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Gegenwind für Gabriel in Hannover

Campact-Besuch beim Niedersächsischen Ministerpräsidenten mit 215.000 Unterschriften für die Energiewende im Gepäck. Wie hat sich Stephan Weil positioniert: Wird er die Energiewende verteidigen?

Stephan Weil spielt eine wichtige Rolle in der Energiewende. Am SPD-Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen kommt Sigmar Gabriel nicht vorbei, wenn es um die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geht. Niedersachsen hat viel Wind, aber auch Stahlwerke. Als ehemaliger Präsident des Stadtwerke-Verbands VKU kennt sich Weil in Energiefragen aus.

Anlässlich der Übergabe von 215,000 Unterschriften von Campact-Aktiven konnten wir eine Stunde Zeit mit ihm zu sprechen. Unsere zentralen Botschaften an ihn dokumentieren wir nachstehend (siehe weiter unten).

Doch vorab das wichtigste: Stephan Weil kritisierte die verpflichtende Ausschreibung für neue Erneuerbaren-Projekte, wie sie im durchgesickerten EEG-Entwurf Gabriels vorgesehen ist. Er verteidigte das Konzept des „atmenden Deckels“, sah aber die geplante Deckelung des Ausbaus von Windenergie an Land bei 2.5GW pro Jahr inklusive Repowering („brutto“) kritisch.

In der Summe: Weil positioniert sich verhalten positiv zum bisher durchgesickerten EEG-Entwurf und Eckpunktepapier Gabriels, aber er wird wohl Änderungen an einigen wichtigen Details verlangen. Um so wichtiger ist, dass Bürger/innen weiter kräftig Wind machen, damit die Bürgerenergiewende nicht ausgebremst wird!

Hier nun unsere zentralen Botschaften an Ministerpräsident Weil:

215.000 Menschen haben in den letzten Wochen unseren Appell unterzeichnet und täglich werden es mehr. Sie haben Wirtschaftsminister Gabriel und die Ministerpräsidenten der Länder aufgefordert, die Energiewende nicht auszubremsen. Ihre und unsere Sorge bezieht sich auf mehrere geplante Maßnahmen:

Ausbauziele sind deutlich zu gering

Im SPD-Wahlprogramm wurde noch 75 Prozent Erneuerbaren-Anteil bis 2030 versprochen, nun sollten es nur noch ca. 50% werden. Mit solch einem gedrosselten Ausbautempo werden Deutschlands Klimaschutzziele drastisch verfehlt. So entfaltet die Energiewende international keine Strahlkraft mehr. Fossile Energie, insbesondere Kohle, erhält faktisch eine ungebremste Erzeugung für die nächsten 15 Jahre (Abb.). Wir befürchten auch, dass wir vor 2022 wieder eine Debatte um Laufzeitverlängerungen für AKWs bekommen, um schneller aus der Kohlekraft aussteigen können (Schröder).

Ausbaudeckel bei kostengünstigen Energien ist widersinnig

Es ist widersinnig, ausgerechnet die günstigste erneuerbare Energie Wind an Land zu deckeln. Ausgerechnet jetzt, wo Wind und Sonnenenergie unschlagbar günstig sind und die Kosten für die EEG-Umlage nur noch minimal erhöhen, will Gabriel nur noch einen Zubau bis 2,5 GW Wind onshore zulassen. Damit wird in Niedersachsen selbst das relativ unambitionierte schwarz-gelbe Länderziel von 14,2 GW bis 2020 verfehlt (derzeit 7,6 GW). Wir sind daher insbesondere gegen eine Ein­führung einer Deckelung von Wind an Land, wie sie derzeit in Form eines „atmenden Deckels“ angestrebt wird.

Unflexible Braunkohle ist das Problem, nicht der Windausbau

Die wirkliche Motivation für den Ausbaudeckel ist der Verlust von Marktanteilen für konventionelle Kraftwerke. Gelegentlich heißt es, wir bräuchten einen Deckel, um flexible Gaskraftwerke im System zu halten: Aber das Problem ist nicht ein zu schneller Anstieg der Wind-Kapazitäten. Sie ergänzen sich optimal mit dem Flexibilitätsvorteil der Gaskraftwerke. Das Problem sind zuviel unflexible Kraftwerkskapazitäten im Netz, sprich zuviel Braunkohle. Würden hier einige der größten Verschmutzer aus dem Markt genommen, hätten auch die Gaskraftwerke der Stadtwerke wieder Raum.

