Haßleben: 1.000 gegen Megaställe

Trotz des üppigen Regens kamen am Sonntag über 1000 Menschen ins abgelegene Haßleben – und trugen damit ihren Protest gegen Megaställe direkt an den Ort des Geschehens.

von  24 Kommentare

Trotz des üppigen Regens kamen am Sonntag über 1.000 Menschen ins abgelegene Haßleben – und trugen damit ihren Protest gegen Megaställe direkt an den Ort des Geschehens. Ob der holländische Investor Gennip den Wettergott bestochen hat, wissen wir nicht – aber wenn, dann war es umsonst. Diesen Erfolg konnte er nicht verhindern! In dem kleinen Dorf will der Investor Gennip eine der größten Schweinemastanlagen Deutschlands in Betrieb nehmen – gegen den Protest von Bürgerinitiativen, Tierschutzverbänden und Umweltorganisationen. Die Demonstrant/innen forderten von der rot-roten Regierung in Brandenburg, die Genehmigung der Mastanlage auf den Prüfstand zu stellen – und setzten damit ein Stoppzeichen gegen die Ausbreitung der Massentierhaltung in den östlichen Bundesländern.

Es ist beeindruckend, was das Bündnis Meine Landwirtschaft da abseits der ausgetretenen Demorouten auf die Beine gestellt hat. Campact hatte zu der Demo mit aufgerufen. Und viele Campact-Aktive waren dem Ruf in den Nordenosten Brandenburgs gefolgt. Das Ergebnis: Ein bunter Demonstrationszug vor den Toren des geplanten Megastalls – der ein großes Medienecho erzeugt hat. Alle großen Fernsehsender berichteten, die Aktion war in vielen Tageszeitungen. Einen schönen Eindruck vermittelt dieser Beitrag aus dem RBB.

Die Bewegung gegen die Agrarindustrie wächst

Den Schwung aus Haßleben tragen wir jetzt in die Landtagswahlkämpfe in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Mit Demonstrationen in den Landeshauptstädten machen wir uns für eine andere Agrarpolitik stark. Wir kommen wieder – und dagegen ist selbst der Wettergott machtlos.

Die nächsten Demonstrationen unter dem Motto “Wir haben es satt!”

24 Kommentare

  • von ABeck

    Bei den Lebensmitteln scheinen Angebot und Nachfrage unterschiedliche Wege zu gehen. Der Verbraucher nimmt sich maßvollen Konsum (Nachfrage) vor – aber die Anbieter drücken mit Gewalt Billigware in den Markt (Angebot). Weil jeder Anbieter in diesem Verdrängungsmarkt wachsen will, macht man sich die Preise kaputt. Letztlich wird die Ware immer billiger von einem Handelskanal in den nächsten weitergereicht bis auch das letzte Stück aus dem Kühlhaus zu einem Minimalpreis noch seinen Abnehmer findet, der es dann in irgendetwas hineinwurstelt.

    DIE WURZEL DES ÜBELS IST DAS ÜBERANGEBOT.

    Jedoch lässt sich selbst eine Regulierung des Angebotes offenbar nicht durchsetzen, weil durch Verknappung die Preise steigen würden, was dann die Sozialverbände und die weniger kaufkräftigen Mitbürger belastet.

    Es bleibt also nur die Selbstdisziplin jedes mündigen Verbrauchers: nicht dem Schnäppchen nachgeben und damit die Massenerzeugung stützen, sondern bewusst auswählen – Ware und Quelle. Bisschen weniger, dafür hochwertiger verzehren (ist wahrscheinlich auch gesünder). Einkaufen geht nur bei vertrauensvoller Quelle – im Sinne der Aufzucht, der Pharmazusätze, der Herkunft des Futters.

    Überangebot wird sich erst reduzieren, wenn die Händler und danach die Erzeuger in ihren Absatzstatistiken den Rückgang merken und selbst auf die Bremse treten, um sich vor Verlusten zu schützen.

