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Herr Gabriel, schalten Sie die Kohle ab!

Die Energiekonzerne verfeuern Kohle in Rekordhöhe – dabei gefährdet sie Klima und Gesundheit. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erwägt gleich über 20 Kraftwerke abzuschalten. Doch die Kohlelobby ist mächtig. Gabriel braucht jetzt unsere Unterstützung.


Hätten Sie damit gerechnet? Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel legt sich mit der Kohlelobby an! Er spielt mit dem Gedanken, auf einen Streich über 20 Kohlekraftwerke abzuschalten – und mittelfristig sogar komplett aus dem Klimakiller Kohlekraft auszusteigen. Gabriels Pläne haben einen alarmierenden Grund: RWE, E.ON und Vattenfall verfeuern so viel Kohle wie seit 1991 nicht mehr – und exportieren den zusätzlich erzeugten Strom ins Ausland. Ändert sich nichts, sind die Klimaschutzziele der Regierung nicht mehr zu erreichen.

Bereits im November will die Regierung nach einem Bericht des Spiegels über den Kohleausstieg entscheiden. Ob Gabriel mit seinen Ausstiegsplänen ernst macht, ist unklar. Das Wirtschaftsministerium betont, die Diskussion sei „ergebnisoffen“. Die Kohlelobby trommelt bereits dagegen. CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs wettert gegen die „Zwangseinmottung von Kohlekraftwerken“. Und auch in der SPD gibt es viele einflussreiche Kohlefreunde wie die neue Generalsekretärin Yasmin Fahimi und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Jetzt kommt es darauf an, dass wir Bürger/innen Gabriel zum Handeln bewegen.

Sobald wir 100.000 Unterschriften zusammen haben, wollen wir sie Gabriel öffentlich übergeben – und ihn so dazu bringen, sich gegen die Kohlelobby durchzusetzen.

Die Energiewende führt dazu, dass Kohlekraftwerke zusehends verzichtbar werden. Doch statt sie abzuschalten, exportieren die deutschen Energiekonzerne Strom im Wert von zwei Milliarden Euro ins Ausland. Die Folgen der Kohleverstromung sind fatal: Im Rheinland und in der Lausitz verwandeln Tagebaue Heimat in Mondlandschaften und begraben Jahrhunderte alte Dörfer. Kohlekraftwerke belasten mit Feinstaub, Arsen und Quecksilber unsere Atemluft und gefährden so unsere Gesundheit.

Zudem sind die Kraftwerke Deutschlands Klimakiller Nummer eins. Sie setzen jährlich mehr als ein Drittel des deutschen CO2-Ausstoß frei – Tendenz steigend. Sprich: Ohne Abschaltung von Kohlemeilern wird die Regierung ihr Ziel verfehlen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Dass Deutschland zu seinen Klimaschutzziel steht und deshalb mit dem Kohleausstieg beginnt – dieses Signal braucht es jetzt. Denn Anfang Dezember tagt in Perus Hauptstadt Lima der nächste UN-Klimagipfel. Und genau dort braucht es Länder die vorangehen, damit der für nächstes Jahr geplante, internationale Klimavertrag nicht scheitert.

In den vergangenen Jahren hat Campact im Bündnis mit Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen von fast 40 neu geplanten Kohlekraftwerken bereits mehr als zwei Drittel verhindert. An diesen Erfolg wollen wir jetzt anknüpfen und dafür sorgen, dass jetzt die bestehenden Kraftwerke abgeschaltet werden – Meiler für Meiler. Gabriels Gedankenspiele sind dafür ein guter Anfang. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Kohlelobby diese einmalige Chance nicht eiskalt kassiert.