Systemwechsel Ausschreibungen: teuer und bürgerunfreundlich

Noch alarmierender ist der Systemwechsel, der sich bedingungslos im Gesetzentwurf von Gabriel findet – im Gegensatz zum Koalitionsvertrag. Ab 2017 müssen sich Bürger und Investoren in einem Ausschreibungsverfahren um Förderung bewerben. Das schreckt Bürger und mittelständi­sche Unternehmen ab, in Erneuerbare zu investieren. Denn es sind große Anfangs­investitionen zur Projektentwicklung erforderlich, ohne dass man weiß, ob man am Ende zum Zug kommt.

Im Ausland haben Ausschreibungen dazu geführt, dass gesteckte Ausbauziele nicht erreicht wurden. Häufig haben Gewinner von Ausschreibungen gar nicht tatsächlich gebaut. Der zusätzliche Aufwand macht die Energiewende teurer. Gegen die die Brüsseler Pläne, die Einspeisevergütung durch ein Ausschrei­bungs-Modell zu ersetzen, muss die Bundesregierung mit aller Kraft kämpfen, statt im vorauseilenden Gehorsam das Feld zu räumen.

Bürgerenergie wird ausgebremst

Eine Energiewende in Bürgerhand, sprich durch Privatpersonen, Bürgergenossenschaften und Stadtwerke, wie sie auch die SPD immer vertreten hat, droht völlig zum Erliegen zu kommen. Ausbaudeckel, Ausschreibungen, dazu noch die verpflichtende Direktvermarktung erneuerbaren Stroms – all das führt dazu, dass Investitionsrisiken und Bankzinsen deutlich steigen. Für Bürger werden sie zu groß – und die Energiewende droht alleine von Großinvestoren und Konzernen übernommen zu werden.

Ohne Bürgerenergie droht die Energiewende zu scheitern

Doch wenn die Energiewende nicht mehr in Bürgerhand ist, werden die Widerstände vor Ort gegen Windparks und andere Projekte wachsen. Wenn die Projekte nicht mehr von Bürgern für Bürger vorangetrieben wird, sondern von anonymen Kapitalgesellschaften, werden all diejenigen Zulauf erhalten, denen Windkraft ein Dorn im Auge ist. Daher ist Bürgerenergie keine fixe Idee, sondern eine Voraussetzung, um die Energiewende zum Erfolg zu führen und unsere Energie­versorgung mittelfristig vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.

Was zu tun ist für eine kostengünstige Energiewende

215.000 BürgerInnen fordern, dass:

  • die günstigsten Erneuerbaren Energien, Photovoltaik und Windkraft an Land, durch verlässliche Rahmenbedingungen dynamisch ausgebaut werden – möglichst dezentral und in der Hand der Bürger/innen;

  • energieintensive Unternehmen nur dann von ihrem Beitrag zur Energiewende befreit werden, wenn sie in eine bedrohliche Wettbewerbssituation geraten und in Energie­effizienz investieren;

  • Kohlekraftwerke für ihre wahren gesellschaftlichen Kosten aufkommen müssen – über einen funktionierenden Emissionshandel oder eine CO2-Steuer. Für Kohlekraft braucht es einen konsequenten Ausstiegsfahrplan (wie ihn Torsten Albig gefordert hat). Dies würde den Klimaschutz voranbringen und dazu beitragen, Gaskraftwerke wieder rentabler zu machen.

Sie und die Ministerpräsidenten haben es in der Hand….

Wir setzen auf Sie: Dass Sie eine Allianz schmieden mit Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz, NRW und Baden-Württemberg, die alle auf einen starken Ausbau bei Wind an Land und PV setzen. Dass Sie im Bundesrat verhindern, dass der Ausbau der Erneuerbaren ausgebremst wird.

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Autor*innen

Jörg Haas

Jörg Haas, Jahrgang 1961, ist Campaigner bei Campact. Nach einem Berufseinstieg in die Entwicklungszusammenarbeit in einem Regenwaldprojekt in Ecuador war er lange Jahre als Ökologiereferent für die Heinrich-Böll-Stiftung tätig. 2008 wechselte er als Programmdirektor zur European Climate Foundation. Intensives Engagement in den UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen. Ohne öffentliche Mobilisierung fehlt jedoch der Handlungsdruck - daher der Wechsel zu Campact, zuerst als Pressesprecher, nun als Campaigner.

