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Das schmutzige Geschäft mit der Kohle

Vergiftete Flüsse, weggesprengte Berge, vertriebene Dorfgemeinschaften und ermordete Gewerkschafter – Strom aus Kohle wirft dunkle Schatten voraus, nicht nur was den Klimawandel angeht. Kohleverstromung in Deutschland schafft in manchen Fördergebieten der Welt großes Leid für die lokale Bevölkerung. Diese ZDF-Doku spürt der schmutzigen und erschreckenden Spur der Steinkohle nach, zu den Umschlagplätzen der Welt – bis in deutsche Kraftwerke.

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Angesichts dieser Fakten ist der Kohle-Kurs der deutschen Regierung nicht nachzuvollziehen. Wie können Merkel, Gabriel und Co. sich für den Erhalt der Kohlekraft stark machen – und damit hinnehmen, dass andernorts Menschen für unseren unnötigen Kohlekonsum leiden?

Nicht nur der massenhafte Steinkohle-Import ist verantwortungslos. Hierzulande entstehen neue Braunkohle-Tagebaue, Dörfer und Gemeinden in der Lausitz verschwinden, die Schlote der Kohlekraftwerke laufen heiß und produzieren im Überschuss. Die Energiewende wird durch eine starke Lobby und kohlefreundliche Politik ausgebremst. Das Versprechen dahinter: Kurzfristig riesige Geschäfte – langfristig fatale Folgen. Auf Kosten von Klima, Gesundheit und Menschenwürde weltweit.

Verantwortung übernehmen: Einstieg in den Kohleausstieg starten

Im Jahr 2007 haben Gabriel und Merkel gemeinsam das Ziel beschlossen, Deutschlands Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase auf 40 Prozent zu reduzieren. Doch das Umweltministerium mahnt: Dieses Ziel ist nur dann noch zu erreichen, wenn wir jetzt anfangen, die ersten Kohlekraftwerke abzuschalten. Denn obwohl Erneuerbare Energien einen immer größeren Anteil unserer Stromversorgung abdecken, laufen die Kohlemeiler umgebremst weiter. Jetzt müssen Gabriel und Merkel aktiv werden, um ihr selbst gestecktes Ziel noch zu erreichen. Sie müssen den Ausstieg aus der Kohle einleiten.

Der Kohleaustieg ist nötig und möglich: Bis 2040 können sukzessive alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, ohne dass unsere Versorgungssicherheit leidet. Es übernehmen die Erneuerbaren Energien, im Übergang unterstützt von modernen und flexiblen Gaskraftwerken, die immer dann anspringen, wenn zu wenig Wind weht oder Sonne scheint. Und langfristig werden auch die verzichtbar. Technisch ist der Klimaschutz machbar. Doch was fehlt sind Taten. Jetzt müssen wir Gabriel und Merkel ihr Versprechen einlösen.

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Online-Redakteurin – Janine studierte Journalistik und Kunst-und Medienwissenschaft mit Fokus auf Medienpolitik und neue Technologien. Als Journalistin arbeitete sie für TV, Radio und Online-Redaktionen und engagierte sich für Reporter ohne Grenzen e.V. 2011 wechselte sie zu einer Online-Agentur und entwickelte als User-Experience Designerin nutzerfreundliche und nutzerzentrierte Web-Konzepte. Bei Campact ist sie seit 2014.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Irgendwo muss der Strom ja herkommen wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Wenn wir nach den Atomkraftwerken auch noch die Kohlekraftwerke abschalten wird es häufig keinen Strom geben und die Wirtschaft in Deutschland bricht zusammen. Gaskraftwerke sind keine Alternative da das teure Gas fast 80% der Stromerzeugungskosten ausmacht, der dadurch mehrfach so teuer ist wie Strom aus Kohlekraftwerken.. Außerdem würde ich nur ungern weiteres Gas von Herrn Putin beziehen und mich damit noch abhängiger machen. Was wird wenn uns wie der Ukraine von den Russen das Gas abgestellt wird. Dann sitzen wir nicht noch ihrem Konzept nicht nur im Kalten sondern wegen nicht möglicher Lieferung von Strom aus Gaskraftwerken auch noch im Dunkeln.
    Bei der Initiative gegen das Abkommen mit den USA habe ich sie unterstützt aber bei ihrem jetzt geplanten Vorhaben werde ich das nicht tun, denn Herr Gabriel hat recht mit seiner Haltung. Ich werde ihre verantwortungslose Initiative jedenfalls nicht unterstützen.

    • Lieber Reinhard,
      der Kohleaustieg ist nötig und möglich: Bis 2040 können sukzessive alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, ohne dass unsere Versorgungssicherheit leidet. Es übernehmen die Erneuerbaren Energien, im Übergang unterstützt von modernen und flexiblen Gaskraftwerken, die immer dann anspringen, wenn zu wenig Wind weht oder Sonne scheint. Und langfristig werden auch die verzichtbar. Technisch ist der Klimaschutz machbar.

  2. Habe ich mich da überhört? Verantwortung übernehmen: Einstieg in den Kohleausstieg starten? Wo waren Sie denn alle, als 1992 – 2008 vergeblich versucht wurde, die Abbaggerung der sächsischen Gemeinde Heuersdorf zu verhindern? Die ZDF-Reportage lässt übrigens den Umstand unerwähnt, dass in West Virginia hauptsächlich Kokskohle für die Stahlproduktion abgebaut wird. In Europa bleibt dafür die Braunkohlenutzung oft unterbewertet: http://www.energypost.eu/wishing-away-lignite-eu-climate-policy-ignores-elephant-room/

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