW länger am Netz sein kann. Deswegen werden wir medial ja auch schon wieder breitflächig auf die angebliche Unsinnigkeit und Unbezahlbarkeit einer Energiewende und jetzt beginnend auch schon wieder schrittweise auf die angebliche Unverzichtbarkeit von AKWs eingeschworen und vorbereitet. Solche Goldesel werden nicht so schnell aufgegeben!! Never !! Das wäre naiv zu denken, dass dieses Feld so kampflos aufgegeben wird. Da wird alles aufgeboten an professioneller Unternehmenskommunikation mittels agenda setting und leiser PR, was man bezahlen kann. So wie es auch 2008/2009 bereits der Fall war. Trotz gültigen Atomausstiegsvertrags. Die Unterlagen der jeweiligen PR-Agenturen kann man sich hier nochmal in Ruhe durchlesen und die Kosten für die einzelnen Kommunikationsinstrumente auch.
    http://blogs.taz.de/rechercheblog/2011/10/28/atomlobby/
    https://www.lobbycontrol.de/2009/09/lesenswert-internes-strategiepapier-fur-atomlobby/

    Subventionen bei Erneuerbaren Energien zu beklagen ist nicht sehr weit gedacht. Die gesamte Energiewirtschaft ist seit ihrer Entstehung auf Subventionen aufgebaut. Es gäbe sie sonst gar nicht. Ohne staatliche Förderung hätten wir hier nicht ein atomares oder fossiles Kraftwerk stehen!

    Der Unterschied: Die Förderung bei Erneuerbaren ist zeitlich begrenzt und beinhaltet automatisch eine Degression und schafft sich somit mit der Zeit selbst ab. Was bei konventionellen Kraftwerken nicht der Fall ist. Ein weiterer Unterschied: Bei einer dezentralen Energiewende können sehr sehr sehr viele Leute partizipieren, es ist eine Demokratisierung der Energiewirtschaft. Von atomaren und fossilen Kraftwerken profitiert ein Strom-Oligopol, letztendlich sehr große private Aktiengesellschaften, die aufgrund der Anteilseignerschaft maßgeblich den Interessen nationaler und internationaler Finanzakteure unterliegen. Und last but not least. Zwischen den Mini-Renditen, die eine Energiegenossenschaft mit einem Windkraftwerk oder Solardach erzielt und denen, die in der konventionellen Energiewirtschaft erwartet und eingefordert werden, liegen Welten!!!

  2. Sehr geehrter Herr Bautz,

    angesichts der vielen Toten in der Ukraine mag es sehr sarkastisch erscheinen. Aber worum geht es dort wie hier? Um die alte Energiewirtschaft!!

    Darum verbinden Sie die Demo am 22.03.2014 in 7 Landeshaupstädten mit einer Solidaritätsaktion für die ukrainische Opposition! Die Ukraine will Demokratie und Energieunabhängigkeit erreichen, wir wollen die Demokratie und die Energiewende retten. Noch müssen wir in Deutschland dafür nicht unser Leben einsetzen.

    Bestimmen Sie einen Ort in Deutschland zum „Energiewende-Maidan“! Z.B. Düsseldorf als Sitz von E.ON.und Sitz der Landesregierung, die die Kohleverstromung forciert.

    Sowohl Janukowitsch, als auch Angela Merkel und Sigmar Gabriel dienen dem Energie-Establishment unter Missachtung der Interessen der Staatsbürger, denen sie per Verfassung verpflichtet sind. Von diesem erhoffen sie sich finanzielle Unterstützung und Machterhalt. Diese Hoffnung müssen wir ihnen nehmen! … durch Abwahl!!

    Fordern Sie sofortige Neuwahlen in Deutschland, bevor uns Merkel und Gabriel so an die vier „Energiebesatzungsmächte“ (E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall) verkaufen, wie Janukovitsch die Ukrainer an Putin. Auch bei uns ist die Demokratie in Gefahr.