16 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Ich bin seit ewiger Zeit begründet Kernenergiegegner, da ich die Wirkung radioaktiver Strahlung auf Lebewesen kenne. Die Kernenergie hat die Lizens zum Töten und sie wird uns genetisch vernichten. Es ist nur eine Frage der Zeit.

    Seit ewiger Zeit bin ich auch Gegner derjenigen Idioten, welche gegen „fossile“ Kraftwerke sind! Es sind nämlich dieselben Idioten, welche uns den CO2 Betrug samt Klimabetrug vorlügen! Es sind diejenigen, welche auch sagen „Bomber Harris, do it again!“ und „Deutschland verrecke!“ und „Nieder mit Deutschland, lang lebe Israel“.

    Bei den sogenannten „erneuerbaren“ Energien sind bestenfalls die Energiewandler erneuerbar, wenn sie kaputt gegangen sind, nicht aber die Energie. Zudem sehen wir z.B. bei Prokon das derzeitige Desaster mit der Windkraft. Die Windmühlen liefern durchschnittlich übrigens nur etwa 16 % der installierten Leistung.

    Ich habe nichts dagegen, wenn jemand sich Solarzellen aufs Dach plastert oder sich ein Windrad hinstellt.

    Aber ich habe etwas gegen Idioten, welche einen Ausbau des Stromversorgungsnetzes deshalb fordern! Dies ist nämlich gar nicht nötig, da die Energie immer nur vor Ort verbraucht wird, ob bei einem selbst oder beim übernächsten Nachbarn spielt keine Rolle, und nur die Fernleitungen dadurch entlastet werden.

    Es wird also niemals Windstrom von der Nordsee nach München geschickt. Das Kraftwerk in Bayern liefert nur weniger Strom nach Hamburg. Ein alternativer Stromerzeuger vor Ort macht sich für das Fernkraftwerk so bemerkbar, als hätte jemand vor Ort nur den Lichttschalter ausgemacht.

    Jedoch ist einwandfrei feststellbar, daß durch die Subventionen der „erneuerbaren“ Energien die Strompreise auf das Dreifache gestiegen sind. Die „Renditen“, oben wurde mit 8 % geprotzt, bezahlt die Allgemeinheit. Und die Alternativen können niemals die Energieversorgung alleine leisten!

    Um ein einziges 1 GWel Kraftwerk zu ersetzen, müssen im Jahresmittel 6 GW Windenergieleistung in der Nordsee installiert sein und wenn man so will, 600 GW bei Windflaute!

    Man kommt also an den „fossilen“ Energien nicht vorbei und wer gegen die Kohleenergie ist, hat entweder einen Dachschaden oder will Deutschland verrecken lassen!

    Aber am Energiehorizont sind zwischenzeitlich noch ganz andere, vollkommen ungeahnte Möglichkeiten und Aussichten aufgetaucht.

    Diese lassen es für die Zukunft möglich erscheinen, die Effizienz von Energiewandlern auf über 90 % ansteigen zu lassen. Ein heutiger PKW-Dieselmotor hat gerade einmal 40 % Wirkungsgrad und bei 90 % Wirkungsgrad wird nicht einmal mehr ein Kühler benötigt!

    Dasselbe gilt für die Kohle- und Gaskraftwerke, deren Wirkungsgrad ebenfalls auf über 90 % katapultiert werden wird.

    Gleiches gilt für Flugzeuge, wo die dann einstufigen (!) Verdichter und Turbinen der Düsentriebwerke ebenfalls bei 90 % Wirkungsgrad betrieben werden können und daher die mitgeführte Treibstoffmenge auf weniger als ein Fünftel verringert werden kann.

    Dies ist insbesonders auch durch die Verwendung neuer (alter) Supermaterialien möglich, deren Festigkeit bei weit über dem 6000-fachen der heutigen Bestwerkstoffe (z.B. Kohlefasern) liegt und die zudem sehr einfach herstellbar und verarbeitbar sind. Ein Airbus A380 kommt dann auf ein Leergewicht von vielleicht 6 Tonnen.

    Die hohen Wirkungsgrade werden mit auch dadurch erreicht, daß diese neuen (alten) Supermaterialien gleichzeitig ihre außerordentlichen Festigkeits- und Steifigkeitswerte auch bei allerhöchsten Einsatztemperaturen ( >> 6000 °C ) beibehalten!