  • Warum kaufen wir Fleisch aus Massentierhaltung, obwohl wir wissen, dass die Tiere leiden müssen! Warum wählen wir immer wieder die selben Parteien, obwohl wir wissen, dass die nichts dagegen tun! Es muss in die Köpfe und wie kriegt man es da rein? Lernen, von Beginn an lernen! Schon im Kindergarten muss der Grundstein für den richtigen Umgang mit Lebensmitteln vermittelt werden. Die Schule ist die nächste Stufe (nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!). Einmal in der Woche das Fach „Richtig und Bewusst ernähren“! Was brauchen wir dazu? Auf jeden Fall nicht die Nahrungsmittelindustrie, sondern eine Politik, die frei von Lobbyisten ist, die das Leben vor allem anderem stellt! Die Hoffnung stirbt zuletzt!
    Mit frustigen Grüßen
    Carlo

  • Stoppt TTIP und CETA! http://bit.ly/1t93VL3

  • von Corinna

    Welche Berufe gibt es in unserer Zeit? Gehört diese Frage zu dieser Diskussion? Vielleicht. Würden Sie sich zutrauen, autark zu leben – bezogen auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung? Niemand von uns – auch ich nicht – möchte die Zeit zurückdrehen. Aber nur sehr wenige von uns, wissen das, was sie zum Überleben ohne „Zivilisation“ bräuchten. Manchmal ist es ganz einfach: Die kleinen Kerne der Tomate über den Winter trocknen lassen und spätestens im März aussähen. Dann hat man ungefähr ab Juli eine mehr oder weniger gute Ernte…
    Worauf möchte ich eigentlich hinaus? Genau weiß ich das auch nicht so genau, aber wer keine Massentierhaltung, keine Maximalgewinne (diesen Anspruch gibt es leider überall: Sport, Immobilien, Müll, Pflege und Medizin…); wer schlicht weg Gerechtigkeit und Menschlickeit möchte, der MUSS Einschränkungen in seinem Leben hinnehmen. Ganz einfach. Sich vegan/ vegetarisch zu ernähren, bedeutet sich umzustellen und sein Leben zu verändern.
    Um mal vom Fleisch wegzukommen. Kunststoff. Der Killer der Erde. Wer ohne Kunststoff leben möchte, um die Erde mit all seiner Vielfalt und damit auch die Menschheit zu erhalten, hat einiges an Umstellung vor sich. Diese Diskussion am PC wäre ohne Kunststoff schon eine sehr große Herausforderung. Und nicht zu denken an Kaffeemaschine, Kugelschreiber, moderne Outdoorkleidung, Kühlschränke, VERPACKUNGEN…. einfach fast alles, was das heutige Leben bedarf, wäre betroffen.
    Weitere Beispile:
    Palmöl
    Mais
    Walfett
    UND DIE SPEKULATION AUF DIESES AN DEN BÖRSEN DER WELT

    Sie und ich merken: Diese Diskussion ist mühsig. Was bleibt ist die Erkenntnis. Ohne Verzicht, keine Besserung.

    Wer versichert Ihnen und mir im Übrigen, dass Pflanzen keine Gefühle haben?

  • von Angelika Müller

    Ich bin der Meinung, dass wir heute Lebenden gar nicht mehr wissen, welchen Wert die Nahrung hat. Es ist noch nicht lange her und in vielen Ländern leider Normalität, dass es nicht genug für alle zu essen gab und gibt. Unsere Vorfahren hungerten während und nach den Kriegen. Und noch viel früher wurde lange und gefahrvoll gejagt, ehe man Fleisch zu essen bekam. Der Ackerbau war aufwändig und von Naturgewalten bedroht, so dass die Menschen damals warten mussten, bis sie etwas zu essen bekamen. Das war ganz natürlich. Es gab Zeiten des Überflusses nach Ernte und Jagd und Notzeiten, in denen man mit wenig auskam.
    Unser Überfluss in den Geschäften ist einfach widernatürlich, weil wir keine inneren Hemmungen haben, über Hunger und Durst hinaus zu essen und zu trinken. Und wir machen uns keine Gedanken darüber, wo die Nahrung herkommt und welchen Wert sie hat. Eigentlich kann sie mit keiner Geldsumme gemessen werden, denn ein Lebewesen hat andere Werte.
    Mich erschüttert oft, wie Menschen reagieren, wenn es mal etwas nicht zu kaufen gibt: Sie werden wütend und beschuldigen die Verkäufer/innen. Könnten wir wertschätzen, was wir – sogar im Überfluss – haben, wären wir sogar glücklicher.

