Krebs durch Glyphosat: Dieser Arzt will das nicht länger hinnehmen

Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt belegt, dass das Pflanzengift Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" ist. Der Facharzt für Innere Medizin Dr. Jan Salzmann aus Aachen will das nicht länger hinnehmen - und hat deshalb mit Campact eine Ärzte-Petition für ein Glyphosat-Verbot gestartet.

von  3 Kommentare

Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jetzt belegt, dass das Pflanzengift Glyphosat “wahrscheinlich krebserregend beim Menschen” ist. Der Facharzt für Innere Medizin Dr. Jan Salzmann aus Aachen will das nicht länger hinnehmen – und hat deshalb mit Campact eine Ärzte-Petition für ein Glyphosat-Verbot gestartet.

Glyphosat_Arzt_1200

Dieses Jahr wird in der EU entschieden, ob das am meisten verwendete Herbizid Glyphosat zugelassen bleibt

Seit kurzem sind die Chancen für ein Verbot massiv gestiegen: Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte eine Studie, die belegt, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslöst. Jetzt muss Agrarminister Christian Schmidt dafür sorgen, dass Glyphosat EU-weit verboten wird.

Die Stimmen von Ärzt/innen haben in dieser Auseinandersetzung um die Gefahren für die Gesundheit besonderes Gewicht. Der Arzt Dr. Jan Salzmann aus Aachen hat deshalb einen Ärzte-Appell an Schmidt gestartet. Dr. Jan Salzmann findet: “Die deutschen Behörden müssen die Warnung der WHO jetzt ernst nehmen. Nach dem Vorsorgeprinzip muss der Einsatz dieses Ackergifts endlich verboten werden.”

Wenn tausende Ärzt/innen jetzt gemeinsam mit Dr. Jan Salzmann ein Verbot von Glyphosat fordern, muss Agrarminister Christian Schmidt handeln. Deshalb wollen wir diesen Appell zusammen mit möglichst vielen Ärzten in Berlin an den Minister überreichen. Bitte hilf uns, die Ärzte-Petition zu einem eindrucksvollen Signal zu machen:

Es ist ein mächtiger Gegner, mit dem wir uns durch unsere Kampagne gegen Glyphosat angelegt haben

Das Geschäftsmodell multinationaler Agrokonzerne wie Monsanto basiert schließlich zu großen Teilen auf Glyphosat-Produkten wie “Roundup”. Entsprechend aggressiv tritt der Konzern nun auf: Monsanto-Chef Hugh Grant verunglimpfte die Arbeit der WHO-Krebsforschungsagentur als “Schrott-Wissenschaft” (“junk science”) – und das, bevor diese ihre Bewertung überhaupt veröffentlichte! Das Verhalten ist bekannt: Ob Asbest, DDT oder verbleites Benzin – in all diesen Fällen stritten die Hersteller anfangs ab, dass ihr Produkt gesundheitsschädlich sein könnte.

Anders als Monsanto behauptet, folgt die Arbeit der WHO-Krebsforschungsagentur IARC strengsten wissenschaftlichen Kriterien. In einem aufwändigen Verfahren hat die Agentur sämtliche Studien ausreichender Qualität ausgewertet. Und im Gegensatz zu deutschen und europäische Behörden, die Herstellerstudien berücksichtigen, stützt sie sich allein auf unabhängige Wissenschaftler/innen. Das Ergebnis: Es gibt sichere Hinweise, dass Glyphosat bei Tieren Krebs auslöst – und einen begründeten Verdacht, dass dies auch beim Menschen so ist.

Mit der Studie der WHO gerät jetzt die Behörde unter Druck, die bei uns die Gefahren von Pestiziden bewertet: das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Es stufte Glyphosat gerade wieder als ungefährlich ein. Kein Wunder: Denn das BfR zog hierfür Industrie-Studien und selbst Leserbriefe von Monsanto-Mitarbeitern heran, wie die Süddeutsche Zeitung vor wenigen Tagen berichtete.

Bitte unterstütze die Ärzte-Petition für ein Glyphosat-Verbot

3 Kommentare

  • von Hoferichter

    Sehr geerhter Herr Dr. Salzmann,

    bitte nehmen Sie Kontakt mit auf, auf der Homepage steht einiges über mich, was ich bisher wegen meiner ASBEST-TEER-PAK- Wohnung rechariert habe. Nach meiner TEER-PAK-Asbest-Wohnung bin ich MCS-erkrankt, zusätzlich auf Elektrosmog. Meine MCS-Erkrankung ist nach sieben Jahren Kampf beim LAGESO registriert, leider nur auf dem Papier. Ich habe Kontakt mit der Patientengewerkschaft aufgenommen, da ich wegen meiner Anerkennung viele Institutionen und Behörden vorgehen muss, aber ohne weitere Hilfe werde ich das allein nicht schaffen können

    Ich würde mich freuen auf eine positive Nachricht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Monika Hoferichter

  • von Erik R. Horter

    Bei dieser neuen “Studie” handelt es sich im Wesentlichen um eine Umklassifizierung von Glyphosat. Die EFSA und das BfR bewerten dieses seit bald einem halben Jahrhundert verwendete Mittel als ungefährlich, selbst die WHO-Organisationen sind sich untereinander über die Gefährlichkeit uneins.
    Warum sollte die erste Reaktion bei einer solchen Ungewissheit ein hysterisches Verbot sein. Glyphosat ist für die Natur ansonsten ungefährlich, schnell abbaubar und wirksam. Besonders im Vergleich mit in der Biolandwirtschaft verwendeten zweifelhaften Säuren. Man muss doch nicht immer gleich “Verbieten!” krähen.
    Noch zu den angeblichen Positivbeispielen: Die Asbestsaniereungen besonders an Schulen haben nachweislich mehr Todesopfer gefordert als der kazernogene Stoff selbst es hätte und DDT hätte in der Malariabekämpfung sicherlich noch gute Dienste tun können. Es sind alles Beispiele für überzogene und hysterisch-überhastete Reaktionen.

Kommentare sind geschlossen.