    Mit besorgten Grüßen
    Franz Bergen

  3. Solange man nicht von 150-Meter-Windkraftwerken, die nur 400 bis 600 Meter entfernt stehen, um den Schlaf gebracht werden aufgrund ihrer Laufstärke, kann man hervorragend für die „Energiewende“ demonstrieren. Denn man ist ja selbst nicht betroffen.
    Ich habe hier in Nordfriesland selbst erlebt, dass keineswegs Umweltschutz-Gedanken die Menschen zum Aufstellen von viel zu nahen und viel zu großen Windriesen gebracht hat – sondern die nackte Gier.
    Letztlich geht es beim ganzen Gezerre um Windkraft und Co. um nichts anderes als um den Subventionskuchen „Energiewende“. Sicher gibt es Gutmenschen, die das nicht erkannt haben und es ganz anders sehen.
    Gabriel hat das aber erkannt und geht hoffentlich bald diejenigen notwendigen Schritte, die sein Vorgänger längst hätte tun sollen, es aus Mangel an Macht aber nicht konnt.

    • Es spricht nichts gegen die Energiewende, und wenn sie richtig und gut umgesetzt werden will, sind z.B. folgende Gesichtspunkte unbedingt zu beachten:
      Es gibt verschiedene Formen von erneuerbaren Energien, aber nicht alle eignen sich überall
      gleich gut, es müssen eben entsprechende Gegebenheiten an Ort und Stelle vorliegen …
      Deshalb sind Vorüberlegungen und Überprüfungen oder Untersuchungen vor der Planung wichtig.
      Und die betroffenen Bürger müssen von Anfang an mit einbezogen sein, umso eher kann gewährleistet sein, dass sie das geplante Projekt im Großen und Ganzen akzeptieren …
      Das wäre wirklich gelebte Demokratie, wenn tatsächlich Bürgerbeteiligung – und dies gleich zu Beginn – erfolgt, und ich denke, dann dürften doch alle, die am Projekt beteiligt sind, gewissenmaßen mehrheitlich zufrieden sein …
      Es gilt – nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht!
      Dann dürfte die Energiewende in der Tat erfolgreich realisiert werden.

  4. Alles dummes gelaber!! Denn: Atomstrom ist billig und sicher. Windräder und der ganze unsinnige Kokolores verteuern nur den Strom den Du und ich bezahlen musst! Schaut euch in der Welt um. Den ganzen Unsinn gibt es nur in Deutschland. Und wer nun Windräder will, dem ist schön gehörig die mediale „Rübe“ gewaschen worden. C02 Klimawandel. So ein Blödsinn. Die kleinste Einheit in der Luft ist CO2, nämlich 0,023 Prozent. Also fast nichts!

    • Wo leben Sie denn? Schreiben Sie uns aus der Vergangenheit? So konsequent blauäugig und rückwärtsgewand kann man doch gar nicht sein.
      Atomstrom ist alles andere als billig und sicher schonmal gar nicht (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Unf%C3%A4lle_in_kerntechnischen_Anlagen; http://www.atomunfall.de/). Der Klimawandel ist real und wenn man sich mal genau in der Welt umschaut, dann gewinnt man eher den Eindruck, dass Deutschland und die EU bald den Anschluss verlieren, wenn sie die erneuerbaren Energien weiter so ausbremsen.
      In diesem Sinne kann ich auch die WiWo Green (http://green.wiwo.de/) sehr empfehlen, die täglich über neue Entwicklungen, Studien, Forschungsergebnisse und Meldungen aus anderen Ländern in Bezug auf erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, den Klimawandel etc. berichtet.