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  1. Aha .. Arbeitsplätze vernichten, Wachstum schaffen, was noch fehlt … Steuereinnahmen gehen zurück steht nämlich an erster Stelle, alles immer wieder abgedroschene Totschlagargumente! Das hier die Kohlekraftwerke den Menschen deren Gesundheit schädigt .. nebensächlich, das ständiges Wachstum (im Detail) ebenfalls auf Kosten Aller ebenfalls der Gesundheit schadet nimmt die Politik nicht zur Kenntnis, Hauptsache „Kohle“ kommt rein (für die Betreiber & Politiker), damit weiter verteilt wird von unten nach oben, Sie selbst natürlich an erster Stelle (siehe die neuesten Entwicklungen mit Schröder und seinen Schergen aus damaliger Verantwortung“! Viele (querbeet durch alle Parteien) wohl behütet und besonders weich gefallen!) Am Ende gilt aber FÜR ALLE … GELD KANN MAN NICHT FRESSEN! EINE RUINIERTE GESUNDHEIT KAUM ZU 100% WIEDERHERSTELLEN! Deshalb .. Die Kohle muss weg, Alternativen sind vorhanden, dass aber wollen die „Lobbyisten und deren Politiker!?“ nicht! … Pfründe sichern, insbesondere für deren Zukunft, hat oberste Priorität!? Wir, das dumme Volk sind denen sowas scheißegal …

  2. Pingback: Diskussion um Sigmar Gabriels Strommarkt-Reform | 123energie Blog

  3. Hallo,
    Wind energy ist „toll“ die Räder können nur 15% der Zeit arbeiten , ie. 15% von 9000 stdn.
    KohleKraft is efficient und Preiswert die Abgasen die aus gestossen werden kann man abfangen mit Hilfe von u.a. Filter, Co2 könnte man sogar zurück ins Erdreich pumpen.
    „Atomare Waist“ die wir Heute produzieren, werden wir für die nächste 200.000 Jahren noch auf Erde haben, wenn wir diese Atomare waist „Bereinigen“ dann bleibt Sie immerhin noch für ein 25.000 Jahren ein problem für unsre Planeten. Was der Politik mit uns macht in Sache Atomenergie ist unakzeptabel. Lösung , Fusion? Tidel Energy? Ich weiss es nicht, vermute aber das Sonne-Energie in diesen Beitrag liefern kann, gruß E

  4. Lieber Chris Methmann,

    ich kann die Angst der Menschen unterstehender Beiträge zum Kohleausstieg nicht nachvollziehen.
    Selbige Angst hat die Runde gemacht, vor dem Herunterfahren einiger Atomkraftwerke in Deutschland. Was ist vom Horrorszenario eingetroffen – gar nichts, außer dass die Atomlobby Ihre spekulativen Geschäftsverluste von uns Steuerzahlern erstattet haben möchte. Der Kürze dieses Beitrages zuliebe gehe ich nicht tiefer in Details. Ich gehe davon aus, das wir uns hier unter gut informierten Menschen bewegen.

    Ich vermute Hr. Gabriel bekommt Druck von der Atom- wie auch von der Kohlelobby, wobei der erste vermutlich wesentlich stärker ist. Dadurch opfert er sich dem geringeren Übel und wirbt gegen den Kohlestrom.
    Der Hintergrund: Deutschland produziert nicht zu wenig sonder zuviel Strom, der sich nur schwer ins Ausland verkaufen lässt. Schuld für das „zuviel“ sind a) die alternativen Stromerzeuger, welche den Atomkraftwerken und den Kohlekraftwerken Marktanteile wegnehmen und b) der freie Markt zur Wahl des Energieerzeugers für die Abnehmer. Mit den derzeitig hohen, alternativen Einspeiseleistung hat niemand gerechnet, als die Grundsteine für erneuerbare Energien gelegt wurden.
    Nun verdrängen die „Kleinen“ die „Großen“ mehr und mehr aus dem Geschäft. Wer lässt sich das freiwillig antun? In der Folge werden der Netzausbau behindert, Einspeisequoten für erneuerbare Energie festgelegt, fern-steuerbare Abschalteinrichtungen an Solaranlagen zwangsinstalliert und was noch alles kommen wird, nur um die Gefahr der steigenden alternativen und dezentralen Stromerzeugung „im Zaum zu halten“.