  • natürlich ist Fleisch Luxus – sollte es zumindest sein!

    hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, wohin das Fleisch kommt, das noch Samstag Nachmittag in den Ladentheken liegt? –
    sicherlich ist es ärgerlich, wenn man beim Metzger am Samstag nicht mehr das bekommt, was man gerne hätte – aber man kann sich doch in der nächsten Woche noch genauso drauf freuen.

    wo sind die all sie Menschen, die Millionen für Hund und Katz ausgeben und ihrem „Sonntagshähnchen“ nicht ein Minimum an Komfort gönnen?

    Unser Essen muss einfach einen höheren Stellenwert bekommen – kein Wegwerfartikel, den man auch mal achtlos in den Mülleimer wirft!!

  • von Peter Brandt

    Die ganze Diskussion besteht nur aus Wunschdenken. Die Weichen sind längst anders gestellt. Wenn es statt derzeit 300 Wölfe in Deutschland einmal 6.000 gibt ist eine Weidewirtschaft so wie so unmöglich. Dafür können wir uns beim WWF bedanken. Die Wölfe sind in Deutschland mit dem höchstmöglichen Prädikat „Vom Aussterben bedroht“ geschützt. Dabei gibt es in Europa ca. 40.000 Wölfe, Tendenz zunehmend. Wir haben noch genug Wild, aber bei 6.000 Wölfen wird es eng. Hungernde Wölfe sind eine Gefahr für Tier und Mensch.
    Die Viehwirtschaft findet dann nur noch im Stall statt. Uns bleibt nur noch der Wunsch nach ein klein wenig mehr Platz für die Tiere dort. – ODER ?
    P. Brandt

    • von G. Halter

      Sehr geehrter Herr Brandt,
      würde die Menschheit nicht durch ´Wunschdenken` inspiriert, was bliebe dann übrig- die inzwischen übliche Profitgier ohne Rücksicht auf Verluste? Oder Resignation? Menschen, die auch nur ansatzweisen intelektuellen Zugang zu den Aufgaben der Menschheit haben, ´wünschen` sich folgendes: einen verantwortungsvollen, nachaltigen Umgang mit Grund und Boden, eine mittelständische bäuerliche Landwirtschaft, vielfältige und saatfeste Kulturen gleich welcher Art. Da haben Agro-Konzerne, Pestizid-belastetes Saatgut und bestialische Massentierhaltung keinen Platz.
      Übrigens: der Wolf hat mehr Angst vor uns als umgekehrt, im schlimmsten Fall hilft der Wolf unseren Hobbyjägern irgendwann, ihre Abschußquoten in den Griff zu bekommen.

    • von ABeck

      Lieber Herr Brandt, das kommt ganz auf die Gegend an in der Sie leben. Für den Süden und Nordwesten Deutschlands mögen Sie Recht haben – die Viecher stehen dort nur im Stall. In der Landesmitte (NRW, Hessen, Thüringen, Sachsen) sowie im Nordosten stehen sie auf der Weide. Auch heute. Gruß AB

  • von Schwein gehabt

    (T)TIP(P):

    Gebt mal in eure Suchmaschine ein:

    professor stanley curtis

    • von Jürgen Haas

      Es ist doch völlig egal wie intelligent ein Lebewesen ist. Jedes Lebewesen möchte leben, unsere Spezies kann das auch ohne andere Tiere auszubeuten mit all den widerlichen Begleiterscheinungen, wie in diesem Fall Megaställe, Megagülle, Megafuttermengen…

      Alle Lebewesen unabhängig von deren Intelligenz als Individuen respektieren und diese nicht als Nahrungslieferanten versklaven, so kommen wir zu einer friedlichen Gesellschaft. Leben und leben lassen.