    Die Herstellungskosten jeder Maschine werden sich infolge des extrem geringen Materialverbrauchs und der sehr leichten Herstellbarkeit und Verarbeitbarkeit der Supermaterialien auch drastisch verringern. Man kann sich dann auch leicht vorstellen, daß ein heutiges Auto, welches etwa 1000 kg Masse hat, bei demselben Aussehen und bei denselben Fahrleistungen (Höchstgeschwindigkeit) nicht nur 60 kg wiegt sondern auch traumhafte Beschleunigungswerte erreicht und von außen bei einem Zusammenstoß nicht mehr kaputtmachbar ist. Sicherlich müssen Spoiler für den notwendigen Anpressdruck an die Straße sorgen. Aber dies ist sicherlich kein Problem.

    Jedoch ist diese neue Supertechnik bei Solar- und Windkraft zwar anwendbar, am Aussehen würde sich kaum etwas ändern und auch nicht an den energieliefernden Gegebenheiten, Wolken und Flaute und Platzbedarf, wird sich nichts ändern.

    Diese neuen (alten) Supermaterialien, welche selbst „modernste“ Nanowerkstoffe um mehrere Größenordnungen in jeder Einzeldisziplin übertreffen, wurden bereits vor über 70 Jahren höchst erfolgreich in Auschwitz Birkenau eingesetzt, gerieten aber leider wieder in Vergessenheit.

  2. Ich habe meine Lebensversicherung gekündigt, um mir eine Photovoltaikanlage aufs Dach
    bauen zu lassen. Rendite ca. 8% . Wesentlich geringere Energiekosten. Es lohnt sich.
    Und wenn es bessere Energiespeicher gibt werde ich auch meinen Stromversorger nicht mehr brauchen, was ihn unruhig schlafen lässt.
    Mich interessiert dies dauernde hin-und her der Politiker nicht mehr.
    Die 3,4 % Mindestverzinsung meiner LV die noch 17 Jahre laufen sollte, ist realistisch betrachtet
    von dem Versicherer nicht zu leisten und wird mithilfe der Politiker so oder so beschnitten, Vertrag hin oder her, wenn es diesen Versicherer überhaupt noch gibt.
    Nicht quatschen, handeln!

    • Hallo Rüdiger Debus,

      die 8% Rendite seien dir wirklich gegönnt,- allerdings ist der Kommentar für über 75% unserer Mitbürger nicht hilfreich, da sie weder über ein eigenes Dach, noch über ein entsprechendes Kapital verfügen dürfen.
      Wenn jeder (nur) an sich denkt- ist keineswegs an Alle gedacht!
      Meiner Ansicht nach gehört (eine gewisse Menge) Strom hierzulande aber zu den Grundbedürfnissen- insofern gilt es/ sollte es gelten, eine vernünftige Lösung für ALLE herbeizuführen.

    • Wer bezahlt denn den Strom für die Rentner und Mittelstandsfamilien? Es ist ja schön, eine solche Rencite zu erwirtschaften. Das geht aber gnadenlos auf Kosten der oben genannten Gruppen.

  3. Energiewende kann so einfach sein,
    einfach die Partei wählen, die das Ganze im Wahlprogramm am hübschesten beschreibt. Sollte diese Partei dann, wenn sie an die Macht kommt an den Gesetzen der Physik scheitern, einfach noch eine Unterschriftenaktion starten.
    Jetzt mal im Ernst: auch Sigmar Gabriel schafft es nicht Nachts die Sonne anzuschalten oder im Winter.

    • Lieber Steffen,
      zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass eine sichere Energieversorgung aus Sonne und Wind technisch sicher beherrschbar ist, und ökonomisch machbar ist. In kürzerer Frist sichern Flexibilisierung der Nachfrage, Ausbau der Netze, und Backup-Kapazitäten v.a. durch Gaskraftwerke die Stromversorgung, falls einmal wenig Wind weht und die Sonne nicht scheint. In mittlerer und längerer Frist werden Speicher in unterschiedlichen Formen eine stärkere Rolle spielen.
      Ein hoher Anteil erneuerbarer Energien ist sicher integrierbar. Das sagt inzwischen auch die internationale Energieagentur IEA, sicherlich eine der konservativsten Organisationen auf diesem Feld: Siehe http://www.iea.org/newsroomandevents/pressreleases/2014/february/name,47513,en.html

    • Hallo Jörg Haas,

      leider ist es sooo nicht ganz richtig, das diverse Studien eine sichere Stromversorgung aus Sonne und Wind nachgewiesen haben- jedenfalls nicht ohne wenn und aber- auch nicht bei der IEA.
      Ich würde mir wirklich wünschen, das „beide Seiten“ (Kohle Atom / Wind Solar) einmal ihre jeweiligen ideologischen Scheuklappen ablegen würden, damit wir endlich einmal zu Lösungsfindungen kommen, anstatt sich permanent die jeweiligen Standpunkte und Halbwahrheiten gegenseitig um die Ohren zu hauen.