    Es gibt schon Orte in Europa wie auch in Deutschland, welche sich entweder schon oder auch bald von der zentralen Energieerzeugung abgekoppelt haben oder in den nächsten Jahren abkoppeln werden, einschließlich Industriebetrieben. Ein dezentrales Energienetzwerk, das ähnlich verteilend sowie redundant arbeitet wie das Internet. Das ist die Zukunft! Viele kleine und mittelgroße Einspeiser, über das ganze Land verteilt, bieten die größte Sicherheit für ein monopolfreies, sauberes und nahezu störunanfälliges Elektro-Energieversorgungssystem. Das ist kein Traum – das wird Wirklichkeit – wenn die Menschen dies verstehen lernen und unterstützen.

    Beste Grüße
    Kurt Weber

    • Ausstieg aus der kohlekraft, seit ihr noch zu retten? Wusstet ihr, dass das netz überhaupt nicht ausgebaut ist und zig tausende Kilometer stromLeitungen und ringeitungen in Deutschland fehlen, um überhaupt die Windenergie von nord nach Süddeutschland zu bringen? Allein mit dem Neuaufbau währe der Versorger mehrere Jahre beschäftigt. Von der dunkelziffer der windkraftanlagen , die für taube nüsse drehen und gar nicht am netz angeschlossen sind, weil Sie ihre Verträge allein mit der Errichtung erfüllt haben ganz zu schweigen… im Endeffekt käme die Abspaltung der Atomkraft zu gute, den wir dann wieder einkaufen Muesse. Denkt mal darüber nach.. Man kann nicht einfach laufende Prozesse beenden ohne den Grundstein fuer die Neuerungen gelegt zu haben. Einen Hausbau fängt man ja schliesslich auch nicht mit der Heizungsanlage an. Also sollte man doch wohl ersteinmal das Stromnetz ausbauen anstatt voreilig tausende Arbeitsplätze im inland zu vernichten und wieder einen Schritt zurück zu gehen.

      • Bedenkt, dass die Wirtschaft rollen muss… ( sarkastisch gemeint) denn z.b. aich die tollen elektroautos, die der kleine Mann mit falschen verbrauchsdaten kauft und fuer die Produktion schon Unmengen co2 ausgestoßen wird verbrauchen auch bis zu 50% mehr Strom als angegeben. Keines der elektroautos hat solarpaneele auf dem dach, motorhaube oder Kofferraum zur ladeunterstuetzung. Wieso? Weil man dann weniger Strom kauft und das schadet der Wirtschaft… das System läuft derzeit wie ein Vertreter an der haustuere; unwissende Endverbraucher werden mit schoengeredeten, theoretischen werten eingewickelt um später festzustellen, dass die Handlung wieder ein griff ins Klo war.

  5. Meiner Meinung nach ist die Petition zu kurz gegriffen und massiv undifferenziert. Natürlich expotieren wir massiv Strom an andere Länder, der Grund dafür ist aber, dass der Stromverbrauch in Deutschland nicht konstant ist (stark Tageszeitabhängig) und wenn ein Kraftwerk zuviel Strom produziert (der nicht gespecihert werden kann) dann muss er irgentwohin, zur Not eben ins Ausland. Es stimmt, dass der Kohlestrom zu sehr subventioniert wird, die Gründe greifen aber viel tiefer (Stichwort Strombörse, CO2 Zertifikate).

    Versucht lieber die Grüne für den vermeintlich billigen Kohlestrom zu bekämpfen, anstatt prolemisch die Schließung von Kohlekraftwerken zu forden. Das ist nachhaltiger, schafft Aufklärung für die wahren Probleme und bringt am Ende allen mehr.

