Diese 16.000 Menschen sagen: Refugees Welcome

Wir sind begeistert! Mit farbenfrohen “Refugees-Welcome”- Plakaten und Stickern haben in den letzten Wochen 16.000 Campact-Aktive in ganz Deutschland ihre Postkästen und Türen zu Botschaftern gegen den Hass und für ein buntes Deutschland gemacht. Dieses starke Signal zeigt: Wir heißen Menschen, die vor Krieg, Not und Vertreibung bei uns Schutz suchen, mit offenen Armen willkommen. Doch damit nicht…

Wir sind begeistert! Mit farbenfrohen “Refugees-Welcome”- Plakaten und Stickern haben in den letzten Wochen 16.000 Campact-Aktive in ganz Deutschland ihre Postkästen und Türen zu Botschaftern gegen den Hass und für ein buntes Deutschland gemacht. Dieses starke Signal zeigt: Wir heißen Menschen, die vor Krieg, Not und Vertreibung bei uns Schutz suchen, mit offenen Armen willkommen. Doch damit nicht genug – dank einer großen Spendenaktion können wir vielen lokalen Initiativen den Rücken stärken.

 Grafik: Campact/Sascha Collet [CC BY-NC 2.0]

Hilfe für lokale Projekte

Bei der Aktion sind sagenhafte 74.000 € Spenden für die Arbeit lokaler Initiativen zusammen gekommen. Über unsere Kooperationspartner, die Stiftung :do und die Amadeu-Antonio-Stiftung wird dieses Geld an dutzende lokale Initiativen weitergeleitet, die sich gegen Rechts und für Solidarität mit Flüchtlingen einsetzen. Wie diese finanzielle Unterstützung lokale Projekte stärkt, zeigen diese Beispiele aus Hamburg, Dessau, Köln und Witten. 

Refugee Radio Network

Das Refugee Radio Network ist eine Initiative von Geflüchteten, die ein Radioprogramm von und für Migrant/innen in Hamburg und darüber hinaus auf die Beine gestellt haben. Die Programmbeiträge gehen besonders auf die Alltagsprobleme von Menschen ein, die bei uns ankommen und geben Tipps und Lösungsansätze. Im Zentrum vieler Beiträge stehen die Themen Menschenrechte, Gleichberechtigung und Bildungs- und Gesundheitsangebote für Menschen auf der Flucht. Auch mit dem Ziel, Behörden in die Verantwortung zu nehmen, werden stetig Debatten angestoßen und Dialoge geführt. Hier stehen die Fragen im Mittelpunkt, die Diskussionen bei den nach Deutschland geflüchteten Menschen auslösen. Das Programm sendet mit großem Erfolg und verfügt mittlerweile über weitere Ableger – unter anderem in München und Berlin. Radio von Refugees für Refugees: dieses Projekt gibt Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, die notwendigen Mittel an die Hand, um anderen zu helfen und für sich selbst zu sprechen. Ein Projekt, das Mut macht. Wir freuen uns, dieses tolle Projekt unterstützen zu können.

Integrationslotsen Dessau-Roßlau

Das Multikulturelle Zentrum in Dessau-Roßlau hat ein „Integrationslotsen“-Programm gestartet, das mobil an den Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt Sozialberatung für Migrant/innen anbietet. Die Arbeit ist ehrenamtlich und wird in etlichen Sprachen angeboten, darunter Russisch und Arabisch, aber auch Kurdisch, Ukrainisch und Kreol. Die Helfer/innen sind überwiegend selbst Migrant/innen und planen, das Berater/innen-Netzwerk zu vergrößern. Gefördert werden sowohl Einheimische als auch neu zugewanderte Menschen, die auf Hilfe jeglicher Art bei der Orientierung in ihrer für sie noch fremden, neuen Heimat angewiesen sind. Die Integrationslotsen helfen nicht nur Sprachbarrieren zu überwinden. Sie bieten Betreuungsarbeit bei Arzt- und Ämtergängen an, geben Hausaufgabennachhilfe und Tipps und Ratschläge in erzieherischen Fragen. Darüber hinaus hat das Projekt bereits Patenschaften ermöglicht, bei dem sich Bürger/innen um eine möglichst umfassende Betreuung eines Patenkindes oder Patenfamilie kümmern.