      Habe in diesem Zusammenhang auch etwas für die Suchmaschine: „Speziesismus“.

    • von Chris Methmann

      Ich glaube, es muss „Speziezismus“ heißen, oder?

    • von Jürgen Haas

      Nein, es heißt „Speziesismus“.

      Der Begriff Speziesismus bezeichnet die Diskriminierung von Individuen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

      Analog zum Sexismus oder Rassismus – der Benachteiligung aufgrund der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht oder zu einer bestimmten ethnischen Gruppe – wird beim Speziesismus ebenfalls ein willkürliches Merkmal höher bewertet als tatsächlich relevante Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten.

      Das Interesse eines Schweins an Freiheit, Unversehrtheit und einer fortgeführten Existenz wird im Allgemeinen dem Interesse eines Menschen am Genuss von Schweine„fleisch“ unterworfen, mit der Begründung, das Schwein gehöre einer anderen Spezies an; seine Interessen seien damit zu vernachlässigen.

      Jedoch auch innerhalb der Gruppe nichtmenschlicher Tiere haben Menschen Kategorien geschaffen, welche sich ausschließlich auf das irrelevante Kriterium der Artzugehörigkeit stützen: Obwohl wir keinen Grund zu der Annahme haben, dass sich die Grundbedürfnisse von Hunden und Schweinen im Wesentlichen unterscheiden, stufen wir erstere generell als „beste Freunde“ und letztere als „Fleischmaschinen“ ein.

      Die Begründung für unsere Ungleichbehandlung nichtmenschlicher Tiere liegt demnach meist nicht in deren Ungleichheit, sondern in unserer kulturspezifischen Einordnung verschiedener Arten in Kategorien wie „Haustiere“, „Wildtiere“, „Nutztiere“ und „Schädlinge“.

    • von Marcel

      „Speziesismus“ ist schon richtig, da es sich ja von Spezies ableitet. (Linguistisch (Morphologisch) betrachtet eine Derivation des freien, lexikalischen Morphems Spezies und des Suffixes, einem gebundenen grammatikalischen Morphem, -ismus, ist. – Wer es genau haben möchte.)

    • von Chris Methmann

      Danke, habe ich doch glatt was dazugelernt :-)

  • Schöner wäre, zu lesen, dass immer weniger Leute zu den, krass gesagt, „Aas-essern“ gehören… Da Stress- und Todesangsthormone sicher auch nicht beim Kochen oder Braten zerstört werden, tut man sich und dem Umfeld eher durch Weglassen etwas Gutes… Heutzutage gibt es Leute, die seit Jahrzehnten gut vegan oder zumindest vegetarisch leben… Bemerkenswert ist auch, dass der wohl aggressivste Krebs der der Bauchspeicheldrüse ist, die die Enzyme herstellen muss, mit denen das Fett verarbeitet werden muss…

    • von Jürgen Haas

      Richtig Martina Kläger. Einfach die Nachfrage auf null senken und somit diesen Tierausbeuterfirmen die rote Karte zeigen. Heutzutage ist niemand mehr darauf angewiesen Produkte zu konsumieren, für die Lebewesen versklavt und ausgebeutet werden.

  • von Marina

    Haben denn große (Schweine-)Mastanlagen nicht erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und Natur?!
    Wie ist das zu verantworten, dass Grund und Boden durch die massive Gülleanreicherung
    regelrecht vergiftet werden?
    Und das Grundwasser ist doch hiervon sicherlich auch stark betroffen?
    Von Umweltverträglichkeit kann deshalb längst nicht mehr die Rede sein!
    Und was sagt die betreffende Politik dazu?
    Müsste sie nicht endlich handeln, indem sie entsprechende Gegenmaßnahmen trifft?
    Solche Dinge wie die Agrarindustrie – sind WIDER ALLER MENSCHLICHER VERNUNFT … !
    Aber die Politik scheint es wohl eher vorlieb zu nehmen,
    so zu handeln wie die berühmten 3 Affen:
    NICHTS sehen, NICHTS hören – und NICHTS sagen. – – –

  • von Krankheit Gier

    (T)TIP(P):

    Fleischatlas 2013: Hoher Fleischkonsum in Industrieländern schädigt Umwelt und fördert Armut

    oder

    Fleischindustrie Gewinne

    Nebenbei bemerkt…….
    Ich esse kein
    Fleisch, kein Fisch, keine Insekten,……….keine Tiere!