  6. Guten Tag,
    was ist denn jetzt los? Jetzt sollen wir auch noch die Kohlekraftwerke abschalten!? Können wir irgendwann mal aufhören ideologisch und dermaßen emotiononal zu diskutieren und anfangen, auf rationaler Ebene eine Lösung zu finden?
    Guckt doch mal: Wir haben auf einmal rausgefunden, das CO2 ein Treibhausgas ist. Wir bekommen auf einmal Panik und wollen CO2 reduzieren, deswegen bauen wir Solaranlagen und Windrädchen und beachten dabei nicht, dass dieser Strom für das deutsche Stromnetz nicht tragbar ist. Strom muss verbraucherorientiert produziert werden und nicht, wenn der Wind mal Lust hat zu wehen. Ausgeglichen werden muss das ganze durch konventionelle Kraftwerke…
    Aber gut, CO2 – Reduktion ist ja unser höchstes (ideologisches) Ziel.
    Dann passiert der GAU in Japan und wir kriegen wieder Panik: ATOMSTROM!? NEIN DANKE!
    Also ganz schnell Gesetze verabschieden, dass die AKWs abgeschalten werden müssen, ohne überhaupt zu wissen, wo die fehlende Energie eigentlich her kommen soll.
    Als Resultat setzen wir auf Kohlestrom. Hö? Kohle? Ich dachte wir wollten das Klima retten!? Spielt keine Rolle, wir BRAUCHEN ja den Strom. Jetzt stellen wir auf einmal fest, dass der Kohlestrom dafür sorgt, dass wir dadurch ja mehr Kohle verfeuern und mehr CO2 produzieren. OU! Dann schalten wir die Dinger halt ab. WO SOLL DENN NUN DER STROM HERKOMMEN?
    Erneuerbare Energieen? Träumt weiter. Wenn in Deutschland oder wahrscheinlicher Europa der erste Blackout kommt, schauen wir mal wie sich da Greenpeace und co rausreden können, Schuldige findet man ja immer schnell.
    Warum wir soviel Strom exportieren wie noch nie? Weil wir im Norden in den Offshore und Onshore Parks so viel Strom produzieren, den wir nicht verbrauchen können, wir bezahlen dann dem Ausland noch Geld dafür, dass sie diesen Ramschstrom verbrauchen. Das Geld kommt übrigens aus der tollen EEG-Umlage die wir alle zahlen müssen.
    Bitte liebe Leser meiner Nachricht, informiert euch mal ganz sachlich, wie Strom produziert wird, wie er speicherbar ist, wie das deutsche Stromnetz funktioniert, wie sie die Erneuerbaren Energieen darauf auswirken und und und.

    Liebe Grüße

    • Dass wir gleichzeitig aus Kohle und Atom aussteigen wollen, ist ein Mythos, den die Kohlelobby massiv befeuert. Denn das hat niemand vor. 2022 ist mit der Atomkraftwerk Schluss. Für den Braunkohleausstieg peilen wir 2030 an, das letzte Steinkohlekraftwerk muss 2040 vom Netz gehen. In ihrem eigenen Interesse vermischt gerade die Braunkohlelobby hier Dinge, die nur wenig miteinander zu tun haben.

      Mit einer Verbindung aus Erneuerbaren Energien und Energiesparen ist der sukzessive Ausstieg aus Atom und dann Kohle sehr wohl machbar. Das zeigen verschiedene Studien. Wenn Wind und Sonne nicht scheinen, so diese Szenarien, sollen flexible Gaskraftwerke einspringen. Genau die rechnen sich aber nicht, weil die klimaschädliche Braunkohle die Preise drückt und Gaskraft unrentabel macht. Ein Kohleausstieg ist damit Voraussetzung für eine gelungene Energiewende.

      Merkwürdiger Weise muss ein Kohleausstieg aber nicht zu steigenden Strompreisen führen. Der Grund dafür sind die komplexen Gesetze des Strommarktes. Schalten wir Kraftwerke ab, steigt zunächst der Börsenpreis für Strom. Die Umlage für Erneuerbare Energien, die auf den Endverbraucher-Preis aufgeschlagen wird, würde aber sinken. Denn sie ergibt sich aus der Differenz zwischen Börsenstrompreis und dem Preis der Erneuerbaren. Diese Differenz würde sinken. Und damit den Strompreis wieder entlasten.

