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Hass gegen Hass hilft niemandem

Schon wenige Stunden nach dem schrecklichen Terrorakt in Brüssel, nutzen rechte Scharfmacher die Angst vor Anschlägen aus. Dabei attackieren sie ausgerechnet jene, die selbst vor solchem Terror fliehen. Monika Wagener spricht in ihrem Tagesthemen-Kommentar das aus, was viele jetzt bewegt.

Wir sind tief erschüttert über die schrecklichen Attentate in Brüssel. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, Verletzten, deren Angehörigen und Freunden. Dieses unfassbare Verbrechen lässt für einen Moment unser öffentliches und freies Leben erstarren und uns innehalten. Doch schon wenige Stunden nach der Tat, nutzen rechte Scharfmacher die Angst vor Anschlägen wie in Brüssel, um ausgerechnet Geflüchtete zu attackieren, die selbst vor solchem Terror fliehen. Monika Wagener spricht in ihrem Tagesthemen-Kommentar das aus, was viele jetzt bewegt.

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Ein Kommentar von Monika Wagener, WDR:

Ja, man kann die belgischen Sicherheitsbehörden für Fehler in der Vergangenheit kritisieren und eine bessere europäische Zusammenarbeit anmahnen. Aber Vormachen darf man sich nichts: Vor Terroristen und skrupellosen Mördern gibt es in einer offenen Gesellschaft letztlich keinen Schutz. Wer morden will, wer Angst und Schrecken verbreiten will, kann dies an jedem Flughafen tun, in jeder U-Bahn, an jeder Straßenecke – auch in Deutschland.

Entscheidend ist deshalb etwas anderes, nämlich wie eine Gesellschaft auf diese unfassbaren Verbrechen reagiert. Und da erschreckt, wer heute so manchen Kommentar unter den ersten Meldungen gelesen hat. Zwar drückten viele Menschen ihr ehrliches Entsetzen aus, andere aber – und das waren nicht wenige – nutzten das grenzenlose Leid der Opfer, um sofort Stimmung zu machen: gegen Flüchtlinge, gegen Ausländer, gegen den Islam. Jetzt seht ihr es: „Der Islam gehört nicht nach Europa.“ Oder eine AfD-Politikerin twitterte „viele Grüße aus Brüssel“ mit einem zynischen: „Hat aber alles nix mit nix zu tun.“

Schulterschluss mit friedliebenden Menschen

Was diese Menschen nicht begreifen, ist, dass sie damit das Geschäft der Attentäter betreiben. Das Ziel des selbst ernannten „Islamischen Staates“ ist es schon lange, dass Moslems in den westlichen Gesellschaften möglichst stark an den Rand gedrängt werden.

Wer hier keine Chance hat, so das Kalkül, ist leichte Beute für die Terroristen. Abgehängte Viertel wie Molenbeek oder die Pariser Banlieus sind nicht umsonst ideale Brutstätten, um Nachwuchs für den Terror zu rekrutieren. Dass der sogenannte „Islamische Staat“ mit dem Islam von Millionen Moslems wenig zu tun hat, verwischen die Fanatiker bewusst. Wer das Geschäft dieser Terroristen nicht unterstützen will, sucht jetzt erst recht den Schulterschluss mit allen friedliebenden Menschen – egal welcher Religion. Nur das kann den Sumpf trocken legen. Einen anderen Schutz gibt es nicht.

Stumpfe Parolen können keine einfachen Lösungen auf komplexe Probleme bieten

Hass und Angst sollen Europa abschotten und nach innen schließen. Unsere Antwort lautet: Menschlichkeit über Grenzen und Nationen hinaus, Solidarität mit allen Menschen, die tagtäglich von Terror und Krieg betroffen sind.

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Autor*innen

Campaignerin- Lara Dovifat, Jahrgang 1990, hat Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin sowie in Russland, Litauen und der Ukraine studiert. Während ihres Studiums war sie u.a bei einer PR Agentur für nachhaltigen Konsum, SumofUs.org, dem ZDF sowie am Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Stadtentwicklung und Gentrifizierung tätig. Die letzten Jahre hat sie in der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Berlin und Johannesburg gearbeitet. Darüber hinaus setzt sie sich für Menschenrechte & Pressefreiheit in Osteuropa und Belarus ein. Alle Beiträge

4 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. MENSCHLICHKEIT
    Du und ich sind vielleicht ein bisschen anders, in der Farbe, in dem Glauben, in der Sprache und im Geist, doch wer sagt denn, dass Vielfalt schlecht ist, die Natur es doch beweist.
    Ein bisschen mehr Menschlichkeit, das tut gut und gibt den anderen Mut, sich einzusetzen für
    eine bessere Welt, in der nicht nur der Glaube zählt.
    Du und ich, wir spüren und wissen es genau, unser Gehabe tragen wir zur Schau, weil wir meinen etwas Besseres zu sein, wir merken aber bald, es ist alles nur Schein.
    Ein bisschen mehr Menschlichkeit das tut gut und gibt den anderen Mut, sich einzusetzen für eine bessere Welt, in der nicht nur der Reichtum zählt.
    Du und ich wir glauben daran, das man die Welt und die Menschen verändern kann, mit Anerkennung und Respekt, mit Achtung und mit Liebe, ein jeder Mensch hat auch positive Triebe.
    Ein bisschen mehr Menschlichkeit, das tut gut und gibt den anderen Mut, einen neuen Weg zu gehen, voll Hoffnung und Liebe ohne Unheil zu säen.

  2. Hass kann nicht durch Hass ausgelöscht werden.
    Auch können wir die Flüchtlinge nicht dafür verantwortlich machen,was jetzt in Brüssel passierte, denn ganau vor solchen Situationen suchen und suchten sie bei uns Schutz.
    Verwehren wir ihnen nicht unsere Hilfe,bleiben wir hilfsbereit.
    Bauen wir keinen Stacheldraht um unser Herz.
    Lassen wir uns einfach nicht durch Geschwätz aufwiegeln.
    Bleiben wir einfach weiterhin Menschlich.

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