    Bei allen Untaten der Industrie, ganz gleich in welchem Bereich, geht es in erster LINIE immer um GEWINNE.

    Der Verbraucher wird nicht gefragt, doch fast immer dahingehend MANIPULIERT zu kaufen.
    Dem Bürger/Verbraucher wird immer die SCHULD gegeben, und wir lassen es uns auch immer wieder Einreden bis wir es glauben, das wir es doch wollen und darum für solche Entwicklungen

    Schuld sind, doch über die GEWINNSUCHT dieser TÄTER und daraus folgenden REICHTUM, der nie gesättigt werden kann wird nicht geredet, es könnte die MENSCHEN/VÖLKER ja die Wahrheit

    erkennen lassen.

    (T)TIP(P):

    Manipulation Meinung

    oder

    Manipulationstechniken von Marcus Knill

    oder

    Industrie Manipulation

    Wir sollten uns davor SCHÜTZEN, das immer wir Bürger/Verbraucher die SCHULDIGEN sind.
    Würden wir einen Fernseher vermissen, wenn er nicht ERFUNDEN worden wäre?
    Ist immer ein Dr. in einer Werbung ein Doktor?

    Zuviele egoistische Welten
    …..die diese Erde muß
    …………..tragen
    ……Ein jeder Planet
    …..wird eines Tages
    …mehr Leben tragen
    ………als die
    ……….Erde
    ….Das Paradies
    ……wonach die
    ..Menschheit sehnt
    …..hat sie selbst
    ……..vernichtet

  • von Dimmi

    Lebensmittel und besonders Fleisch sind in Deutschland einfach zu billig. Hier wird viel zu wenig protestiert, denn keiner will mehr dafür zahlen. Das für Fleisch Tiere sterben müssen sollte deutlich teurer sein (klingt jetzt makaber ist aber so). Jeder sollte es zu würdigen wissen in dem er weniger Fleisch verzehrt und einen höheren Preis zahlt. Das würde die Pforten öffnen für weniger/keine Massentierhaltung. Die Fleischindustrie könnte dann wieder von Ihrer Arbeit leben.

    Ich behaupte mal das bezogen auf das Verhältnis Gehalt und Preis der Nahrungsmittel niemand auf der Welt so billig eine so große Vielfalt an Lebensmitteln kaufen kann bei relativ hohem Gehalt wie hier in Deutschland. Es heißt „Lebens“mittel und sollte daher auch seinen Preis haben. Der Deutsche gibt wahrscheinlich nur 10-20% seines Gehalts für Lebensmittel aus und den größten Teil für Miete, Autos, Multimedia und Kleidung.

  • von Bethge

    Ich bin auch kein Freund von riesigen Mastanlagen aber Protest dagegen ist noch keine Lösung für das Problem. Immer mehr Menschen essen Fleisch und es soll billig sein, denn die Gehälter steigen ja nur bei sehr Wenigen, ansonsten werden geringe Steigerungen durch die Inflationsrate neutralisiert. Woher soll das billige Fleisch also kommen?
    Klein- und Mittelbauern gibt es kaum noch, oft nur im Nebenerwerb und bei den Marktpreisen die der Bauer für Schweine erzielen kann lohnt sich die Zucht von 10, 20 Schweinen einfach nicht. Und wer wird heute noch Bauer, selbst die Kinder von Bauern Familien ziehen schon seit Jahren in die Städte und ergreifen andere Berufe. Wie viele von den Demonstranten sind denn bereit einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen und für wenig Geld von früh bis spät zu rackern?
    Also, ich sehe die vielen mit den großen Mastanlagen verbundenen Probleme und ich sehe das Problem des Bedarfs nach billigem Fleisch aber ich sehe keine wirklichen Lösungsansätze.
    Wer hat welche in der Schublade?