    • http://umweltinstitut.org/atom-luegen

      Sehr geehrter Herr Reich,

      wenn Sie doch ein weltoffener und auch mündiger Bürger sein wollen, dann verschließen Sie sich bitte meiner Bitte nicht, den oben genannten Link vom Umweltinstitut München e.V. anzuklicken!
      Da erhalten Sie die erforderlichen wichtigen Informationen bzgl. Atomenergie in Kurzfassung auf der betreffenden Webseite …
      Dann erst dürften Sie sich im Grunde ein Urteil erlauben, wie ich finde.
      Alles andere sind Vor-Urteile gegenüber den erneuerbaren Energien.
      Heutzutage ist Information alles …, eigentlich schon immer gewesen!
      Klar und auch nachvollziehbar ist es, wenn die großen Atomkraftbetreiber ihre Energieform
      als etwas ganz Positives – ja regelrecht in höchsten Tönen – anpreisen …
      Schließlich wollen sie sie verkaufen und möglichst gut daran verdienen (Milliardengewinne!), verschweigen aber,
      dass die Atomenergie subventioniert wird – weitaus mehr als die erneuerbaren Energien!
      Diesen Energiekonzernen geht es hauptsächlich um ihr ureigenstes Interesse:
      Profit und nochmals Profit machen, ihnen ist hierbei unser aller Wohlergehen völlig egal …
      Und vergessen Sie nicht,
      der Atommüll betrifft nicht allein unsere derzeitige Generation negativ,
      sondern wie viele (!) Generationen nach uns werden noch mit dem radioaktiven Material
      zu tun haben!
      Von wegen,
      dass Atomkraft günstig, sicher und sauber ist!
      Deutschland war und ist ganz bestimmt auf dem richtigen Weg, wenn sie diesen zugunsten der Energiewende weiterhin beschreitet, es gibt keinen Weg mehr zurück, nur noch – vorwärts!
      Apropos:
      Vorwärts ist die Zeitschrift der SPD – und Herr Gabriel ist doch ein SPDler – warum also macht er dann jetzt quasi eine Rolle rückwärts?
      M.E. hat Herr Gabriel – noch bevor er und die Große Koalition allgemein überhaupt so richtig zu regieren begonnen hat – bereits an Authentizität verloren!
      Wenn diese Bundesregierung weiterhin so regiert – wie schon zu Anfang dieser Legislaturperiode – dann verursacht sie mit ihrer derzeitigen Politik eine Menge Scherben, die vielleicht nicht mehr zu kitten sind,
      und die Demokratie geht auch immer mehr zu Bruch …
      Diese alternativlose und marktkonforme Politik von Frau Merkel ist meiner Ansicht nach absolut unverantwortlich – gegenüber jedem einzelnen Bürger von uns hierzulande – für jetzt und auch für künftige Generationen …, das nur am Rande bemerkt!

      MfG

      Marina

  5. http://umweltinstitut.org/energie–klima/allgemeines-energie–klima/infokampagne-zur-strompreisluge-1044.html
    Dies möchte ich wärmstens empfehlen – und auch Herrn Gabriel wirklich ans Herz legen, es zu lesen,
    ANSTATT den Argumenten der Energiekonzerne fast blindlings zu folgen,
    die ohnehin, wie mir scheint, lediglich ihre ureigensten Interesssen
    durch die Politik als Handlanger oder Erfüllungsgehilfin – oder wie auch immer (!)
    vertreten wissen und natürlich hierzulande durchgesetzt haben wollen!
    Wir brauchen, die wir durchaus überzeugt sind, dass es auch anders gehen kann,
    einen recht langen Atem …
    Doch –
    steter Tropfen höhlt den Stein!

  6. Bei aller berechtigten Kritik an der BesAR (Industrie-Privilegien). Der wesentliche Faktor der EEG-Umlagensteigerung sind doch gar nicht die Industrie-Ausnahmen. Diese haben trotz ausufernder Befreiungen nur 15% ausgemacht an der EEG-Umlagen Steigerung von 2013 zu 2014.

    Der HAUPTFAKTOR ist nach wie vor, wie in all den Jahren zuvor auch die politikbedingte künstliche Aufblähung der EEG-Umlage durch das EEG-Paradoxon, bzw. des politikgemachten Konstrukts des rasant fallenden Börsenpreises. Von 2013 zu 2014 hatte dieser künstlich gemachte Systemfehler im Umlagemechanismus 37% der EEG-Umlagenberechnung von 2013 zu 2014 ausgemacht. siehe Seite S. 13
    http://www.oeko.de/oekodoc/1825/2013-495-de.pdf

    also im Klartext:

    Industrieausnahmen, die campact vorrangig kommuniziert: 15%

    EEG-Paradoxon und sinkende Börsenpreise, durch einen politisch eingeführten Systemfehler (Einführung der AusglMechV) hervorgerufen, der von campact bislang NICHT kommuniziert wird: 37% !!

    Die „Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus des EEG“ wurde aufgrund eines Reformwunsches der beiden Lobbvorbände BDEW und BNE 2008/2009 in die Wege geleitet, ging unter damaligem Umweltminister Gabriel im Mai durch den Umweltausschuss, wurde am 02. Juli 2009 wenige Tage vor der Sommerpause im Parlament abgenickt und wurde am 17. Juli 2009 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Interessanterweise hat außer den GroKo Regierungsparteien damals auch die oppositionelle FDP zugestimmt, die sich bereits im März 2009 in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung für die „Novelllierung des EEG-Wälzungsmechanismus“ zwecks neoliberaler Umgestaltung des EEG eingesetzt hatte.

