Diese Gesichter: unbezahlbar!

Erst war da nur ein Klavier. Dann kamen plötzlich von allen Seiten Menschen auf den Mainzer Theaterplatz geströmt. Als dann an die 2.000 Bürger/innen überraschend anfangen zu singen, breitet sich Gänsehaut pur aus.

Erst war da nur ein Klavier. Dann kamen plötzlich von allen Seiten Menschen auf den Mainzer Theaterplatz geströmt. Als dann an die 2.000 Bürger/innen überraschend anfangen zu singen, breitet sich Gänsehaut pur aus.

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Es war überwältigend: Knapp 2.000 Mainzer Bürger/innen strömten auf den Theaterplatz in der Innenstadt. Wildfremde Menschen sangen gemeinsam „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und setzten damit ein musikalisches Zeichen gegen Rassismus und Gewalt. Der öffentliche Nahverkehr kam zeitweise zum Erliegen: die Busse kamen einfach nicht mehr durch. Erstaunte Fußgänger blieben mit offenen Mündern stehen. Unbezahlbar! Mit der Aktion machten die Teilnehmer klar: Rassismus und rechte Gewalt dürfen in Deutschland nicht zum Normalzustand werden. Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sind kein Zeichen politischer Unzufriedenheit, sondern Rechtsterrorismus und müssen auch als solcher bestraft werden, darin waren sich die Teilnehmer einig:

„Ich bin so gerührt, das war eine wunderbare Aktion“, so eine Campact-Aktive aus Mainz. Sie war sichtlich gerührt. „Ich bin so froh, dass wir auch etwas tun können.“ Strahlende Gesichter.

Bundesweit: Tausende Menschen gegen Rassismus

Doch nicht nur in Mainz gingen die Menschen am 19. März auf die Straße. In ganz Deutschland starteten Bürger Aktionen: an 150 Orten fanden Flashmobs, Menschenketten, Demos oder Infoveranstaltungen statt. Hier geht es zur Karte mit der bundesweiten Übersicht. Sie waren dem Aufruf des Bündnisses „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ gefolgt, den neben Amnesty International, Pro Asyl, dem Paritätischen und vielen anderen Organisationen auch Campact ins Leben gerufen hat. Hier unsere Forderungen:

Wir rufen unsere Politiker/innen, die Zivilgesellschaft, Kirchen und Religionsgemeinschaften auf:
  • Weicht nicht zurück vor dem Hass, sondern steht ein für eine offene Gesellschaft! Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Genfer Flüchtlingskonvention darf nicht in Frage gestellt oder durch nationale Asylrechts-Verschärfungen untergraben werden.
  • Stoppt Waffenexporte in Krisengebiete und bekämpft die Fluchtursachen.
  • Schützt Flüchtlinge und alle, die von rassistischer Hetze und Angriffen bedroht werden.
  • Unterstützt haupt und ehrenamtliche Helfer/innen endlich ausreichend bei ihrer wertvollen Arbeit.
  • Sorgt für Teilhabe und gelingende Integration. Alle Menschen haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, auf bezahlbaren Wohnraum und auf Zugang zu Bildung und Arbeit.

Es geht weiter: Menschenketten in ganz Deutschland

Doch der Aktionstag war nur der Anfang. In genau drei Monaten, am 19. Juni rufen wir zu Menschenketten gegen Rassismus und Gewalt in großen deutschen Städten auf. In München, Berlin, Hamburg, Leipzig und anderen Orten wollen wir Moscheen, Synagogen, christliche Kirchen, Flüchtlingsunterkünfte, soziale Einrichtungen, Kulturstätten und Rathäuser miteinander verbinden. Wir wollen zeigen: das sind schützenswerte Orte in unserer Demokratie und wir werden nicht zulassen, dass diese durch Islamophobie oder rechte Hetze gespalten werden. Reiche Deine Hände, damit Tausende ineinandergreifen und eine Kette von Schutz und Solidarität bilden. 

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3 Kommentare

  • von Michael Bootz

    Es gibt zwei Gruppen, die Toten Hosen und die Ärzte, die astreine Musik gemacht haben, der Song „Schrei nach Liebe“ kommt diesmal von den Toten Hosen.

  • von Doris Schindler

    Es war sehr berührend, ein Teil dieser Aktion gewesen sein zu dürfen.
    Danke den Organisatoren und allen Teilnehmern, Doris!

  • von Tinia

    Supertolle Aktion! Überwältigend! Danke für diese tolle Organisation! Ein Erlebnis :) Gemeinsam sind wir stark!

Kommentare sind geschlossen.

Veröffentlicht von Anna-Lena von Hodenberg

Schon als Kind lief Anna-Lena im Ruhrgebiet auf Ostermärschen mit. Mit 18 berichtete sie für einen Lokalsender vom Weltumweltgipfel in Südafrika. Sie studierte Lateinamerikanistik, Politik und Publizistik in Berlin, Spanien und Argentinien, lernte 4 Sprachen und engagierte sich in der Hochschulpolitik. Sie wurde Fernsehjournalistin, berichtete bei RTL und dem NDR über Atomenergie,prekäre Arbeitsbedingungen und Thilo Sarrazin. In Mali arbeitete sie als Consultant für die GIZ - in Berlin engagiert sie sich ehrenamtlich in einer Flüchtlingsunterkunft. Seit Oktober 2015 ist sie Campaignerin bei Campact.