    • von Chris Methmann

      Ich finde, es gibt kein Recht auf billiges Fleisch. Tiere zu essen ist bei uns zum alltäglichen Genuss geworden, eigentlich aber ein Luxus. Wenn das Fleisch teurer wird, dann essen wir weniger davon. Billig auf Kosten der Tiere kann nicht die Lösung sein. Im tollen Fleischatlas des BUND gibt es mehr zum Thema:
      http://www.bund.net/fleischatlas

    • von Bethge

      Der Fleischatlas beschreibt genau die vielfältigen Probleme und er prognostiziert ein weiteres Wachstum der Fleischproduktion und des Fleischverbrauchs. Da liegt nach wie vor der Hase im Pfeffer, wie und wo bekomme ich alternative Lösungen her? Aus meiner Sicht werden wieder weitaus mehr Bauern benötigt als wir gegenwärtig haben. Wo sind aber die Programme, um in großer Zahl qualifizierte Landwirte auszubilden die nachhaltig für das 21. Jahrhundert wirtschaften können, wo sind die Höfe die sie führen können, wo die Abnehmerpreise von denen sie leben können und die Märkte die ihre Produkte vertreiben? Hier fehlen offensichtlich innovative politische Lösungen.
      Und übrigens Herr Methmann, ich glaube es gibt ein Recht auf preiswerte Nahrungsmittel für alle, dazu gehören nicht nur Gemüse und Obst sonder auch Fleisch. In der historischen Vergangenheit war Fleisch in erster Linie der herrschenden Oberschicht vorbehalten, das ist in der heutigen Gesellschaft überwunden und durchaus eine Errungenschaft für die Mehrheit der Bevölkerung.
      Dazu kommt, nach heutigem Stand der Wissenschaft, wir könnten uns hier vermutlich überhaupt nicht so angeregt austauschen, wenn die Menschheit im Prozess ihrer Menschwerdung nicht zur fleischlichen Nahrung übergegangen wäre, es hätte das menschliche Gehirn vermutlich nie gegeben.
      Aber zurück zum 21. Jahrhundert, es sind neue Preisstrukturen für Nahrungsmittel nötig, gut für die Konsumenten und gut für die Produzenten, Fleisch könnte evtl. ein wenig teurer werden und Obst und Gemüse etwas preiswerter. Dazu sollten Erkenntnisse aus dem Gesundheitswesen für eine gesunde Ernährung in diesen ganzen Komplex einfließen. Alle die dies wollen, müssen sich für eine weltweite Vernetzung der Interessenten von China bis in die USA engagieren und die entsprechenden politischen Lobbygruppen stärken.

    • von Chris Methmann

      Lieber Herr Bethge, Danke für ihren ausführlichen Kommentar. Ich bin aber nicht der Meinung, dass sich die Ungleichverteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft durch billiges Fleisch und Obst lösen lassen wird. Die Deutschen geben im Vergleich zum europäischen Durchschnitt sehr viel weniger für Lebensmittel aus. Ich glaube daher nicht, dass Obst und Gemüse noch billiger werden sollten – das führt m.E. zum Raubbau an der Natur. Dass viele Menschen sich das nicht leisten, ist ein Skandal – den wir aber nicht dadurch aufheben, dass wir die nicht-nachhaltige Agrarindustrie weiter perfektionieren.
      Zudem: Niemand spricht davon, dass keiner mehr Fleisch essen darf. Fleisch ist historisch gesehen etwas Besonderes auf dem Teller – die tägliche Verfügbarkeit wie heute hat es nie gegeben. Daher ist die Einschränkung des Fleischkonsums eher ein Luxusproblem.
      Beste Grüße,
      Chris Methmann

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