      Und in jedem Fall gilt: Der Klimawandel schreitet voran. Wir können nicht warten, bis das letzte AKW vom Netz geht, bevor wir über den Kohleausstieg nachdenken. Für die vielen Millionen Menschen, die schon heute unter extremen Stürmen oder Überschwemmungen leiden, wäre das eine Katastrophe.

  7. Gabriel wird nichts abschalten, die Lüge vom Atomausstieg wurde für Kohle getan.

    Die Laufzeiten der verbliebenen 11 Kernkraftwerke wurden bis zum 31.12.2021 verlängert, drei dieser Meiler sogar bis 2022 und sollte eine Regierung es für Notwendig halten, darf durch ein neues Gesetz ein altes Atomkraftwerk gar nicht abgeschaltet werden. Die Gewinne vor Steuer und hunderte Milliarden Euro schwer wie Gregor Gysi in einer Rede über den angeblichen Ausstieg vor dem Deutschen Bundestag erklärte, zahlen wir Bürger.
    Aber das ist nur die halbe Wahrheit, die andere Hälfte liegt bei den geplanten 19 neuen oder im Bau befindlichen Kohlekraftwerken die mit veralteter Filter-Technik ans Netz gehen dürfen oder schon angeschlossen sind. Weitere 21 Kohlekraftwerke konnten durch das Engagement der Bürger und Greenpeace gestoppt werden. Die Bundesregierung schrieb wie Eingangs beschrieben neue Gesetze um den Wahnsinn zu festigen und die “Gesetze zur Beschleunigung von Wirtschaft“, existieren wirklich und machen jetzt das Unmögliche möglich. Von den 10 am meisten Kohlendioxid produzierenden Kohlekraftwerken Europas stehen 6 in Deutschland und es kommen dank “Ausstieg“ neue Dreckschleudern hinzu.

    Die oben genannten Unternehmen E.on, RWE und co und um eine Genehmigung zur Inbetriebnahme neuer Kohlekraftwerke zu erhalten, die dann mit veralteter Technik an das Netz gehen reicht die Ankündigung der Betreiber, Umweltschonende CCS Technik anzuwenden wenn, – ja wenn diese in 20 oder 30 Jahren Ausgereift genug ist um zum Einsatz zu kommen. Das ist ungefähr so als wenn sie aus ihrem Betrieb die Abwässer ungeklärt in den nächsten Fluss kippen dürfen weil sie auf neue Technik warten, so lange gibt es eben keinen Fisch im Fluss. Auf der anderen Seite dauern die Genehmigungsverfahren neuer Windkraftanlagen engagierter Bürger im Durchschnitt 7 Jahre, die Genehmigungen für Braunkohlekraftwerke werden zwischen Ostern und Weihnachten eines Jahres durchgepeitscht.

    Mit freundlichen Grüßen, Ulrich Fiege

  8. Liebe campact-Kohlegegner,

    wer die Stein- und Braunkohle so verteufelt, kann nur komplett blöd sein – oder denken sie, der E.-Strom kommt aus der Steckdose und die Milch wird in Kartons in der Fabrik produziert ???
    Oder wollen Sie in Deutschland aus ideologischen Gründen ALLES kaputt machen ???
    – Was möchten Sie dann essen ? – was anziehen ? – oder wollen Sie in die Urzeit zurück versetzt werden, auf Bäumen leben und essen was Sie da finden ???

  9. Gabriel spielt ja nur mit dem Gedanken Kohlekraft abzuschalten. Dabei ist Braun -und Steinkohle gespeicherte Sonnenenergie. Das hat die Kohlelobby schon erkannt und wehrt sich natürlich gegen die Schließung ihrer „Solarenergie“. Getreu dem Motto “ Brüder zur Sonne zur Freiheit“.

