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Zeit den Welthunger zu stillen: Landwirtschaftsminister Schmidt gehen die Argumente für Glyphosat aus

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hält das Pflanzengift Glyphosat für perfekt. Denn die Antwort auf den Hunger in der Welt sei eine intensivere Landwirtschaft - mit Hilfe von Glyphosat. Doch Journalisten klären auf: Genau das Gegenteil ist der Fall.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hält das Pflanzengift Glyphosat für perfekt. Denn die Antwort auf den Hunger in der Welt sei eine intensivere Landwirtschaft – mit Hilfe von Glyphosat. Doch Journalisten klären auf: Genau das Gegenteil ist der Fall.

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Hier geht es zum Video „Kein Hunger mehr dank Glyphosat?“ in der ZDF-Mediathek.

Screenshot ZDF Mediathek aus dem Video: Kein Hunger mehr dank Glyphosat?

Glyphosat ist die Antwort auf den Welthunger? Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) lehnt sich mit diesem absurden Argument weit aus dem Fenster. Denn schon heute werden genug Kalorien für 10 Milliarden Menschen produziert. Allerdings wird ein viel zu großer Teil davon an Tiere verfüttert – eine ungeheure Verschwendung von Lebensmittel. Die Massentierhaltung führt zu einer gewaltigen Überproduktion. Und große Mengen billigen Fleisches werden schließlich auf den Weltmärkten verramscht – wo sie lokale Märkte kaputt machen. 

Die Antwort auf den Hunger ist nicht die Ausweitung industrieller Massenproduktion inklusive Glyphosat, sondern eine Begrenzung von Fleischproduktion und Lebensmittelverschwendung.

Die EU-Kommission will die Glyphosat-Zulassung verlängern

Eigentlich läuft die Zulassung für das Pestizid Glyphosat schon am 30. Juni 2016 aus, sodass es nach einer Übergangsfrist nur noch bis Ende des Jahres verwendet werden dürfte. Das wahrscheinlich krebserregende Glyphosat wäre damit endlich vom Tisch. Schon dreimal hat die EU versucht über die Neuzulassung des Pflanzengifts abzustimmen – und dafür bisher keine qualifizierte Mehrheit zustande bekommen. Doch jetzt will die EU-Kommission alleine über die Verlängerung entscheiden.

Doch wir haben noch Chancen, die EU-Kommission zu stoppen

Ohne die Mehrheit der EU-Länder im Rücken alleine zu entscheiden, ist für die Kommission ziemlich heikel. Wenn jetzt hunderttausende Bürger/innen zeigen, dass sie große Sorge vor den Glyphosat-Folgen haben, können wir die Kommission noch von ihrem Solo-Lauf abbringen.

Hilf mit Glyphosat zu stoppen:

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Autor*innen

Janine Behrens

Online-Redakteurin – Janine studierte Journalistik und Kunst-und Medienwissenschaft mit Fokus auf Medienpolitik und neue Technologien. Als Journalistin arbeitete sie für TV, Radio und Online-Redaktionen und engagierte sich für Reporter ohne Grenzen e.V. 2011 wechselte sie zu einer Online-Agentur und entwickelte als User-Experience Designerin nutzerfreundliche und nutzerzentrierte Web-Konzepte. Bei Campact war sie von 2014 bis 2021.

10 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Hier gibt es eine 13min Zusammenfassung verschiedener Reportagen, die aufklären, wie das BfR wissenschaftliche Studien aussortiert hat, die belegen dass Glyphosat krebserregend ist, das Erbgut schädigt, Darmbakterien tötet und bei menschlichen und tierischen Föten zu Missbildungen führt:
    https://www.youtube.com/watch?v=y_fn7IJvhjM
    Und dass die 20.000 Bio Landwirte jetzt schon die Gewinner sind, da sie noch von ihrer Arbeit leben können, hat selbst die FAZ bestätigt.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/landwirtschaft-den-bauern-ist-zum-hinschmeissen-zumute-13955211.html
    Und dass auch 8 Mrd. Menschen mit Bio ernährt werden können, hat die Autorin von „Monsanto, mit Gift und Genen“ in dieser Doku gezeigt: https://vimeo.com/51911008
    Daher sollten wir jetzt die Chance nutzen für eine nachhaltige, ökologische und faire Landwirtschaft, bei der Verbraucher, Landwirte, Tiere und Umwelt gewinnen – nur die Chemiekonzerne müssten um ihre Milliardengewinne bangen, und das wäre gut so.

  2. Glyphosat zerstört nicht nur „Unkräuter“, sondern das Leben. Das Leben von Insekten,
    von Bienen, von Ameisen, von Regenwürmern und schließlich auch von Menschen
    unter anderen Lebewesen. Mit Glyphosat lassen sich keine „Lebens“mittel heranzüchten.

  3. Christian Schmidt sollte ,wenn ihm auch das leiseste Restchen an Ethik verblieben ist,den Hut nehmen und gehen.Ein Politiker der derart an den Interessen der Bürger vorbei entscheidet und die Interessen der Industrie einseitig vertritt ,mit Argumenten die belegen,dass er entweder nicht über das nötige Wissen verfügt oder willentlich falsche Informationen vertritt,ist als Landwirtschafts Minister nicht qualifiziert und nicht mehr tragbar.

  4. Es ist erschreckend, unglaublich und kaum zu fassen geschweige denn zu verstehen, was diese Herren und Damen Politiker mit uns veranstalten. Jeder, der für dieses tödliche und Lebens-
    verachtende Gift stimmt und sich zudem noch blind einsetzt, sollte SOFORT seines Amtes für IMMER enthoben werden! Das ist nicht nur meine Meinung, sondern die von allen,’die jetzt noch klar und unabhängig denken, fühlen und handeln können!

  5. Langsam nervt es. So richtig.
    Dieser Teufelskreis auf „Niedriglohn“ und „Ich möchte trotzdem Fleisch essen.“
    Selbstverständlich kauft jemand, der „nur“ 8,50 € pro Stunde verdient, oder ALG II Empfänger ist, das günstige Fleisch aus unakzeptabler Haltung/Herstellung.
    Wenn mal ordentlich für Lebenszeit bezahlt wird, würden sicher „einige“/“viele“/“alle“ teurer und ökologischer kaufen.

  6. Welthunger stillen? Das ist Unsinn! Damit schafft man Hunger! Es ist doch bekannt das damit nur die armen Länder ausgebeutet werden! Und das dieser Kreislauf nicht funktioniert. Diese Abhängigkeiten auf der Ebene der Gewinnmaximierung können nicht funktionieren!
    Auch ist es falsch Glyphosat bei den Privaten und Kleinbetrieben zu verbieten und im großen (Landwirtschaft) zuzulassen, wenn dann muss es genau umgekehrt sein! Ein Gartenbesitzer wird sich nicht selber vergiften und wenn, ist das seine Dummheit …. aber im großen Stil gehört es absolut verboten! Wenn es nicht verboten wird, gehört eine Kennzeichnungspflicht auf alle Lebensmittel die auf der Grundlage angebaut werden! Ebenso auch bei allen Gentechnisch veränderten Lebensmitteln! Wir brauchen endlich vernünftige Werte, die auf realen, nachvollziehbaren Grundlagen aufbauen und dazu ein Verursacherprinzip, das auch die Politiker in die Pflicht nimmt !!!

  7. solche politiker wie schmidt der sich landwirtschaftsminister nennt kaufen nicht im bilig laden also alles egal der dreck ist nur für den mopp oder den pöpel produziert ……..toll welthungerhilfe mit gift

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