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Für Flüchtlinge ist es oftmals besonders schwierig Arbeit zu finden. EigenArt e.V. geht dieses Problem in Köln konkret an. Dabei unterstützen sie geflüchtete Jugendliche schon in der Schule. EigenArt bietet praxisbezogene Kurse an, bei denen Kinder ab der 7. Klasse ihre Stärken und Interessen entdecken: In einer Fahrradwerkstatt beispielsweise machen in Deutschland geborene und geflüchtete Jugendliche alte Drahtesel wieder fit für die Straße. Und das Beste daran, die fertigen Fahrräder bekommen Flüchtlingskinder. Durch die verschiedenen Kurse können die Talente und Begabungen der geflüchteten Kinder schon früh erkannt und weiter gefördert werden. So bekommen geflüchtete Jugendliche die Chance, erfolgreich einen Beruf zu finden, der zu ihnen passt und ihnen gefällt.

Freundschaftsverein Tczew

„Alle Satt?!“ ist ein lebensnahes und authentisches Theaterstück des Freundschaftsverein Tczew in Witten. Es geht der Frage nach, inwieweit unser Lebensstil und Konsumverhalten Ursache für die Vielzahl an Flüchtlingen sind, die aktuell nach Europa kommen. „Alle Satt?!“ zeigt auf, wie Lebensentwürfe aufgrund politischer Entscheidungen aus dem Gleichgewicht geraten sind. Bei der Erarbeitung des Theaterstücks werden sowohl in Deutschland geborene als auch geflüchtete Jugendliche miteinbezogen. So entsteht nicht nur ein zielgruppenorientiertes Theaterstück, sondern auch ein Ort der Begegnung. Das Theaterstück wird für Jugendliche ab der 6. Klasse entwickelt und vor Schulklassen aufgeführt. So werden schon früh Kinder und Jugendliche auf die Missstände in der Welt aufmerksam gemacht.

Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für ein buntes Deutschland

Unser herzlicher Dank gilt den vielen Menschen, die bei dieser Aktion ein eindeutiges Zeichen für ein offenes, tolerantes Deutschland gesetzt haben. Hier könnt Ihr sehen, aus welchen Teilen Deutschlands unser Willkommenspaket bestellt wurde. Jeder bunte Punkt auf der Karte steht für eine/n Campact-Aktiven der/die bei der Aktion mitgemacht hat.

Tausende Bestellungen des Willkommenspakets. Map: Michael Wischniewski/ localplan. Grafik: Campact/Sascha Collet [CC BY-NC 2.0]
Map: Michael Wischniewski/ localplan. Grafik: Campact/Sascha Collet [CC BY-NC 2.0]

Diese Aktion fand im Rahmen des Appells “Schluss mit dem Hass!” statt, den bereits mehr als 185.000 Menschen unterzeichnet haben. Unterzeichne auch Du den Appell und setze ein Zeichen:

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Kahtarina Nocun
Veröffentlicht von Katharina Nocun

Katharina Nocun ist studierte Ökonomin und beschäftigte sie sich mit den Auswirkungen der technologischen Revolution auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie engagiert sich in der digitalen Bürgerrechtsbewegung für eine lebenswerte vernetzte Welt. Sie war 2013 Politische Geschäftsführerin und Themenbeauftragte für Datenschutz der Piratenpartei Deutschland und arbeitete als Referentin und Campaignerin u.a. für den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Campact e.V. und Wikimedia Deutschland e.V.. Katharina Nocun ist Botschafterin für die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen und Mitglied im Beirat des Whistleblower-Netzwerks und bloggt regelmäßig unter http://www.kattascha.de. Folge Katharina auf Twitter: https://twitter.com/kattascha