  10. Sehr geehrter Herr Methmann,

    einem der Umwelt gegenüber gleichgültigen und TTIP-befürwortenden Populisten wie Gabriel werde ich meine Unterstützung mit Sicherheit nicht anbieten.

    Dass Sie mich allen ernstes auffordern mich an die Seite eines solchen Politikers zu stellen, finde ich zutiefst bedauerlich. Ich ging immer davon aus, Sie bei campact wären der Ansicht, dass Veränderungen nur GEGEN das wirtschaftsliberale Establishment erreicht werden können.

    Da dass offensichtlich nicht (mehr) der Fall ist und campact allen Ernstes erwägt, sich an die Seite Sigmar Gabriels zu stellen, bestelle ich Ihren Newsletter ab.

    Mit besten Grüßen

    Lakuku

    • Lieber Herr Lukaku,

      Vielen Dank für das kritische Feedback. Die Betreffzeile in der Email kam mit einem ironischen Augenzwinkern – es tut mir leid, dass das für sie nicht funktioniert hat. Wir haben Sigmar Gabriel bei anderen Kampagnen wie der Reform des EEG oder TTIP und CETA massiv kritisiert – mit jeweils guten Gründen. Jetzt gibt es Anzeichen, dass Gabriel sich beim Thema Kohle in die richtige Richtung bewegt. Ihn dafür jetzt auch zu kritisieren, halten wir für falsch.

      Klar ist: Die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Gabriels Ministerium betont, die Diskussion werde “ergebnisoffen” geführt. Und wie jede/r andere Politiker/in auch reagiert Gabriel auf öffentlichen Druck. Können wir zeigen, dass viele Menschen entschlossen hinter dem Kohleausstieg stehen, wird er den Energiekonzernen die Stirn bieten. Wenn nicht, ist zu befürchten, dass sich die Kohlelobby durchsetzt – die gegenwärtig hinter den Kulissen massiv gegen uns arbeitet. Wir haben die Chance, den Kohleausstieg jetzt einzuleiten. Die müssen wir nutzen.

      Und natürlich werden wir Gabriel am Ende an seinen Taten messen. Wir haben im Appell die Anforderungen an die Kohlepolitik sehr klar definiert. Wenn Gabriel diese Forderungen umsetzt, dann ist der Einstieg in den dringend benötigten Kohleausstieg geschafft. Tut er das nicht, dann werden wir auch das entsprechend deutlich kritisieren.

      Und seien sie sich sicher: Die Forderung nach dem Kohleausstieg trifft in weiten Teilen des „wirtschaftsliberalen Establishments“ auf massiven Widerspruch. Gerade deswegen brauchen wir Leute wie Sie, die sich gemeinsam gegen die Kohlelobby wehren. Ich fände es schön, wenn sie auch in Zukunft unsere Kampagnen unterstützen.

      Beste Grüße,
      Chris Methmann

  11. Hallo Mitstreitende, ich bin ebenso wie Sie gegen Kohlekraft, aber den jetzigen Zeitpunkt finde ich äußerst ungünstig, eine Kampagne gegen die Kohlekraft zu starten. – Viel wichtiger finde ich, weiter massiv Werbung für die „Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA zu machen, damit der Druck in Richtung Brüssel und der Politik erhöht wird (noch haben Sie keine Million Unterschriften), ansonsten gerät dieses wichtige Thema in den Hintergrund. Außerdem sollte ein Thema „Wir lassen uns nicht länger bespitzeln“ aktuell bleiben (nachdem gestern abend im Fernsehen eine Sendung darüber ausgestrahlt wurde), ebenso „fracking stoppen“. Weiterhin viel Erfolg!!!