      Es kostet unnötig Zeit- es verwirrt ständig das nicht mit der Thematik vertraute Publikum und bringt uns keinen Schritt weiter!

      Ich bin für eine Energiewende- ich bin absolut dafür, Kohle und Atom zu ersetzen- aber ich habe auch begriffen, dass nach dem derzeitigen Stand der Technik; sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Aspekten schlicht und einfach eine 100%ige Umsetzung nicht möglich ist und auch für lange Zeit nicht möglich sein wird!

      Bei Gelegenheit (es ist eh meist ohnehin nur Mist im Fernsehen) anstatt irgendwelchen Serien oder der xten Wiederholung irgendeines Spielfilms einfach mal diesen Beitrag anschauen :

      http://www.youtube.com/watch?v=7eZZIkRM9sA

      Wirklich sehenswert und sollte einiges zu denken geben…

    • Hallo Herr Faßbender,
      in meinem vorherigen Tätigkeit hatte mein Arbeitgeber European Climate Foundation bereits 2010 die „Roadmap 2050“ in Auftrag gegeben, die nachwies, dass bis zu 100% erneuerbare Energien technisch und ökonomisch machbar sind auf der Basis bestehender Technologien: http://roadmap2050.eu/project/roadmap-2050
      Dabei wurde die Versorgungssicherheit durch eine genaue Netzmodellierung nachgebildet.
      Ein Szenarienvergleich wurde von SEFEP angestellt http://bit.ly/1mYGMJ9
      Für Deutschland gibt es für die kürzere Frist (Zwischenetappen) interessante Studie z.B. von Agora Energiewende http://bit.ly/1f1cqAy und SEFEP http://bit.ly/MQv2HS .
      Es gibt noch eine große weitere Zahl von ähnlichen Studien, die z.T. auf Stunden und Minutenbasis die Aufrechterhaltung der Netzstabilität modellieren, für unterschiedliche Anteil von Erneuerbaren Energien bzw. unterschiedliche Zukunftsszenarien.

    • Sehr geehrter Herr Haas,

      erlauben sie mir eine Wiederholung:

      „Ich würde mir wirklich wünschen, das “beide Seiten” (Kohle Atom / Wind Solar) einmal ihre jeweiligen ideologischen Scheuklappen ablegen würden, damit wir endlich einmal zu Lösungsfindungen kommen…“

      Bitte nehmen sie es nicht persönlich- aber inzwischen bin ich es furchtbar leid- gerade trotz des Hinweises persönliche Ideologien doch bitte einmal außen vor zu lassen, prompt ein -ich-weiss-nicht-das-wievielte- (Pseudo-) Gutachten untergejubelt zu bekommen. Mit einigen Duzend habe ich mich in den vergangenen Jahren intensiv auseinandergesetzt- schade um die Zeit.

      Haben sie sich selbst einmal kritisch hinterfragend mit den genannten Studien auseinandergesetzt? – Ich wage es zu bezweifeln. Schon beim überfliegen fand ich etliche wenn und aber Voraussetzungen sowie diverse höchst theoretische Annahmen.
      Eine theoretisch mögliche Umsetzung aber halte ich ja selbst auch für möglich- darüber besteht grundsätzlich ja Einigkeit- aber wann?

      Wir leben hier und jetzt- und hier und jetzt gibt es Probleme, die hier und jetzt einer Lösung bedürfen- und zwar dringend!
      RWE wird bald schon Fakten schaffen- das wurde jüngst – zwischen den Zeilen stehend – angedroht. Und ganz unrecht hat man dort nicht.
      Mit dem beharren auf Ideologien wird eine reale „Energiewende“ schlichtweg gegen die Wand gefahren- weil einige Stromausfälle die Stimmung im Land rapide und nachhaltig kippen werden.