    Diese Verordnung wurde weder im Parlament und schon gar nicht in der Öffentlichkeit diskutiert. In den Medien ist diese politikgemachte Verordnung nach wie vor quasi gar nicht existent. Erneuerbare Energien, die weder Brennstoff, noch CO2-Kosten haben, MÜSSEN seit dieser Verordnung nahezu vollständig und bezogen auf den gesamten Strommarkt in stark überproportionalem Maß absurderweise über eine Strombörse weitervermarktet werden, die sich ausschließlich an Brennstoff- und CO2-Kosten orientiert. Diese Systeminkompatibilität führte dazu, dass die Entwicklung der EEG-Umlage vollständig entkoppelt wurde von den eigentlichen EEG-Förderkosten, den Auszahlungen an die Anlagenbetreiber.

    Mit dieser bewussten Einführung des EEG-Paradoxons wurde erreicht, dass sich die EEG-Umlage seitdem verfünffacht hat, obwohl sich die Auszahlungen an die Anlagenbetreiber durch Anlagenzubau nicht mal verdoppelt haben. Durch dieses Instrument und der pausenlosen Thematisierung der EEG-Umlage und der Strompreise konnte dafür gesorgt werden, dass – obwohl Erdgas- und erst recht Heizölpreise unvergleichlich stärker angestiegen sind – das Thema EEG-Umlage zum Dauer-Aufreger wird und bleibt, direkt in die Hirne der Menschen kommt, die Energiewende und vor allem die vielen dezentralen Akteure diskreditiert werden und die bislang sehr hohe Akzeptanz einer Energiewende ins Wackeln kommt.

    Warum ist die eigentliche Hauptursache der explodierenden EEG-Umlage, die Aufblähung der EEG-Umlage durch den 2009/2010 bewusst eingeführten Systemfehler (AusglMechV) kein Thema für campact?

    Erneuerbare Energien raus aus der Strombörse! Wälzungsmechanismus ändern!

  7. Zu Eurem Projekt „Energiebotschafter“ möchte ich gerne zum Nachdenken anregen:

    Ihr wollt letztlich hier „Lobbyisten“ einsetzen…das heißt eine Gegenarmee aufstellen…Krieg führen…

    Macht das wirklich Sinn? Insbesondere wenn sich hier größtenteils „Fans“ ans Werk machen,- wo es um Detailwissen zumeist eher schlecht bestellt ist?

    Ist nicht die Klärung der Frage, wer beim Thema „Erneuerbare Energien“ wirklich Recht hat weitaus wichtiger?

    Es gibt nun einmal reale Probleme mit den erneuerbaren Energien- und es ist wenig hilfreich, diese Probleme nicht anzuerkennen, sondern mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.
    Bei den Befürwortern der Kohle- und Atomkraftwerke ist das nicht anders.

    Es ist schlimm genug, das der Gesetzgeber z.T. sinnlose oder wenig geeignete Vorgaben erlässt, die uns als Bürger das Geld aus der Tasche ziehen (z.B. energetische Sanierung) und zusätzlich Zeit und Ressourcen verschwendet.
    Das uns eine Bundeskanzlerin mit einer absolut unüberlegten, panikartigen Kurzschlusshandlung in Schadensersatzprozesse führt.

    Die Forderung darf nicht lauten „Überzeugung des Gegners mit allen Mitteln“, sondern muss lauten : „Lösungsfindung mit allen Mitteln“.

    Die Bundesregierung schafft es nicht?- will es nicht schaffen?, ein Konzept zu erstellen.
    Energieversorger und Netzbetreiber verteidigen lediglich ihre Pfründe.

    Windkraft, Solar- und Biogas- Hersteller / Betreiber verhalten sich nicht anders.

    Die Wahrheit liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit- (weil es immer so ist) – irgendwo in der Mitte.
    Wir werden eine Grundlastversorgung mit konventionellen Kraftwerken benötigen- und die „Erneuerbaren“ werden einen Teil der Grundlast aus Energiespeichern heraus übernehmen können.
    Die Direkteinspeisung von Strom aus Wind- und Solarkraftanlagen war von Anfang an ein Fehler- zu dieser Einsicht bin ich nach inzwischen mehreren Jahrzehnten gelangt.

    Ich bin weiterhin ein absoluter Befürworter von „Erneuerbaren“,- aber der Weg, der gerade mehr oder weniger beschritten wird, ist ein absolut falscher. Es wurde bereits ein großer Schaden angerichtet, weil ohne Konzept drauflos gegangen wurde- DAS MUSS SICH DRINGEND ÄNDERN!