  12. Ich fürchte nur, dass dieser wilde Aktionismus von Herrn Gabriel GEGEN die Kohlelobby ein zuerst angesetztes Ablenkungsmanöver ist, um im Anschluß ein Argument FÜR den Atomstrom zu haben, nach dem Motto, irgendwie muß die bestehende „Versorgungslücke“ in der Energieversorgung ja gedeckt werden. un die erneuerbaren Energien schaffen das in dem Umfang NOCH nicht.
    Leider ist jeder Politiker, insbesondere bei SPD und Grünen äußerst unglaubwürdig und zweifelhaft geworden, was nachhaltige, grüne, soziale und menschenwürdige Themen in der Politik angeht.
    Ob es Sinn macht, die von CAMPACT initiierte Unterschriftenaktion PRO Gabriel zu unterstützen, bleibt jedermanns/jedefraus eigene Entscheidung.

    • Ich teile ihre Skepsis. Gabriels Verhalten bei der EEG-Reform hat mich zutiefst empört. Aber unsere Kampagne ist ja keine Kampagne für Gabriel, sondern für den Kohleausstieg. Wenn Gabriel sich in diese Richtung bewegt, dann begrüßen wir das. Wenn nicht, dann werden wir das auch wie in der Vergangenheit entsprechend deutlich kritisieren.

  13. Eins sollte man nicht ausser Sicht lassen wenn man über Energie gewinnung durch Kohleverbrennung spricht:
    Einer der Hauptnebenenprodukte der Steinkohle Verbrennung ist Gips. Dieser Gips wird von der Baustoff-Industrie benutzt um Gipskarton-Platten und Spachtelmassen zu erstellen.
    Wenn die Kohle Verbrennung kurz oder mittelfristig reduziert oder aufgegeben werden soll, wird die aktuelle Baukultur in Europa sich schnell reformieren sollen!!! Ich weiss nicht wieviel Quadratkilometer Gipskarton-Platten täglich in Europa angeschraubt werden, aber die Zahl ist bestimmt beachtlich!!!
    Das heisst dass wenn wir ernsthaft die Kohlekraftwerke abschalten wollen, müssen wir auch gleichzeiteig ernsthaft eine Alternative für diesen preisgünstigen Baustoff entwickeln!
    Ich kann mir kaum vorstellen dass ein Wirtschaftminister (egal welcher blaßen Farbe) sich trauen kann die deutsch und europäische Bauindustrie alternativlos vor einer solchen Herausforderung zu stellen!!!
    BLT

  14. Im English geschriebenen Blog http://stop-ttip.org/blog/ steht noch nichts ueber die Campaign der Abschaltung der Deutschen Kohlenkraftwerke und da die Luft keinen halt vor Grenzen macht,genau so wie die Radioaktivitaet,der Dreck der den Rhein runter kommt auf einer Seite meiner kleinen Isle of Wight im Kanal die Fische und die Natur verseucht oder wie die Unterschrifften Sammlung vom 11.10.14 gegen TTIP ,CETA und ISDS mit 350 000 Unterschrifften zeigt,besteht ein Interesse im UK die EU Umweltprobleme gemeinsam zu meistern usw….

  15. Pingback: [Campact] Herr Gabriel, schalten Sie die Kohle ab! | netzlesen.de

    • Lieber Herr Kompalla,

      Strukturwandel ist schon immer ein Merkmal des Kapitalismus gewesen. Fragen Sie mal die Hersteller von Schreibmaschinen. Wenn in der Kohle Arbeitsplätze wegfallen, entstehen woanders neue, z.B. bei den Erneuerbaren Energien oder bei der Gebäudedämmung. Und wir sprechen hier ja über einen Zeitraum von 15-25 Jahren, und keinen Ausstieg von heute auf morgen.

      Der Abschied von der Braunkohle ist unausweichlich – oder wir nehmen einen gefährlichen Klimawandel in Kauf. Ich fände es unverantwortlich, diesen Abschied ungeplant zu riskieren. Lieber ist mir ein klarer Ausstiegsfahrplan, der allen Beteiligten verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Nur so ist es möglich, über eine Perspektive jenseits der Kohle nachzudenken.

      Beste Grüße,
      Chris Methmann