      Sei also die Frage erlaubt: verfolgen sie dieses Ziel?

      Im übrigen:

      Legen sie mir eine Studie vor, die eine großflächige Inversionswetterlage über einen Zeitraum von einer Woche berücksichtigt und die darlegt, wie man die Betreiber von Biogasanlagen dazu bewegt, über eventuell Jahre hinaus eine Bevorratung entsprechend erforderlicher Reserven vorzuhalten und die hierfür erforderlichen Kostenansätze berücksichtigt. Sie werden keine ausfindig machen!

      Legen sie mir eine Studie vor, die erläutert, wie vorhandene Verträge (z.B. Rheinbraun) und Bestandsschutz „rechtmäßig“ und unschädlich für ALLE Beteiligten außer Kraft gesetzt werden können.

      Legen sie mir eine Studie vor, die neben theoretischen Zahlenspielen auch eine praktische Umsetzbarkeit darstellt…- denn es geht letztlich um den Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

      Legen sie mir eine Studie vor, die darlegt, die eine geeignete Betreiberstruktur aufzeigt.

      Nebenbei- wollen sie wirklich Tiefengeothermie? Die Schweizer haben recht üble Erfahrungen damit gemacht und ich hätte auch Bedenken einen Hotspot wie Maria Lach anzubohren…

      Noch einmal also die Bitte:

      Einfach mal Wunschdenken außen vor lassen und sich den realen Gegebenheiten zuwenden. Es wird viele kleine Schritte erfordern- aber der Weg ist das Ziel. Dummerweise befinden wir uns derzeit auf dem falschen.

  4. jetzt haben die bürger endlich mal die möglichkeit, eine angelegenheit von staatlicher dimension und großer wichtigkeit mit zu gestalten und sich mit einzubringen, da glaubt die politik, mal wieder die großen maxe markieren zu müssen. dabei haben die meisten schon total den bezug zur wirklichkeit verloren, haben keine ahnung von anständigen preisen, wissen nix von durchschnittlichen verbrauchszahlen und von allgemeinen investitionen im energiebereich.
    lasst die bürger die energiewende steuern und bewältigen, dann haben wir 100% regenerative energieen um jahrzehnte vor den zielen der politik. dieses thema ist viel zu wichtig, um es den gierhälsen von energieunternehmen zu überlassen (wohin das führt, haben wir bis jetzt erlebt). und unser planet und unsere umwelt wird es uns danken. an dieses thema denkt nämlich vor lauter besserwisserei niemand mehr.

    • Die große Lüge ist die Energiewende ,denn Wir haben kein Problem mit der Erzeugung von Strom . Die Nebenkosten wie MWST und STROMSTEUER ist das was die Kosten ausmachen . Der Staat und die Gesetze sind Schuld am dieser Krise . Der Preis ist der Gewinn von Einnahmen und nichts anderes . Wende ist nur ein Preisspiegel mit den Bürgern . Taschen voll stopfen und nur nicht den Bürger einen Preisnachlass – dieser ist doch abhängig -von seinem Stromverbrauch .

    • Was bedeutet EnergieWENDE?
      WEG von
      Atomkraft und fossilen Brennstoffen (Stein-, Braunkohle, Gas und Öl) –
      HIN zu
      Sonne, Wind und Wasser …

      Allerdings habe ich z.B. schon von jemandem gehört, dass durch Windräder manche Gegend regelrecht zugespargelt wird, wenn sie zuhauf auftreten, und auch über Lärmbelästigung und die
      daraus resultierenden möglichen Beschwerden wurde bereits geklagt.
      Nun,
      gegen Windenergie an sich ist gewiss kaum etwas einzuwenden …, ABER
      wenn manche lokale Gegebenheiten bereits bei der Planung nicht berücksichtigt werden, wobei den Bürgern unbedingt von Anfang an die Gelegenheit zur Beteiligung am entsprechenden Energieprojekt gegeben werden sollte (!),
      dann kann manch GUT Gemeintes recht leicht SCHLECHT gemacht werden!
      Dann verkehrt – wie gesagt – eine im Grunde gute Sache durchaus ins Negative – was jedoch wirklich nicht sein müsste (!) – wenn bestimmte wichtige Kriterien eben einfach außer Acht gelassen werden …

      Das ist in vielen Dingen so:
      Gut gemeintes sollte auch gut gemacht werden!

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