    Das Konzept muss unter Beteiligung unabhängiger Fachingenieure und Wissenschaftler eingefordert werden- UMGEHEND!

    • auch, wenn mancher Bewahrer des Bestehenden es für unmöglich hält ……. die Erde ist keine Scheibe …..;-)

      …….. und sie dreht sich doch !

      http://www.kombikraftwerk.de/

      wer „Fans“ unterschätzt und mit fehlender Fachkompetenz argumentiert, kann schnell eine Eigentor landen.

      Gruß von einem „unwissenden Fan“ (Physikingenieurin und Dipl.-Energiewirtin) …..;-)

    • Hallo Tina Ternus,

      Ich möchte ihnen keinesfalls zu nahe treten, aber in der Tat bestätigen sie gerade genau das, was ich meine.
      Das verlinkte Projekt (und noch viel mehr andere) ist mir bekannt.
      Es handelt sich bei dem Kombikraftwerk jedoch „nur“ um einen der vielen Hoffnungsträger, die keine jedoch keine wirkliche Lösung darstellen und zu den unzähligen Halbwahrheiten gehören, die in den Diskussionen unters Volk geworfen werden.

      Richtig ist, dass man kurzzeitig ausfallenden Wind- / Solarstrom durch Biogas regelnd ersetzen kann. Falsch ist aber, dass es gelänge, genügend Biogas bevorraten zu können, um eine „ungünstige Wetterlage“ überbrücken zu können,- und solche Wetterlagen gibt es und müssen berücksichtigt werden, ob es einem nun gefällt oder nicht.

      Damit wären wir genau wieder bei den Speicherkapazitäten die unweigerlich erforderlich sind, wenn die „erneuerbaren Energien“ Kohle und Atomkraft ersetzen sollen.

      Diese Speicherkapazitäten müssen in einer sinnvollen Relation zu den theoretischen (und mehr oder weniger unbrauchbaren) Stromspitzen (Maximalleistungen) stehen, die Solar- und Windkraftanlagen immer wieder erzeugen können sowie gleichfalls in einer sinnvollen Relation zur Nennleistung, sowie in einer sinnvollen Relation zu einem „max. Produktionsausfall“ (z.B. wegen großflächiger Inversionswetterlage).

      Die „sinnvolle Relation“ führt zu der Erkenntnis, dass wir sehr, sehr viel Speicherkapazität benötigen…

      Ob diese Speicher nun aus einem Mix von Pump-; Druckluft-; Wasserstoff-; Biogas-; Batterie-, Kondensator-; Hydraulik- und Was-weiss-ich-was- Speichern bestehen sollen,- sie allesamt bringen ihren eigenen Detailprobleme, Herstellungs- und Unterhaltskosten mit.

      Es führt zu der Erkenntnis, dass es einen „break-even-point“ gibt, der darin besteht, das das Verhältnis von erzeugtem Maximalstrom zum max. Produktionsausfall zur Speicherkapazität, sich weder ökologisch noch ökonomisch positiv darstellen läßt- zumindest (mittelfristig gesehen) nicht „zur Zeit“ und nach dem „Stand der Technik“.

      Das Ziel sollte m.E. in einem verstärkten Ausbau einer vernetzten, dezentralen Erzeugung in Form eines internen „Stromsees“ bestehen, der von einem externen „Stromsee“ (Stromverbundnetz) „umgeben“ wird, aus denen wechselseitig sowohl entnommen, als auch zugeführt werden könnte.

    • Hallo Richard Faßbender,
      Sie haben die Lage genau richtig erkannt.
      Die Energiewende wurde unüberlegt und voreilig eingeleitet und nun auch umgesetzt.
      Dadurch wird sehr nur sehr viel Geld verschwendet, statt sinnvoll eingesetzt.
      Bei uns steht seit 18 Monaten ein Windpark zu linken mit 12 Windkraftanlagen, von denen schon 8 Windräder defekt (Risse im Masten) sind und aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden mussten und nun auch abgebaut werden. Bei dem Windpark zu rechten stehen 6 Windräder, wovon 1 Windrad schon die Rotorblätter verliert.
      Nicht nur die Standorte, bei Worms reicht der Wind nicht, Windgutachten sind fehlerhaft, müssen besser gewählt werden, sondern auch noch an der Sicherheit,- damit Gelder eingespart werden.

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